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Vitamin D

Vitamin D: Was 339 Studien am Menschen zeigen, darunter 228 randomisierte kontrollierte Studien – geordnet nach Anwendungsgebiet und Beweiskraft.

Stand:

Vitamin D: ausgewertet wurden 339 Studien am Menschen, darunter 228 randomisierte kontrollierte Studien und 88 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 142.839 Teilnehmer. Stand: 3. Oktober 2026.

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1. Was ist Vitamin D? Vorkommen, Herkunft und Formen

Vitamin D ist eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, von denen Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol) die wichtigsten sind. Der Körper bildet Vitamin D3 selbst in der Haut, wenn sie UVB-Strahlung der Sonne ausgesetzt ist; in Leber und Niere entstehen daraus die Speicherform 25-Hydroxyvitamin-D und die wirksame Hormonform.

Mit der Nahrung kommt nur wenig Vitamin D, vor allem aus fettem Seefisch, Lebertran, Eigelb und Pilzen, die UV-Licht ausgesetzt waren. In unseren Breiten reicht die Sonne im Winterhalbjahr für die Eigenbildung kaum aus.

Vitamin D3 für Präparate wird meist aus Wollfett (Lanolin) gewonnen, für vegane Präparate aus Flechten; Vitamin D2 wird aus Hefe oder Pilzen hergestellt. Studien prüfen tägliche, wöchentliche oder seltene hohe Einzelgaben.

Untersuchte Formen und Zubereitungen

  • Vitamin D3 (Cholecalciferol) als Kapsel, Tablette oder Tropfen
  • Vitamin D2 (Ergocalciferol)
  • Calcifediol (25-Hydroxyvitamin-D) zum Einnehmen
  • Vitamin D zusammen mit Calcium, Vitamin K2 oder Omega-3
  • Sonnen- und UVB-Licht zur Eigenbildung

Nicht gemeint sind auf dieser Seite:

  • Aktive Vitamin-D-Hormone und Analoga als Arzneimittel (Calcitriol, Alfacalcidol, Paricalcitol) bei Nieren- und Nebenschilddrüsenerkrankungen
  • Vitamin-D-Analoga zum Auftragen bei Schuppenflechte (Calcipotriol)

2. Wie wirkt Vitamin D? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Infektionen und Immunsystemüberwiegend verbesserthoch19 Metaanalysen · 40 kontrolliert · 6 weitere7.232
Knochen, Stürze und Knochenbrüchegemischthoch6 Metaanalysen · 41 kontrolliert · 8 weitere11.754
Blutzucker und Stoffwechselgemischthoch14 Metaanalysen · 31 kontrolliert · 6 weitere46.556
Herz, Kreislauf und Blutdrucküberwiegend kein Unterschiedhoch11 Metaanalysen · 30 kontrolliert · 3 weitere26.146
Stimmung und Depressionüberwiegend verbesserthoch5 Metaanalysen · 17 kontrolliert · 0 weitere4.067
Schwangerschaft und Kindergemischthoch5 Metaanalysen · 10 kontrolliert · 5 weitere5.476
Autoimmunerkrankungenüberwiegend verbesserthoch4 Metaanalysen · 3 kontrolliert · 1 weitere416
Muskelkraftüberwiegend verbessertmittel2 Metaanalysen · 19 kontrolliert · 3 weitere3.004
Krebsrisiko und Krebsverlaufgemischtgering0 Metaanalysen · 7 kontrolliert · 1 weitere22.796
Weitere Messgrößenüberwiegend verbesserthoch41 Metaanalysen · 171 kontrolliert · 22 weitere57.783

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

Vitamin D, Infektionen und Immunsystem: Studien am Menschen

Bei COVID-19 war die Sterblichkeit unter Vitamin D in zwei Metaanalysen und einer kontrollierten Studie niedriger, in einer Metaanalyse aber nicht robust 3153225. In dieser Metaanalyse blieben Intensivaufnahme und Beatmung ohne Unterschied 53, und eine Übersicht warnt, dass kleine Studien den Nutzen überschätzen 84. Bei Kindern mit Asthma gingen schwere Anfälle in einer Metaanalyse gegenüber Placebo und in einer kontrollierten Studie unter höherer Dosis zurück 46191. Entzündungswerte wie CRP sanken in Metaanalysen bei Typ-2-Diabetes und bei Dialysepatienten stärker als unter Kontrolle 3664. Atemwegsinfekten bei Kindern beugte Vitamin D in zwei Metaanalysen und einer kontrollierten Studie insgesamt nicht vor 1324134, bei Schulkindern im Winter sanken aber die Krankheitstage 159. Einer Tuberkulose beugte Vitamin D in einer Metaanalyse nicht vor 14. Untersucht wurden überwiegend orale Vitamin-D3- (Cholecalciferol-) und Vitamin-D2- (Ergocalciferol-)Präparate sowie Calcifediol. Die Ergebnisse hängen von Form, Dosis und Ausgangsspiegel ab, und viele Studien waren klein oder kurz.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
2 Chen et al. 2021Metaanalyse · 536.105 TeilnehmerVitamin-D-Präparate (Form nicht genannt); gegen Placebo/Kontrolle bzw. höhere vs. niedrigere Vitamin-D-SpiegelCOVID-19-Infektionsrisiko bei Vitamin-D-Mangel <20 ng/ml: kein Unterschied (OR for < 20 ng/ml: 1.61, 95% CI: 0.92-2.80); Krankenhaussterblichkeit bei Vitamin-D-Mangel <20 ng/ml: kein Unterschied (OR for < 20 ng/ml: 2.18, 95% CI: 0.91-5.26); Krankenhaussterblichkeit bei Vitamin-D-Insuffizienz <30 ng/ml: kein Unterschied (OR for < 30 ng/ml: 3.07, 95% CI: 0.64-14.78)
9 Wang et al. 2024Metaanalyse · 35.160 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente; gegen PlaceboAntibiotikaverbrauch in der Allgemeinbevölkerung: kein Unterschied (OR = 0.98, p = 0.232); Antibiotikaverbrauch bei Älteren: kein Unterschied (OR = 0.98, p = 0.295); Antibiotikaverbrauch bei unter 70-Jährigen: verbessert (OR = 0.95, p = 0.015)
11 Meng et al. 2025Metaanalyse · 19.586 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder StandardbehandlungTuberkulose-Infektion (Prävention): unklar (RR 0·75; 95% CI 0·56 to 1·01); Sputum-Abstrich-Konversion: kein Unterschied; Sputum-Kultur-Konversion: kein Unterschied
13 Wang et al. 2025Metaanalyse · 18.372 TeilnehmerOrale Vitamin-D-Supplementierung; Niedrigdosiert täglich ≤ 1000 IU/Tag vs. höhere Dosen; gegen Placebo oder keine BehandlungInzidenz akuter Atemwegsinfektionen: kein Unterschied (RR = 0.82, 95% CI: 0.64 to 1.06); Krankenhausdauer: kein Unterschied (MD = 0.03 days, 95% CI: -0.72 to 0.78); Erholungszeit: kein Unterschied (MD = -4.36 h, 95% CI: -11.87 to 3.15)
14 Liu et al. 2025Metaanalyse · 15.677 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen PlaceboRisiko einer Tuberkuloseinfektion: kein Unterschied (OR: 0.95; 95% CI: 0.79-1.14; p = 0.55); Entwicklung einer aktiven Tuberkulose: kein Unterschied (OR: 0.77; 95% CI: 0.56-1.05; p = 0.10)
17 Hsu et al. 2026systematische Übersicht · 11.600 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente (Form nicht berichtet); gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsIL-10 bei Asthma: unklar (Hedges'g = 18.85, p = 0.04)
18 Patchen et al. 2025systematische Übersicht · 10.611 TeilnehmerVitamin D (Form nicht näher angegeben); 200 IU/Tag bis 100.000 IU Bolus vierteljährlich; 28 Tage bis zwei Jahre; gegen Placebo/keine Gabe bzw. niedrige/Standarddosis (≤400 IU/Tag)Atemwegsinfektionen im Kindesalter (Schwangere/Stillende): kein Unterschied (RR 1.00, 95% CI 0.97 to 1.04; 3 studies, 1564 participants; moderate-certainty evidence)
21 Goswami et al. 2025systematische Übersicht · 4.415 TeilnehmerVitamin D zur Prophylaxe; 1000 IU bzw. 5000 IU; 4 bis 16 Wochen; gegen Placebo oder niedrigere DosisGrippeähnliche Erkrankung: verbessert; Atemwegsinfektionen: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 24 28 31 32 36 46 52 53 64 66 75 77 84 97 102 108 134 143 147 149 150 155 156 159 163 169 180 191 198 203 207 214 225 226 227 237 238 239 245 256 262 269 273 280 285 287 292 295 296 306 309 317 318 326 327 328 336

