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Vitamin C

Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin; Studien am Menschen zeigen Vorteile bei Erkältungen, Hinweise bei Haut und Wundheilung und ein gemischtes Bild bei Sepsis.

Stand:

Vitamin C: ausgewertet wurden 252 Studien am Menschen, darunter 160 randomisierte kontrollierte Studien und 63 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 26.210 Teilnehmer. Stand: 13. Oktober 2026.

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1. Was ist Vitamin C? Vorkommen, Herkunft und Formen

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin und chemisch L-Ascorbinsäure. Der menschliche Körper kann es nicht selbst bilden und ist auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Bekannt wurde es über den Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Mangel und Skorbut, der Erkrankung von Seeleuten auf langen Fahrten ohne frisches Obst und Gemüse; heute wird es vor allem als Nahrungsergänzung eingenommen, unter anderem bei Erkältungen.

Vitamin C kommt in frischem Obst und Gemüse vor, besonders in Zitrusfrüchten, Paprika, Kiwi, Beeren und Kartoffeln. Im Körper findet es sich in allen Zellen, in hoher Konzentration in den Nebennieren und in weißen Blutkörperchen.

Für Nahrungsergänzungsmittel wird Vitamin C technisch aus Glucose hergestellt und liegt meist als Ascorbinsäure oder als Ascorbat-Salz vor. Geprüft werden in Studien vor allem die orale Gabe von Ascorbinsäure oder Natriumascorbat, liposomale Zubereitungen und die intravenöse Gabe.

Untersuchte Formen und Zubereitungen

  • L-Ascorbinsäure (reine Form)
  • Natriumascorbat und Calciumascorbat (Salze, weniger sauer)
  • Ascorbylpalmitat (fettlöslich)
  • Liposomale Zubereitungen
  • Orale Gabe als Tablette, Kapsel, Pulver oder Getränk
  • Intravenöse Gabe als Infusion

Nicht gemeint sind auf dieser Seite:

  • D-Isoascorbinsäure (Erythorbinsäure, E 315), ein verwandter Stoff ohne Vitamin-C-Wirkung
  • Multivitaminpräparate und Kombinationen mit anderen Stoffen (z. B. Zink, Vitamin D)
  • Zubereitungen aus vitamin-C-reichen Früchten wie Acerola, Hagebutte oder Sanddorn; eine Studie dazu ist keine Studie zu isoliertem Vitamin C
  • Ascorbinsäure als technisches Antioxidans und Konservierungsmittel in Lebensmitteln (E 300)

2. Wie wirkt Vitamin C? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Sepsis und Intensivmedizingemischthoch17 Metaanalysen · 24 kontrolliert · 18 weitere3.389
Oxidativer Stress und Antioxidantien-Statusgemischthoch5 Metaanalysen · 24 kontrolliert · 2 weitere1.147
Haut und Bindegewebegemischthoch3 Metaanalysen · 10 kontrolliert · 2 weitere262
Erkältung und Atemwegsinfektegemischthoch5 Metaanalysen · 7 kontrolliert · 2 weitere2.445
Immunfunktiongemischthoch1 Metaanalysen · 5 kontrolliert · 1 weitere217
Eisenaufnahme aus der Nahrungüberwiegend kein Unterschiedunklar0 Metaanalysen · 1 kontrolliert · 0 weitere75
Weitere Untersuchungengemischthoch21 Metaanalysen · 50 kontrolliert · 18 weitere5.218

