Mariendistel (Silymarin)
Mariendistel-Extrakte senkten in Metaanalysen vor allem Leberwerte, bei Fettleber und vorbeugend unter Tuberkulosemitteln; Einzelstudien fielen uneinheitlich aus.
Mariendistel (Silymarin): ausgewertet wurden 212 Studien am Menschen, darunter 56 randomisierte kontrollierte Studien und 42 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 3.909 Teilnehmer. Stand: 7. Oktober 2026.
1. Was ist Mariendistel (Silymarin)? Vorkommen, Herkunft und Formen
Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Aus ihren reifen Früchten wird der Extrakt Silymarin gewonnen, ein Gemisch aus Flavonolignanen. Traditionell wird die Pflanze bei Beschwerden im Oberbauch und im Zusammenhang mit der Leber verwendet.
Die Mariendistel gedeiht an trockenen, sonnigen Standorten und wird landwirtschaftlich für ihre Früchte angebaut. Verwendet werden die reifen Früchte, aus denen der Extrakt hergestellt wird.
Für den Extrakt werden die reifen Früchte geerntet und mit Lösungsmitteln extrahiert; das Ergebnis wird auf einen bestimmten Gehalt an Silymarin eingestellt. In Studien geprüft werden unter anderem standardisierte Silymarin-Extrakte, der Einzelstoff Silibinin, ein Komplex aus Silymarin und Phosphatidylcholin sowie silibininhaltige Infusionslösungen.
Untersuchte Formen und Zubereitungen
- Ganze oder gemahlene Früchte (Tee, Pulver)
- Standardisierter Silymarin-Extrakt
- Silibinin (Silybin) als Einzelstoff
- Silymarin-Phosphatidylcholin-Komplex
- Silibinin-Infusionslösung
- Weitere Flavonolignane wie Silychristin und Silydianin
Nicht gemeint sind auf dieser Seite:
- Andere Leberpflanzen wie Artischocke, Löwenzahn und Schöllkraut
- Mariendistel-Samenöl aus gepressten Samen, das nicht über die Silymarin-Extraktion gewonnen wird
- Kombinationspräparate, in denen Silymarin neben anderen Stoffen steht
- Silibinin als Laborreagenz in Zellversuchen ohne Bezug zur Anwendung am Menschen
2. Wie wirkt Mariendistel (Silymarin)? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet
| Anwendungsgebiet | Ergebnis in kontrollierten Studien | Beweiskraft | Studien | Teilnehmer |
|---|---|---|---|---|
| Leberwerte unter medikamentöser Behandlung | überwiegend verbessert | hoch | 7 Metaanalysen · 6 kontrolliert · 15 weitere | 385 |
| Nichtalkoholische Fettlebererkrankung | überwiegend kein Unterschied | hoch | 5 Metaanalysen · 7 kontrolliert · 27 weitere | 564 |
| Diabetes und Blutzucker | überwiegend kein Unterschied | mittel | 3 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 15 weitere | 117 |
| Chronische Hepatitis | überwiegend verbessert | mittel | 1 Metaanalysen · 1 kontrolliert · 6 weitere | 141 |
| Leberzirrhose | überwiegend kein Unterschied | mittel | 1 Metaanalysen · 1 kontrolliert · 7 weitere | 141 |
| Krebserkrankungen (Silibinin) | nur Übersichten | gering | 1 Metaanalysen · 0 kontrolliert · 10 weitere | 0 |
| Knollenblätterpilz-Vergiftung | nur Beobachtungsdaten | unklar | 0 Metaanalysen · 0 kontrolliert · 10 weitere | 0 |
| Weitere Untersuchungen | überwiegend verbessert | hoch | 14 Metaanalysen · 36 kontrolliert · 64 weitere | 1.757 |
So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.
3. Was die Studien im Einzelnen zeigen
Mariendistel (Silymarin) und Leberwerte unter medikamentöser Behandlung: Studien am Menschen
Während einer Behandlung mit Tuberkulosemitteln senkte Silymarin in einer Metaanalyse placebokontrollierter Studien vorbeugend das Risiko von Leberschäden sowie ALT, AST und ALP 15. Eine kleine randomisierte Studie bestätigte niedrigere AST- und ALP-Werte nach zwei Wochen 74. Bei arzneimittelbedingter Leberschädigung insgesamt fand eine größere Metaanalyse dagegen keinen gesicherten Effekt 3. Bei Kindern unter Chemotherapie senkte ein traditioneller Fruchtaufguss die ALT stärker als Silymarin 52. Gegenüber Placebo fanden kontrollierte Studien unter Chemotherapie günstigere ALP- und Bilirubinwerte 47 und weniger Leberverfettung im Ultraschall 95, unter Fingolimod niedrigere ALT und AST 70. Bei Kindern mit Leukämie unter Erhaltungstherapie sanken ALT, AST, GGT und Bilirubin leicht stärker als unter Placebo 45.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2 Calderon et al. 2023 | systematische Übersicht · 3.846 Teilnehmer | Silymarin-Präparate (Extrakt); 140 mg bis 420 mg; gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTs | Anteil Studien mit gesenkten Leberenzymen: verbessert (65.5%); Anteil Studien ohne signifikante Änderung: kein Unterschied (20.7%); Anteil Studien mit erhöhten Leberenzymen: verschlechtert (13.8%) |
| 3 Shahsavari et al. 2025 | Metaanalyse · 3.545 Teilnehmer | Silymarin (Silybum marianum); niedrige Dosis <400 mg vs. höhere Dosen; ≤2 Monate vs. längere Behandlung; gegen Kontrolle bzw. Subgruppen nach Dosis, Dauer, BMI, Alter, Ätiologie | AST-Serumspiegel: kein Unterschied (SMD [95% CI]: - 0.670 [- 0.931, - 0.408], p-value = 0.000); ALT-Serumspiegel: kein Unterschied (SMD [95% CI]: - 0.912 [- 1.177, - 0.646], p-value = 0.000); ALP-Serumspiegel: kein Unterschied (SMD [95% CI]: - 0.236 [- 1.929, 1.458], p-value = 0.159) |
| 9 Huang et al. 2024 | Metaanalyse · 1.691 Teilnehmer | Silymarin (Zubereitung, Form und Dosis nicht berichtet); gegen Placebo | ALT-Aktivität: verbessert (MD: -6.44 U/L, 95% CI: -10.03 to -2.85, p = 0.0004); AST-Aktivität: verbessert (MD: -6.99 U/L, 95% CI: -8.56 to -5.42, p < 0.00001) |
