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Lithium

Datenbank-gestützte Auswertung · in unserer Datenbank 1.782 Arbeiten, davon 92 kontrollierte Studien am Menschen · Stand · So werten wir aus

Lithium ist ein Alkalimetall, dessen Salze in der Medizin die Stimmung stabilisieren; Studien am Menschen zeigen je nach Krankheitsbild gemischte Ergebnisse.

Lithium: ausgewertet wurden 262 Studien am Menschen, darunter 29 randomisierte kontrollierte Studien und 56 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 2.645 Teilnehmer. Stand: 24. Oktober 2026.

Diese Seite als PDF · Resümee

1. Was ist Lithium? Vorkommen, Herkunft und Formen

Lithium ist ein Alkalimetall und das leichteste Metall; in der Natur kommt es in Gestein, Mineralquellen und im Trinkwasser in sehr geringen Mengen vor. Als Salz wird es in der Medizin als Stimmungsstabilisierer eingesetzt. Daneben wird eine sehr niedrige Aufnahme über das Trinkwasser untersucht.

Lithium findet sich in geringen Mengen in Gestein, Böden, Mineralwässern und im Trinkwasser. In der Medizin wird es als Salz in fester Form oder als Lösung gegeben.

Gewonnen wird Lithium aus lithiumhaltigen Erzen und Salzlaugen; für die medizinische Anwendung entstehen daraus Salze wie Lithiumcarbonat oder Lithiumcitrat. In Studien werden unterschiedliche Formen geprüft, darunter Lithiumcarbonat, Lithiumcitrat, Lithiumorotat sowie die sehr niedrige Aufnahme über das Trinkwasser.

Untersuchte Formen und Zubereitungen

  • Lithiumcarbonat
  • Lithiumcitrat
  • Lithiumorotat
  • Lithiumchlorid, in Wasser gelöst
  • Spuren von Lithium im Trinkwasser

Nicht gemeint sind auf dieser Seite:

  • Natrium und Kalium, andere Alkalimetalle
  • Lithium-Ionen-Akkus und andere technische Anwendungen
  • Andere Stimmungsstabilisierer wie Valproat und Lamotrigin
  • Markenpräparate und Fertigprodukte

2. Wie wirkt Lithium? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Demenz und Alzheimer-Krankheitüberwiegend kein Unterschiedmittel15 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 26 weitere141
Bipolare Störunggemischtmittel11 Metaanalysen · 5 kontrolliert · 54 weitere347
Depressiongemischtmittel6 Metaanalysen · 10 kontrolliert · 24 weitere1.027
Neuroprotektionüberwiegend kein Unterschiedmittel11 Metaanalysen · 5 kontrolliert · 21 weitere206
Suizidpräventionüberwiegend kein Unterschiedmittel8 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 26 weitere613
Spuren von Lithium im Trinkwassernur Übersichtengering3 Metaanalysen · 0 kontrolliert · 2 weitere0
Weitere Untersuchungenüberwiegend kein Unterschiedhoch10 Metaanalysen · 10 kontrolliert · 104 weitere603