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

Vitamin C, Sepsis und Intensivmedizin: Studien am Menschen

Bei Sepsis und Intensivmedizin zeigen die Studien ein gemischtes Bild bei hoher Beweiskraft. Metaanalysen fanden unter Vitamin C, vor allem intravenös und ohne Begleitmittel, eine geringere Sterblichkeit 412131931, die aber noch bestätigt werden muss. Andere Metaanalysen fanden insgesamt keinen gesicherten Unterschied 81622, beim septischen Schock keinen Überlebensvorteil 824. Ob hohe oder niedrigere Dosen günstiger sind, beantworten zwei Metaanalysen gegensätzlich 1219. In der größten Einzelstudie traten unter intravenösem Vitamin C Tod oder anhaltendes Organversagen zusammengenommen häufiger auf als unter Placebo 62. Kürzer war unter intravenösem Vitamin C die Gabe von Kreislaufmitteln (Vasopressoren) 816192231, die Liegedauer auf der Intensivstation änderte sich nicht 16222431. Die Mischung aus Vitamin C, Thiamin und Hydrocortison verkürzte in Metaanalysen die Vasopressorendauer und senkte den SOFA-Score 1121, nicht aber die Kurzzeitsterblichkeit 21. Diese Befunde gehören der Mischung, nicht dem Vitamin C allein. Untersucht wurden überwiegend intravenöse Zubereitungen, daneben Natriumascorbat; offen bleiben die optimale Dosis, der Zeitpunkt und welche Patientengruppen profitieren.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
4 Xu et al. 2023Metaanalyse · 26.540 TeilnehmerVitamin C oral oder intravenös (Monotherapie); gegen Placebo oder keine TherapieMortalität bei Sepsispatienten: verbessert (p = 0.005, RR 0.74, 95% CI 0.59 to 0.91, I2 = 47%)
5 Fujii et al. 2022systematische Übersicht · 10.257 TeilnehmerVitamin C allein oder mit Glucocorticoiden und Vitamin B1; Kategorien ≥12, 6 bis <12 und <6 g/Tag; Messung der 90-Tage- bis 1-Jahres-Mortalität; gegen Placebo oder übliche Versorgung bzw. andere WirkstoffkombinationenLängerfristige Mortalität (90 Tage bis 1 Jahr): kein Unterschied (no significant differences); Organdysfunktion: kein Unterschied (no evidence); Verweildauer auf Intensivstation: kein Unterschied (no evidence)
6 Pham et al. 2024Metaanalyse · 9.366 TeilnehmerVitamin C, auch in Kombination mit anderen Stoffen; hochdosiert (genaue Dosis nicht angegeben); Beobachtung bis 28 Tage; gegen Melatonin, Vitamin E, Selen, N-Acetylcystein, Placebo/andere Antioxidantien28-Tage-Mortalität: kein Unterschied (not statistically significant); SOFA-Score / Organdysfunktion: unklar (SUCRA = 83.97%)
7 Brown et al. 2022systematische Übersicht · 4.078 TeilnehmerParenterales Vitamin C, allein oder mit Thiamin/Glukokortikoiden; verschiedene Dosierungsschemata (Subgruppenanalyse); gegen Standardtherapie28-Tage-Mortalität: kein Unterschied (OR 0.92; 95% CI 0.78 to 1.09; p = 0.34); Veränderung des SOFA-Scores: kein Unterschied; Verweildauer auf der Intensivstation: kein Unterschied
8 Liang et al. 2023systematische Übersicht · 3.570 Teilnehmerintravenöses Vitamin C (IVVC); gegen Kontrollgruppe; Monotherapie vs. Kombinationstherapie (u. a. HAT)28-Tage-Mortalität: kein Unterschied (RR, 0.92; 95% CI, 0.81-1.04); 28-Tage-Mortalität unter IVVC-Monotherapie: verbessert (RR, 0.69; 95% CI, 0.52-0.93); 28-Tage-Mortalität unter Kombinationstherapie: kein Unterschied (RR, 1.03; 95% CI, 0.90-1.17)
9 Liang et al. 2023Metaanalyse · 3.364 TeilnehmerIntravenöses Vitamin C, teils als Monotherapie, teils mit Thiamin/Hydrocortison; jede Dosis; Subgruppe 25-100 mg/kg/Tag; Nachbeobachtung 72-96 h bzw. kurzfristig; gegen Standardtherapie, keine Intervention oder PlaceboÄnderung des SOFA-Scores nach 72-96 h: verbessert (MD, - 0.62; 95% CI, - 1.00 to - 0.25; p = 0.001); Dauer des Vasopressoreneinsatzes: verbessert (MD, - 15.07; 95% CI, - 21.59 to - 8.55; p < 0.00001); Kurzzeitmortalität: kein Unterschied (OR, 0.89; 95% CI, 0.77 to 1.04; p = 0.14)
10 Chen et al. 2022Metaanalyse · 2.985 TeilnehmerVitamin C-haltige Therapie (Mischung, Begleitstoffe nicht benannt); gegen Placebo oder alternative Behandlung28-Tage-Mortalitaet: kein Unterschied (OR, 0.87; 95% CI: 0.71-1.08; P = .20); 28-Tage-Mortalitaet bei septischem Schock: kein Unterschied (OR, 1.09; 95% CI: 0.89-1.34; P = .41); Intensivstations-Mortalitaet: kein Unterschied (OR, 1.03; 95% CI: 0.84-1.25; P = .81)
12 Patel et al. 2022Metaanalyse · 2.490 TeilnehmerIntravenöses Vitamin C; hoch- vs. niedrigdosiert (Grenze nicht genannt); gegen PlaceboGesamtsterblichkeit (alle Dosen): kein Unterschied (relative risk, 0.87; 95% CI, 0.75-1.00; p = 0.06); Gesamtsterblichkeit (hohe Dosis): verbessert (relative risk, 0.70; 95% CI, 0.52-0.96; p = 0.03); Gesamtsterblichkeit (niedrige Dosis): kein Unterschied (relative risk, 0.94; 95% CI, 0.79-1.07; p = 0.46)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 13 14 16 17 18 19 22 23 24 31 32 39 40 46 49 62 63 72 77 78 84 85 87 95 96 99 100 105 107 115 118 119 120 124 128 134 155 157 159 167 168 169 171 176 178 181 182 183 184 186 187