| 15 Tao et al. 2019 | Metaanalyse · 1.198 Teilnehmer | Silymarin (Extrakt, genaue Zubereitung nicht berichtet); nicht berichtet; Prophylaxe bis Woche 4 nach Therapiebeginn; gegen Placebo | Auftreten Anti-TB DILI in Woche 4: verbessert (RR: 0.33, 95% CI (0.15, 0.75)); ALT: verbessert (SMD = - 0.15, 95% CI (-0.24, -0.07), P < 0.001); AST: verbessert (SMD =-0.14, 95% CI (-0.23, -0.06), P = 0.001) |
| 17 Brooks et al. 2026 | systematische Übersicht · 785 Teilnehmer | Silymarin als eines mehrerer geprüfter Polyphenole; gegen Placebo bzw. Kontrolle, je Studie | Leberschutz: verbessert (SM showed potential hepatoprotective effects) |
| 21 Mohtashaminia et al. 2024 | Metaanalyse · 549 Teilnehmer | Berberin–Silymarin-Kombination; gegen Kontrolle (Placebo oder andere Behandlung) | Alanin-Aminotransferase (ALT): kein Unterschied (WMD: −0.39 mg/dl; 95% CI: −1.67 to 0.89, P=0.55); Aspartat-Aminotransferase (AST): kein Unterschied (WMD: −0.44 mg/dl; 95% CI: −2.02 to 1.14, P=0.58) |
| 32 Służały et al. 2024 | systematische Übersicht | Silymarin neben 12 weiteren Naturprodukten; gegen andere Naturprodukte bzw. Placebo (nicht berichtet) | Leberenzyme: verbessert (decrease in liver enzymes) |
| 35 Rahimi-Dehkordi et al. 2024 | systematische Übersicht | Silymarin (Flavonoidkomplex); gegen Kontrollgruppen der eingeschlossenen klinischen Studien | AST, ALT, ALP, Bilirubin, Gesamtprotein: verbessert |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 38 40 41 45 47 70 74 77 95 103 105 134 138 157 158 163 165 178 182 185
Mariendistel (Silymarin) und Nichtalkoholische Fettlebererkrankung: Studien am Menschen
Bei nichtalkoholischer Fettleber senkte Silymarin in Metaanalysen ALT und AST gegenüber Kontrolle 3433. Eine Metaanalyse fand zudem niedrigere Blutfette und weniger Verfettung im Lebergewebe 4. In einer placebokontrollierten Studie sanken dagegen nur GGT und Lebersteifigkeit, nicht die Transaminasen 51. Gegenüber essentiellen Phospholipiden schnitt Silymarin beim Cholesterin schlechter ab, Leberwerte und Verfettung unterschieden sich nicht 49. Eine randomisierte Studie fand eine bessere Ultraschall-Einstufung, aber keinen Unterschied im NAFLD-Score 67. Eine randomisierte kontrollierte Studie zum Silymarin-Extrakt Legalon® fand keine histologische Verbesserung bei NASH 56. Kombinationen mit Diät, Lebensstiländerung oder Medikamenten senkten in einer Metaanalyse die Transaminasen; das gilt nur für die jeweilige Kombination 5. Ein Cochrane-Review stuft die ALT-Senkung durch Silymarin allein als sehr unsicher ein 6. Die Ergebnisse beruhen vor allem auf Blutwerten; Zubereitungen, Dosen und Vergleichsgruppen unterscheiden sich stark, und eine Besserung der Entzündung im Lebergewebe bei NASH ist nicht nachgewiesen.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2 Calderon et al. 2023 | systematische Übersicht · 3.846 Teilnehmer | Silymarin-Präparate (Extrakt); 140 mg bis 420 mg; gegen Placebo oder Kontrolle in den eingeschlossenen RCTs | Senkung der Leberenzymwerte: verbessert |
| 3 Shahsavari et al. 2025 | Metaanalyse · 3.545 Teilnehmer | Silymarin (Silybum marianum); niedrige Dosis <400 mg vs. höhere Dosen; ≤2 Monate vs. längere Behandlung; gegen Kontrolle bzw. Subgruppen nach Dosis, Dauer, BMI, Alter, Ätiologie | AST- und ALT-Spiegel bei NAFLD: verbessert |
| 4 Li et al. 2024 | Metaanalyse · 2.375 Teilnehmer | Silymarin (Mariendistel-Extrakt); gegen Kontrollgruppe (Placebo/übliche Behandlung) | Gesamtcholesterin: verbessert (SMD[95%CI]=-0.85[-1.23, -0.47]); Triglyceride: verbessert (SMD[95%CI]=-0.62[-1.14, -0.10]); LDL-Cholesterin: verbessert (SMD[95%CI]=-0.81[-1.31, -0.31]) |
| 5 Zhang et al. 2025 | Metaanalyse · 2.283 Teilnehmer | Silymarin allein oder in Kombination; gegen Placebo, Mittelmeer-hypokalorische Diät, Medikamente, Lebensstiländerungen | Gesamtcholesterin (Silymarin + Diät): kein Unterschied (SMD: -0.39 (-0.81, 0.03), p=0.072); Gesamtcholesterin (Silymarin + Medikamente): verbessert (SMD: -1.12 (-1.67, -0.58), p<0.001); Triglyceride (Silymarin + Medikamente): kein Unterschied (SMD: -0.92 (-1.98, 0.14), p=0.080) |
| 6 Wang et al. 2025 | systematische Übersicht · 2.069 Teilnehmer | Silymarin-Monotherapie oder Silymarin-Komplex; 4 bis 48 Wochen Nachbeobachtung; gegen Keine Intervention, Placebo oder andere Interventionen | ALT: verbessert (MD -7.21 U/L, 95% CI -10.62 to -3.80); GGT: verbessert (MD -8.30 U/L, 95% CI -12.43 to -4.17) |
| 8 Ranneh et al. 2024 | systematische Übersicht · 1.840 Teilnehmer | Silymarin als Nahrungsergänzung (eine von elf phenolischen Verbindungen); gegen Kontrolle/Placebo (nicht näher angegeben) | Leberenzyme: verbessert; Lipidprofil: verbessert; Entzündungszytokine: kein Unterschied |
| 9 Huang et al. 2024 | Metaanalyse · 1.691 Teilnehmer | Silymarin (Zubereitung, Form und Dosis nicht berichtet); gegen Placebo | Verbesserung der hepatischen Steatose: unklar |
| 12 Zhang et al. 2024 | Metaanalyse · 1.335 Teilnehmer | TCM kombiniert mit Silibinin-Kapseln; gegen Silibinin allein | Gesamtansprechrate: verbessert; ALT, AST, GGT: verbessert; Gesamtcholesterin und Triglyceride: verbessert |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 18 30 33 49 51 56 66 67 90 92 99 100 104 118 132 133 135 143 148 149 150 152 155 158 159 160 161 169 177 178 182
Mariendistel (Silymarin), Diabetes und Blutzucker: Studien am Menschen