Vitamin D, Knochen, Stürze und Knochenbrüche: Studien am Menschen

Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Cholecalciferol erhielten, hatten im Grundschulalter eine höhere Knochendichte als nach Placebo 116. Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit HIV besserte eine relativ hohe Tagesdosis in einer Metaanalyse die Knochendichte 50. Bei Stürzen selbstständig lebender älterer Menschen fanden eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien keinen Unterschied 1094145. Drei Metaanalysen fanden dagegen weniger Stürze, abhängig von Dosis, täglicher Gabe und Ausgangsspiegel 456. Weniger Knochenbrüche zeigten sich in einer Metaanalyse nur, wenn Vitamin D zusammen mit Calcium gegeben wurde 6. Die Beweiskraft der Tabelle ist hoch, doch die Ergebnisse hängen stark von Form, Dosis und Begleitgabe ab; offen bleibt, welche Gruppen und Dosierungen tatsächlich profitieren.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
4 Wei et al. 2022Metaanalyse · 61.350 TeilnehmerVitamin-D-Supplement, teils mit Calcium; hochdosiert ≥700 IU bis 2000 IU täglich vs. <700 IU; gegen Placebo oder keine BehandlungSturzhäufigkeit (hochdosiertes Vitamin D): verbessert (RR, 0.87 (95% CI 0.79 to 0.96)); Sturzhäufigkeit (niedrigdosiertes Vitamin D): kein Unterschied
5 Tan et al. 2024Metaanalyse · 58.937 TeilnehmerVitamin D, Calcium oder Kombination; 800-1000 IU/Tag vs. >1000 IU/Tag; gegen Placebo, keine Behandlung, Calcium alleinSturzrisiko unter 800-1000 IU/Tag Vitamin D: verbessert (RR = 0.85, 95%CI: 0.74-0.95); Sturzrisiko unter täglicher Gabe 800-1000 IU/Tag: verbessert (RR = 0.78, 95%CI:0.64-0.92); Sturzrisiko unter intermittierender Gabe: kein Unterschied
6 Thanapluetiwong et al. 2020Metaanalyse · 58.424 TeilnehmerVitamin-D-Supplement, teils mit Calcium; gegen Placebo oder Kontrolle in RCTsSturzinzidenz: verbessert (RR = 0.948 (95% CI 0.914-0.984; P = .004, I = 41.52)); Sturzinzidenz (Vitamin D mit Calcium): verbessert (RR = 0.881 (95% CI 0.821-0.945; P < .001, I = 49.19)); Frakturen: kein Unterschied (RR = 0.949 (95% CI 0.846-1.064; P = .37, I = 37.92))
7 Cong et al. 2025Metaanalyse · 43.869 TeilnehmerVitamin D plus Calcium; gegen Kontrolle/PlaceboKnochendichte am Becken: verbessert (SMD = 0.20, 95% CI: 0.05–0.35, p = 0.01); Knochendichte Lendenwirbelsäule, Schenkelhals, Hüfte: kein Unterschied; Frakturrisiko: kein Unterschied (RR = 0.98, 95% CI: 0.89–1.07, p = 0.68)
8 Migliorini et al. 2025systematische Übersicht · 43.397 TeilnehmerVitamin D und/oder Calcium als Supplement; im Mittel 92,8 ± 228,7 IU Vitamin D und 833,6 ± 224,0 mg Calcium täglich; mittlere Nachbeobachtung 25,8 ± 13,3 Monate; gegen unterschiedliche Dosen bzw. zwei oder mehr BehandlungenKnochenmineraldichte (Wirbelsäule, Hüfte, Schenkelhals): kein Unterschied; Knochenumbaumarker (bone-ALP, NTX, CTX): kein Unterschied; pathologische vertebrale und nicht-vertebrale Frakturen: kein Unterschied
10 Torres-Lopez et al. 2025Metaanalyse · 23.211 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente; ≤1000 IU/Tag vs. >1000 IU/Tag, täglich oder intermittierend; ≤12 Monate vs. >12 Monate; gegen Placebo oder KontrolleSturzrisiko: kein Unterschied (OR = 0.99; 95%CI: 0.95-1.03); Sturzrisiko bei Frauen: kein Unterschied (OR = 0.97; 95%CI: 0.92-1.02); Sturzrisiko bei Männern: kein Unterschied (OR = 1.08; 95%CI: 0.98-1.20)
16 Yang et al. 2021Metaanalyse · 11.890 TeilnehmerVitamin D (DMOAD-Klasse); mindestens 12 Monate Nachbeobachtung; gegen andere DMOAD-Klassen bzw. KontrolleSchmerz: verbessert (- 0.15 [- 0.27, -0.03]); Funktion: verbessert (- 0.18 [- 0.31, - 0.06])
50 Nguyen et al. 2023Metaanalyse · 966 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung (Ergocalciferol oder Cholecalciferol); 400 bis 7000 IU/Tag; höhere Dosis 1600-4000 IU/Tag vs. Standard 400-800 IU/Tag; 6 bis 24 Monate; gegen Placebo bzw. höhere vs. StandarddosisWirbelsäulen-Knochenmineraldichte nach 12 Monaten: kein Unterschied (SMD: -0.09; 95% CI: -0.47, 0.3; P = 0.65); Gesamt-Knochenmineraldichte nach 12 Monaten, höhere vs. Standarddosis: verbessert (SMD: 0.23; 95% CI: 0.02, 0.44; P = 0.03); Wirbelsäulen-Knochenmineraldichte nach 12 Monaten, höhere vs. Standarddosis: unklar (SMD: 0.3; 95% CI: -0.02, 0.61; P = 0.07)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 56 64 77 80 83 94 95 104 112 116 117 119 121 122 143 145 148 151 152 157 160 170 179 181 185 204 216 227 235 236 243 254 266 267 268 270 273 278 279 286 289 297 302 312 315 316 332

