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Zink

Zink ist ein Spurenelement; Studien zeigen Vorteile vor allem bei Durchfall und Atemwegsinfekten von Kindern, bei Erkältungen widersprechen sie sich.

Stand:

Zink: ausgewertet wurden 330 Studien am Menschen, darunter 198 randomisierte kontrollierte Studien und 75 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 42.118 Teilnehmer. Stand: 5. Oktober 2026.

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1. Was ist Zink? Vorkommen, Herkunft und Formen

Zink ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden und nur begrenzt speichern kann. Es kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor und wird über die Nahrung aufgenommen, zusätzlich in Form von Salzen oder an organische Träger gebundenen Verbindungen zugeführt. Üblich ist die Zufuhr bei unzureichender Versorgung; in Studien wird Zink unter anderem bei Erkältungen, Wundheilung und Durchfall bei Kindern untersucht.

Zink kommt in Böden, Gewässern und in vielen Lebensmitteln vor, besonders in Fleisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten und Samen. Im Körper ist es in vielen Geweben und Enzymen enthalten.

Zink wird aus Zinkerzen gewonnen; für die Zufuhr wird es an Salze oder organische Träger gebunden, etwa als Sulfat, Gluconat, Citrat, Picolinat oder Acetat. In Studien werden diese Formen einzeln, in unterschiedlicher Höhe und über unterschiedlich lange Zeiträume geprüft, außerdem Zinkoxid zur äußerlichen Anwendung.

Untersuchte Formen und Zubereitungen

  • Zinksulfat
  • Zinkgluconat
  • Zinkcitrat
  • Zinkpicolinat
  • Zinkacetat
  • Zinkoxid zur äußerlichen Anwendung

Nicht gemeint sind auf dieser Seite:

  • Zinkpyrithion in Antischuppenmitteln, eine andere Verbindung mit kosmetischer Verwendung
  • Zinkoxid als UV-Filter in Sonnenschutzmitteln, der dem Lichtschutz dient und keine Zinkzufuhr ist
  • Zink in Infusions- und Dialyselösungen, die nicht über den Magen-Darm-Weg zugeführt werden

2. Wie wirkt Zink? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Atemwegsinfektionenüberwiegend verbesserthoch6 Metaanalysen · 7 kontrolliert · 7 weitere3.862
Erkältungüberwiegend kein Unterschiedhoch6 Metaanalysen · 4 kontrolliert · 2 weitere320
Immunfunktiongemischthoch2 Metaanalysen · 7 kontrolliert · 5 weitere811
Durchfall bei Kinderngemischthoch4 Metaanalysen · 5 kontrolliert · 1 weitere10.933
Hautüberwiegend verbesserthoch1 Metaanalysen · 4 kontrolliert · 2 weitere220
Geschmackssinnüberwiegend kein Unterschiedmittel1 Metaanalysen · 3 kontrolliert · 2 weitere123
Wundheilungüberwiegend kein Unterschiedunklar0 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 3 weitere42
Weitere Untersuchungenüberwiegend verbesserthoch41 Metaanalysen · 174 kontrolliert · 58 weitere31.397

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

Zink und Atemwegsinfektionen: Studien am Menschen

Bei Erwachsenen ohne bekannten Zinkmangel beugte Zink in zwei Übersichten leichten Atemwegsinfekten etwas vor 1114. Beide Übersichten stammen von derselben Arbeitsgruppe 1114. Bei der Behandlung klangen die Beschwerden früher ab, doch die Sicherheit dieser Daten ist gering 1114. Die stärksten Beschwerden fielen geringer aus, die durchschnittliche Beschwerdestärke nicht 1114. Bei Kindern unter fünf Jahren senkte vorbeugendes Zink in einer Übersicht die Häufigkeit von Lungenentzündungen 12. Eine größere Übersicht fand bei unteren Atemwegsinfekten von Kindern keinen Unterschied 4. In einer Region mit Zinkmangel erkrankten Kleinkinder unter Zinkgluconat seltener erneut an unteren Atemwegsinfekten 120. In Laos änderte vorbeugendes oder therapeutisches Zink die Zahl der Atemwegsinfekte bei Kleinkindern nicht 78. US-Kadetten hatten unter Zinkgluconat mehr beschwerdefreie Phasen, aber nicht weniger ärztlich festgestellte Infekte 215. Bei Kindern mit Lungenentzündung im Krankenhaus verkürzte Zink in zwei randomisierten Studien den Klinikaufenthalt 127168. In einer dritten Studie verkürzte es nur Husten und Schnupfen 122. Eine Metaanalyse fand bei Kindern unter fünf Jahren weniger Todesfälle durch Lungenentzündung 3. Bei Erwachsenen mit COVID-19 im Krankenhaus kam es unter Zinkacetat seltener zu Intensivpflicht oder Tod 156. Diese Studie war klein und unverblindet 156. Untersucht wurden überwiegend orale Zinkformen wie Zinksulfat, Zinkgluconat und Zinkacetat, teils auch sublingual oder intranasal, in unterschiedlicher Höhe und Dauer. Mischpräparate erlauben keine Aussage über Zink allein. Echinacea mit Zink und Vitamin C verkürzte obere Atemwegsinfekte gegenüber Placebo 90. Eine Tablette mit Aspirin, Promethazin, Vitaminen, Zink und Selen linderte Beschwerden bei COVID-19 93. Ein Präparat mit Pelargonium-Extrakt, Honig, Propolis und Zink linderte bei Kindern Halsentzündungen stärker als die Standardbehandlung 245. Eine frühe Übersicht vermutet auch bei SARS-CoV-2 einen Nutzen; Studienergebnisse dazu standen noch aus 71. Die Studien an Kindern stammen meist aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel. Auf gut versorgte Menschen lassen sie sich nicht ohne Weiteres übertragen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
3 Rouhani et al. 2022Metaanalyse · 237.068 TeilnehmerZinksupplementierung (Form nicht genannt); ≥10 mg/Tag in Subgruppenanalyse; Intervention <11 Monate, Follow-up <1 Jahr; gegen Placebo/Kontrolle in RCTsMortalität durch Pneumonie: verbessert (0.70: 0.64, 0.98)
4 Imdad et al. 2023systematische Übersicht · 219.584 TeilnehmerPräventive Zinksupplementierung, meist als Zinksulfat-Sirup; meist 10 mg bis 15 mg täglich; mediane Nachbeobachtung 26 Wochen; gegen keine Intervention, Placebo oder WartelisteMortalität durch untere Atemwegsinfektion: verbessert (RR 0.86, 95% CI 0.64 to 1.15); Morbidität durch untere Atemwegsinfektion: kein Unterschied (RR 1.01, 95% CI 0.95 to 1.08)
11 Hunter et al. 2021systematische Übersicht · 5.446 TeilnehmerZinkformulierungen oral, intranasal oder sublingual; nicht berichtet; nicht berichtet; gegen Placebo oder aktive KontrolleVerhinderte Atemwegsinfektionen pro 100 Personenmonate: verbessert (5 RTIs per 100 person-months (95% CI 1 to 8, NNT=20)); Symptomdauer (Tage früher): verbessert (2 days earlier (95% CI 0.61 to 3.50)); Anteil noch symptomatischer Erwachsener an Tag 7: verbessert (19 more adults per 100 (95% CI 2 to 38, NNT=5))
12 Lassi et al. 2016systematische Übersicht · 5.193 TeilnehmerZinksupplementierung (Form nicht genannt); gegen Placebo oder KontrolleInzidenz von Pneumonie: verbessert (RR 0.87; 95% CI 0.81 to 0.94); Prävalenz von Pneumonie: verbessert (RR 0.59; 95% CI 0.35 to 0.99); Inzidenz von Pneumonie nach spezifischen klinischen Kriterien: verbessert (RR 0.79; 95% CI 0.0.71 to 0.88)
14 Hunter et al. 2020systematische Übersicht · 3.597 TeilnehmerZink (orale, sublinguale, topische nasale Anwendung); oral 15-45 mg/Tag; sublingual 45-300 mg/Tag; nasal 0,09-2,6 mg/Tag; nicht berichtet; gegen Placebo oder aktive KontrollePrävention von Atemwegsinfektionen: verbessert (5 mild to moderate RTIs per 100 person-months); Behandlung: maximale Symptomschwere: verbessert (mean difference 1.2 points, 0.7 to 1.7); Behandlung: durchschnittliche tägliche Symptomschwere: kein Unterschied (standardised mean difference 0.2, 0.1 to 0.4)
48 De et al. 2026systematische Übersicht · 51 TeilnehmerZinksupplementierung, therapeutisch oder prophylaktisch; heterogene Dosierungen, nicht einheitlich; variable Behandlungsdauer; gegen Placebo oder Kontrolle, je nach StudieAbklingen von Atemwegsinfektionen: verbessert
50 Banerjee et al. 2026systematische ÜbersichtZink (Form nicht genannt), Teil eines Mikronährstoff-Reviews; gegen niedrige vs. normale Zinkspiegel; Supplementierung vs. keinehöhere Infektionsraten bei niedrigem Zink: verschlechtert
71 Arentz et al. 2020systematische ÜbersichtZink in verschiedenen Formen, einzeln oder als Zusatz; gegen Placebo oder aktive KontrolleRisiko, Dauer und Schwere von SARS-CoV-2-Infektionen: unklar