Bei Diabetes und Blutzucker zeigen Metaanalysen zu Silymarin überwiegend günstige Effekte auf Blutzucker, Nüchterninsulin und HbA1c. Eine Metaanalyse kontrollierter Studien fand niedrigeren Nüchternblutzucker, Nüchterninsulin und HbA1c 7, eine Metaanalyse zur Fettleber ein niedrigeres Nüchterninsulin 4. Eine systematische Übersicht zu Silibinin stützt sich überwiegend auf Zell- und Tierversuche 30. Dem steht eine kontrollierte Studie bei Diabetes gegenüber, in der ein standardisierter Extrakt über zwölf Wochen Nüchternblutzucker, HbA1c und Blutfette nicht veränderte 69. Mischungen mit Berberin 2223 oder mit Brennnessel und Weihrauch 64 senkten gegenüber Placebo den Nüchternblutzucker; das gilt nur für die jeweilige Mischung. Belastbar sind vor allem die Metaanalysen 47; Zubereitungen und Dosen unterscheiden sich, die Übertragbarkeit auf einzelne Mariendistel-Erzeugnisse bleibt offen.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 4 Li et al. 2024 | Metaanalyse · 2.375 Teilnehmer | Silymarin (Mariendistel-Extrakt); gegen Kontrollgruppe (Placebo/übliche Behandlung) | Nüchterninsulin: verbessert (SMD[95%CI]=-0.59[-0.91, -0.28]); HOMA-IR: unklar (SMD[95%CI]=-0.37[-0.77, 0.04]) |
| 7 Mohammadi et al. 2024 | Metaanalyse · 1.943 Teilnehmer | Silymarin (SIL)-Supplementierung; gegen Silymarin-Gruppe versus unbehandelte Kontrolle | Nuechternblutzucker (FBG): verbessert (WMD: -21.68 mg/dL, 95% CI: -31.37, -11.99; p < 0.001); Nuechterninsulin: verbessert (WMD: -3.76 mU/mL, 95% CI: -4.80, -2.72; p < 0.001); HbA1c: verbessert (WMD: -0.85%, 95% CI: -1.27, -0.43; p < 0.001) |
| 11 Miao et al. 2025 | Metaanalyse · 1.337 Teilnehmer | Silymarin als eine von mehreren Phytochemikalien; gegen Placebo sowie andere Phytochemikalien (Resveratrol, Curcumin, Berberin) | Nüchternplasmaglukose (FPG): verbessert (P < 0.05); HOMA-IR: verbessert (P < 0.05); HbA1c: verbessert (MD -2.08, 95%Cl -3.50 to -0.72) |
| 18 Yin et al. 2025 | Metaanalyse · 673 Teilnehmer | Silymarin-Supplementierung (Silybum marianum); nicht berichtet (Untergruppen nach Dosierung); mindestens 4 Wochen; gegen Placebo | HOMA-IR: verbessert (WMD = -2.29, 95 % CI: -4.55 to -0.03, p = 0.047); Nüchtern-Insulin: kein Unterschied (WMD = -2.56, 95 % CI: -7.60 to 2.48, p = 0.862); QUICKI: kein Unterschied |
| 22 Fogacci et al. 2019 | Metaanalyse · 497 Teilnehmer | Kombination aus Berberin und Silymarin; gegen Placebo | Nüchternglukose: verbessert (MD: -7.5, 95% CI [-13, -1.9] mg/dl; p = 0.008) |
| 23 Tóth et al. 2020 | Metaanalyse · 491 Teilnehmer | Feste Kombination Berberis aristata und Silybum marianum (Berberol); 3 Monate; gegen Placebo | Nüchtern-Plasmaglukose: verbessert (significantly lowered); HOMA-Index: verbessert (significantly lowered) |
| 30 Zare et al. 2024 | Übersicht | Silibinin, Hauptbestandteil von Silymarin aus Mariendistelsamen | Insulinresistenz: verbessert; Blutzucker: verbessert; HbA1C: verbessert |
| 69 Ferdowsi et al. 2024 | randomisiert kontrolliert · 48 Teilnehmer | Silymarin-Kapseln, 3×140 mg täglich; drei Kapseln mit 140 mg Silymarin täglich; 12 Wochen; gegen Diätplan allein (Kontrollgruppe) | Nüchternblutzucker: kein Unterschied (p = 0.789); HbA1c: kein Unterschied (p = 0.719); Lipidprofil: kein Unterschied |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 91 140 145 153 155 170 173 174 178 183 184 188
Mariendistel (Silymarin) und Chronische Hepatitis: Studien am Menschen
Bei chronischer Hepatitis zeigte eine Metaanalyse, dass ein standardisierter Silymarin-Extrakt die Leberenzyme bei viraler Hepatitis verbesserte 3. Eine kontrollierte Studie (nicht randomisiert) fand unter Silymarin-Tabletten plus Standardtherapie eine stärkere ALT- und AST-Reduktion als unter Standardtherapie allein 90. Bei Hepatitis C schnitt Silymarin in einer randomisierten Studie gegen Spirulina beim Virusansprechen gleich und bei der ALT-Senkung schlechter ab 59. Die Befunde stützen sich damit auf eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit unterschiedlichen Zubereitungen und Endpunkten. Für die chronische Hepatitis C ergibt sich damit kein klarer Vorteil von Silymarin gegenüber anderen Ansätzen; für die chronische Hepatitis B und andere Ätiologien ist die Datenlage uneinheitlich.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 3 Shahsavari et al. 2025 | Metaanalyse · 3.545 Teilnehmer | Silymarin (Silybum marianum); niedrige Dosis <400 mg vs. höhere Dosen; ≤2 Monate vs. längere Behandlung; gegen Kontrolle bzw. Subgruppen nach Dosis, Dauer, BMI, Alter, Ätiologie | AST- und ALT-Spiegel bei viraler Hepatitis: verbessert |
| 90 Amjad et al. 2024 | kontrolliert · 141 Teilnehmer | Silymarin-Tabletten plus Standardtherapie; 200 mg zweimal täglich; 12 Wochen; gegen Standardtherapie allein | ALT- und AST-Reduktion in der stratifizierten Analyse (HBV): verbessert |
| 127 Trifonov et al. 2026 | Fallbericht · 1 Teilnehmer | Silymarin als Teil einer supportiven Infusionstherapie; gegen kein Vergleichsarm | Normalisierung der Leberenzyme nach 1 Monat: verbessert |
| 146 Cui et al. 2026 | Übersicht | Silibinin, aktiver Bestandteil von Silymarin | Entzündungsreaktion bei akuter Hepatitis: verbessert; Progression der chronischen Hepatitis: verbessert |
| 158 Jaffar et al. 2024 | Übersicht | Silymarin-Extrakt (Legalon®, Eurosil 85®) | Symptome: verbessert (alleviation of symptoms) |
| 160 Dhande et al. 2024 | Übersicht | Silymarin aus Mariendistelsamen | Leberfunktion und Histologie: verbessert |
| 173 Islam et al. 2021 | Übersicht | Silymarin-Extrakt bzw. Silybin | traditionelle Anwendung bei Lebererkrankungen: unklar |