Vitamin C, Oxidativer Stress und Antioxidantien-Status: Studien am Menschen

Bei oxidativem Stress und dem Antioxidantien-Status zeigen die Studien zu Vitamin C ein gemischtes Bild auf hoher Beweiskraft. Eine randomisierte kontrollierte Studie fand eine höhere antioxidative Kapazität nach Vitamin-C-Gabe während einer Herz-Lungen-Maschine 93. Bei Übergewichtigen stieg sie nach Vitamin C zu einer Zuckerlösung stärker an als ohne 137. Entzündungswerte sanken gegenüber der Kontrolle in mehreren randomisierten Studien, etwa IL-8 bei ARDS 116 und ein TNF-Rezeptor bei Sepsis 95. Bei Gesunden mit niedrigem Vitamin-C-Status sanken Isoprostane, IL-6 und TNF-α gegenüber Placebo 146. Bei mittelschwerer Pankreatitis sank das CRP stärker als unter Placebo 76; nach Gelenkersatz fand eine Metaanalyse am ersten Tag niedrigere CRP- und IL-6-Werte 28. Andere randomisierte kontrollierte Studien fanden keinen Unterschied bei Zytokinen 121 oder beim CRP 78. Eine systematische Übersicht zur Knieprothese fand uneinheitliche Ergebnisse bei Entzündungsmarkern 25; bei septischem Schock blieben CRP und Myeloperoxidase gegenüber Placebo gleich 118. Isoprostane veränderten sich unter parenteralem Vitamin C gegenüber Placebo nicht 117. Mischungen aus Vitamin C und Vitamin E senkten Malondialdehyd und ROS bei Endometriose 35 und bei Sarkopenie Malondialdehyd gegenüber Placebo, während Glutathion stieg 103. In einer randomisierten Studie bei septischem Schock mit getrennten Armen für Vitamin C, Vitamin E, N-Acetylcystein und Melatonin sank die Lipidperoxidation in jedem Arm gegenüber dem Ausgangswert 84. Die Mischung aus Vitamin C und Chrom verbesserte bei Typ-2-Diabetes die Blutfette gegenüber Placebo; der Anteil des Vitamin C bleibt offen 104. Die Untersuchungen betrafen überwiegend kranke oder unzureichend versorgte Menschen; offen bleibt die Übertragbarkeit auf gut versorgte Personen und der Vergleich von Form, Dosis und Gabe.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
25 Vosoughi et al. 2026systematische Übersicht · 1.364 Teilnehmerperioperative Vitamin-C-Gabe (Ascorbinsäure); variabel über Studien (Dosis, Route, Zeitpunkt heterogen); gegen Placebo bzw. Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsEntzündungsmarker: kein Unterschied
28 Moftakhari et al. 2025Metaanalyse · 1.162 TeilnehmerVitamin C, oral oder intravenös; postoperativ bis 48 Stunden; gegen Kontrolle/Placebo (nicht näher berichtet)CRP nach 24 Stunden: verbessert (WMD = -11.32 mg/L; P = 0.0007); IL-6 nach 24 Stunden: verbessert (WMD = -8.27 pg/mL; P < 0.0001)
37 Candeloro et al. 2026systematische ÜbersichtVitamin-C-Supplementierung, verschiedene Formen; gegen PlaceboIL-6: kein Unterschied (MD = 0.00; 95 % CI: -0.25 to 0.25; p = 1.00); MDA: kein Unterschied (MD = -0.59; 95 % CI: -1.99 to 0.81; p = 0.41); CRP: verbessert (MD = -0.44; 95 % CI: -0.66 to -0.22; p = 0.0001)
39 Alangari et al. 2026systematische ÜbersichtHochdosiertes intravenöses Vitamin C; gegen Placebo bzw. Standardbehandlung, teils Kombination mit ChemotherapieAntioxidative, immunmodulierende und pharmakokinetische Effekte: unklar
46 Thakare et al. 2024systematische Übersichtparenterales Vitamin C; gegen unterschiedliche Studiendesigns; Kontrollen nicht einheitlichOxidativer Stress: verbessert
76 Zhao et al. 2025randomisiert kontrolliert · 212 TeilnehmerVitamin-C-Infusion (Ascorbinsäure) versus Placebo; 200 mg/kg/24 h; 7 Tage; gegen Placebo-InfusionCRP-Reduktion Tag 0 bis 3 (MSAP): verbessert (median 72 mg/L vs. 46 mg/L, p = 0.003); CRP-Reduktion Tag 0 bis 7 (MSAP): verbessert (median 168 mg/L vs. 121 mg/L, p = 0.013)
78 Fowler et al. 2019randomisiert kontrolliert · 167 Teilnehmerintravenöse Vitamin-C-Infusion (Ascorbinsäure) in 5%iger Glucose; 50 mg/kg alle 6 Stunden über 96 Stunden; 96 Stunden Infusion, Nachbeobachtung 168 Stunden bzw. Tag 60; gegen Placebo (nur 5%ige Glucoselösung)C-reaktives Protein nach 168 Stunden: kein Unterschied (54.1 vs 46.1 μg/mL; difference, 7.94 μg/mL; 95% CI, -8.2 to 24.11; P = .33); Thrombomodulin-Spiegel nach 168 Stunden: kein Unterschied (14.5 vs 13.8 ng/mL; difference, 0.69 ng/mL; 95% CI, -2.8 to 4.2; P = .70)
84 Pérez-Torres et al. 2023randomisiert kontrolliert · 131 TeilnehmerVitamin C, Vitamin E, N-Acetylcystein oder Melatonin zusätzlich zur Standardtherapie; gegen Standardtherapie (Kontrollgruppe)Lipidperoxidation: unklar; Nitrate und Nitrite: unklar; Glutathionreduktase: unklar

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 88 93 95 116 117 118 120 121 133 137 139 140 143 145 146 147 155 156 158 163 164 179 186