Vitamin D, Blutzucker und Stoffwechsel: Studien am Menschen

Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom zeigten mehrere kontrollierte Studien Verbesserungen der Nüchternglukose, des HbA1c und der Insulinresistenz unter oralem Vitamin D3 (Cholecalciferol) 3660261. Marker der Betazellfunktion wie C-Peptid und HOMA-β entwickelten sich gegenüber der Kontrolle günstiger bei Typ-2-Diabetes, Prädiabetes und neu erkanntem Typ-1-Diabetes bei Kindern 241299301. Unter Ergocalciferol blieb das stimulierte C-Peptid bei jungen Menschen mit neuem Typ-1-Diabetes dagegen ohne Unterschied 280. Demgegenüber fanden die großen randomisierten Studien an Erwachsenen ohne Diabetes keinen Unterschied bei neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes 8990. Bei Gesunden blieben HbA1c, Lipoproteine und BMI ohne Unterschied 21. Bei Fettlebererkrankung zeigte sich kein Unterschied bei Insulinresistenz, Nüchternglukose und Nüchterninsulin 62. Bei erwachsenen Männern mit Typ-2-Diabetes blieben Insulinresistenz, Nüchternglukose, Insulin, HbA1c und Lipidprofil ohne Unterschied 298. Die Gabe hob in mehreren Studien den Vitamin-D-Spiegel im Blut an 27215280299. Untersucht wurden überwiegend orale Vitamin-D3-Präparate, teils Vitamin D2 (Ergocalciferol). Bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom besserten sich in einer Metaanalyse Insulinresistenz und Nüchternglukose, mit Metformin stärker als unter Vitamin D allein 52. Eine Studie verglich niedrig und höher dosiertes Vitamin D3 mit Calciumcitrat und fand bei Markern der Insulinresistenz keinen Unterschied zwischen den Dosen 154. Vitamin D3 zusammen mit Molkenprotein und Krafttraining ergab keinen Unterschied bei HbA1c und Insulinresistenz 163. Offen bleibt, welche Patientengruppen und welche Dosis oder Form tatsächlich profitieren, da die Ergebnisse zwischen Populationen und Messgrößen uneinheitlich sind.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
17 Hsu et al. 2026systematische Übersicht · 11.600 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente (Form nicht berichtet); gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsCRP bei gestörtem Glukosehaushalt: verbessert (Hedges'g = - 0.67); TNF-α bei gestörtem Glukosehaushalt: verbessert (Hedges'g = - 0.81); IL-6 bei gestörtem Glukosehaushalt: verbessert (Hedges'g = - 1.93)
20 Kretschmer et al. 2025Metaanalyse · 4.478 Teilnehmerorale Vitamin-D-Supplementierung; Studiendauer 0,5 bis 5 Jahre, mindestens 6 Monate; gegen PlaceboRegression zu normaler Glukoseregulation: verbessert (1.27 (95% CI, 1.12-1.45))
21 Goswami et al. 2025systematische Übersicht · 4.415 TeilnehmerVitamin D zur Prophylaxe; 1000 IU bzw. 5000 IU; 4 bis 16 Wochen; gegen Placebo oder niedrigere DosisHbA1c, Lipoproteine, BMI: kein Unterschied
23 Martinekova et al. 2025Metaanalyse · 4.084 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; 6 bis 12 Monate Follow-up; gegen Kontrollgruppe ohne Vitamin DHOMA-IR: verbessert (MD, -0.31; 95% CI, -0.62 to -0.01); Triglyceride: verbessert (MD, -7.59 mg/dL; 95% CI, -15.09 to -0.81); Insulin: verbessert (MD -0.79 μIU/L; 95% CI, -1.36 to -0.21)
27 Gong et al. 2025Metaanalyse · 3.460 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; 500 IU bis 60.000 IU; 3 bis 12 Monate; gegen KontrollgruppeSerum-25(OH)D: verbessert (SMD: 4.01; 95% CI: 2.43 to 5.59; p < 0.001); HbA1c: kein Unterschied (SMD: 0.08; 95% CI: -0.25 to 0.37); HOMA-IR: kein Unterschied (SMD: 5.95; 95% CI: -2.87 to 14.77)
35 Hu et al. 2023Metaanalyse · 2.362 TeilnehmerVitamin D als Nahrungsergänzung; gegen Placebo und andere NahrungsergänzungsmittelGesamtcholesterin (TC): verbessert
36 M et al. 2026Metaanalyse · 2.000 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder Kontrolle in randomisierten StudienHbA1c: verbessert (MD = −0.42%, 95% CI: −0.32 to −0.16; I² = 27%); Nüchternblutzucker: verbessert (MD = −9.5 mg/dL; I² = 16%); HOMA-IR: verbessert (MD = −0.98; I² = 60%)
51 Liu et al. 2026Metaanalyse · 962 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; höhere Tagesdosen, besonders bis 5.000 IU/Tag; gegen PlaceboBMI, Gewicht und IL-6: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 52 60 62 66 71 73 77 78 89 90 128 149 150 154 157 163 175 176 180 187 205 215 216 224 236 238 241 261 263 264 265 276 278 279 280 291 298 299 301 323 330 337 339

Vitamin D, Herz, Kreislauf und Blutdruck: Studien am Menschen

Bei Herz, Kreislauf und Blutdruck überwiegen Ergebnisse ohne Unterschied. Mehrere kontrollierte Studien fanden keine Änderung des Blutdrucks unter Vitamin D 2190107157187228. Auch die kardiovaskuläre Mortalität blieb in mehreren kontrollierten Studien unverändert 86109139. Eine Metaanalyse zeigte bei Patienten nach koronarer Bypass-Operation eine geringere Häufigkeit von postoperativem Vorhofflimmern 58. Einzelne Blutfettwerte besserten sich in Übersichten bei Typ-2-Diabetes und diabetischer Nierenerkrankung 363977, bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen dagegen nicht 73. Die Evidenz ist insgesamt hoch, da zahlreiche kontrollierte Studien und Metaanalysen vorliegen. Offen bleibt, ob bestimmte Gruppen oder Dosierungen doch profitieren.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 An et al. 2022Metaanalyse · 883.627 TeilnehmerVitamin D als Nahrungsergänzung; gegen Kontrollgruppe ohne Vitamin DKardiovaskuläres Risiko oder Typ-2-Diabetes-Risiko: kein Unterschied (no effect)
3 Fu et al. 2022Metaanalyse · 86.202 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente (Cholecalciferol, Ergocalciferol, Calcifediol); unterschiedliche Dosierungen, Subgruppenanalyse; unterschiedliche Nachbeobachtungszeiten; gegen PlaceboSchlaganfallrisiko: kein Unterschied (RR = 1.02, 95% CI: 0.93-1.13, P = 0.65)
21 Goswami et al. 2025systematische Übersicht · 4.415 TeilnehmerVitamin D zur Prophylaxe; 1000 IU bzw. 5000 IU; 4 bis 16 Wochen; gegen Placebo oder niedrigere DosisCholesterin: verbessert (5000 IU Vitamin D for four weeks significantly reduced cholesterol, unlike 1000 IU for 16 weeks); Blutdruck: kein Unterschied
32 Pilkey et al. 2023systematische Übersicht · 2.489 Teilnehmernatives Vitamin D (D2/D3); meist kurze Nachbeobachtung; gegen Kontrolle/Placebo in randomisierten Studienkardiovaskuläre Erkrankung: unklar
36 M et al. 2026Metaanalyse · 2.000 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder Kontrolle in randomisierten StudienLDL-Cholesterin: verbessert (MD = −5.85 mg/dL; I² = 22%); Triglyceride: verbessert (MD = −6.51 mg/dL; I² = 0%)
39 Lu et al. 2024Metaanalyse · 1.711 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; höhere Dosen günstiger (Subgruppenanalyse); kürzere Intervention günstiger (Subgruppenanalyse); gegen Kontrolle/Placebo in 20 RCTsHDL-Cholesterin: verbessert (MD: 1.63 mg/dL, 95% CI: 0.19 to 3.08, P = 0.03); Triglyceride: verbessert (MD: -8.56 mg/dL, 95% CI: -15.23 to -1.89, P = 0.01); LDL-Cholesterin: kein Unterschied
58 Nisa et al. 2026Metaanalyse · 694 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder KontrolleInzidenz von postoperativem Vorhofflimmern: verbessert (RR: 0.55; 95% CI: 0.40 to 0.76; P=0.0003)
59 Ashraf et al. 2025Metaanalyse · 694 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Kontrolle/Placebo in 4 randomisierten StudienInzidenz von postoperativem Vorhofflimmern: verbessert (RR: 0.55; 95% CI: 0.40 to 0.76; P = 0.0003)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 66 73 77 86 90 107 109 126 129 139 143 150 157 160 167 176 187 203 214 215 219 227 228 234 260 261 263 264 270 276 278 279 288 313 320 321