| 182 Abenavoli et al. 2018 | Übersicht | Mariendistel-Früchte/Silymarin, Silybin als Hauptkomponente | Klinischer Nutzen bei Virushepatitis: unklar |
Mariendistel (Silymarin) und Leberzirrhose: Studien am Menschen
Bei Leberzirrhose fand eine systematische Übersicht in drei von sechs Silymarin-Studien niedrigere AST- und ALT-Werte; Nebenwirkungen waren selten 19. Eine nicht randomisierte kontrollierte Studie bei chronischen Lebererkrankungen verschiedener Ursache fand zusätzlich zur Standardtherapie keinen Unterschied bei Enzephalopathie, Aszites, CTP-Klasse und FibroScan-Werten 90. Offen bleibt, ob standardisierter Extrakt bei Zirrhose einen klinisch relevanten Nutzen hat; die untersuchten Formen waren standardisierter Silymarin-Extrakt, Silymarin ohne nähere Bezeichnung und Silibinin.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 19 Amini et al. 2023 | systematische Übersicht · 613 Teilnehmer | Silymarin (Zubereitung nicht angegeben); gegen Kontrolle/andere Behandlung (nicht berichtet) | AST und ALT: verbessert; Nebenwirkungen |
| 90 Amjad et al. 2024 | kontrolliert · 141 Teilnehmer | Silymarin-Tabletten plus Standardtherapie; 200 mg zweimal täglich; 12 Wochen; gegen Standardtherapie allein | Hepatische Enzephalopathie, Aszites und CTP-Klasse: kein Unterschied (p > 0.05); FibroScan-Scores: kein Unterschied |
| 101 Huang et al. 2024 | Kohortenstudie · 319 Teilnehmer | Silymarin zusätzlich zur antiviralen Therapie; mindestens 30 Tage Silymarin; gegen AVT allein (Kontrollkohorte) | Gesamtmortalität (1 und 2 Jahre): verbessert |
| 146 Cui et al. 2026 | Übersicht | Silibinin, aktiver Bestandteil von Silymarin | Übergang dekompensiert zu kompensiert: verbessert |
| 158 Jaffar et al. 2024 | Übersicht | Silymarin-Extrakt (Legalon®, Eurosil 85®) | Mortalitätsrate: verbessert (reduced mortality rates) |
| 160 Dhande et al. 2024 | Übersicht | Silymarin aus Mariendistelsamen | Leberfunktion und Histologie: verbessert |
| 173 Islam et al. 2021 | Übersicht | Silymarin-Extrakt bzw. Silybin | traditionelle Anwendung bei Lebererkrankungen: unklar |
| 178 Gillessen et al. 2020 | Übersicht | Silymarin-Extrakt, meist Eurosil 85; gegen kein einheitlicher Vergleich (narrative Übersicht) | leberbezogene Todesfälle (gepoolte Analyse): verbessert |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 182
Mariendistel (Silymarin) und Krebserkrankungen (Silibinin): Studien am Menschen
Zur Wirkung auf Krebserkrankungen selbst liegen nur Beobachtungsdaten und Übersichten vor; die Beweiskraft ist gering. Eine Fallserie berichtet unter Silibinin zusätzlich zur Standardtherapie von besserer Verträglichkeit, Lebensqualität sowie geringeren neurologischen Symptomen 108. Eine Beobachtungsstudie fand unter einem Silibinin-haltigen Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zur Chemotherapie bei Lungenkrebs ein besseres Ansprechen, aber keinen gesicherten Überlebensvorteil 109. Eine Beobachtungsstudie zu Silymarin zusätzlich zur antiviralen Therapie fand keinen Unterschied bei der Leberkrebs-Häufigkeit 101. Übersichtsarbeiten zu Silymarin und Silibinin bei gastrointestinalen Tumoren stützen sich überwiegend auf präklinische Befunde 172173. Untersucht wurden standardisierter Extrakt, Silibinin als Einzelstoff, der Silybin-Phosphatidylcholin-Komplex sowie nicht näher bestimmte Mariendistel-Zubereitungen; Daten zu ganzen Früchten oder Tee fehlen in diesem Gebiet.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 13 Li et al. 2023 | Metaanalyse · 1.333 Teilnehmer | Silymarin (eine der eingeschlossenen kontrollierten Studien); gegen Placebo oder keine zusätzliche Therapie | Systolische Funktion und kardiale Biomarker: verbessert |
| 101 Huang et al. 2024 | Kohortenstudie · 319 Teilnehmer | Silymarin zusätzlich zur antiviralen Therapie; mindestens 30 Tage Silymarin; gegen AVT allein (Kontrollkohorte) | HCC-Inzidenz (1 und 2 Jahre): kein Unterschied |
| 108 Roca et al. 2025 | Fallserie · 86 Teilnehmer | Silibinin zusätzlich zur Standardbehandlung; April 2020 bis April 2025 (Beobachtungszeitraum); gegen keine Kontrollgruppe, deskriptiv-retrospektiv | Verträglichkeit/Sicherheitsprofil (only one mild adverse event was reported); Lebensqualität: verbessert; Neurologische Symptome und Allgemeinbefinden: verbessert |
| 109 Bosch-Barrera et al. 2021 | Kohortenstudie · 59 Teilnehmer | orales Nutraceutikum mit Silibinin, zusätzlich Nintedanib/Docetaxel; gegen Kohorte ohne Silibinin-Supplementierung | Gesamtansprechrate: verbessert (55%); Zeit bis Therapieversagen: verbessert (hazard ratio 0.43, p = 0.013); Gesamtüberleben: kein Unterschied (hazard ratio 0.63, p = 0.190) |
| 111 Pochet et al. 2022 | Fallserie · 51 Teilnehmer | Mariendistel (Silybum marianum), kein Erzeugnis oder Silymarin-Extrakt spezifiziert; gegen VigiBase-Fallberichte im Vergleich zur Literatur | VigiBase-Fallberichte zu Mariendistel-Arzneimittelwechselwirkungen: verbessert |
| 118 Elgendy et al. 2025 | Studie · 15 Teilnehmer | Curcuminoide und Silymarin, einzeln und in Kombination; 4 Wochen | Antikrebs-Potenzial gegen Leber- und Darmkrebs: verbessert (anticancer potential) |
| 122 Yang et al. 2026 | Fallserie · 7 Teilnehmer | Silymarin adjunktiv, ergänzend zur endoskopischen Überwachung; Medianes Follow-up 38,0 Monate; gegen Keine Vergleichsgruppe | Verträglichkeit von Silymarin (well-tolerated); Klinische Wirksamkeit von Silymarin: unklar (strictly hypothesis-generating) |