Vitamin C, Haut und Bindegewebe: Studien am Menschen

Bei Verbrennungen zweiten Grades beschleunigte eine topische Vitamin-C-Lösung in einer kleinen randomisierten Studie die Epithelisierung 129; eine systematische Übersicht zur Versorgung rund um Operationen beschreibt eine leicht bessere Wundheilung 42. Bei Melasma lag topisches Vitamin C in einer Netzwerk-Metaanalyse unter den wirksameren Behandlungen gegenüber Placebo 50. Nach Microneedling besserte sich Melasma mit Vitamin C wie mit Tranexamsäure gegenüber dem Ausgangswert 135. Bei Bateman-Purpura der Altershaut besserte topisches Vitamin C Hautbild, Hautdicke und Elastizität gegenüber der unbehandelten Seite 141. Nach Weisheitszahn-Entfernung waren Schmerz und Schwellung am zweiten Tag geringer als unter Placebo, die Wundheilung unterschied sich nicht gesichert 106. Vitamin-C-Injektionen nach Beugesehnennaht zeigten keinen gesicherten Unterschied 126. Eine Mischung aus Kollagen und Vitamin C, teils mit Hyaluronsäure, verbesserte Dermisdichte und Falten gegenüber Placebo; der Anteil des Vitamin C bleibt offen 92. Offen bleiben Aussagen zu Dosis-Wirkungs-Beziehungen, zur Übertragbarkeit auf gut versorgte Personen und zur langfristigen Wirkung.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
42 Banerjee et al. 2026systematische ÜbersichtVitamin-C-Supplementierung (Form nicht genannt); perioperativ; gegen Kontrollgruppen ohne Vitamin CWundheilung: verbessert (modestly improved wound healing)
47 González-Molina et al. 2022systematische ÜbersichtTopische Ascorbinsäure als Adjuvans; gegen Hydrochinon und Triple-Kombinationstherapie als StandardWirksamkeit topischer Ascorbinsäure als Adjuvans: verbessert
50 Liu et al. 2021Metaanalysetopisches Vitamin C im Vergleich zu 13 weiteren Melasma-Therapien; gegen Placebo und andere Wirkstoffe (Laser, TCC, Tranexamsäure, Peelings, HQ)Rang der Wirksamkeit gegenüber Placebo (Melasma Area and Severity Index): unklar
106 Demirel et al. 2026randomisiert kontrolliert · 56 Teilnehmerorales Vitamin C (Ascorbinsäure); Beginn 1 Tag vor OP, Fortsetzung 7 Tage; gegen Placebo (kontralaterale Seite, Split-Mouth)Wundheilung: kein Unterschied (did not reach statistical significance); Gesichtsschwellung: verbessert (significantly reduced on day 2)
122 Pazyar et al. 2025randomisiert kontrolliert · 37 TeilnehmerVitamin C topisch nach Microneedling; gegen Tranexamic Acid + Microneedling (andere Gesichtshälfte)Verbesserung der infraorbitalen Hyperpigmentierung: unklar; Vergleich Vitamin C vs. Tranexamic Acid: unklar (P = 0.444)
126 Tajari et al. 2026randomisiert kontrolliert · 30 TeilnehmerVitamin-C-Injektionen nach der Operation; gegen Standardversorgung (Kontrollgruppe)Bewegungsumfang (ROM): kein Unterschied (p>0.05); Strickland-Bewertungsskala (SRS): kein Unterschied (p>0.05)
127 Dawar et al. 2026randomisiert kontrolliert · 30 TeilnehmerMikroneedling mit Vitamin-C-Serum (Gruppe B) vs. PRP (Gruppe A); 3 Sitzungen, Nachkontrolle nach 1, 2 und 3 Monaten; gegen Mikroneedling mit PRP vs. Mikroneedling mit Vitamin-C-SerumNarbenqualität (POSAS): unklar (p < 0.05); Geschmeidigkeit (Pliabilität): unklar (p = 0.10)
129 Haddadi et al. 2020randomisiert kontrolliert · 30 TeilnehmerTopische Vitamin-C-Lösung; Bewertung an Tag 1, 3, 7 und 14; gegen Kontrollgruppe mit anderem Verband/Placebo (nicht näher benannt)Epithelialisierung der Verbrennungswunde (Bates-Jensen-Score): verbessert (P = 0.047)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 135 141 142 143 165 180 183