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 78 120 122 127 156 168 215 283 299 303 315 317

Zink und Erkältung: Studien am Menschen

Vorbeugend änderte Zink das Erkältungsrisiko in einer großen systematischen Übersicht kaum 9. Auch bei gesunden Erwachsenen blieb die Zahl der Erkältungen gleich 72. Bei bestehender Erkältung war die Dauer unter Zink kürzer 972. Die Sicherheit dieser Daten ist gering. Metaanalysen zu Lutschtabletten mit Zinkacetat oder Zinkgluconat fanden eine deutlich kürzere Dauer als unter Placebo 354445. Zwei davon werten dieselben Patienten aus 4445. Eine Studie mit handelsüblichen Zinkacetat-Lutschtabletten fand dagegen keinen Unterschied 133. Nach dem Absetzen erholte sich die Zinkgruppe dort sogar langsamer 133. Zink-Nasenspray mit Zink-Lutschtabletten verkürzte Erkältungen in einer placebokontrollierten Studie nicht 268. Einige Teilnehmer hatten dabei Schmerzen im Riechbereich 268. Mischpräparate erlauben keine Aussage über Zink allein. Zink mit hochdosiertem Vitamin C linderte das Nasenfließen 123. Eine Kräuterformel mit Vitamin C und Zink verkürzte die Beschwerden 170. Offen ist, welche Zusammensetzung von Lutschtabletten am besten wirkt 3544.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
9 Nault et al. 2024systematische Übersicht · 8.526 TeilnehmerZink in verschiedenen Formen, meist Lutschtabletten (Gluconat, Acetat, Orotat); Zinkgluconat 45 bis 276 mg/Tag; 4,5 bis 21 Tage (Behandlung); Nachbeobachtung 5 bis 18 Monate (Prävention); gegen PlaceboRisiko, eine Erkältung zu entwickeln: kein Unterschied (RR 0.93, 95% CI 0.85 to 1.01); Mittlere Zahl der Erkältungen über 5 bis 18 Monate: kein Unterschied (MD -0.90, 95% CI -1.93 to 0.12); Dauer der Erkältung in Tagen: kein Unterschied (MD -0.63, 95)
11 Hunter et al. 2021systematische Übersicht · 5.446 TeilnehmerZinkformulierungen oral, intranasal oder sublingual; nicht berichtet; nicht berichtet; gegen Placebo oder aktive KontrolleKlinische Erkältung nach Rhinoviren-Inokulation: kein Unterschied (RR 0.96, 95% CI 0.77 to 1.21)
35 Hemilä et al. 2017Metaanalyse · 575 TeilnehmerZinkpastillen (Lutschtabletten) aus Zinkacetat oder Zinkgluconat; >75 mg/Tag; 80-92 mg/Tag bzw. 192-207 mg/Tag; gegen PlaceboDauer der Erkältung: verbessert (33% (95% CI 21% to 45%) shorter); Dauer der Erkältung (Zinkacetat): verbessert (shortened by 40%); Dauer der Erkältung (Zinkgluconat): verbessert (shortened by 28%)
44 Hemilä et al. 2017Metaanalyse · 199 TeilnehmerZinkacetat-Lutschtabletten; 80-92 mg/Tag elementares Zink; ab Symptombeginn, Beobachtung bis Tag 5; gegen Placebo-LutschtablettenErholungsrate (Rate Ratio): verbessert (3.1 (95% confidence interval, 2.1-4.7)); Anteil Erholter an Tag 5: verbessert; Number needed to treat an Tag 5: verbessert (2.3)
45 Hemilä et al. 2016Metaanalyse · 199 TeilnehmerZinkacetat-Lutschtabletten; gegen PlaceboDauer der Erkältung: verbessert (2.73 days (95% CI 1.8, 3.3 days) shorter); Dauer der Erkältung: verbessert (2.94 days (95% CI 2.1, 3.8 days) reduction)
72 Wang et al. 2020systematische ÜbersichtOrale Zinksupplementierung (Form nicht genannt); gegen Placebo/Kontrolle bzw. andere MikronährstoffeErkältungsdauer: verbessert (reduce cold duration by 2.25 days (when zinc is provided singly, 95% CI: -3.39, -1.12)); Erkältungsinzidenz: kein Unterschied; Symptomschwere: kein Unterschied
123 Maggini et al. 2012randomisiert kontrolliert · 94 Teilnehmer1000 mg Vitamin C plus 10 mg Zink; 1000 mg Vitamin C + 10 mg Zink; 5 Tage Behandlung; gegen PlaceboDauer des Nasenfließens: kein Unterschied; Nasenfließen über 5 Tage: verbessert (significantly more efficient than placebo); Symptomlinderung: verbessert (symptom relief was quicker)
133 Hemilä et al. 2020randomisiert kontrolliert · 87 TeilnehmerZinkacetat-Lutschtabletten (kommerziell erhältlich); 13 mg elementares Zink, 6-mal täglich; maximal 5 Tage; gegen Placebo-Lutschtabletten mit Sucrose-Octa-AcetatErholungsrate über 10 Tage: kein Unterschied (rate ratio for zinc vs placebo=0.68, 95% CI 0.42 to 1.08; p=0.10); Erholungsrate in den 2 Tagen nach Ende der Anwendung: verschlechtert (p=0.003)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 154 170 268 320