| 144 Lazzeroni et al. 2020 | Studie | Siliphos, oraler Silybin-Phosphatidylcholin-Komplex | Silybin-Konzentration in Plasma, Urin und Brustgewebe: unklar (0.5 ng/mL); Selektive Anreicherung von Silybin im Brusttumorgewebe: unklar |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 154 172 173
Mariendistel (Silymarin) und Knollenblätterpilz-Vergiftung: Studien am Menschen
Zur Knollenblätterpilz-Vergiftung liegen keine kontrollierten Studien vor; die Bewertung stützt sich auf Beobachtungsdaten und Übersichtsarbeiten. Eine systematische Auswertung von Fallberichten fand unter Silibinin oder Penicillin allein sowie unter Kombinationen mit N-Acetylcystein höhere Überlebensraten als unter rein unterstützender Behandlung 16. Bei nachgewiesener Vergiftung waren die Unterschiede nicht signifikant 16. Eine Beobachtungsstudie mit oralem Silymarin fand keine Unterschiede bei Krankenhaussterblichkeit, akutem Leberversagen und Krankenhausverweildauer 102. Eine Fallserie mit Silibinin-Infusion und Penicillin beschreibt weniger Therapieversagen unter der Kombination als unter Silibinin allein 106. Eine einarmige Studie mit Silibinin-Infusion, Flüssigkeitsgabe und Octreotid berichtet häufige Genesung ohne Transplantation; Silibinin sagte das Überleben voraus, N-Acetylcystein und Aktivkohle nicht 107. Eine Übersichtsarbeit sieht den Nutzen bei Lebererkrankungen einschließlich Pilzvergiftung trotz ermutigender präklinischer Daten als noch nicht belegt an 182. Da die Daten überwiegend aus unkontrollierten Beobachtungen stammen und die geprüften Zubereitungen — Silibinin-Infusion, oraler Extrakt, Kombinationen — nicht vergleichbar sind, lässt sich daraus keine gesicherte Aussage ableiten.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 16 Tan et al. 2022 | systematische Übersicht · 877 Teilnehmer | Silibinin (SIL), teils mit N-Acetylcystein und/oder Benzylpenicillin; gegen Silibinin, Penicillin, NAC-Kombinationen vs. nur supportive Therapie | Überlebensrate unter Silibinin: verbessert (90% (OR 6.40 [3.14-13.04])); Überlebensrate unter Penicillin: verbessert (89% (OR 5.24 [2.87-9.56])); Überlebensrate unter NAC/SIL-Kombination: verbessert (85% (OR 3.85 [2.04, 7.25])) |
| 102 Tangsuwanaruk et al. 2026 | Kohortenstudie · 255 Teilnehmer | Orales Silymarin; gegen Silymarin-Gruppe vs. Nicht-Silymarin-Gruppe | Krankenhaussterblichkeit: kein Unterschied; Akutes Leberversagen: kein Unterschied; Akute Nierenschädigung: verbessert (adjusted risk difference = -13.9% [95% CI: -23.6 to -4.1%]; P = 0.005) |
| 106 Dluholucký et al. 2022 | Fallserie · 141 Teilnehmer | Silibinin-Infusion, teils mit Penicillin; gegen Penicillin + Silibinin gegenüber Silibinin allein | Therapieversagen (Tod oder Transplantation): verbessert; Therapieversagen unter Silibinin allein: verschlechtert; Genesene Patienten: verbessert |
| 107 Mitchell et al. 2026 | Studie · 99 Teilnehmer | Intravenöses Silibinin plus Hydratation, Octreotid, N-Acetylcystein, Aktivkohle; gegen Einarmige Studie, keine Kontrollgruppe | Transplantationsfreie Genesung bei protokolltreuen Patienten: verbessert (98.8%); Silibinin als Prädiktor für Überleben: verbessert (P=0.003) |
| 119 Ma et al. 2026 | Kohortenstudie · 9 Teilnehmer | Standardtherapie mit Silibinin, N-Acetylcystein, Dehydration; zusätzlich perkutane oder endoskopische Biliardrainage bei 5 Patienten; Biliardrainage median 3 Tage nach Ingestion; Nachbeobachtung bis Entlassung; gegen Biliardrainage vs. Nicht-Biliardrainage-Kontrollen (4 Patienten) | Überleben bis Krankenhausentlassung: verbessert (100% vs 25%; P = 0.048); ALT-Abfall innerhalb 48 h: verbessert (67.6%); AST-Abfall innerhalb 48 h: verbessert (91.6%) |
| 126 Frass et al. 2014 | Fallserie · 2 Teilnehmer | Silibinin als leberprotektives Mittel im Rahmen der konventionellen Therapie, zusätzlich klassische Homöopathie; gegen kein Vergleichsarm, adjuvante homöopathische Behandlung zusätzlich zur Intensivtherapie | Überleben ohne bleibende Folgeschäden: verbessert |
| 131 Murad et al. 2024 | Fallbericht · 1 Teilnehmer | Silibinin plus Aktivkohle und N-Acetylcystein; gegen kein Vergleich (Fallbericht) | Therapieerfolg der Kombinationstherapie: verbessert |
| 139 Weinhard et al. 2025 | Fallbericht | Silibinin, zusammen mit N-Acetylcystein; gegen kein Vergleich; Verlauf nach Behandlung | Leberversagen: verbessert (liver injury subsided) |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 168 182
Mariendistel (Silymarin): weitere Messgrößen in Studien
In diesem Gebiet wurden sehr unterschiedliche Endpunkte geprüft, überwiegend mit standardisiertem Silymarin-Extrakt, daneben mit Silibinin als Einzelstoff, Nanomizellen, Creme und Mischpräparaten. Kontrollierte Studien fanden unter Silymarin weniger oxidativen Stress 7072, ein niedrigeres CRP nach Bypass-Operation 89 sowie mehr HDL und weniger Triglyceride 72. Bei Notfallpatienten mit Sauerstoffmangel senkte Silymarin die Leberenzyme stärker als Placebo 88. Eine randomisierte Halbseitenstudie bei Melasma fand mit Silymarin-Creme weniger Nebenwirkungen als mit Hydrochinon und keinen gesicherten Unterschied bei der Aufhellung 78. Viele Ergebnisse in diesem Gebiet beruhen auf kleinen, teils nicht randomisierten Studien. Mischungen mit Berberin senkten in Metaanalysen die Blutfette; das lässt sich nicht allein dem Silymarin zuordnen 2223. Eine systematische Übersicht zu Antioxidantien bei Melasma beschreibt Silymarin als wirksam bei geringen Nebenwirkungen 26. Geprüfte Formen waren standardisierter Extrakt, Silibinin sowie topische und nanomizellare Zubereitungen.