Vitamin C, Erkältung und Atemwegsinfekte: Studien am Menschen

Regelmäßig eingenommenes Vitamin C verkürzte Erkältungen in Placebostudien, bei Kindern deutlicher als bei Erwachsenen 55; eine Zusatzdosis bei Erkältungsbeginn verkürzte die Dauer und linderte Fieber 54. In einer randomisierten kontrollierten Studie an Rekruten sank die Häufigkeit einer Erkältungsdiagnose 58, ebenso in einer Placebostudie über den Winter 161. Bei Erwachsenen mit atrophischer Gastritis gab es unter höherer Dosis weniger Erkältungen, aber keine kürzeren 74. Bei Kindern mit Lungenentzündung besserte Vitamin C den Schweregrad gegenüber Placebo, nicht aber die Krankenhausdauer 81. Bei ARDS verbesserte intravenöses Vitamin C in einer offenen randomisierten Studie Sauerstoffversorgung und Entwöhnung vom Beatmungsgerät gegenüber der Standardbehandlung 116. Bei COVID-19 sah eine Metaanalyse eine geringere Sterblichkeit, die noch bestätigt werden muss 4; zwei andere Metaanalysen fanden keinen Unterschied 1538. Die Beweiskraft ist hoch, gestützt auf mehrere Metaanalysen und randomisierte kontrollierte Studien; die Einzelstudien fallen jedoch gemischt aus. Allerdings unterscheiden sich Formen, Dosen, Dauer, Vergleichsgruppen und der Ausgangsstatus der Teilnehmenden erheblich; für gut versorgte Personen ohne Mangel ist die Übertragbarkeit offen. Als Zusatz zu antiviraler Therapie verkürzte Vitamin C in einer Metaanalyse chinesischer Studien die Zeit bis zur Besserung gegenüber antiviraler Therapie allein 52. Eine randomisierte Studie fand bei Einnahme ab Erkältungsbeginn keinen Unterschied in Dauer oder Schwere gegenüber einer sehr niedrigen Vitamin-C-Dosis 70. Bei COVID-19 verkürzte hochdosierte Ascorbinsäure allein die Symptomdauer nicht 75. Mischungen mit Zink 91 und das Präparat ArtemiC aus Artemisinin, Curcumin, Weihrauch und Vitamin C 110 erlauben keinen Rückschluss auf Vitamin C allein.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
4 Xu et al. 2023Metaanalyse · 26.540 TeilnehmerVitamin C oral oder intravenös (Monotherapie); gegen Placebo oder keine TherapieMortalität bei COVID-19-Patienten: verbessert (p = 0.03, RR 0.84, 95% CI 0.72 to 0.98, I2 = 0%)
16 Yong et al. 2024Metaanalyse · 2.047 Teilnehmerisolierte intravenöse Vitamin-C-Gabe (IVVC); gegen PlaceboPneumonie: kein Unterschied (RR 0.85; CI 0.50-1.44; I2 = 0%, P = .552)
52 Ran et al. 2020MetaanalyseVitamin C zusätzlich zur antiviralen Therapie; gegen antivirale Therapie alleinGesamtwirksamkeit: verbessert (RR = 1.27, 95% CI (1.08, 1.48), P = 0.003); Zeit bis zur Symptombesserung: verbessert (MD = -15.84, 95% CI (-17.02, -14.66), P < 0.00001); Zeit bis zur Heilung: verbessert (95% CI (-14.98, -4.22), P = 0.0005)
54 Ran et al. 2018MetaanalyseVitamin C (orale Supplementierung); therapeutische Zusatzdosis bei Erkältungsbeginn zusätzlich zur Routine-Supplementierung; gegen PlaceboErkältungsdauer: verbessert (MD = -0.56, 95% CI [-1.03, -0.10], P = 0.02); Dauer der häuslichen Einschränkung: verbessert (MD = -0.41, 95% CI [-0.62, -0.19], P = 0.0002); Brustschmerzen: verbessert (MD = -0.40, 95% CI [-0.77, -0.03], P = 0.03)
55 Hemilä et al. 1999systematische ÜbersichtVitamin-C-Supplementierung, Form nicht näher angegeben; ≥1 g/Tag regelmäßig, teils ≥2 g/Tag, 1 g/Tag bei Erwachsenen; gegen Placebo sowie Dosisvergleich 1 g/Tag vs. ≥2 g/TagVerkürzung der Erkältungsdauer bei Kindern (2 g/Tag) vs. Erwachsenen (1 g/Tag): verbessert (26%); Verkürzung der Erkältungsdauer bei Erwachsenen (1 g/Tag): verbessert (6%)
58 Kim et al. 2022randomisiert kontrolliert · 1.444 TeilnehmerVitamin C (reine Ascorbinsäure) oral vs. Placebo; 6000 mg/Tag (Vitamin-C-Gruppe), 0 mg/Tag (Placebo); 30 Tage; gegen Placebo, doppelblindRisiko einer Erkältungsdiagnose (Odds Ratio): verbessert (0.80-fold lower risk)
70 Audera et al. 2001randomisiert kontrolliert · 400 TeilnehmerVitamin C oral, 0.03 g ('Placebo'), 1 g, 3 g, 3 g mit Zusatzstoffen (Bio-C); 0.03 g, 1 g oder 3 g täglich bei Erkältungsbeginn; Bei Symptombeginn und an den zwei folgenden Tagen; Studie 18 Monate; gegen Vitamin C 0.03 g als Placebo gegen 1 g, 3 g und 3 g Bio-CDauer der Erkältungssymptome und -episoden: kein Unterschied; Kumulativer Symptomschweregrad nach 7, 14 und 28 Tagen: kein Unterschied
74 Sasazuki et al. 2006randomisiert kontrolliert · 244 TeilnehmerVitamin C oral; 50 mg/Tag (niedrig) oder 500 mg/Tag (hoch); 5 Jahre; gegen 50 mg versus 500 mg Vitamin CHäufigkeit von Erkältungen (pro 1000 Personenmonate): verbessert (21.3 and 17.1); Relatives Risiko für ≥3 Erkältungen: verbessert (0.34 (0.12-0.97)); Schweregrad der Erkältung: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 75 81 159 161 183 187

Vitamin C und Immunfunktion: Studien am Menschen

Bei schweren Infektionen und Sepsis beschreibt eine systematische Übersicht Einzelstudien mit günstigen Effekten auf die Immunantwort, aber keinen beständigen klinischen Nutzen 46. Eine kleine randomisierte kontrollierte Pilotstudie bei septischem Schock fand unter intravenöser L-Ascorbinsäure höhere Neutrophilenzahlen als unter Placebo 118. Eine randomisierte kontrollierte Studie an Gesunden fand für eine liposomale Zubereitung eine bessere Aufnahme in Plasma und weiße Blutkörperchen als für Standard-Vitamin C 132. Kein Unterschied zeigte sich bei akuter Graft-versus-Host-Erkrankung nach Stammzelltransplantation unter intravenöser, dann oraler L-Ascorbinsäure 125. Größere Studien mit Immunmessgrößen als Hauptziel stehen noch aus.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
27 Langlois et al. 2019Metaanalyse · 1.322 TeilnehmerVitamin C, enteral oder parenteral, teils mit anderen Antioxidantien; gegen Placebo oder keine BehandlungNeu aufgetretene Infektionen: kein Unterschied
46 Thakare et al. 2024systematische Übersichtparenterales Vitamin C; gegen unterschiedliche Studiendesigns; Kontrollen nicht einheitlichImmunfunktion: verbessert
86 Ahn et al. 2026randomisiert kontrolliert · 120 TeilnehmerAptamin C (Vitamin-C-Aptamer-Konjugat) vs. Placebo; 36,057 mg/Tag; 4 Wochen; gegen Placebo im RCT; in vitro Vitamin C in NK-92-ZellenNK-Zell-Zytotoxizität: verbessert; Zytokine und zytotoxische Granula im Serum: verbessert (peaked 4 weeks after Aptamin C intake); NK-Zell-Aktivität bei über 40-Jährigen: verbessert
118 Rosengrave et al. 2022randomisiert kontrolliert · 40 Teilnehmerintravenöses Vitamin C versus 5% Dextrose (Placebo); 25 mg/kg Körpergewicht alle 6 h; bis zu 96 h oder bis Tod/Entlassung; gegen Placebo (intravenöse 5% Dextrose)Neutrophilenzahl: unklar
125 Heidari et al. 2026randomisiert kontrolliert · 31 TeilnehmerVitamin C intravenös, dann oral (Placebo-kontrolliert); 50 mg/kg/Tag i.v. (Tag +1 bis +14), dann 500 mg/Tag oral bis Tag +100; bis Tag +100 nach Transplantation; gegen Placebo (dreifach verblindet)Akute Graft-versus-Host-Erkrankung: kein Unterschied (33% vs. 44%)
133 Van et al. 2026randomisiert kontrolliert · 26 TeilnehmerVitamin C (Form nicht näher benannt); 1000 mg/Tag; 4 Monate; gegen Placebo, Crossover, doppelblindAngeborenes Immunsystem in Pathway-Analyse unterrepräsentiert: unklar
149 Sim et al. 2025randomisiert kontrolliertVitamin C oder Placebo, oral; 500 mg Vitamin C zweimal täglich; 4 Wochen; gegen Placebo (n = 19)Entzündungsreaktion (z. B. Serum-LPS, IL-10, klassische Monozyten): verbessert

