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Vitamin D einfach erklärt

Vitamin D zeigte in Studien vor allem Vorteile bei depressiven Symptomen, Autoimmunerkrankungen und Asthma bei Kindern, aber nicht überall.

Stand:

1. Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist eine Gruppe fettlöslicher Vitamine. Die wichtigsten sind Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol). Der Körper bildet Vitamin D3 selbst in der Haut, wenn Sonnenlicht mit UVB-Strahlung auf die Haut trifft. In Leber und Niere entstehen daraus die Speicherform und die wirksame Form.

2. Wo steckt es drin, woraus wird es gewonnen?

Mit der Nahrung nehmen wir nur wenig Vitamin D auf. Es steckt vor allem in fettem Seefisch, Lebertran, Eigelb und in Pilzen, die UV-Licht ausgesetzt waren. In unseren Breiten reicht die Sonne im Winterhalbjahr für die Eigenbildung kaum aus. Vitamin D3 für Präparate wird meist aus Wollfett gewonnen, für vegane Präparate aus Flechten. Vitamin D2 wird aus Hefe oder Pilzen hergestellt.

3. Was bringt Vitamin D? Das zeigt die Forschung

GebietStand der ForschungStudien
Infektionen und Immunsystemgut untersucht, meist positiv65
Knochen, Stürze und Knochenbrüchemehrere Hinweise55
Blutzucker und Stoffwechselmehrere Hinweise51
Herz, Kreislauf und Blutdrucknoch unklar44
Stimmung und Depressiongut untersucht, meist positiv22
Schwangerschaft und Kindermehrere Hinweise20
Autoimmunerkrankungengut untersucht, meist positiv8
Muskelkraftmehrere Hinweise24
Krebsrisiko und Krebsverlauferste Hinweise8
Weitere Messgrößengut untersucht, meist positiv234

Infektionen und Immunsystem

Bei COVID-19 war die Sterblichkeit unter Vitamin D in mehreren Studien niedriger, aber eine Übersicht warnt, dass kleine Studien den Nutzen überschätzen 20307141. Bei Kindern mit Asthma gingen schwere Anfälle zurück 2667. Entzündungswerte sanken bei Typ-2-Diabetes und Dialysepatienten 2335. Atemwegsinfekten bei Kindern beugte Vitamin D insgesamt nicht vor 121956, bei Schulkindern im Winter sanken aber die Krankheitstage 61.

Knochen, Stürze und Knochenbrüche

Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Vitamin D bekamen, hatten im Grundschulalter eine höhere Knochendichte 53. Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit HIV besserte eine relativ hohe Tagesdosis die Knochendichte 28. Bei Stürzen älterer Menschen fanden manche Studien keinen Unterschied, andere weniger Stürze 94758456. Weniger Knochenbrüche zeigten sich nur, wenn Vitamin D zusammen mit Calcium gegeben wurde 6.

Blutzucker und Stoffwechsel

Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom verbesserten sich Blutzucker und Insulinresistenz unter Vitamin D3 233377. Bei Gesunden und bei Fettlebererkrankung blieben Blutzucker- und Insulinwerte ohne Unterschied 1734. Große Studien an Erwachsenen ohne Diabetes fanden keinen Unterschied bei neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes 4445. Offen bleibt, welche Gruppen und welche Dosis profitieren.

Herz, Kreislauf und Blutdruck

Bei Herz, Kreislauf und Blutdruck überwiegen Ergebnisse ohne Unterschied. Mehrere Studien fanden keine Änderung des Blutdrucks 174551606572. Auch die kardiovaskuläre Sterblichkeit blieb unverändert 435257. Eine Metaanalyse (gemeinsame Auswertung vieler Studien) zeigte nach Bypass-Operation weniger Vorhofflimmern 32. Offen bleibt, ob bestimmte Gruppen doch profitieren.

Stimmung und Depression

Bei Erwachsenen mit Depression besserte Vitamin D die Symptome gegenüber Placebo (Scheinmittel) 2959. Bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom besserte es die Depression, nicht die Angst 38. Bei Kindern mit ADHS besserte Vitamin D3 plus Magnesium emotionale Probleme, Angst und Schüchternheit 747675. Eine große Studie fand keinen Unterschied bei neu auftretenden schweren Depressionen 48. Die Studien sind oft klein und unterscheiden sich in Dosis und Gruppe.