| Studie | Art · Teilnehmer | Präparat · Dosis · Dauer · Vergleich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 Osadnik et al. 2022 | Metaanalyse · 13.062 Teilnehmer | Silymarin unter anderen LDL-C-senkenden Nutrazeutika; gegen Placebo/keine Intervention und andere Nutrazeutika | LDL-Cholesterin: verbessert (-1.21 [-46.8 mg/dL] to -0.17 [-6.6 mg/dL] mmol/l reduction); Gesamtcholesterin: verbessert (-1.75 [-67.7 mg/dL] to -0.18 [7 mg/dL] mmol/l reduction) |
| 3 Shahsavari et al. 2025 | Metaanalyse · 3.545 Teilnehmer | Silymarin (Silybum marianum); niedrige Dosis <400 mg vs. höhere Dosen; ≤2 Monate vs. längere Behandlung; gegen Kontrolle bzw. Subgruppen nach Dosis, Dauer, BMI, Alter, Ätiologie | AST- und ALT-Spiegel bei alkoholbedingter Lebererkrankung: kein Unterschied |
| 6 Wang et al. 2025 | systematische Übersicht · 2.069 Teilnehmer | Silymarin-Monotherapie oder Silymarin-Komplex; 4 bis 48 Wochen Nachbeobachtung; gegen Keine Intervention, Placebo oder andere Interventionen | Schwere unerwünschte Ereignisse (Peto OR 1.55, 95% CI 0.26 to 9.28); Nicht schwere unerwünschte Ereignisse (RR 1.29, 95% CI 0.88 to 1.89) |
| 7 Mohammadi et al. 2024 | Metaanalyse · 1.943 Teilnehmer | Silymarin (SIL)-Supplementierung; gegen Silymarin-Gruppe versus unbehandelte Kontrolle | Diastolischer Blutdruck (DBP): verbessert (WMD: -1.25 mmHg; 95% CI: -2.25, -0.26; p = 0.013); Gesamtcholesterin (TC): verbessert (WMD: -13.97 mg/dL, 95% CI: -23.09, -4.85; p = 0.003); Triglyceride (TG): verbessert (WMD: -26.22 mg/dL, 95% CI: -40.32, -12.12; p < 0.001) |
| 10 Zhong et al. 2025 | Metaanalyse · 1.626 Teilnehmer | Antioxidantien-Supplemente, darunter Silymarin; gegen Kontrolle/Placebo in 21 RCTs | Becken-/Unterbauchschmerz: verbessert (SMD = -2.68; p < 0.00001); Dysmenorrhoe: verbessert (SMD = -1.77; p = 0.01); Dyspareunie: verbessert (SMD = -2.33; p = 0.01) |
| 14 Wang et al. 2025 | Metaanalyse · 1.221 Teilnehmer | Silibinin-Kapseln; gegen Nicht-Silibinin-Gruppe | ALT (Alanin-Aminotransferase): verbessert (SMD = -1.16, 95% CI (-1.84, -0.47)); AST (Aspartat-Aminotransferase): verbessert (SMD = -1.56, 95% CI (-2.18, -0.95)); GGT (Gamma-Glutamyltransferase): verbessert (SMD = -1.48, 95% CI (-2.09, -0.87)) |
| 17 Brooks et al. 2026 | systematische Übersicht · 785 Teilnehmer | Silymarin als eines mehrerer geprüfter Polyphenole; gegen Placebo bzw. Kontrolle, je Studie | Behinderung/EDSS: kein Unterschied (no significant impact on disability); Schubrate/ARR: kein Unterschied (no significant impact on relapse rates); MRT-Veränderungen: kein Unterschied (no significant impact on ... MRI outcomes) |
| 20 Que et al. 2024 | Metaanalyse · 562 Teilnehmer | Silymarin, Calendula oder Aloe vera; gegen Standardmedikation oder Placebo | Linderung der Radiodermatitis-Schädigung: verbessert; Wirksamkeit von Calendula und Aloe vera: unklar |
Weitere Studien zu diesem Gebiet: 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 34 35 36 37 39 40 42 43 47 50 51 53 55 56 58 60 61 62 63 65 66 67 69 70 71 72 73 75 76 78 79 80 81 82 83 84 86 87 88 89 90 93 94 96 97 98 101 107 110 111 112 113 114 115 116 117 118 120 121 123 124 125 128 129 130 136 137 139 140 141 142 147 151 153 156 162 163 164 166 167 170 171 173 174 175 176 179 180 181 182 183 184 185 186 187 189
4. Wie wird Mariendistel (Silymarin) dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien
Die Studien prüften überwiegend standardisierte Silymarin-Extrakte (teils als benannte Handelspräparate, teils nanomizellar oder als Creme) sowie Silibinin als Einzelstoff, daneben Mariendistel-Fruchtpulverextrakt und der Silybin-Phosphatidylcholin-Komplex. Größere kontrollierte Studien zu ganzen oder gemahlenen Früchten (Tee, Pulver) fehlen; einzelne Topika nutzten eine Mariendistel-Salbe ohne näher benannten Extrakt. Auffällig viele Studien untersuchten Mischpräparate, in denen Silymarin mit weiteren Bestandteilen kombiniert war; deren Ergebnisse gelten nur für die jeweilige Mischung, nicht für Silymarin allein.
| Präparat oder Form | Dosis | Dauer | Studie |
|---|---|---|---|
| Heptex®-Kapseln: 200 mg Phyllanthus niruri + 100 mg Silybum marianum Pulverextrakt | niedrig: 1 Kapsel; hoch: 2 Kapseln | 36 Wochen | 44 |
| Orales Silymarin als Kapseln oder Sirup | 70 mg Kapsel zweimal täglich oder Sirup dreimal täglich (50 mg/5 ml) | 9 Monate, monatliche Kontrolle | 45 |
| SPS-Tabletten: Silybum marianum, Pueraria lobata, Salvia miltiorrhiza (BYHEALTH) | 3 Tabletten pro Dosis, zweimal täglich; je Tablette ca. 23,0 mg Silybin, 11,4 mg Puerarin, 10,9 mg Salvianolsäure | 24 Wochen | 46 |
| Silymarin (Extrakt, Form nicht näher bezeichnet) | 140 mg täglich | 6 Wochen, Messungen zu Baseline, 3 und 6 Wochen | 47 |
| Silibinin-Meglumin-Tabletten plus Tenofovir, in der Behandlungsgruppe zusätzlich Ganshuang-Granulat | — | 12 und 24 Wochen | 48 |
| Silymarin 150 mg zweimal täglich vs. essentielle Phospholipide 825 mg zweimal täglich | Silymarin 150 mg b.i.d. | sechs Monate | 49 |
| Silybum marianum Salbe topisch | zweimal täglich, fingergroße Menge, 10 Tage | 10 Tage | 50 |
| Silymarin (standardisierter Extrakt, allein) | 103.2 mg/d | 24 Wochen | 51 |
| Silymarin (Vergleichsarm) vs. Naqu Fawakeh Fruchtinfusion | 5 mL (<30 kg) bzw. 10 mL (≥30 kg), 3x täglich | 8 Wochen | 52 |
| Silymarin allein oder mit Cholecalciferol | Silymarin 480 mg über 3 Monate; Cholecalciferol 50.000 IU/Woche für 8 Wochen | 3 Monate Nachbeobachtung | 53 |
| Zeta Colest: Mariendistel-Trockenextrakt 87,5 mg mit 70 mg Silymarin in Kombination | 1 Tablette abends, 8 Wochen | 8 Wochen nach 8-wöchiger Stabilisierungsdiät | 54 |
| Silybum-marianum-Extrakt-Kapseln | 400 mg/d | 12 Wochen | 55 |
| Legalon® (standardisierter Silymarin-Extrakt, Rottapharm|Madaus, Mylan) | 420 mg oder 700 mg dreimal täglich | 48 Wochen (Auswertung nach 48–50 Wochen) | 56 |
| Nutraceutical Blend (NSupple) vs. silymarin-angereicherter Blend (NSupple_Silybum) | — | 90 Tage | 57 |
| Silymarin (standardisierter Extrakt) | 140 mg zweimal täglich | 12 Wochen | 58 |
5. Ist Mariendistel (Silymarin) sicher? Nebenwirkungen in Studien
Die Verträglichkeit von Silymarin wird überwiegend als gut beschrieben; berichtet wurden meist nur leichte Beschwerden wie Magen-Darm-Reaktionen oder Schlaflosigkeit 1419354347. Eine Metaanalyse zur Fettleber fand unter Silymarin häufiger unerwünschte Wirkungen, vor allem Magen-Darm-Beschwerden 5. Berichtet wird außerdem ein mögliches Blutungsrisiko bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien 39.