Vitamin C und Eisenaufnahme aus der Nahrung: Studien am Menschen

Bei Kleinkindern änderte ein Ascorbinsäure-Zusatz zu Eisen-Zink-Streupulver (Sprinkles) die Eisenaufnahme in einer randomisierten kontrollierten Studie nicht 98. Bei Eisenmangelanämie stieg das Hämoglobin unter pflanzlichem Eisen mit Vitamin C aus Amla und unter Eisen allein jeweils stärker als unter Placebo 90. Ob der Vitamin-C-Zusatz einen eigenen Vorteil bringt, bleibt offen. Die Beweiskraft ist unklar: Nur eine kleine kontrollierte Studie prüfte den Vitamin-C-Zusatz allein, eine Metaanalyse fehlt.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
98 Zlotkin et al. 2006randomisiert kontrolliert · 75 TeilnehmerSprinkles mit Eisen, Zink und Ascorbinsäure; 50 mg Ascorbinsäure, 30 mg Eisen, 5 oder 10 mg Zink; Blutentnahme nach 48 h und 14 Tagen; gegen Gruppen mit 5 vs. 10 mg Zink; mit vs. ohne Ascorbinsäureprozentuale Eisenabsorption: kein Unterschied (5.9%; min-max: 0.8-21); prozentuale Eisenabsorption (Zink-Gruppe vs. Kontrolle): kein Unterschied (5.0%; min-max: 1.4-24)

Vitamin C: weitere Messgrößen in Studien

In diesem Gebiet wurden viele kontrollierte Studien und Metaanalysen zu sehr unterschiedlichen Fragestellungen durchgeführt; die Beweiskraft ist hoch, die Ergebnisse sind jedoch gemischt. Bei Intensivpatienten insgesamt sah eine Metaanalyse eine geringere Gesamtsterblichkeit unter oraler oder intravenöser Gabe, die noch nicht abgesichert ist 4; eine ältere Metaanalyse fand keinen Unterschied 27. Bei Typ-2-Diabetes fanden zwei Metaanalysen bessere Werte für Langzeitzucker und Nüchternblutzucker 2048. Nach Gallenblasenoperation linderte hochdosiertes orales Vitamin C die Schmerzen nicht 71; nach Gelenkersatz senkte es laut Metaanalyse den Morphinverbrauch, nicht aber die Schmerzwerte 28. Zur Krebsvorbeugung fand eine Metaanalyse großer Studien keinen Unterschied 3. Offen bleiben Aussagen zu genau definierten Dosierungen, zur Übertragbarkeit auf gut versorgte Personen sowie zu Formen wie Natriumascorbat, Calciumascorbat, Ascorbylpalmitat und liposomalen Zubereitungen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 An et al. 2022Metaanalyse · 883.627 TeilnehmerVitamin-C-Supplementierung (Form nicht berichtet); 4.895.544 Personenjahre; gegen Placebo oder KontrolleKardiovaskuläres Risiko oder Typ-2-Diabetes-Risiko: kein Unterschied (no effect on CVD or type 2 diabetes risk)
2 Nguyen et al. 2026Metaanalyse · 673.624 TeilnehmerVitamin C; gegen Kontrollgruppe, diverse InterventionenIschämischer Schlaganfall: verbessert
3 Lee et al. 2015Metaanalyse · 62.619 TeilnehmerVitamin-C-Supplemente, teils mit anderen Supplementen; gegen Placebo oder KontrolleKrebsinzidenz (Risiko): kein Unterschied (relative risk, 1.00; 95% confidence intervals, 0.95-1.05); Krebsmortalität: kein Unterschied
4 Xu et al. 2023Metaanalyse · 26.540 TeilnehmerVitamin C oral oder intravenös (Monotherapie); gegen Placebo oder keine TherapieGesamtmortalität: verbessert (p = 0.009, RR 0.87, 95% CI 0.78 to 0.97, I2 = 36%)
13 Lee et al. 2023Metaanalyse · 2.130 TeilnehmerIntravenöse Vitamin-C-Monotherapie; höhere (≥ 10.000 mg/Tag) vs. niedrigere Dosis; länger (> 4 Tage) vs. kürzer; gegen Placebo/Kontrolle; Subgruppen nach Dosis, Sepsis, ZeitpunktMortalität bei niedriger Kontrollgruppen-Sterblichkeit (≤ 37,5%): kein Unterschied (RR 0.89, 95% CI 0.68-1.16)
15 Li et al. 2026Metaanalyse · 2.104 TeilnehmerHochdosiertes Vitamin C (Gabe nicht näher spezifiziert); nicht angegeben; nicht angegeben; gegen Placebo/unbehandelte Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsMortalität (Gesamtsterblichkeit): kein Unterschied (OR 0.97[95% CI 0.80-1.18, P = 0.76])
20 Nosratabadi et al. 2023Metaanalyse · 1.447 TeilnehmerVitamin-C-Supplemente (Ascorbinsäure); hochdosiert ≥1000 mg/Tag in Subgruppen; langfristig ≥12 Wochen; gegen unbehandelte KontrollgruppenSerum-HbA1c: verbessert; Nüchterninsulin: verbessert; Nüchternblutzucker (FBG): verbessert
25 Vosoughi et al. 2026systematische Übersicht · 1.364 Teilnehmerperioperative Vitamin-C-Gabe (Ascorbinsäure); variabel über Studien (Dosis, Route, Zeitpunkt heterogen); gegen Placebo bzw. Kontrolle in den eingeschlossenen RCTspostoperativer Schmerz: kein Unterschied; Blutverlust: kein Unterschied; funktionelle Erholung: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 26 27 28 29 33 34 36 38 39 41 42 43 44 45 48 51 53 60 64 68 71 73 76 79 80 82 83 89 93 94 97 99 101 102 106 108 109 111 112 113 114 116 121 123 125 128 130 131 133 136 138 139 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 156 160 162 163 166 169 170 172 173 174 175 177 179 183 184 185 188 189