Vitamin D, Stimmung und Depression: Studien am Menschen

Bei Erwachsenen mit diagnostizierter Depression besserte Vitamin D die depressiven Symptome gegenüber Placebo in einer Metaanalyse und einer kontrollierten Studie 51150. Bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom besserte eine Vitamin-D-Gabe die Depression, nicht aber die Angst 74. Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und depressiven Symptomen senkte Cholecalciferol den Depressionswert stärker als Placebo 241. Bei perimenopausalen Frauen mit Vitamin-D-Mangel besserte Cholecalciferol die Stimmung 208. Bei Kindern mit ADHS besserte Vitamin D3 plus Magnesium die emotionalen Probleme 249251. In derselben Gruppe besserte Vitamin D3 plus Magnesium Angst und Schüchternheit 250. Vitamin D3 zusammen mit Zink besserte depressive Symptome bei übergewichtigen Erwachsenen 182. Bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung verringerte Vitamin D gegenüber Placebo Reizbarkeit und Hyperaktivität 200. Demgegenüber fand eine große randomisierte kontrollierte Studie mit Vitamin D3 über mehrere Jahre keinen Unterschied bei der Häufigkeit neu auftretender schwerer depressiver Störungen 96. Eine randomisierte kontrollierte Studie mit Cholecalciferol zusätzlich zur Depressionsbehandlung fand keinen Unterschied im MADRS-Score 140. Bei Jugendlichen mit Vitamin-D-Mangel und depressiven Symptomen zeigte Vitamin D nur auf einer von drei Depressionsskalen einen Vorteil; der Entzündungswert CRP änderte daran nichts 220. Bei Erwachsenen mit chronischer Querschnittlähmung blieben Angst und Depression unter Vitamin D3 ohne Unterschied 273. Eine systematische Übersicht zu nativem Vitamin D (D2/D3) sah bei Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz keinen Unterschied im patientenberichteten Wohlbefinden 32. Die Studien sind oft klein und unterscheiden sich in Dosis, Form und Population. Den Serotoninspiegel im Blut veränderte Vitamin D in einer Metaanalyse nicht 79.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
12 Park et al. 2026systematische Übersicht · 18.628 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; 2.000 IU täglich bis 50.000 IU wöchentlich; 6 Monate bis 5,3 Jahre; gegen Placebo oder KontrolleDepressive Symptome: verbessert (p < .050); Depressive Symptome (eine Studie): kein Unterschied; Depressionsinzidenz: kein Unterschied (hazard ratio, 0.97; 95% confidence interval, 0.87~1.09)
32 Pilkey et al. 2023systematische Übersicht · 2.489 Teilnehmernatives Vitamin D (D2/D3); meist kurze Nachbeobachtung; gegen Kontrolle/Placebo in randomisierten Studienpatientenberichtetes Wohlbefinden: kein Unterschied
51 Liu et al. 2026Metaanalyse · 962 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; höhere Tagesdosen, besonders bis 5.000 IU/Tag; gegen PlaceboVeränderung depressiver Symptome: verbessert (SMD: -0.98; 95% CI - 1.28 to -0.68; p < 0.001)
74 Zainab et al. 2026Metaanalyse · 436 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder StandardversorgungDepression: verbessert (SMD: -0.78, 95% CI: -1.53, -0.02); Angst: kein Unterschied
79 Alimohammadi-Kamalabadi et al. 2024Metaanalyse · 356 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; teils unter 4000 IU/Tag; teils 10 Wochen oder länger; gegen KontrollgruppeSerotoninspiegel im Serum: kein Unterschied (SMD: 0.24 ng/mL, 95% CI: -0.28, 0.75, p > 0.10)
96 Ahl et al. 2026randomisiert kontrolliert · 2.434 TeilnehmerVitamin D3; 1600 IU/Tag oder 3200 IU/Tag; 5 Jahre Supplementierung, Nachbeobachtung bis Ende 2021; gegen PlaceboInzidenz einer schweren depressiven Störung während 5 Jahren: kein Unterschied (HR, 0.78; 95 % CI 0.35-1.71; P = 0.53); Inzidenz einer schweren depressiven Störung während 5 Jahren: kein Unterschied (HR, 0.57; 95 % CI 0.24-1.35; P = 0.20); Inzidenz einer schweren depressiven Störung in verlängerter Nachbeobachtung: kein Unterschied (HR, 0.61; 95 % CI 0.34-1.10; P = 0.10)
140 Mikola et al. 2026randomisiert kontrolliert · 281 TeilnehmerVitamin D (Cholecalciferol) zusätzlich zur bestehenden Depressionsbehandlung; 100 µg (4000 IU) täglich versus 10 µg (400 IU) täglich; sechs Monate; gegen hochdosiertes versus niedrigdosiertes Vitamin DÄnderung des MADRS-Scores: kein Unterschied (Cohen's d = -0.09; 95% CI -0.32 to 0.14)
150 Porto et al. 2025randomisiert kontrolliert · 224 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; 50.000 IU pro Woche; sechs Monate; gegen Placebo (n=112)Depressive Symptome: verbessert (p = 0.001); Suizidrisiko: verbessert (p = 0.001)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 182 187 200 202 208 220 232 241 249 250 251 257 273 315

Vitamin D, Schwangerschaft und Kinder: Studien am Menschen

Eine Übersicht mit Metaanalyse fand seltener Schwangerschaftsdiabetes und ein etwas höheres Geburtsgewicht 85. Unter Cholecalciferol kam es häufiger zu spontanen vaginalen Geburten, weil seltener instrumentell entbunden wurde 101. Bei Präeklampsie fanden zwei Metaanalysen ein geringeres Risiko 3382. Eine andere Übersicht und eine kontrollierte Studie sahen dort keinen Unterschied 85107. Bei Gestationshypertonie zeigte sich kein Unterschied 107, ebenso bei Frühgeburtlichkeit 85101. Die Ergebnisse hängen von Form, Dosis und Ausgangsspiegel ab, und viele Studien waren klein.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
17 Hsu et al. 2026systematische Übersicht · 11.600 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente (Form nicht berichtet); gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsMDA bei Schwangeren: verbessert (Hedges'g = - 0.46); TAC bei Schwangeren: verbessert (Hedges'g = 2.13); Glutathion bei Schwangeren: verbessert (Hedges'g = 4.37)
19 Shi et al. 2026Metaanalyse · 10.262 TeilnehmerKombinationssupplement mit Magnesium, Zink, Calcium und Vitamin D; gegen StandardkontrolleKaiserschnittrate: kein Unterschied (RR = 0.44, 95% CI: 0.15, 1.29)
33 Kokkinari et al. 2025Metaanalyse · 2.461 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft; heterogen, nicht näher angegeben; nicht angegeben; gegen keine Supplementierung (Kontrollgruppen der RCTs)Risiko für Präeklampsie: verbessert (RR = 0.61, 95% CI: [0.50-0.75], p < 0.001)
76 Saha et al. 2020Metaanalyse · 380 TeilnehmerVitamin-D-haltige Supplemente; gegen PlaceboRisiko Kaiserschnitt: verbessert (RR: 0.61, p=0.002, 95% CI: 0.44,0.83); Risiko Makrosomie: verbessert (RR: 0.31, p=0.006, 95% CI: 0.13,0.72); Präeklampsie, Frühgeburt, Polyhydramnion: kein Unterschied
82 Wang et al. 2026MetaanalyseOrale Nahrungsergänzungsmittel, u. a. Vitamin D; gegen Placebo und CalciumPräeklampsie: verbessert (OR=0. 34, 95% CI 0.17, 0.65); Gestationshypertonie: kein Unterschied
85 Yang et al. 2025systematische ÜbersichtVitamin-D-Supplemente; Median 2000 IU/Tag (Spanne 400-60 000); gegen Placebo, keine Intervention oder aktive Kontrolle (≤600 IU/Tag)Präeklampsie-Risiko: kein Unterschied (RR, 0.81 [95% CI, 0.43-1.53]); Gestationsdiabetes-Risiko: verbessert (RR, 0.65 [95% CI, 0.49-0.86); Geburtsgewicht des Kindes: verbessert (53 g (95% CI, 16-90))
99 Subramanian et al. 2025randomisiert kontrolliert · 1.298 TeilnehmerVitamin-D3-Supplement; 4200, 16.800 oder 28.000 IU pro Woche; ab Mitte der Schwangerschaft bis zur Geburt; gegen PlaceboVEGF-A-Expression in der Plazenta: kein Unterschied; PlGF-Expression in der Plazenta: kein Unterschied; Anzahl und Fläche der Terminalzotten: kein Unterschied
101 Moon et al. 2023randomisiert kontrolliert · 965 TeilnehmerCholecalciferol 1000 IU/Tag; 1000 IU pro Tag; ab 14. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt; gegen Placebo, doppelblind randomisiertFrühgeburtlichkeit: kein Unterschied (cholecalciferol 5.7%, placebo 4.5%, P = 0.43); Spontane vaginale Geburt: verbessert (RR 1.13, 95% CI 1.02,1.25); Instrumentelle Geburt: verbessert (RR 0.68, 95%CI 0.51,0.91)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 103 106 107 133 149 175 183 198 311 323 325 331