| Studie | Berichtete Nebenwirkungen |
|---|---|
| 5 Zhang et al. 2025 | Silymarin erhöhte die Rate unerwünschter Wirkungen (RR 1,98); meist Magen-Darm-Beschwerden |
| 6 Wang et al. 2025 | Schwere unerwünschte Ereignisse Peto OR 1,55; nicht schwere RR 1,29 |
| 14 Wang et al. 2025 | Nur leichte gastrointestinale Reaktionen und Schlaflosigkeit |
| 15 Tao et al. 2019 | unerwünschte Ereignisse vergleichbar mit Placebo |
| 17 Brooks et al. 2026 | Interventionsbedingte unerwünschte Ereignisse generell mild |
| 18 Yin et al. 2025 | nicht berichtet |
| 19 Amini et al. 2023 | keine oder vernachlässigbare Nebenwirkungen berichtet |
| 23 Tóth et al. 2020 | Sicher; keine Erhöhung von ALT, AST, Kreatinkinase |
| 25 Liang et al. 2025 | schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, unter den häufigsten Produkten mit SAEs |
| 26 Sarkar et al. 2025 | Silymarin: minimale Nebenwirkungen |
| 35 Rahimi-Dehkordi et al. 2024 | keine schweren Nebenwirkungen bei untersuchter Dosierung |
| 39 Hatfield et al. 2022 | Blutungsrisiko unter Antikoagulanzien |
6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage
- Die geprüften Zubereitungen (standardisierter Extrakt, Silibinin, Komplex, Handelspräparate) und Dosen unterscheiden sich stark, sodass Ergebnisse nicht auf alle Erzeugnisse übertragbar sind.
- Zu ganzen oder gemahlenen Früchten (Tee, Pulver) und zu Mariendistel-Samenöl fehlen kontrollierte Studien am Menschen.
- Eine Besserung der Entzündung im Lebergewebe bei NASH ist nicht belegt 56; viele Endpunkte beruhen nur auf Blutwerten oder Ultraschall.
- Viele Ergebnisse zu Mischpräparaten lassen sich nicht allein dem Silymarin zuordnen, weil weitere Bestandteile mituntersucht wurden.
- Zu mehreren Gebieten (Pilzvergiftung, Krebs) stammen die Daten überwiegend aus unkontrollierten Beobachtungen.
7. Fazit: Was über Mariendistel (Silymarin) gesichert ist
Die Mariendistel (Silybum marianum) liefert mit Silymarin ein Gemisch aus Flavonolignanen, das in vielen Studien am Menschen geprüft wurde. Am besten untersucht sind Leberwerte: Metaanalysen fanden bei Fettleber und Virushepatitis niedrigere Transaminasen 34, unter Tuberkulosemitteln seltener Leberschäden 15. Bei Diabetes senkte Silymarin in einer Metaanalyse Nüchternblutzucker, Insulin und HbA1c 7, eine kontrollierte Einzelstudie fand keinen Unterschied 69. Das Lebergewebe bei NASH besserte sich in einer placebokontrollierten Studie nicht 56.
Viele Untersuchungen nutzten zudem Mischpräparate, deren Ergebnisse nur für die jeweilige Kombination gelten. Die Verträglichkeit wird meist als gut beschrieben; eine Metaanalyse fand häufiger unerwünschte Wirkungen, vor allem Magen-Darm-Beschwerden 5, und unter Gerinnungshemmern wird ein Blutungsrisiko beschrieben 39.
Häufige Fragen
Wie gut ist Mariendistel (Silymarin) am Menschen untersucht?
Mariendistel (Silymarin): ausgewertet wurden 212 Studien am Menschen, darunter 56 randomisierte kontrollierte Studien und 42 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 3.909 Teilnehmer. Stand: 7. Oktober 2026.
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Leberwerte unter medikamentöser Behandlung? Das zeigen die Studien
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Nichtalkoholische Fettlebererkrankung? Das zeigen die Studien
Ausgewertet sind 5 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 7 kontrollierte Studien und 27 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 564 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 2345
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Diabetes und Blutzucker? Das zeigen die Studien
Ausgewertet sind 3 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 2 kontrollierte Studien und 15 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 117 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 471118
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Chronische Hepatitis? Das zeigen die Studien
Ausgewertet sind eine Metaanalyse oder systematische Übersicht, eine kontrollierte Studie und 6 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 141 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 390127146
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Leberzirrhose? Das zeigen die Studien
Ausgewertet sind eine Metaanalyse oder systematische Übersicht, eine kontrollierte Studie und 7 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 141 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 1990101146
Was bringt Mariendistel (Silymarin) bei Krebserkrankungen (Silibinin)? Das zeigen die Studien
Welche Mariendistel-Formen wurden in den Studien geprüft?
Am häufigsten untersucht wurden standardisierte Silymarin-Extrakte, teils als benannte Handelspräparate oder nanomizellare Zubereitungen. Daneben kamen Silibinin als Einzelstoff, der Silybin-Phosphatidylcholin-Komplex und Mariendistel-Fruchtpulverextrakte zum Einsatz. Größere kontrollierte Studien zu Tee oder Pulver aus den ganzen Früchten fehlen.
Was zeigen die Studien bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung?
Metaanalysen fanden bei Fettleber niedrigere Transaminasen 3433 sowie niedrigere Triglyceride und mehr HDL 433. Eine placebokontrollierte Studie fand dagegen nur bei GGT und Lebersteifigkeit einen Vorteil 51. Leberverfettung und Fettleber-Scores besserten sich in einer Metaanalyse 4, in zwei randomisierten Studien blieb der Leberfettgehalt dagegen ohne Unterschied 4951.
Wie sicher ist die Einnahme?
Die Verträglichkeit von Silymarin wird überwiegend als gut beschrieben, mit meist leichten Beschwerden wie Magen-Darm-Reaktionen oder Schlaflosigkeit 1419354347. Auch die Studien zur Leberzirrhose berichteten keine oder kaum Nebenwirkungen 19. Eine Metaanalyse zur Fettleber fand jedoch häufiger unerwünschte Wirkungen, vor allem Magen-Darm-Beschwerden 5; bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern wird ein Blutungsrisiko beschrieben 39.
Gilt das auch für Kombinationspräparate mit anderen Stoffen?
Nein. Viele Studien prüften Silymarin zusammen mit weiteren Bestandteilen wie Berberin, Alpha-Liponsäure oder anderen Pflanzenextrakten. Deren Ergebnisse gelten nur für die jeweilige Mischung und lassen sich nicht allein dem Silymarin zuordnen 21222354646885. Aussagen zur Wirkung von Silymarin allein stützen sich auf Studien mit standardisiertem Extrakt oder Silibinin ohne weitere Wirkstoffe.