4. Wie wird Vitamin C dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien

Die Studien verwendeten überwiegend orale L-Ascorbinsäure als Tablette, Kapsel oder Pulver sowie intravenöse Infusionen, daneben Natriumascorbat und topische Zubereitungen. Einzelne kontrollierte Studien prüften liposomale Zubereitungen und Ascorbylpalmitat. Die Dosen, Dauern und Vergleichsgruppen unterscheiden sich zwischen den Studien erheblich.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Vitamin C zusammen mit Vitamin E und Selen (Vitaminarm); fakultätsdesign mit Knoblauch- und H.-pylori-Armen—7,3 Jahre Supplementierung, 14,7 Jahre Nachbeobachtung56
Vitamin C plus Vitamin E plus Selen (orale Supplemente)—7,3 Jahre57
Vitamin C (reine Ascorbinsäure) oral vs. Placebo6000 mg/Tag (Vitamin-C-Gruppe), 0 mg/Tag (Placebo)30 Tage58
1 L Polyethylenglykol plus Ascorbat (1L-PEGA) vs. Natriumpicosulfat mit Magnesiumcitrat (SPMC)—Split-Dose-Regimen vor Koloskopie59
Vitamin C als Ascorbinsäure oral1000 mg täglichbis zur Entbindung60
Orale Antioxidantien-Mischung mit 500 mg Vitamin C plus Vitamin E und β-Carotin500 mg Vitamin C, 400 IU Vitamin E, 15 mg β-Carotin—61
intravenöses Vitamin C50 mg pro Kilogramm Körpergewicht alle 6 Stundenbis zu 96 Stunden62
Vitamin C (Ascorbinsäure) i.v.50 mg/kg Körpergewicht alle 6 Stunden4 Tage63
2% topische Vitamin-C-Lösung vs. 10% N-Acetylcystein vs. 0.9% Kochsalzlösung2% Vitamin-C-Lösung, topisch aufgeschleudertSymptome nach 15 und 30 Minuten bewertet64
perioperative Antioxidantien: Vitamin C plus N-Acetylcystein vs. Placebo—perioperativ, Nachbeobachtung 1 Jahr65
PEG/Ascorbinsäure (PEGA), Natriumpicosulfat/Magnesiumcitrat (SPMC), orale Sulfat-Formel (SIR)—Einmal- oder Split-Dosis vor Koloskopie66
intravenöses Vitamin C 1,5 g plus Thiamin 100 mg plus Hydrocortison 50 mg1,5 g Vitamin C alle 6 Stunden96 Stunden oder bis ICU-Entlassung oder Tod67
Hochdosiertes Vitamin C (intravenös) plus FOLFOX ± Bevacizumab1,5 g/kg/Tag, 3-stündige Infusion an Tag 1-3—68
Vitamin C plus Hydrocortison und ThiaminVitamin C 2 g alle 6 h, Hydrocortison 200 mg täglich, Thiamin 200 mg alle 12 h5 Tage oder bis ICU-Entlassung69
Vitamin C oral, 0.03 g ('Placebo'), 1 g, 3 g, 3 g mit Zusatzstoffen (Bio-C)0.03 g, 1 g oder 3 g täglich bei ErkältungsbeginnBei Symptombeginn und an den zwei folgenden Tagen; Studie 18 Monate70

5. Ist Vitamin C sicher? Nebenwirkungen in Studien

Metaanalysen fanden keine vermehrten unerwünschten Ereignisse unter intravenösem Vitamin C 12 und unter der Mischung mit Thiamin und Hydrocortison 1121. Eine weitere Metaanalyse sah dagegen mehr unerwünschte Ereignisse 9. Vereinzelt wurden Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie und Tachykardie genannt 45. Übersichten beschreiben bei sehr hohen oder wiederholten Dosen Oxalatnephropathie und Hämolyse bei G6PD-Mangel 3940. Nach Lebertransplantation trat Nierenversagen in einer kleinen Studie unter Ascorbinsäure häufiger auf als unter Placebo 121.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
9 Liang et al. 2023Höhere Rate unerwünschter Ereignisse unter IVVC
11 Deng et al. 2024Kein Anstieg unerwünschter Ereignisse gegenüber Placebo/Standardtherapie
12 Patel et al. 2022Keine Studie berichtete vermehrte unerwünschte Ereignisse
14 Martimbianco et al. 2022wenig bis kein Unterschied oder sehr unsichere Evidenz
15 Li et al. 2026nicht berichtet
18 Sato et al. 2021eine Studie: Hypernatriämie; unerwünschte Effekte selten, relativ sicher
21 Yao et al. 2021keine statistischen Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen
25 Vosoughi et al. 2026keine größeren Sicherheitsbedenken berichtet
30 Zayed et al. 2022akutes Nierenversagen (Inzidenz, kein Unterschied)
35 Tsokkou et al. 2026sicher, keine schweren Nebenwirkungen berichtet
38 Abid et al. 2026keine signifikanten Unterschiede berichtet
39 Alangari et al. 2026Oxalatnephropathie, Hämolyse bei G6PD-Mangel, v.a. bei sehr hohen oder wiederholten Dosen