Vitamin D und Autoimmunerkrankungen: Studien am Menschen

Beim systemischen Lupus erythematodes senkte Vitamin D in einer Metaanalyse die Krankheitsaktivität und besserte die Komplementwerte C3 und C4 55. Bei rheumatoider Arthritis sanken Krankheitsaktivität und Schmerz gegenüber der Kontrollgruppe 211. Beim klinisch isolierten Syndrom, einer Frühform der Multiplen Sklerose, senkte Cholecalciferol gegenüber Placebo MRT-Aktivität und neue Läsionen, nicht aber die Schübe 132. Eine Metaanalyse bei Multipler Sklerose fand eine geringere jährliche Schubrate nur bei niedriger bis mittlerer Dosis, insgesamt keinen Unterschied 49. Eine systematische Übersicht über Vitamin D3 und/oder Vitamin D2 sah einen Schutz vor Autoimmunreaktionen 21. In einer großen placebokontrollierten Studie senkte Vitamin D über fünf Jahre die Zahl bestätigter Autoimmunerkrankungen, Omega-3-Fettsäuren allein nicht signifikant 305. Dem stehen Ergebnisse ohne Unterschied gegenüber: Der EDSS-Score blieb in der MS-Metaanalyse unverändert 49. Beim Lupus zeigten sich keine Unterschiede bei Blutsenkungsgeschwindigkeit und Anti-dsDNA-Spiegeln 55. Eine weitere Lupus-Metaanalyse fand weder beim Krankheitsaktivitätsindex noch bei der Anti-dsDNA-Positivität einen Unterschied 70. Die Beweiskraft ist hoch, doch die Studien prüften unterschiedliche Formen und Dosen, und die Teilnehmerzahlen der einzelnen kontrollierten Studien bleiben teils klein 132211.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
21 Goswami et al. 2025systematische Übersicht · 4.415 TeilnehmerVitamin D zur Prophylaxe; 1000 IU bzw. 5000 IU; 4 bis 16 Wochen; gegen Placebo oder niedrigere DosisSchutz vor Autoimmunreaktionen: verbessert
49 Zhang et al. 2025Metaanalyse · 1.078 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; niedrig/mittlere Dosis vs. hohe Dosis (Subgruppen); gegen Interventionsgruppe vs. KontrollgruppeJährliche Schubrate (ARR): kein Unterschied (pooled MD = -0.07, 95%CI [-0.18,0.03], Z = -1.37, p = 0.17); Jährliche Schubrate, niedrig/mittlere Dosis: verbessert (pooled MD = -0.14, 95%CI [-0.26, -0.03], p = 0.01); Jährliche Schubrate, hohe Dosis: kein Unterschied (pooled MD = 0.05, 95%CI [-0.08, 0.18], p = 0.42)
55 Lu et al. 2026Metaanalyse · 847 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Kontrollgruppe (Placebo/Standardtherapie)Krankheitsaktivität bei SLE: verbessert (SMD = -0.54, p < 0.001); Komplement C3: verbessert (MD = 14.49, p = 0.03); Komplement C4: verbessert (SMD = 2.08, p = 0.04)
70 Zheng et al. 2019Metaanalyse · 490 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen PlaceboSLE-Krankheitsaktivitätsindex: kein Unterschied (SMD = -0.507, 95% CI: -1.055-0.041, P = 0.070); Positivität von Anti-dsDNA-Antikörpern: kein Unterschied (Risk ratio = 0.880, 95% CI: 0.734-1.054, P = 0.165)
132 Thouvenot et al. 2025randomisiert kontrolliert · 316 Teilnehmerorales Cholecalciferol 100 000 IU vs. Placebo; 100 000 IU alle 2 Wochen; 24 Monate; gegen Placebo, doppelblind randomisiertKrankheitsaktivität (Schub und/oder MRT-Aktivität): verbessert (HR, 0.66 [95% CI, 0.50-0.87]; P = .004); MRT-Aktivität: verbessert (HR, 0.71 [95% CI, 0.53-0.95]; P = .02); neue Läsionen: verbessert (HR, 0.61 [95% CI, 0.44-0.84]; P = .003)
211 Rexhepi et al. 2025randomisiert kontrolliert · 100 TeilnehmerVitamin D 4000 IU/Tag; 4000 IU/Tag; 6 Monate; gegen RA-Patienten ohne Vitamin-D-SupplementierungKrankheitsaktivität (DAS28): verbessert (U'=2285.5; P < 0.0001)
305 Hahn et al. 2022randomisiert kontrolliertVitamin D (2000 IU/Tag) oder Placebo, zusätzlich Omega-3-Fettsäuren oder Placebo; 2000 IU Vitamin D täglich; 1000 mg Omega-3-Fettsäuren täglich; median 5,3 Jahre Nachbeobachtung; gegen Placebo (2x2-faktorielles Design)Bestätigte Autoimmunerkrankungen (Vitamin-D-Arm vs Placebo): verbessert (hazard ratio 0.78, 95% confidence interval 0.61 to 0.99, P=0.05); Bestätigte Autoimmunerkrankungen (Omega-3-Arm vs Placebo): kein Unterschied (0.85, 0.67 to 1.08, P=0.19); Bestätigte Autoimmunerkrankungen (Vitamin D + Omega-3 vs Referenzarm): verbessert (0.69, 0.49 to 0.96)
335 Basti et al. 2026Kohortenstudie · 101 TeilnehmerVitamin D3-Supplementierung; Erhöhung um 1000 IU/Tag, maximal 2000 IU/Tag; 12 Monate; gegen Patienten mit niedrigem vs. normalem Ausgangs-25(OH)DKrankheitsrezidiv nach 12 Monaten: kein Unterschied (7.3% vs 10%; p=0.64); Rezidive bei Korrektur des Vitamin-D-Mangels: verbessert (no relapses)

Vitamin D und Muskelkraft: Studien am Menschen

Bei Erwachsenen mit chronischem Darmversagen und Vitamin-D-Mangel besserte intramuskulär gegebenes Ergocalciferol (Vitamin D2) die Handgreifkraft, das 6-Meter-Gehtempo und den Skelettmuskelmassenindex 300. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft täglich Cholecalciferol erhielten, hatten im Grundschulalter mehr Magermasse als nach Placebo 116. Zusammen mit Bewegungstraining stiegen gegenüber Training allein in einer Metaanalyse die Kniestreckkraft und bei Älteren die Handgriffkraft 40. Eine Übersicht fand bessere Werte bei Short Physical Performance Battery und Treppensteigen 42. Bei älteren Menschen mit Sarkopenie besserte Vitamin D3 zusätzlich zu Thermotherapie und Krafttraining Muskelmasse und Handgriffkraft 180. Demgegenüber fanden mehrere kontrollierte Studien bei alleiniger Gabe von Cholecalciferol oder Ergocalciferol keinen Unterschied bei Hand- und Griffkraft 178217273, und auch Vitamin D3 zusammen mit Omega-3-Fettsäuren veränderte Griffkraft, Gehgeschwindigkeit und Funktionstests nicht 100. Die Beweiskraft ist mittel; die Ergebnisse hängen stark von der Form, der Kombination mit Training oder Protein und der untersuchten Gruppe ab; ob die Zusatzgabe allein, ohne Begleitmaßnahmen, die Muskelkraft steigert, bleibt offen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
32 Pilkey et al. 2023systematische Übersicht · 2.489 Teilnehmernatives Vitamin D (D2/D3); meist kurze Nachbeobachtung; gegen Kontrolle/Placebo in randomisierten StudienMuskelkraft/-funktion: unklar
37 Serag et al. 2025Metaanalyse · 1.903 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente als Zusatztherapie; Subgruppenanalyse: Behandlung über mehr als 12 Monate; gegen KontrollgruppeTimed 25-foot walk: kein Unterschied (p = 0.54)
40 Kazeminasab et al. 2025Metaanalyse · 1.675 TeilnehmerVitamin D plus Training; Vitamin-D-Dosis in IU/Woche variabel; gegen Training alleinBeinpresse-Kraft: kein Unterschied (P > .05); Kniestreckkraft: verbessert (WMD, 4.36 kg; P = .039); Handgriffkraft: verbessert
42 Zhang et al. 2025systematische Übersicht · 1.483 TeilnehmerVitamin-D3-Supplementierung kombiniert mit Bewegungstraining; gegen Bewegungsintervention alleinShort Physical Performance Battery: verbessert; Treppensteigen: verbessert; Skelettmuskelmasse: kein Unterschied
63 Chang et al. 2023Metaanalyse · 637 TeilnehmerMolkenprotein, Leucin und Vitamin D; gegen Kontrollgruppe ohne NahrungsergänzungAppendikuläre Muskelmasse: verbessert (significantly improved); Handkraft: kein Unterschied (no significant differences); SPPB-Score: kein Unterschied (no significant differences)
100 Chou et al. 2024randomisiert kontrolliert · 1.054 TeilnehmerVitamin D3 (Cholecalciferol) und/oder marine Omega-3-Fettsäuren vs Placebo; 2000 IU/Tag Vitamin D3; 1 g/Tag Omega-3; 2 Jahre; gegen Placebo, 2x2 faktorielles DesignGriffkraft: kein Unterschied; Gehgeschwindigkeit: kein Unterschied; Short Physical Performance Battery: kein Unterschied
116 Moon et al. 2024randomisiert kontrolliert · 454 TeilnehmerCholecalciferol 1000 IU/d oder Placebo; 1000 IU pro Tag; ab 14.-17. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt; gegen PlaceboMagermasse: verbessert (0.09 SD, 95% CI: 0.00, 0.17)
163 Miller et al. 2021randomisiert kontrolliert · 198 TeilnehmerMolkenprotein plus Vitamin D3, zusätzlich progressives Krafttraining; 20 g Molkenprotein morgens und nach Training; Vitamin D3 2000 IU/Tag; 24 Wochen; gegen Krafttraining ohne Supplementierung30-Sekunden-Aufsteh-Test: verbessert (1.0 [95% CI, -0.05, 1.5], p = .047)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 173 176 178 180 189 201 214 217 238 248 263 264 273 295 300 312