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

Lithium, Demenz und Alzheimer-Krankheit: Studien am Menschen

Bei leichter kognitiver Beeinträchtigung bremste niedrig dosiertes Lithium in einer randomisierten Studie gegenüber Placebo den geistigen Abbau und senkte das phosphorylierte Tau im Nervenwasser 8074. Eine weitere randomisierte Pilotstudie mit niedrig dosiertem Lithiumcarbonat bei leichter kognitiver Beeinträchtigung erreichte keines ihrer Hauptziele 67. Eine Metaanalyse randomisierter Studien bei Alzheimer-Demenz fand dagegen keine gesicherte Besserung von Kognition, Alltagsfunktion oder Nervenwasser-Biomarkern 20. Günstige Wirkungen auf Amyloid und Tau zeigen Übersichten vor allem in Tierversuchen 3038. In Beobachtungsstudien, die mehrere Metaanalysen und Übersichten zusammenfassen, ging eine Lithiumbehandlung mit einem niedrigeren Demenzrisiko einher 28404458; das zeigt einen Zusammenhang, keinen Nachweis. Bei älteren Menschen mit bipolarer Störung fand eine Übersicht kein erhöhtes Risiko neurokognitiver Störungen unter langjährigem Lithium 31.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
8 Terao et al. 2024Metaanalyse · 6.547 TeilnehmerLithium (niedrig dosiert); niedrig dosiert; gegen Placebo, Donanemab, Lecanemab, AducanumabMini-Mental State Examination: verbessert (significantly outperformed); Alzheimer's Disease Assessment Scale-cognitive subscale: verbessert (significantly higher than placebo)
17 Matsunaga et al. 2019Metaanalyse · 568 TeilnehmerLithium (3 RCTs) und Tideglusib (2 RCTs) als GSK-3-Inhibitoren; gegen PlaceboKognitive Funktionswerte (Lithium-Subgruppe): verbessert (SMD = -0.41, p = 0.04)
20 Pereira et al. 2026systematische Übersicht · 394 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Placebo oder StandardtherapieGlobale Kognition (MMSE): kein Unterschied (MD -1.61, 95% CI -4.11 to 0.88); Globale Kognition (ADAS-Cog): kein Unterschied (MD -1.82, -3.05 to -0.60); Gedächtnis (Figurenabruf): unklar
22 Matsunaga et al. 2015Metaanalyse · 232 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen PlaceboKognitive Leistung (ADAS-cog oder MMSE): verbessert (standardized mean difference = -0.41, 95% confidence interval = -0.81 to -0.02, p = 0.04)
27 Deng et al. 2026systematische ÜbersichtLithium (als Salz, Form nicht spezifiziert); niedrig dosiert (low-dose) in MCI/AD-Studien, sonst nicht berichtet; 10 Wochen bis 3 Jahre; gegen Placebo oder andere Behandlung (nicht näher berichtet)globale kognitive Verschlechterung: verbessert
28 Campedelli et al. 2026MetaanalyseLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen Lithiumexposition vs. keine ExpositionDemenzrisiko (gepoolte Hazard Ratio): verbessert (HR 0.633 (95% CI: 0.517-0.775; p = 0.003)); Alzheimer-Diagnose (Hazard Ratio): kein Unterschied (HR 0.656 (95% CI: 0.427-1.009; p = 0.052)); Kognitive Outcomes (SMD): verbessert (SMD -0.410 (95% CI: -0.810 to -0.020; p = 0.040))
30 Xiao et al. 2026systematische ÜbersichtLithium-Monotherapie; niedrig dosiert, langfristig; langfristig; gegen keine einheitliche Kontrolle berichtetintrazerebrale Amyloidablagerung: unklar (inconsistent effects); AD-bedingte kognitive Defizite: unklar (inconsistent effects)
31 Parlapani et al. 2026systematische ÜbersichtLithium (Langzeittherapie); Langzeittherapie; gegen Kein Lithium / andere BehandlungRisiko neurokognitiver Störungen: kein Unterschied (Eight out of nine studies did not support an association)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 40 44 50 52 55 56 58 67 74 95 97 99 103 168 169 171 174 190 194 205 216 218 221 224 229 232 235 236 240 249 252 254 257 258 261