Zink und Immunfunktion: Studien am Menschen

Zwei Metaanalysen randomisierter Studien fanden unter Zink niedrigere Werte des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein 5861. Die eine betraf Diabetes und Prädiabetes 58, die andere fand auch niedrigeres Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha 61. Bei älteren Heimbewohnern mit niedrigem Serumzink stiegen unter höherer Zinkdosis Serumzink und Zahl der T-Zellen 222. Verglichen wurde mit einer niedrigen Zinkdosis 222. Bei HIV-Patienten mit Zinkmangel sank unter Zinkgluconat der Aktivierungsmarker lösliches CD14, andere Entzündungsmarker nicht 121. Keinen Unterschied fanden zwei Studien bei der CD4-Zellzahl von HIV-Patienten unter Zinkgluconat 94173. Bei COVID-19-Patienten lagen die Antikörperspiegel unter Zinkacetat niedriger als ohne Zink 156. Bei Kleinkindern in Bangladesch veränderten weder Zinktabletten noch zinkhaltiges Mikronährstoffpulver Genexpression oder Zytokine 119. Ein Mischpräparat aus Hefe-Glucanen mit Selen und Zink ließ nach der COVID-19-Impfung die Antikörper stärker steigen als Placebo 155. Welchen Anteil das Zink daran hat, ist offen. Die Befunde stammen meist aus kleinen Studien an besonderen Gruppen und betreffen Laborwerte. Ob daraus weniger Infekte folgen, ist noch zu klären.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
58 Nazari et al. 2024MetaanalyseZinksupplementierung (Form nicht genannt); gegen Kontrollgruppe (Placebo/keine Supplementierung)C-reaktives Protein: verbessert
61 Nazari et al. 2023MetaanalyseZinksupplementierung (Form nicht genannt); gegen Kontrollgruppe (Placebo oder keine Supplementierung)C-reaktives Protein: verbessert; Interleukin-6: verbessert; Tumornekrosefaktor-alpha: verbessert
69 Li et al. 2021MetaanalyseVitamin- und Mineralstoffpraeparate, darunter Zink; gegen Placebohs-CRP: verbessert (MD = - 1.29; 95% CI: - 1.82, - 0.76; P < 0.00001)
94 Freiberg et al. 2020randomisiert kontrolliert · 254 TeilnehmerZinkgluconat (Apothekenqualität) vs. Placebo; 15 mg/Tag Männer, 12 mg/Tag Frauen; 18 Monate; gegen Placebo, doppelblind randomisiertCD4-Zellzahl: kein Unterschied (AMD, 41.8 cells/mm3; 95% CI, -20.3 to 103.8 cells/mm3; P = .19)
97 Kewcharoenwong et al. 2022randomisiert kontrolliert · 200 TeilnehmerTherapeutische dispergierbare Zinktabletten (TZ), tägliches Multiple-Mikronährstoff-Pulver (MNP), tägliche präventive Zinktabletten (PZ), Placebo-Pulver; 7, 10 oder 20 mg/Tag elementares Zink; gegen Placebo-Pulver (Kontrolle)Plasma-Anti-E.-coli-IgG-Spiegel: verbessert; Anti-E.-coli-IgG-Avidität: verbessert
119 Hayman et al. 2021randomisiert kontrolliert · 100 TeilnehmerZink-MNP (10 mg Zink) oder dispersible Zink-Tablette (10 mg); 10 mg Zink täglich; 24 Wochen; gegen Placebo-PulverDifferentielle Genexpression im peripheren Blut: kein Unterschied; Zytokinkonzentrationen: kein Unterschied
121 Baissary et al. 2025randomisiert kontrolliert · 95 TeilnehmerZinkgluconat-Tabletten (90 mg elementares Zink) oder Placebo; 90 mg elementares Zink täglich; 24 Wochen; gegen Placebo, doppelblind, randomisiert 2:1lösliches CD14 (Monozyten-Aktivierungsmarker): verbessert (-56.31 ng/mL (-263.24; 134.19) vs 101.71 ng/mL (-90.50; 243.20); p = 0.021)
156 Gómez-Zorrilla et al. 2025randomisiert kontrolliert · 71 TeilnehmerOrale Zinkacetat zusätzlich zur Standardtherapie; 90 mg/Tag; 14 Tage; gegen Standardtherapie alleinAntikörperspiegel an Tag 14 und 28: verschlechtert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 173 222 289 301 315 318