Vitamin D, Krebsrisiko und Krebsverlauf: Studien am Menschen

Bei Krebserkrankungen zeigt sich ein gemischtes Bild: Eine randomisierte kontrollierte Studie an Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom unter Strahlentherapie fand eine höhere Rate kompletter Remissionen unter Cholecalciferol 190, und eine weitere randomisierte kontrollierte Studie an Frauen mit Brustkrebs vor neoadjuvanter Chemotherapie berichtet häufiger eine pathologische Komplettremission 231. Bei kurativ resezierten Magen-Darm-Tumoren besserte Cholecalciferol das rezidivfreie Überleben in Untergruppen mit niedrigem Parathormon-Spiegel, während in der Gruppe mit hohem Parathormon-Spiegel kein Unterschied auftrat 123; bei Verdauungstraktkrebs hing der Effekt auf Rezidiv oder Tod vom Vitamin-A-Spiegel ab, mit Vorteil bei mittleren und Nachteil bei den niedrigsten Spiegeln 130. Demgegenüber fand die größte randomisierte kontrollierte Studie an älteren Erwachsenen keinen Unterschied bei der Krebsinzidenz 91, und auch beim kurativ resezierten kutanen Melanom zeigte Cholecalciferol weder beim rezidivfreien Überleben noch bei der Melanom-Mortalität einen Vorteil 118. Die Beweiskraft ist insgesamt gering: Die kontrollierten Studien sind meist klein, betreffen unterschiedliche Tumorarten und Therapiesituationen, und die positiven Befunde stammen überwiegend aus Untergruppen- oder Einzelstudien; untersucht wurde überwiegend Cholecalciferol als Kapsel oder Tablette, teils täglich, teils als Einzelgabe. Offen bleibt, ob und für welche Tumorarten und Ausgangsspiegel eine Gabe tatsächlich nutzt.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
91 Neale et al. 2025randomisiert kontrolliert · 21.308 TeilnehmerVitamin D3 oder Placebo; 60.000 IU pro Monat; bis zu 5 Jahre; gegen PlaceboKrebsinzidenz (mindestens eine Krebsdiagnose): kein Unterschied (HR 1.02; 95 % CI 0.95-1.10); Krebsinzidenz ohne kutane Melanome: kein Unterschied (HR 1.04; 95 % CI 0.95-1.14)
118 De et al. 2024randomisiert kontrolliert · 436 TeilnehmerCholecalciferol (Vitamin D3); 100 000 IU monatlich; mindestens 6, maximal 42 Monate; mediane Nachbeobachtung 52 Monate; gegen Placebo (218 vs. 218)Rezidivfreies Überleben nach 72 Monaten: kein Unterschied; Melanombedingte Todesfälle: kein Unterschied (n = 10 and n = 11, respectively)
123 Sasaki et al. 2026randomisiert kontrolliert · 410 TeilnehmerVitamin D3 versus Placebo; 2000 IU/Tag; maximale Nachbeobachtung 7,5 Jahre; gegen Placebo, doppelblind randomisiertrezidivfreies Ueberleben (niedrige PTH-Gruppe): verbessert (HR, 0.45; 95% CI, 0.24-0.81; p = 0.008); rezidivfreies Ueberleben (hohe PTH-Gruppe): kein Unterschied (HR, 1.25; 95% CI, 0.64-2.44; p for interaction = 0.016); rezidivfreies Ueberleben (niedriges PTH und p53-positiv): verbessert (HR, 0.38; 95% CI, 0.18-0.78; p = 0.009)
130 Kohmura et al. 2026randomisiert kontrolliert · 363 TeilnehmerVitamin D3-Supplementierung versus Placebo; 5-Jahres-Ergebnisse (relapsefreies Überleben); gegen PlaceboRezidiv oder Tod (5-Jahres-RFS) bei mittleren Vitamin-A-Spiegeln (Dezile 6-8): verbessert (81.4% vs. 54.9%; HR, 0.31; 95% CI, 0.14-0.69; P = 0.004); Rezidiv oder Tod bei niedrigsten Vitamin-A-Spiegeln (Dezil 1): verschlechtert (HR, 2.05; 95% CI, 1.10-3.84; P = 0.03); Interaktion Vitamin A x Vitamin D auf Rezidiv oder Tod: unklar (Pinteraction = 0.008)
190 Suardi et al. 2025randomisiert kontrolliert · 123 TeilnehmerCholecalciferol; 10 000 IU täglich; 7 Wochen während und 12 Wochen nach Strahlentherapie; gegen Placebo plus gleiches Strahlentherapieprotokollkomplette Remissionsrate: verbessert
231 Omodei et al. 2025randomisiert kontrolliert · 80 TeilnehmerCholecalciferol 2.000 IU täglich vs. Placebo; 2.000 IU täglich; 6 Monate; gegen PlaceboPathologische Komplettremission (pCR): verbessert (43% vs. 24%, p = 0.04)
237 Tirgar et al. 2024randomisiert kontrolliert · 76 TeilnehmerVitamin D allein, Synbiotika allein oder Kombination vs. Placebo; vier Monate; gegen Placebopathologische Komplettremission (pCR): kein Unterschied; Ki-67-Index: kein Unterschied
321 Yao et al. 2026Kohortenstudie · 3.995 TeilnehmerSerum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel (keine Gabe); mittlere Nachbeobachtung 12,2 Jahre (0,2-16,3); gegen ausreichender versus mangelhafter Vitamin-D-SpiegelGesamtüberleben: verbessert (HR, 0.76; 95% CI, 0.62-0.93; P for trend =.005); Überleben ohne Zweittumor: verbessert (HR, 0.75; 95% CI, 0.63-0.90; P for trend =.003); krankheitsfreies Überleben: verbessert (HR, 0.82; 95% CI, 0.70-0.97; P for trend =.05)