Lithium und Bipolare Störung: Studien am Menschen

Bei bipolarer Störung senkte Lithium allein in Metaanalysen randomisierter Studien das Risiko neuer Stimmungsepisoden gegenüber Placebo 57, in einer davon für manische wie depressive Episoden 5. Bei Kindern und Jugendlichen mit akuter Manie sprachen in einer Netzwerk-Metaanalyse unter Lithium mehr Behandelte an als unter Placebo, die Manie-Symptome gingen aber nicht stärker zurück 10. Übersichten sprechen für eine Wirksamkeit auch bei Kindern, rund um die Geburt und im Alter, wobei größere Studien noch ausstehen 615. Bei Jugendlichen mit akuter Manie sprachen in einer randomisierten Studie unter Lithium weniger an als unter Quetiapin, die Remissionsraten unterschieden sich nicht 64. Bei Erwachsenen mit Manie unter Divalproex besserte zusätzliches Lithium die Beschwerden in einer kleinen randomisierten Pilotstudie nicht stärker als Placebo, und mehr Teilnehmende brachen ab 70.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
5 Kishi et al. 2021Metaanalyse · 9.821 TeilnehmerLithium, teils mit Valproat/Oxcarbazepin oder Antipsychotika; mittlere Studiendauer 70,5 ± 36,6 Wochen; gegen Placebo und andere WirkstoffeRückfallrate jeglicher affektiver Episode: verbessert; Rückfallrate depressiver Episode: verbessert; Rückfallrate manischer/hypomaner/gemischter Episode: verbessert
6 Janiri et al. 2023Übersicht · 8.209 TeilnehmerLithium (Form nicht genannt); gegen Placebo bzw. Nicht-LithiumWirksamkeit bei bipolarer Störung im Kindesalter: verbessert; Verhinderung von Stimmungsepisoden peripartal: verbessert; Wirksamkeit bei bipolarer Störung im Alter: verbessert
7 Nestsiarovich et al. 2022Metaanalyse · 7.773 TeilnehmerLithium, Stimmungsstabilisierer, Antipsychotika, Antidepressiva; 24-104 Wochen Nachbeobachtung; gegen Placebo oder alternative WirkstoffeNeue bipolare Episoden (Lithium vs. Placebo): verbessert (ORs varied 0.19-0.46)
10 Vita et al. 2025Metaanalyse · 2.844 TeilnehmerLithium (Salzform nicht genannt) im Vergleich zu Antipsychotika und anderen Stimmungsstabilisierern; mittlere Studiendauer 5,4 Wochen; gegen Placebo, Second-Generation-Antipsychotika, andere StimmungsstabilisiererMania-Ansprechen (Response) vs Placebo: verbessert (RR = 1.35, 95% CI = 1.00, 1.83, p = .049); Reduktion der Manie-Symptomatik vs Placebo: kein Unterschied (no mood stabilizer outperformed placebo); Therapieabbrüche jeglicher Ursache vs Placebo: kein Unterschied (no significant treatment-placebo differences for all-cause discontinuation)
13 Riedinger et al. 2023systematische Übersicht · 1.222 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen keine Placebo-kontrollierten RCTs mit therapeutischen SpiegelnWirksamkeit bei bipolarer Depression: unklar
15 Janiri et al. 2023systematische Übersicht · 857 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen Placebo, Antipsychotika oder andere PharmakaWirksamkeit bei manischen/gemischten Episoden vs. Placebo: verbessert; Wirksamkeit vs. Antipsychotika: verschlechtert; Wirksamkeitsspanne: unklar (32% to 82.4%)
19 Kupka et al. 2024systematische Übersicht · 403 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Nicht-Absetzer bzw. Fortführung vs. Absetzen und WiederaufnahmeNichtansprechen auf erneute Lithiumbehandlung: unklar
27 Deng et al. 2026systematische ÜbersichtLithium (als Salz, Form nicht spezifiziert); niedrig dosiert (low-dose) in MCI/AD-Studien, sonst nicht berichtet; 10 Wochen bis 3 Jahre; gegen Placebo oder andere Behandlung (nicht näher berichtet)zusammengesetzte kognitive Scores: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 36 43 48 49 51 53 64 70 72 76 81 98 100 102 104 106 109 110 114 117 120 128 134 139 144 146 152 160 170 173 183 187 191 195 196 197 200 204 205 208 209 210 213 215 218 222 226 228 231 233 234 236 237 239 241 245 246 247 248 249 254 262