Zink und Durchfall bei Kindern: Studien am Menschen

Bei Kindern mit akutem Durchfall verkürzte Zink in einer Metaanalyse die Dauer 60. Mehr Kinder erholten sich als unter Placebo, auch bei anhaltendem Durchfall 60. Eine weitere Übersicht kommt zum selben Schluss 48. Vorbeugendes Zink senkte bei Kleinkindern, meist mit niedrigen Zinkwerten, Häufigkeit und Schwere von Durchfällen 107. Eine große Übersicht vorbeugender Gabe fand ebenfalls etwas weniger Durchfälle 4. Bei der Sterblichkeit an Durchfall zeigte sich kein gesicherter Unterschied 34. In Laos blieb Zink bei Kleinkindern insgesamt ohne Wirkung auf Durchfälle 78. Nur bei Kindern über anderthalb Jahren verkürzte therapeutisches Zink die Episoden 78. Zusätzlich zu Probiotika verkürzte Zinksulfat-Sirup die Erholungszeit, nicht aber die Krankheitsschwere 249. Meist wurde Zinksulfat-Sirup in sehr unterschiedlichen Dosen untersucht 4. Offen bleibt, welche Form und Dosis für welches Alter am günstigsten ist. Eine Metaanalyse rät zu niedrigeren Dosen, weil sie seltener Erbrechen auslösten 60.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
3 Rouhani et al. 2022Metaanalyse · 237.068 TeilnehmerZinksupplementierung (Form nicht genannt); ≥10 mg/Tag in Subgruppenanalyse; Intervention <11 Monate, Follow-up <1 Jahr; gegen Placebo/Kontrolle in RCTsMortalität durch Durchfall: kein Unterschied (0.85; 0.70, 1.03)
4 Imdad et al. 2023systematische Übersicht · 219.584 TeilnehmerPräventive Zinksupplementierung, meist als Zinksulfat-Sirup; meist 10 mg bis 15 mg täglich; mediane Nachbeobachtung 26 Wochen; gegen keine Intervention, Placebo oder WartelisteMortalität durch Durchfall: kein Unterschied (RR 0.95, 95% CI 0.69 to 1.31); Inzidenz von Durchfall: verbessert (RR 0.91, 95% CI 0.90 to 0.93)
48 De et al. 2026systematische Übersicht · 51 TeilnehmerZinksupplementierung, therapeutisch oder prophylaktisch; heterogene Dosierungen, nicht einheitlich; variable Behandlungsdauer; gegen Placebo oder Kontrolle, je nach StudieDauer und Schwere der Durchfallepisoden: verbessert
60 Ali et al. 2024systematische ÜbersichtZinksupplementierung (Form nicht genannt); niedrige vs. hohe Dosis verglichen; gegen Placebo bzw. keine ZinkgabeAnteil erholter Kinder bei akutem Durchfall: verbessert (RR = 1.07; 95% CI = 1.03, 1.1); Durchfalldauer bei akutem Durchfall: verbessert (MD = -13.27 hours; 95% CI = -17.66, -8.89); Anteil erholter Kinder bei persistierendem Durchfall: verbessert (RR = 1.75; 95% CI = 1.34, 2.30)
76 Edwards et al. 2025randomisiert kontrolliert · 4.500 TeilnehmerZink-Supplementierung (Salzform nicht genannt); 5 mg, 10 mg oder 20 mg täglich; gegen niedrigere vs. höhere ZinkdosisErbrechen (jegliches): kein Unterschied (1203 (26.7%)); Erbrechen bei Dehydratation: verschlechtert (RR: 1.45, 95% CI: 1.10-1.92); Erbrechen bei Untergewicht: verschlechtert (RR: 1.22, 95% CI: 1.05-1.41)
78 Barffour et al. 2020randomisiert kontrolliert · 3.407 TeilnehmerTherapeutisches Zink, präventive Zinktabletten, Multiple-Mikronährstoff-Pulver; TZ: 20 mg/Tag für 10 Tage; PZ: 7 mg/Tag; MNP: 10 mg Zink/Tag; 9 Monate; gegen PlaceboInzidenz von Durchfall: kein Unterschied (0.61 ± 0.01 episodes/100 days at risk); Dauer von Durchfall: kein Unterschied (2.12 ± 0.03 days/episode); Inzidenz von Durchfall bei Kindern >18 Monate (TZ vs. MNP): verbessert (reduced by 24% (P = 0.035))
81 Islam et al. 2022randomisiert kontrolliert · 2.886 TeilnehmerZink in Mikronährstoffpulver oder dispergierbaren Tabletten; 4,1 mg oder 10 mg Zink täglich oder alternierend; 24 Wochen; gegen Placebo-PulverInzidenz von Durchfall: kein Unterschied; Prävalenz von Durchfall: kein Unterschied
107 Abd et al. 2022randomisiert kontrolliert · 140 TeilnehmerZinkpräparat (Form nicht genannt); täglich, Höhe nicht genannt; 4 Monate; gegen Placebokumulative Inzidenz von Durchfall: verbessert (P < .05); Zahl der Durchfallepisoden pro Kind: verbessert (P < .05); Stuhlfrequenz pro Tag: verbessert (P < .05)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 249 316