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Die optimale Dosis, der Zeitpunkt und die Dauer der Gabe sind für die meisten Gebiete offen.
  • Die Übertragbarkeit auf gut versorgte Personen ohne Mangel ist nicht geklärt.
  • Viele Studien untersuchten Mischpräparate, deren Befunde sich nicht dem Vitamin C allein zuordnen lassen.
  • Langfristige Wirkungen und Dosis-Wirkungs-Beziehungen sind kaum untersucht.
  • Der Vergleich verschiedener Vitamin-C-Formen (Ascorbinsäure, Natriumascorbat, liposomale Form) untereinander steht weitgehend noch aus.

7. Fazit: Was über Vitamin C gesichert ist

Vitamin C ist ein essenzielles wasserlösliches Vitamin, das der Körper nicht selbst bilden kann. Studien am Menschen zeigen Vorteile bei Erkältungen, vor allem eine kürzere Dauer bei regelmäßiger Einnahme, und Hinweise aus kleinen Studien auf eine bessere Wund- und Hautheilung. Bei oxidativem Stress und Entzündung fallen die Ergebnisse gemischt aus: Einige Studien fanden niedrigere Entzündungswerte, andere keinen Unterschied. Bei Sepsis ist das Bild uneinheitlich: Einige Metaanalysen berichten eine geringere Sterblichkeit, andere keinen Unterschied, und die größte Einzelstudie sah eher Nachteile. Mischpräparate mit anderen Stoffen lassen keinen Rückschluss auf Vitamin C allein zu. Die Verträglichkeit gilt überwiegend als gut; bei sehr hohen Dosen werden Oxalatnephropathie und Hämolyse bei G6PD-Mangel beschrieben.

Häufige Fragen

Wie gut ist Vitamin C am Menschen untersucht?

Vitamin C: ausgewertet wurden 252 Studien am Menschen, darunter 160 randomisierte kontrollierte Studien und 63 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 26.210 Teilnehmer. Stand: 13. Oktober 2026.

Was bringt Vitamin C bei Sepsis und Intensivmedizin? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 17 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 24 kontrollierte Studien und 18 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 3.389 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 4567

Was bringt Vitamin C bei Oxidativer Stress und Antioxidantien-Status? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 5 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 24 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 1.147 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 25283739

Was bringt Vitamin C bei Haut und Bindegewebe? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 3 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 10 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 262 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 424750106

Was bringt Vitamin C bei Erkältung und Atemwegsinfekte? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 5 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 7 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 2.445 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 4165254

Was bringt Vitamin C bei Immunfunktion? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind eine Metaanalyse oder systematische Übersicht, 5 kontrollierte Studien und eine weitere Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 217 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 274686118

Was bringt Vitamin C bei Eisenaufnahme aus der Nahrung? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind eine kontrollierte Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 75 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: unklar. Belege: 98

Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?

Regelmäßig eingenommenes Vitamin C verkürzte Erkältungen in Placebostudien 55, und Rekruten erkrankten unter Vitamin C seltener 58; eine Einnahme erst ab Erkältungsbeginn zeigte uneinheitliche Ergebnisse 5470. Die Studien prüften oral eingenommene Ascorbinsäure; offen ist vor allem, welche Dosis und welcher Einnahmebeginn am meisten bringen.

Welche Vitamin-C-Formen wurden untersucht?

Am häufigsten wurde L-Ascorbinsäure oral als Tablette, Kapsel oder Pulver sowie intravenös als Infusion geprüft. Daneben kamen Natriumascorbat, topische Zubereitungen und in einzelnen Studien liposomale Zubereitungen zum Einsatz. Ascorbylpalmitat wurde nur vereinzelt untersucht.

Wie sicher ist Vitamin C?

Metaanalysen fanden meist keine vermehrten unerwünschten Ereignisse 111221, eine Metaanalyse dagegen schon 9. Vereinzelt wurden Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie und Tachykardie genannt 45. Bei sehr hohen oder wiederholten Dosen beschreiben Übersichten Oxalatnephropathie und Hämolyse bei G6PD-Mangel 3940.

Zeigt Vitamin C bei Sepsis einen Nutzen?

Das Bild ist gemischt: Metaanalysen fanden teils eine geringere Sterblichkeit, vor allem ohne Begleitmittel 412131931, andere keinen gesicherten Unterschied 81622. Die größte Einzelstudie sah unter Vitamin C Tod oder anhaltendes Organversagen zusammengenommen häufiger als unter Placebo 62. Mehrere Übersichten berichten eine kürzere Vasopressorendauer 816192231. Offen bleiben die optimale Dosis, der Zeitpunkt und welche Patientengruppen profitieren.

Was zeigen Studien zu oxidativem Stress?

Die Gabe hob den Vitamin-C-Spiegel im Blut zuverlässig an 94117118125; die Isoprostane als Maß für oxidativen Stress sanken bei septischem Schock dennoch nicht 117. Für Zytokine und CRP fanden einige Studien Verbesserungen 951161467628, andere keinen Unterschied 12178.

Quellen

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Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

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