Vitamin D: weitere Messgrößen in Studien

In diesem Gebiet untersuchten zahlreiche kontrollierte Studien und Metaanalysen sehr unterschiedliche Messgrößen; die Beweiskraft ist hoch, die Ergebnisse streuen aber stark je nach Zielgröße. Zuverlässig stieg die Speicherform 25(OH)D im Blut, etwa in Metaanalysen bei Multipler Sklerose, Lupus und Fettlebererkrankung 495562. Bei diabetischem Fußgeschwür heilten Wunden in einer Metaanalyse häufiger als unter Kontrolle 66. Calcium-, Phosphat- und Harncalciumwerte blieben in mehreren Studien ohne Unterschied zwischen den Gruppen 64119174204; in zwei Studien stieg das Serum-Calcium 149267. Untersucht wurden überwiegend Cholecalciferol (Vitamin D3), Ergocalciferol (Vitamin D2) und Calcifediol als Kapsel, Tablette, Tropfen oder Injektion. Offen bleibt, welche Dosis, Form und Behandlungsdauer für welche Patientengruppe tatsächlich von Nutzen ist, da die Studien sehr verschiedene Populationen und Vergleichsgruppen einschlossen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
7 Cong et al. 2025Metaanalyse · 43.869 TeilnehmerVitamin D plus Calcium; gegen Kontrolle/PlaceboSerum-25-Hydroxyvitamin-D: verbessert (Z = 10.48, p < 0.001)
8 Migliorini et al. 2025systematische Übersicht · 43.397 TeilnehmerVitamin D und/oder Calcium als Supplement; im Mittel 92,8 ± 228,7 IU Vitamin D und 833,6 ± 224,0 mg Calcium täglich; mittlere Nachbeobachtung 25,8 ± 13,3 Monate; gegen unterschiedliche Dosen bzw. zwei oder mehr Behandlungengastrointestinale Nebenereignisse (r = - 0.5; P = 0.02); Mortalität: verbessert (r = - 0.7; P = 0.03)
11 Meng et al. 2025Metaanalyse · 19.586 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen Placebo oder StandardbehandlungTuberkulose-Score nach 8 Wochen: verbessert (MD - 0·39; 95% CI -0·57 to -0 22); Tuberkulose-Score nach 12 Wochen: verbessert (MD - 0·53; 95% CI - 0·84 to - 0·22); TB-Score nach 8 Wochen (tägliche Gabe): verbessert
13 Wang et al. 2025Metaanalyse · 18.372 TeilnehmerOrale Vitamin-D-Supplementierung; Niedrigdosiert täglich ≤ 1000 IU/Tag vs. höhere Dosen; gegen Placebo oder keine BehandlungGesamtsterblichkeit: kein Unterschied (RR = 0.88, 95% CI: 0.60 to 1.28); Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (RR = 0.83, 95% CI: 0.71 to 0.96)
14 Liu et al. 2025Metaanalyse · 15.677 TeilnehmerVitamin-D-Supplementierung; gegen PlaceboSchwere unerwünschte Ereignisse (OR: 1.02; 95% CI: 0.76-1.38; p = 0.87)
15 Matukaitienė et al. 2025systematische Übersicht · 13.000 TeilnehmerVitamin D (Spiegelmessung bzw. Supplementierung); gegen Männer mit leichter vs. mittelschwerer/schwerer oder arteriogener ED; Supplementierung vs. KontrolleSerum-Vitamin-D-Spiegel bei mittelschwerer/schwerer oder arteriogener ED: verschlechtert (significantly lower serum VD levels); Erektile Funktion bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel: verschlechtert (poorer erectile function scores); ED-Prävalenz bei Vitamin-D-Mangel: verschlechtert (independently associated with higher ED prevalence)
17 Hsu et al. 2026systematische Übersicht · 11.600 TeilnehmerVitamin-D-Supplemente (Form nicht berichtet); gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTsEntzündungsmarker bei Adipositas/Asthma: kein Unterschied
18 Patchen et al. 2025systematische Übersicht · 10.611 TeilnehmerVitamin D (Form nicht näher angegeben); 200 IU/Tag bis 100.000 IU Bolus vierteljährlich; 28 Tage bis zwei Jahre; gegen Placebo/keine Gabe bzw. niedrige/Standarddosis (≤400 IU/Tag)Asthma im frühen Kindesalter (Schwangere/Stillende): verbessert (RR 0.17, 95% CI 0.05 to 0.61; 1 study, 236 participants; low-certainty evidence)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 21 22 23 25 26 29 30 32 34 37 38 40 41 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 61 62 64 65 66 67 68 69 70 71 72 74 77 78 81 86 87 88 92 93 94 95 98 103 105 110 111 113 114 115 117 118 119 120 124 125 127 129 131 134 135 136 137 138 139 141 142 143 144 145 146 149 150 153 155 157 158 160 161 162 164 165 166 168 169 170 171 172 174 175 176 177 178 180 181 182 184 185 186 187 188 189 190 192 193 194 195 196 197 199 200 201 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 216 217 218 219 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 236 239 240 241 242 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 258 259 260 261 263 264 265 267 268 270 271 272 273 274 275 276 277 279 281 282 283 284 285 287 288 290 291 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 306 307 308 309 310 311 312 314 315 317 318 319 322 324 329 332 333 334 338

4. Wie wird Vitamin D dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien

Die Studien verwendeten überwiegend orale Präparate mit Cholecalciferol (Vitamin D3) und Ergocalciferol (Vitamin D2), teils Calcifediol, als Kapsel, Tablette, Tropfen oder Injektion. Einige Studien prüften Vitamin D zusammen mit Calcium, Vitamin K2, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink oder Probiotika. Die Dosen und Einnahmeschemata zeigt die Tabelle.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Vitamin D3 (Cholecalciferol), 2000 IU/Tag, vs. Placebo2000 IU/Tagmittlere Nachbeobachtung 5,3 Jahre89
orales Vitamin D3, monatliche Dosis60.000 IU monatlichmedian 4,6 Jahre Nachbeobachtung90
Vitamin D3 oder Placebo60.000 IU pro Monatbis zu 5 Jahre91
Vitamin D (2000 IU/Tag) und/oder Omega-3 (1 g/Tag)2000 IU Vitamin D täglich; 1 g Omega-3 täglichmedian 5,3 Jahre92
Vitamin D (60.000 IU) oder Placebo monatlich60.000 IU pro Monatbis zu 5 Jahre, Auswertung nach 3 Jahren93
Vitamin D3 (Cholecalciferol)1600 IU/Tag oder 3200 IU/Tag5 Jahre94
Vitamin D31600 IU/Tag oder 3200 IU/Tag5 Jahre Supplementierung, 7,3 Jahre Nachbeobachtung95
Vitamin D31600 IU/Tag oder 3200 IU/Tag5 Jahre Supplementierung, Nachbeobachtung bis Ende 202196
orales Vitamin D39600 IU/d für 2 Tage, dann 3200 IU/d für 4 Wochen4 Wochen97
Vitamin D3 2000 IU/d, teils kombiniert mit Omega-3-Fettsäuren 1 g/d2000 IU Vitamin D3 täglich; 1 g Omega-3 täglich5 Jahre98
Vitamin-D3-Supplement4200, 16.800 oder 28.000 IU pro Wocheab Mitte der Schwangerschaft bis zur Geburt99
Vitamin D3 (Cholecalciferol) und/oder marine Omega-3-Fettsäuren vs Placebo2000 IU/Tag Vitamin D3; 1 g/Tag Omega-32 Jahre100
Cholecalciferol 1000 IU/Tag1000 IU pro Tagab 14. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt101
Vitamin D (Cholecalciferol) oral4000 oder 10.000 IU/Tag versus 400 IU/Tagbis zu 9 Monate102
Vitamin D 4000 IU/Tag oder Placebo4000 IU/Tagbis zu 90 Tage bis zum Trigger-Tag103

5. Ist Vitamin D sicher? Nebenwirkungen in Studien

Zwei Metaanalysen fanden unter Vitamin D nicht mehr unerwünschte Ereignisse als unter Placebo, auch nicht mehr Hyperkalzämien 1464. Eine Übersicht warnt, dass sehr hohe Dosen zu einer Hyperkalzämie führen können 21.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
8 Migliorini et al. 2025Vitamin D mit weniger gastrointestinalen Nebenereignissen verbunden
11 Meng et al. 2025ähnliches Sicherheitsprofil in beiden Gruppen
13 Wang et al. 2025Weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, RR = 0.83, 95% CI: 0.71 to 0.96
14 Liu et al. 2025Schwere unerwünschte Ereignisse vergleichbar mit Placebo; keine auf Vitamin D zurückgeführt
18 Patchen et al. 2025Evidenz zu unerwünschten Ereignissen sehr unsicher
21 Goswami et al. 2025Bedenken wegen Hyperkalzämie bei hohen Dosen erwähnt
24 Jolliffe et al. 2025nicht berichtet
26 Zhou et al. 2024Vitamin D unter den drei sichersten (SUCRA 0.19)
27 Gong et al. 2025ähnlich zur Kontrollgruppe (RR 1.19; 95% CI 0.79 bis 1.80)
32 Pilkey et al. 2023sicher und gut vertragen
33 Kokkinari et al. 2025nicht berichtet
43 Chen et al. 2025unerwünschte Ereignisse vergleichbar (RR 1.02, 95% CI 0.94-1.10)