Zink und Haut: Studien am Menschen

Bei Hämodialysepatienten linderte Zinkgluconat in einer randomisierten placebokontrollierten Studie den Juckreiz, nicht aber trockene Haut 132. Eine systematische Übersicht sieht nur begrenzte Hinweise, dass eingenommenes Zink Hautwarzen abheilen lässt 75. Am ehesten gilt das bei Zinkmangel 75. Bei Kindern mit Hirschsprung-Krankheit war die Haut nach der Operation unter Zink seltener wund 188. Unter dem Krebsmedikament Regorafenib traten Hand-Fuß-Hautreaktionen mit Zink seltener auf 258. Mischpräparate erlauben auch hier keine Aussage über Zink allein. Dazu gehören Kombinationen mit Glutathion und Vitamin C 137, mit Alpha-Liponsäure und Biotin 219 sowie ein Aknepflegemittel mit Granatapfel-Extrakt 231. Die Hautstudien sind klein und kurz und nutzen unterschiedliche Zinkformen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
75 Simonart et al. 2012systematische ÜbersichtZink (systemisch); gegen Placebo oder andere systemische TherapienVollständige Abheilung von Warzen: verbessert (limited evidence)
132 Tavassoli et al. 2024randomisiert kontrolliert · 87 TeilnehmerZinkgluconat; 210 mg Zinkgluconat (30 mg elementares Zink) pro Tag; 12 Wochen; gegen PlaceboPruritus: verbessert (-0/52 (-0/82 to - 0/22)); Xerose: kein Unterschied
137 Sitohang et al. 2021randomisiert kontrolliert · 83 TeilnehmerOrales Glutathion-Präparat mit Zinkaspartat; 12 Wochen; gegen Placebo-KapselnSpot-Ultraviolett-Reduktion in Untergruppen: kein Unterschied (not statistically significant); Spot-Polarisations-Reduktion: kein Unterschied (not statistically significant); Hautton-Verbesserung: kein Unterschied (not statistically significant)
188 Ibrahim et al. 2025randomisiert kontrolliert · 50 TeilnehmerZink (Form nicht genannt); präoperativ; gegen Kontrollgruppe ohne ZinkHautexkoriation: verbessert (8% vs. 32%)
258 Huang et al. 2023randomisiert kontrolliertZinksupplementierung; erste 8 Wochen der Behandlung; gegen randomisierte KontrollgruppeInzidenz der Hand-Fuß-Hautreaktion Grad ≥2: verbessert
288 Towersey et al. 2023Studie · 51 TeilnehmerReinigungsgel mit Salicylsäure 2%, Zinkgluconat 0.2%, Lipohydroxysäure 0.05%; tägliche Anwendung, Menge nicht berichtet; 84 Tage; gegen keine Kontrollgruppe, offene StudieGesamtläsionen: verbessert (-56.3%); nicht-entzündliche Läsionen: verbessert (-64.0%); entzündliche Läsionen: verbessert (-48.2%)
302 Lalosevic et al. 2023Fall-Kontroll-StudieSerumzinkmessung, keine Zinkgabe; gegen Alopecia-areata-Gruppe vs. gesunde KontrollenSerumzinkkonzentration: verschlechtert (p = 0.017); Häufigkeit von Zinkmangel: verschlechtert (p = 0.011); Korrelation Serumzink und Krankheitsschwere: verschlechtert (ρ = 0.006)

Zink und Geschmackssinn: Studien am Menschen

Bei ungeklärten Geschmacksstörungen besserte Zinkgluconat in einer randomisierten placebokontrollierten Studie den Geschmack 200. Eine kontrollierte Studie mit Zinkpicolinat zeigte bei Zinkmangel-Geschmacksstörungen in einem Geschmackstest mit Filterpapier-Disk-Methode ein besseres Ergebnis 269. Subjektive Beschwerden und die Ganzmund-Prüfung besserten sich aber nicht stärker als unter Placebo 269. Eine zweite doppelblinde Studie mit Zinkpicolinat zeigte dasselbe Muster 277. Eine Metaanalyse mit verschiedenen Zinksalzen fand bei Geschmacksstörungen häufiger eine Besserung als unter Kontrolle 26. Die Einzelstudien sind klein und nutzen unterschiedliche Zinkformen. Offen ist, welche Form und Dosis bei welcher Ursache hilft.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
26 Mozaffar et al. 2023Metaanalyse · 938 TeilnehmerZink (Sulfat, Gluconat, Picolinat, Polaprezinc, Acetat); 17–86,7 mg elementares Zink täglich; drei bis sechs Monate; gegen KontrollgruppeVerbesserung der Geschmacksstörung: verbessert (RR = 1.38; 95% CI: 1.16, 1.64, p=0.0002); Verbesserung des Geschmacksempfindens bei chronischer Nierenerkrankung (Zinkacetat): verbessert (RR = 26.69, 95% CI = 5.52-129.06, p < 0.0001)
200 Heckmann et al. 2005randomisiert kontrolliert · 50 TeilnehmerZinkgluconat oder Placebo (Laktose); 140 mg/Tag; gegen Placebo (Laktose)Geschmacksfunktion: verbessert (p <0.001); Schweregrad der Dysgeusie: verbessert (p <0.05)
269 Sakai et al. 2002kontrolliert · 73 TeilnehmerZinkpicolinat, oral als Kapsel; 29 mg Zinkpicolinat 3-mal täglich; 3 Monate; gegen Placebo, doppelblindVerbesserung subjektiver Symptome: kein Unterschied; Ganzmund-Geschmacksempfindung: kein Unterschied; Geschmackstest mit Filterpapier-Disk-Methode: verbessert (significantly better improvement)
277 Sakai et al. 1995kontrolliertZinkpicolinat; gegen PlaceboVerbesserung im Filterpapier-Disk-Test: verbessert; Subjektive Gesamterholung: kein Unterschied; Verbesserung im Ganzmund-Test: kein Unterschied
312 Nin et al. 2024ÜbersichtOrale Zinktherapie: Polaprezinc (off-label) und Zinkacetat-Hydrat; gegen Verschiedene Behandlungen bei Patienten unter und über 65 JahrenWirksamkeit der Zinktherapie bei Geschmacksstörungen: unklar (low-level evidence); Wirksamkeit verschiedener Behandlungen bei älteren vs. jüngeren Patienten: kein Unterschied (no significant difference)
316 Santos et al. 2022ÜbersichtZinkpräparate (Form nicht genannt); ∼50-150 mg/Tag elementares Zink bei Erwachsenen; gegen kein Vergleich, ÜbersichtZinkgabe bei Geschmacksstörungen: verbessert