Schwangerschaft und Kinder

Eine Übersicht mit Metaanalyse fand seltener Schwangerschaftsdiabetes und ein etwas höheres Geburtsgewicht 42. Unter Cholecalciferol kam es häufiger zu spontanen vaginalen Geburten, weil seltener instrumentell entbunden wurde 50. Bei Präeklampsie fanden zwei Metaanalysen ein geringeres Risiko 2240. Eine andere Übersicht und eine kontrollierte Studie sahen dort keinen Unterschied 4251.

Autoimmunerkrankungen

Beim systemischen Lupus senkte Vitamin D die Krankheitsaktivität und besserte Komplementwerte 31. Bei rheumatoider Arthritis sanken Krankheitsaktivität und Schmerz 69. Beim klinisch isolierten Syndrom, einer Frühform der Multiplen Sklerose, senkte Vitamin D die Krankheitsaktivität, vor allem im MRT; die Schübe allein wurden nicht seltener 55. In einer großen Studie senkte Vitamin D über fünf Jahre die Zahl bestätigter Autoimmunerkrankungen 80. Manche Ergebnisse zeigten keinen Unterschied 273137.

Muskelkraft

Bei Erwachsenen mit chronischem Darmversagen und Vitamin-D-Mangel besserte Vitamin D2 die Muskelkraft 79. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft Vitamin D bekamen, hatten im Grundschulalter mehr Magermasse 53. Zusammen mit Bewegungstraining zeigten sich bessere Werte bei einzelnen Kraft- und Funktionstests 242564. Bei alleiniger Gabe von Vitamin D fand sich kein Unterschied bei der Muskelkraft 63707849.

Krebsrisiko und Krebsverlauf

Bei Krebserkrankungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Eine Studie an Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom fand mehr komplette Remissionen unter Vitamin D 66. Eine weitere Studie an Frauen mit Brustkrebs berichtet häufiger eine pathologische Komplettremission 73. Die größte Studie an älteren Erwachsenen fand keinen Unterschied bei der Krebsinzidenz 46. Die Beweiskraft ist gering, die Studien sind meist klein.

Weitere Messgrößen

In diesem Gebiet untersuchten zahlreiche kontrollierte Studien (mit Vergleichsgruppe) sehr unterschiedliche Messgrößen. Zuverlässig stieg die Speicherform 25(OH)D im Blut 273134. Bei diabetischem Fußgeschwür heilten Wunden häufiger 36. Calcium- und Phosphatwerte blieben meist ohne Unterschied 35546268. Offen bleibt, welche Dosis und Form für welche Gruppe nützt.

4. Wie wurde Vitamin D in den Studien eingenommen?

In den Studien nahmen die Teilnehmer meist Vitamin D als Kapsel, Tablette, Tropfen oder Spritze ein. Am häufigsten waren Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol), manchmal auch Calcifediol. Einige Studien gaben Vitamin D zusammen mit Calcium, Vitamin K2, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink oder Probiotika. Wie oft und in welcher Menge es eingenommen wurde, zeigt die Tabelle.

5. Ist Vitamin D sicher? Nebenwirkungen in den Studien

In zwei gemeinsamen Auswertungen vieler Studien traten unter Vitamin D nicht mehr Nebenwirkungen auf als unter Placebo (Scheinmittel). Auch zu viel Calcium im Blut kam nicht häufiger vor 1335. Eine Übersicht warnt, dass sehr hohe Dosen den Calciumspiegel im Blut zu stark erhöhen können 17. Die Ergebnisse hängen stark von Form, Dosis und Ausgangsspiegel ab. Viele Studien waren klein oder kurz.

Alle Einzelheiten mit Tabellen und Quellen: ausführliche Fachseite zu Vitamin D

Häufige Fragen

Was bringt Vitamin D bei Infektionen und Immunsystem? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 65 Studien am Menschen. Belege: 281012

Was bringt Vitamin D bei Knochen, Stürze und Knochenbrüche? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 55 Studien am Menschen. Belege: 4567

Was bringt Vitamin D bei Blutzucker und Stoffwechsel? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 51 Studien am Menschen. Belege: 14161718

Was bringt Vitamin D bei Herz, Kreislauf und Blutdruck? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: noch unklar. Dazu gibt es 44 Studien am Menschen. Belege: 131721

Was bringt Vitamin D bei Stimmung und Depression? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 22 Studien am Menschen. Belege: 11212938

Was bringt Vitamin D bei Schwangerschaft und Kinder? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 20 Studien am Menschen. Belege: 14152239

Quellen

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/vitamin-d/einfach/ · Stand: 2026-10-15