Was ist bei chronischer Hepatitis und Leberzirrhose bekannt?
Bei chronischer Hepatitis verbesserte ein standardisierter Silymarin-Extrakt in einer Metaanalyse die Leberenzyme 3, in der Hepatitis C zeigte Silymarin aber keinen klaren Vorteil gegenüber anderen Ansätzen 59. Bei Leberzirrhose fanden drei von sechs Silymarin-Studien einer Übersicht niedrigere Leberenzyme 19; eine kontrollierte Studie fand keinen Unterschied bei Komplikationen wie Aszites und bei Fibrosewerten 90.
Quellen
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- 23Tóth B, Németh D, Soós A, Hegyi P, Pham-Dobor G, Varga O et al. · 2020
- 24Darvishi-Khezri H, Naderisorki M, Zahedi M, Mortazavi P, Tajik F, Nasirzadeh A et al. · 2021
- 25Liang CJW, Woerdenbag HJ, Ekhart C, Vitalone A, van Hunsel FPAM · 2025
- 26Sarkar R, Sahu A · 2025
- 27Frounchi N, Mahmoodpoor F, Zakavi SS, Eyvazova K, Yagubova S, Ardalan M et al. · 2025
- 28Mohammadi S, Ashtary-Larky D, Asbaghi O, Farrokhi V, Jadidi Y, Mofidi F et al. · 2024
- 29Bahari H, Shahraki Jazinaki M, Rashidmayvan M, Taheri S, Amini MR, Malekahmadi M · 2024
- 30Zare Mehrjerdi P, Asadi S, Ehsani E, Askari VR, Baradaran Rahimi V · 2024
- 31White CM, Sedensky A, Sicignano D, Galli KJ · 2024
- 32Służały P, Paśko P, Galanty A · 2024
- 33
- 34Ghahfarrokhi SH, Heidari-Soureshjani S, Sherwin CMT, Azadegan-Dehkordi Z · 2024
- 35Rahimi-Dehkordi N, Heidari-Soureshjani S, Sherwin CMT · 2024
- 36Speeckaert R, Bulat V, Speeckaert MM, van Geel N · 2023
- 37Latacela GA, Ramaiah P, Ramaiah P, Patra I, Jalil AT, Gupta R et al. · 2023
- 38Mirjalili M, Mirzaei E, Vazin A · 2022
- 39Hatfield J, Saad S, Housewright C · 2022
- 40Tvrdý V, Pourová J, Jirkovský E, Křen V, Valentová K, Mladěnka P · 2021
- 41de Avelar CR, Pereira EM, de Farias Costa PR, de Jesus RP, de Oliveira LPM · 2017
- 42Langhorst J, Wulfert H, Lauche R, Klose P, Cramer H, Dobos GJ et al. · 2015
- 43Posadzki P, Watson LK, Ernst E · 2013
- 44Shaker MK, Hassany M, Eysa B, Adel A, Zidan A, Mohamed S · 2025
- 45Eghbali A, Sadeghian M, Ghasemi A, Afzal RR, Eghbali A, Ghaffari K · 2024
- 46Li BY, Xi Y, Liu YP, Wang D, Wang C, Chen CG et al. · 2024
- 47Erfanian SS, Ansari H, Javanmard SH, Amini Z, Hajigholami A · 2024
- 48
- 49Manuc T, Preda CM, Istratescu D, Gheorghe L, Cerban R, Ester C et al. · 2024
- 50Toomari E, Hajian S, Mojab F, Omidkhah T, Nasiri M · 2021
- 51Jin Y, Wang X, Chen K, Chen Y, Zhou L, Zeng Y et al. · 2024
- 52Ettehadi F, Zekavat OR, Tavakkoli A, Namjoyan F, Sayadi M, Vazani Y · 2025
- 53Valipour R, Narouie B, Momeni H, Radpour N, Torabinavid P, Momeni A et al. · 2024
- 54Fogacci F, Giovannini M, D'Addato S, Grandi E, Cicero AFG · 2023
- 55Saberi Z, Gorji N, Gorji N, Memariani Z, Moeini R, Shirafkan H et al. · 2020
- 56Navarro VJ, Belle SH, D'Amato M, Adfhal N, Brunt EM, Fried MW et al. · 2019
- 57Santamarina AB, Filho VN, de Freitas JA, Franco LAM, Martins RC, Fonseca JV et al. · 2025
- 58Mirzaei N, Jahanian Sadatmahalleh S, Rouholamin S, Nasiri M · 2022
- 59
- 60Soleimani V, Khodashahi R, Arian M, Tavanaee A, Omidkhoda N, Karimi G et al. · 2026
- 61Keshavarzi A, Akrami R, Zarshenas MM, Zareie S, Ghadimi T, Najafi A et al. · 2024
- 62Karbasforooshan H, Rahimi H, Arasteh O, Allahyari A, Varmaghani M, Jannati M et al. · 2024
- 63Gholami AH, Ansari H, Dadkhah A · 2024
- 64Khalili N, Fereydoonzadeh R, Mohtashami R, Mehrzadi S, Heydari M, Huseini HF · 2017
- 65Baghbahadorani FK, Miraj S · 2016
- 66Atarodi H, Pazouki A, Gholizadeh B, Karami R, Kabir A, Sadri G et al. · 2022
- 67Mirhashemi SH, Hakakzadeh A, Yeganeh FE, Oshidari B, Rezaee SP · 2022
- 68Ghorbani A, Zarvandi M, Rakhshandeh H · 2019
- 69Ferdowsi S, Shidfar F, Heidari I, Kashi M, Sohouli MH, Sarrafi Zadeh S · 2024
- 70Ghiasian M, Nafisi H, Ranjbar A, Mohammadi Y, Ataei S · 2021
- 71Karbasforooshan H, Hosseini S, Elyasi S, Fani Pakdel A, Karimi G · 2019
- 72Rustamzadeh A, Sadigh N, Vahabi Z, Khamseh F, Mohebi N, Ghobadi Z et al. · 2024
- 73Rustamzadeh A, Sadigh N, Shabani R, Ahadi R, Vahabi Z, Shabani A et al. · 2023
- 74Talebi A, Soltani R, Khorvash F, Jouabadi SM · 2023
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- 79Feily A, Hosseinpour M, Samipour L, Parvar SY, Hadibarhaghtalab M, Goodarzian M · 2024
- 80Gharakhanlou BJ, Rahmani B, Amaghani A, Solaimanian S, Shiri-Shahsavar MR · 2023
- 81Grant JE, Redden SA, Chamberlain SR · 2019
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- 171
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- 176Asgharpour M, Alirezaei A · 2021
- 177Tighe SP, Akhtar D, Iqbal U, Ahmed A · 2020
- 178Gillessen A, Schmidt HH · 2020
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- 180Soleimani V, Delghandi PS, Moallem SA, Karimi G · 2019
- 181Francini-Pesenti F, Spinella P, Calò LA · 2019
- 182Abenavoli L, Izzo AA, Milić N, Cicala C, Santini A, Capasso R · 2018
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- 185Frassová Z, Rudá-Kučerová J · 2017
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