Zink und Wundheilung: Studien am Menschen

Die kontrollierten Studien zur Wundheilung prüften Zink nur in Kombinationen. Ein Hautpflegeprodukt mit Präbiotika, Panthenol und Zink verkürzte nach Kryotherapie die Heilungszeit 149. Bei Druckgeschwüren wirkte Polaprezinc, ein Zink-Carnosin-Komplex, besser als keine Behandlung 271. L-Carnosin allein wirkte aber genauso gut 271. Ein Trinknahrungszusatz mit Arginin, Vitamin C und Zink senkte Druckgeschwüre nicht signifikant 240. Aus diesen Mischungen lässt sich keine eigenständige Wirkung des Zinks ableiten. Eine Übersicht zur Versorgung bei Operationen bringt niedrige Zinkspiegel mit langsamerer Wundheilung und mehr Infektionen in Verbindung 50. Ob gezielte Zinkgaben das ändern, ist noch offen 50. Die Studien sind klein und kurz.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
36 De et al. 2026systematische Übersicht · 544 TeilnehmerZink-L-Carnosin in Mundspülungen, Lutschtabletten, Haftsuspensionen; gegen Kontrollgruppen ohne ZnCVerbesserte chirurgische Wundheilung: verbessert
50 Banerjee et al. 2026systematische ÜbersichtZink (Form nicht genannt), Teil eines Mikronährstoff-Reviews; gegen niedrige vs. normale Zinkspiegel; Supplementierung vs. keineverzögerte Wundheilung bei niedrigem Zink: verschlechtert
240 Sánchez-Sánchez et al. 2026randomisiert kontrollierthyperkalorisch-hyperproteines ONS mit Ballaststoffen, Omega-3, L-Arginin, Nukleotiden, Vitamin C und Zink; 15 und 30 Tage; gegen hyperkalorisch-hyperproteines ONS mit Ballaststoffen ohne ZusatzHäufigkeit druckbedingter Verletzungen: kein Unterschied (did not reach statistical significance); Hochrisiko-Anteil: kein Unterschied (72.5% vs 40.9%); PUSH-Skala: kein Unterschied
271 Sakae et al. 2013kontrolliert · 42 TeilnehmerPolaprezinc (Zink-L-Carnosin-Komplex) oral; 150 mg/d Polaprezinc (34 mg Zink, 116 mg L-Carnosin); maximal 4 Wochen; gegen unbehandelte Kontrollgruppe und L-Carnosin-Gruppe (116 mg/d)mittlere wöchentliche Verbesserung des PUSH-Scores: kein Unterschied (1.8 ± 0.2, P = .009)
298 Bechara et al. 2026KohortenstudieSerumzink (keine Zinkgabe berichtet); 12 Monate Nachbeobachtung; gegen Zinkmangel vs. ausreichender ZinkspiegelWundheilung oder Zeit bis Heilung: kein Unterschied

Zink: weitere Messgrößen in Studien

Weitere Studien prüften Zink bei sehr unterschiedlichen Fragen, von Stoffwechselwerten bis zu Schwangerschaft und Infektionen. Metaanalysen bei Diabetes und Prädiabetes fanden unter Zink günstigere Blutzucker- oder Blutfettwerte 1721242558. Eine davon sah einen leichten Anstieg des LDL-Cholesterins 25. Eine breitere Metaanalyse fand keinen Unterschied bei LDL-Cholesterin, Blutdruck und Leberenzymen 61. Das sind Laborwerte; ob daraus weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen folgen, ist noch zu klären. Bei Regelschmerzen linderte Zink in einer Metaanalyse die Schmerzen stärker als Placebo 28. Mischpräparate betrafen etwa die Schwangerschaft 2 oder Vitamin A bei Tuberkulose 20; der Anteil des Zinks bleibt dort offen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 An et al. 2022Metaanalyse · 883.627 TeilnehmerZink-Supplementierung (Form nicht genannt); gegen Kontrollgruppe ohne ZinkKardiovaskuläre Risikofaktoren: verbessert (moderate- to high-quality evidence for reducing CVD risk factors)
2 Keats et al. 2021systematische Übersicht · 451.723 TeilnehmerZink als Einzelnährstoff sowie Multimikronährstoff-Präparate; gegen Folsäure, Eisen-Folsäure, Multimikronährstoffe, Lipid-basierte NährstoffeMütterliche Anämie (IFA vs. Folsäure): verbessert (average risk ratio (RR) 0.52, 95% CI 0.41 to 0.66); Niedriges Geburtsgewicht (IFA vs. Folsäure): verbessert (average RR 0.88, 95% CI 0.78 to 0.99); Niedriges Geburtsgewicht (MMN vs. Eisen mit/ohne Folsäure): verbessert (average RR 0.85, 95% CI 0.77 to 0.93)
3 Rouhani et al. 2022Metaanalyse · 237.068 TeilnehmerZinksupplementierung (Form nicht genannt); ≥10 mg/Tag in Subgruppenanalyse; Intervention <11 Monate, Follow-up <1 Jahr; gegen Placebo/Kontrolle in RCTsGesamtmortalität: verbessert (SRR: 0.84, 95% CI: 0.74, 0.96); Gesamtmortalität bei Follow-up <1 Jahr: verbessert (0.46; 0.33, 0.63); Gesamtmortalität bei Dosis ≥10 mg/Tag: verbessert (0.56; 0.42, 0.75)
4 Imdad et al. 2023systematische Übersicht · 219.584 TeilnehmerPräventive Zinksupplementierung, meist als Zinksulfat-Sirup; meist 10 mg bis 15 mg täglich; mediane Nachbeobachtung 26 Wochen; gegen keine Intervention, Placebo oder WartelisteGesamtmortalität: kein Unterschied (RR 0.93, 95% CI 0.84 to 1.03); Mortalität durch Malaria: verbessert (RR 0.90, 95% CI 0.77 to 1.06); Körpergröße: verbessert (SMD 0.12, 95% CI 0.09 to 0.14)
5 Shahrokhi et al. 2024Metaanalyse · 163.909 TeilnehmerZinkspiegel in Serum, Haar, Nagel, Prostataflüssigkeit/-gewebe; Zinkzufuhr; gegen Prostatakrebspatienten vs. gesunde KontrollenSerumzinkspiegel: verschlechtert (SMD: -1.11; 95% CI: -1.67, -0.56); Haarzinkspiegel: verschlechtert (SMD: -1.31; 95% CI: -2.19, -0.44); Zink in Prostataflüssigkeit oder -gewebe: verschlechtert (SMD: -3.70; 95% CI: -4.90, -2.49)
6 Carducci et al. 2021systematische Übersicht · 18.000 TeilnehmerZinksupplementierung (Form nicht berichtet); gegen Keine Zinksupplementierung oder PlaceboFrühgeburten: kein Unterschied (RR 0.87, 95% CI 0.74 to 1.03); Totgeburten: kein Unterschied (RR 1.22, 95% CI 0.80 to 1.88); Perinatale Todesfälle: kein Unterschied (RR 1.10, 95% CI 0.81 to 1.51)
7 Sajedi et al. 2020systematische Übersicht · 11.559 TeilnehmerZinksupplementierung allein oder mit Eisen-Ko-Supplementierung; Nachbeobachtung bis 9 Jahre; gegen Placebo oder Kontrolle (nicht näher angegeben)Mentale Entwicklung (Bayley Scales II, 6 und 12 Monate): kein Unterschied; Motorische Entwicklung (Bayley Scales II, 6 und 12 Monate): kein Unterschied; Langzeitentwicklung bei Vorschul- und Schulkindern: kein Unterschied
8 Shi et al. 2026Metaanalyse · 10.262 TeilnehmerMagnesium-Zink-Calcium-Vitamin-D-Supplement; gegen StandardkontrolleKaiserschnittrate: kein Unterschied (RR = 0.44, 95% CI: 0.15, 1.29)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 10 11 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 27 28 29 30 31 32 33 34 36 37 38 39 40 41 42 43 46 47 48 49 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 73 74 77 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 91 92 94 95 96 98 99 100 101 102 103 104 105 106 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 121 122 124 125 126 128 129 130 131 132 134 135 136 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 150 151 152 153 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 169 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 216 217 218 220 221 223 224 225 226 227 228 229 230 232 233 234 235 236 237 238 239 241 242 243 244 246 247 248 250 251 252 253 254 255 256 257 259 260 261 262 263 264 265 266 267 269 270 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 284 285 286 287 289 290 291 292 293 294 295 296 297 299 300 301 304 305 306 307 308 309 310 311 313 314 316 318 319