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Die Ergebnisse hängen stark von Form, Dosis und Ausgangsspiegel ab, sodass unklar bleibt, welche Gruppen und Dosierungen profitieren.
  • Viele kontrollierte Studien waren klein oder kurz, was die Aussagekraft einschränkt.
  • Bei Mischpräparaten lässt sich der Beitrag des Vitamin D allein oft nicht trennen.
  • Bei Krebserkrankungen ist die Beweiskraft gering, da die Studien meist klein sind und unterschiedliche Tumorarten betreffen.
  • Offen bleibt, ob die Zusatzgabe allein, ohne Begleitmaßnahmen wie Training oder Protein, die Muskelkraft steigert.

7. Fazit: Was über Vitamin D gesichert ist

Vitamin D zeigt in Studien am Menschen ein breites Wirkungsspektrum. Verbesserungen fanden kontrollierte Studien und Metaanalysen vor allem bei depressiven Symptomen, der Krankheitsaktivität von Autoimmunerkrankungen, Asthma-Anfällen bei Kindern und Entzündungswerten. Die Muskelkraft stieg meist nur zusammen mit Training. Bei Knochen, Stoffwechsel, Herz und Krebs sind die Ergebnisse gemischt oder überwiegend ohne Unterschied, etwa beim Blutdruck, bei Stürzen und bei der Krebsinzidenz. Die Beweiskraft ist insgesamt hoch, doch die Ergebnisse hängen stark von Form, Dosis und Population ab, und viele Studien waren klein oder kurz.

Häufige Fragen

Wie gut ist Vitamin D am Menschen untersucht?

Vitamin D: ausgewertet wurden 339 Studien am Menschen, darunter 228 randomisierte kontrollierte Studien und 88 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 142.839 Teilnehmer. Stand: 3. Oktober 2026.

Was bringt Vitamin D bei Infektionen und Immunsystem? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 19 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 40 kontrollierte Studien und 6 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 7.232 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 291113

Was bringt Vitamin D bei Knochen, Stürze und Knochenbrüche? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 6 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 41 kontrollierte Studien und 8 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 11.754 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 4567

Was bringt Vitamin D bei Blutzucker und Stoffwechsel? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 14 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 31 kontrollierte Studien und 6 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 46.556 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 17202123

Was bringt Vitamin D bei Herz, Kreislauf und Blutdruck? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 11 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 30 kontrollierte Studien und 3 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 26.146 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 132132

Was bringt Vitamin D bei Stimmung und Depression? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 5 Metaanalysen oder systematische Übersichten und 17 kontrollierte Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 4.067 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 12325174

Was bringt Vitamin D bei Schwangerschaft und Kinder? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 5 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 10 kontrollierte Studien und 5 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 5.476 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 17193376

Welche Formen von Vitamin D wurden in den Studien untersucht?

Die Studien verwendeten überwiegend orale Präparate mit Cholecalciferol (Vitamin D3) und Ergocalciferol (Vitamin D2), teils Calcifediol. Einige Studien prüften Vitamin D zusammen mit Calcium, Vitamin K2, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink oder Probiotika. Die genauen Dosen und Formen zeigt die Tabelle.

Zeigen Studien am Menschen eine Wirkung auf das Immunsystem?

Bei COVID-19 war die Sterblichkeit unter Vitamin D in zwei Metaanalysen und einer kontrollierten Studie niedriger, in einer Metaanalyse aber nicht robust 3153225. Bei Kindern mit Asthma gingen schwere Anfälle zurück 46191, Atemwegsinfekten bei Kindern beugte Vitamin D insgesamt aber nicht vor 1324134.

Was zeigen Studien zu Knochen und Stürzen?

Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Cholecalciferol erhielten, hatten im Grundschulalter eine höhere Knochendichte als nach Placebo 116. Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit HIV besserte eine relativ hohe Tagesdosis in einer Metaanalyse die Knochendichte 50. Bei Stürzen selbstständig lebender älterer Menschen fanden eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien keinen Unterschied 1094145. Drei Metaanalysen fanden dagegen weniger Stürze, abhängig von Dosis, täglicher Gabe und Ausgangsspiegel 456. Weniger Knochenbrüche zeigten sich in einer Metaanalyse nur, wenn Vitamin D zusammen mit Calcium gegeben wurde 6.

Wie sicher ist Vitamin D?

Zwei Metaanalysen fanden unter Vitamin D nicht mehr unerwünschte Ereignisse als unter Placebo, auch nicht mehr Hyperkalzämien 1464. Eine Übersicht warnt, dass sehr hohe Dosen zu einer Hyperkalzämie führen können 21. In einer Studie traten Nierensteine bei einem Teil der Teilnehmer auf, ohne klaren Unterschied zwischen den Gruppen 98.

Gibt es Grenzen der Studien?

Die Ergebnisse hängen stark von Form, Dosis und Ausgangsspiegel ab, sodass unklar bleibt, welche Gruppen und Dosierungen profitieren. Viele kontrollierte Studien waren klein oder kurz. Bei Mischpräparaten lässt sich der Beitrag des Vitamin D allein oft nicht trennen. Bei Krebserkrankungen ist die Beweiskraft gering.

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    Parhiala M, Aronen A, Ukkonen M, Haukijärvi E, Pappinen P, Rinta-Kiikka I et al. · 2026
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    Rivero-Yeverino D, Payan-Diaz JH, López-García AI, Papaqui-Tapia JS, Caballero-López CG, Ríos-López JJ et al. · 2024
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    Seppälä V, Holmlund-Suila E, Hauta-Alus H, Sandboge S, Kajantie E, Rosendahl J et al. · 2026
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    Seppälä V, Sandboge S, Holmlund-Suila E, Hauta-Alus H, Lintula S, Kajantie E et al. · 2026
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    Amphansap T, Therdyothin A, Stitkitti N, Nitiwarangkul L, Phiphobmongkol V · 2022
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    Vichutavate S, Suwanpakdee P, Likasitthananon N, Numbenjapon N, Nabangchang C, Phatarakijnirund V · 2022
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    Dalla Via J, Owen PJ, Daly RM, Mundell NL, Livingston PM, Rantalainen T et al. · 2021
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    Borgi L, McMullan C, Wohlhueter A, Curhan GC, Fisher ND, Forman JP · 2017
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    Small BJ, Rawson KS, Martin C, Eisel SL, Sanberg CD, McEvoy CL et al. · 2014
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    García-Martín A, Quesada Charneco M, Alvárez Guisado A, Jiménez Moleón JJ, Fonollá Joya J, Muñoz-Torres M · 2012
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    Bhandari R, Aguayo-Hiraldo P, Malvar J, Cheng K, Sacapano A, Abdel-Azim H et al. · 2021
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    Moutzouri E, Beglinger S, Feller M, Eichenberger A, Dalleur O, Knol W et al. · 2025
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    Alcala-Diaz JF, Limia-Perez L, Gomez-Huelgas R, Martin-Escalante MD, Cortes-Rodriguez B, Zambrana-Garcia JL et al. · 2021
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    Kobayashi H, Amrein K, Mahmoud SH, Lasky-Su JA, Christopher KB · 2024
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    Fadda G, Germain MJ, Broumand V, Nguyen A, McGarvey N, Gitlin M et al. · 2021
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    Galus W, Winder M, Owczarek AJ, Walawska-Hrycek A, Rzepka M, Kaczmarczyk A et al. · 2025
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Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/vitamin-d/ · Stand: 2026-10-15