4. Wie wird Zink dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien

Die Studien verwendeten überwiegend orale Zinkformen wie Zinksulfat, Zinkgluconat, Zinkcitrat, Zinkpicolinat und Zinkacetat, teils auch sublingual, intranasal oder als Lutschtabletten. Einzelne Untersuchungen prüften Zinkoxid zur äußerlichen Anwendung sowie Zink-L-Carnosin in Mundspülungen und Haftsuspensionen. Form, Höhe und Dauer der Zufuhr schwankten zwischen den Studien erheblich, was die Vergleichbarkeit einschränkt.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Zink-Supplementierung (Salzform nicht genannt)5 mg, 10 mg oder 20 mg täglich—76
Orale AREDS2-Nährstoffsupplemente mit niedriger versus hoher Zinkdosis—Median 5 Jahre77
Therapeutisches Zink, präventive Zinktabletten, Multiple-Mikronährstoff-PulverTZ: 20 mg/Tag für 10 Tage; PZ: 7 mg/Tag; MNP: 10 mg Zink/Tag9 Monate78
Tägliche präventive Zinktabletten, Mikronährstoffpulver, therapeutische Zinksupplemente oder Placebo7 mg/Tag, 10 mg/Tag (MNP), 20 mg/Tag für 10 Tage (TZ)ca. 36 Wochen Nachbeobachtung79
Tägliche Zinktabletten, Mikronährstoffpulver mit Zink, therapeutische Zinksupplementierung7 mg/d Zink; 10 mg/d Zink im Pulver; 20 mg/d Zink für 10 Tage pro Durchfallsepisodeca. 9 Monate80
Zink in Mikronährstoffpulver oder dispergierbaren Tabletten4,1 mg oder 10 mg Zink täglich oder alternierend24 Wochen81
Tägliches Zink (25 mg) und Vitamin A (2500 IU) vs. Placebo25 mg Zink täglichAb erstem Trimester bis zur Geburt82
Fünffach angereichertes Salz mit Zink, Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Jod—12 Monate83
Fünffach angereichertes Salz mit Zink, Eisen, Vitamin B12, Folsäure, JodSalzverbrauch 6,0 g/Erwachsenenäquivalent/Tag, Zinkdosis nicht genannt12 Monate84
Chispuditos®, mit Mikronährstoffen angereichertes Atole-Getränk (9 mg Zink, 12,5 mg Eisen)9 mg Zink pro Tag (Teil der Mischung)18 Monate85
Orale Nahrungsergänzung mit Multimineralien und Vitaminen (enthält Zink)—12 Wochen86
Fünffach angereichertes Salz (Zink, B-12, Folsäure, Jod, Eisen)—12 Monate87
Tägliche Zinktabletten (7 mg) oder zinkhaltiges Mikronährstoffpulver (10 mg Zink + 13 weitere Mikronährstoffe) oder Placebo7 mg Zink täglich (PZ) bzw. 10 mg Zink täglich (MNP)9 Monate (36 Wochen)88
Orale Zinkgluconat-Supplementierung15 mg/d oder 30 mg/d6 Monate89
EZC Pak: Echinacea-Zink-Vitamin-C-Kombipräparat, mit oder ohne Vitamin D—5 Tage90

5. Ist Zink sicher? Nebenwirkungen in Studien

Bei der Behandlung von Atemwegsinfekten traten leichte Nebenwirkungen unter Zink häufiger auf als unter Placebo 91114. Genannt werden Übelkeit sowie Reizungen in Mund und Nase 1114. Mit Zinkacetat-Lutschtabletten berichteten mehr Teilnehmer über Nebenwirkungen als mit Placebo 133. Ein Zink-Nasenspray verursachte bei einigen Teilnehmern Schmerzen im Riechbereich 268. Die Autoren warnen wegen berichteter Riechverluste davor, Zink in die Nase zu bringen 268. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden in mehreren Auswertungen nicht beobachtet 1044. Bei Kindern trat unter Zink häufiger Erbrechen auf als ohne Zink 460. Niedrigere Dosen lösten seltener Erbrechen aus 6076. Bei Regelschmerzen unterschieden sich Nebenwirkungen nicht gesichert von Placebo 28.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
4 Imdad et al. 2023mehr Teilnehmer mit mindestens einer Erbrechensepisode (RR 1.29)
7 Sajedi et al. 2020keine nachteiligen Effekte berichtet
9 Nault et al. 2024Unerwünschter Geschmack, Geruchsverlust, Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfall (berichtet)
10 Gulani et al. 2014keine schweren unerwünschten Ereignisse; bei einer kleinen Minderheit der Kinder Erbrechen kurz nach Einnahme
11 Hunter et al. 2021Nicht-schwere Nebenwirkungen (Übelkeit, Reizung) häufiger
13 Zhou et al. 2024Sicherheit über SUCRA-Rangfolge bewertet
14 Hunter et al. 2020keine schwerwiegenden; nicht-schwere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Mund- oder Nasenreizung
15 Ghadirzadeh et al. 2025Kein Durchfall, Hautausschlag oder Erbrechen; Publikationsbias festgestellt
16 Yadav et al. 2025Keine Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen
18 Abdollahi et al. 2020nicht berichtet
23 Wang et al. 2026Zinkgabe wird als sicher beschrieben
28 Hsu et al. 2024kein signifikanter Unterschied zu Placebo (OR 2.54; 95% CI 0.78-8.26; p = 0.122)

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Die meisten Daten stammen aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel und betreffen überwiegend Kinder, sodass die Übertragbarkeit auf Erwachsene ohne Zinkmangel offen bleibt.
  • Form, Dosis und Dauer der Zinkzufuhr sind zwischen den Studien uneinheitlich, was den direkten Vergleich erschwert.
  • Viele Einzelstudien sind klein und kurz, und die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen den Studien oft stark.
  • Mischpräparate mit weiteren Stoffen erlauben keine Aussage über die Wirkung des Zinks allein.
  • Vorbeugende Gabe und Behandlung einer bestehenden Erkrankung führten teils zu unterschiedlichen Ergebnissen, etwa bei Erkältungen 9.

7. Fazit: Was über Zink gesichert ist

Zink ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden und nur begrenzt speichern kann. Die deutlichsten Vorteile zeigen kontrollierte Studien und Metaanalysen bei Durchfall und Atemwegsinfekten von Kindern, meist in Regionen mit verbreitetem Zinkmangel. Bei Erkältungen widersprechen sich die Übersichten; bei Geschmacksstörungen und Hauterkrankungen gibt es einzelne kleinere Studien mit günstigen Ergebnissen. Die Ergebnisse hängen stark von Zinkform, Dosis, Dauer und der untersuchten Population ab. Mischpräparate mit weiteren Stoffen lassen keine Aussage über die Wirkung des Zinks allein zu. Die Verträglichkeit wird überwiegend als gut beschrieben, wobei leichte gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen häufiger unter Zink auftraten.

Häufige Fragen

Wie gut ist Zink am Menschen untersucht?

Zink: ausgewertet wurden 330 Studien am Menschen, darunter 198 randomisierte kontrollierte Studien und 75 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 42.118 Teilnehmer. Stand: 5. Oktober 2026.

Was bringt Zink bei Atemwegsinfektionen? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 6 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 7 kontrollierte Studien und 7 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 3.862 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 341112

Was bringt Zink bei Erkältung? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 6 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 4 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 320 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 9113544

Was bringt Zink bei Immunfunktion? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 2 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 7 kontrollierte Studien und 5 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 811 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 58616994

Was bringt Zink bei Durchfall bei Kindern? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 4 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 5 kontrollierte Studien und eine weitere Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 10.933 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 344860

Was bringt Zink bei Haut? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind eine Metaanalyse oder systematische Übersicht, 4 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 220 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 75132137188

Was bringt Zink bei Geschmackssinn? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind eine Metaanalyse oder systematische Übersicht, 3 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 123 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 26200269277

Was ist Zink und wofür wird es untersucht?

Zink ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden und nur begrenzt speichern kann. Es wird über die Nahrung aufgenommen und zusätzlich in Form von Salzen oder an organische Träger gebundenen Verbindungen zugeführt. In Studien wird Zink unter anderem bei Atemwegsinfektionen, Hauterkrankungen, Durchfall bei Kindern und Erkältungen untersucht.

Welche Zinkformen wurden in den Studien verwendet?

Die Studien verwendeten überwiegend Zinksulfat, Zinkgluconat, Zinkcitrat, Zinkpicolinat und Zinkacetat, teils oral, sublingual oder intranasal. Einzelne Untersuchungen prüften Zinkoxid zur äußerlichen Anwendung sowie Zink-L-Carnosin in Mundspülungen und Haftsuspensionen. Form, Höhe und Dauer der Zufuhr beeinflussen die Aufnahme und schwankten zwischen den Studien erheblich.

Zeigt Zink bei Erkältungen eine Wirkung?

Die Übersichten widersprechen sich: Vorbeugend änderte Zink das Erkältungsrisiko kaum 9, bei bestehender Erkältung war die Dauer kürzer 972. Die Sicherheit dieser Daten ist gering. Eine Metaanalyse zu Zinkacetat-Lutschtabletten berichtete über eine schnellere Erholung 44. Eine randomisierte kontrollierte Studie fand dagegen keinen Unterschied und nach Ende der Einnahme sogar eine langsamere Erholung 133. Die Ergebnisse schwanken je nach Zinkform, Darreichung und Studienqualität.

Welche Nebenwirkungen berichten die Studien?

Bei der Behandlung von Atemwegsinfekten traten leichte Nebenwirkungen unter Zink häufiger auf als unter Placebo 91114. Genannt werden Übelkeit sowie Reizungen in Mund und Nase 1114. Mit Zinkacetat-Lutschtabletten berichteten mehr Teilnehmer über Nebenwirkungen als mit Placebo 133. Ein Zink-Nasenspray verursachte bei einigen Teilnehmern Schmerzen im Riechbereich 268. Die Autoren warnen wegen berichteter Riechverluste davor, Zink in die Nase zu bringen 268. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden in mehreren Auswertungen nicht beobachtet 1044. Bei Kindern trat unter Zink häufiger Erbrechen auf als ohne Zink 460. Niedrigere Dosen lösten seltener Erbrechen aus 6076. Bei Regelschmerzen unterschieden sich Nebenwirkungen nicht gesichert von Placebo 28.

Was lässt sich aus Mischpräparaten mit Zink ableiten?

Mischpräparate mit weiteren Stoffen wie Eisen, Vitamin C, Vitamin D oder Selen erlauben keine Aussage über die Wirkung des Zinks allein. Eine randomisierte kontrollierte Studie zu einem Kombipräparat aus Echinacea, Zink und Vitamin C fand eine kürzere Erkrankungsdauer 90. Eine große Übersicht fand, dass gleichzeitig gegebenes Eisen den Nutzen von Zink bei Kindern abschwächte 4.

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/zink/ · Stand: 2026-10-15