Lithium und Depression: Studien am Menschen

Bei Depression ist das Bild uneinheitlich. Als Zusatz zu Antidepressiva fand eine Metaanalyse placebokontrollierter Studien unter Lithium häufigeres Ansprechen, das nach Korrektur für Veröffentlichungsverzerrung nicht mehr gesichert war 4. Bei älteren Menschen mit behandlungsresistenter Depression unterschied sich eine Lithium-Zugabe in einer randomisierten Studie weder beim Wohlbefinden noch bei der Remission von einem Wechsel auf Nortriptylin 61. Gegenüber einer Quetiapin-Zugabe besserten sich die Beschwerden in einer weiteren randomisierten Studie ähnlich 62. Nach erfolglosem SSRI brachte eine Lithium-Zugabe in einer randomisierten Studie keinen gesicherten Vorteil gegenüber einer Dosisanpassung des SSRI 60, und nach erfolglosem Imipramin wirkte sie in einer weiteren schwächer als eine Citalopram-Zugabe 65. Als Erhaltungsbehandlung nach erfolgreicher Magnetstimulation beugte Lithium Rückfällen in einer randomisierten Studie ähnlich vor wie fortgesetzte Magnetstimulation, bei mehr Nebenwirkungen 69. Nach Ketamin-Infusionen hielt Lithium die Besserung in einer randomisierten Studie nicht besser als Placebo 84, und niedrig dosiertes Lithiumcarbonat als Zusatz führte in einer kleinen placebokontrollierten Studie nicht häufiger zum Ansprechen 92. Systematische Übersichten berichten einen Nutzen bei behandlungsresistenter Altersdepression 34 und von niedrig dosiertem Lithium als Zusatz 43; eine systematische Übersicht direkter Vergleiche hält Lithium, Quetiapin und Esketamin für wirksam, Quetiapin beschreibend etwas vor Lithium 33. Eine systematische Übersicht zu Kindern, peripartalen und älteren Erwachsenen fand die Wirksamkeit bei majorer Depression im Kindesalter unklar 6. Die Beweiskraft ist mittel: Viele Studien sind klein und verglichen Lithium mit anderen Behandlungen statt mit Placebo.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
4 Hsu et al. 2026Metaanalyse · 13.616 TeilnehmerLithium-Augmentation zusätzlich zu Antidepressiva; gegen Placebo-kontrollierte RCTsAnsprechrate (≥50% Symptomreduktion): verbessert (OR 2.06; 1.30-3.27); Ansprechrate nach Bias-Adjustierung (PET-PEESE/Selektionsmodelle): kein Unterschied (statistically non-significant)
6 Janiri et al. 2023Übersicht · 8.209 TeilnehmerLithium (Form nicht genannt); gegen Placebo bzw. Nicht-LithiumWirksamkeit bei majorer Depression im Kindesalter: unklar; Wirksamkeit bei resistenter Depression im Alter: verbessert
21 Nelson et al. 2014Metaanalyse · 237 TeilnehmerLithium als Zusatz zu Antidepressiva (TCA oder Zweitgeneration); gegen Placebo zusätzlich zum AntidepressivumAnsprechrate (Odds Ratio) Lithium vs. Placebo, alle Kontraste: verbessert (2.89 (95% CI 1.65, 5.05, z=3.72, p=0.0002)); Ansprechrate bei trizyklischen Antidepressiva: verbessert; Ansprechrate bei Zweitgenerations-Antidepressiva: verbessert
33 Eckert et al. 2026systematische ÜbersichtLithium-Augmentation; gegen Quetiapin oder EsketaminWirksamkeit bei behandlungsresistenter Depression: verbessert; Deskriptive Überlegenheit von Quetiapin gegenüber Lithium: kein Unterschied
34 Pozuelo et al. 2025systematische ÜbersichtLithium (Verbindung nicht genannt); gegen VergleichsbehandlungReduktion depressiver Symptome nach Behandlung: verbessert
43 Strawbridge et al. 2023systematische ÜbersichtNiedrig dosiertes Lithium (LDL); Serumspiegel ≤0,6 mmol/L; gegen Placebo oder andere VergleichsgruppeDepression (als Zusatztherapie): verbessert (potentially as an adjunctive therapy)
46 Strawbridge et al. 2023systematische ÜbersichtLithium (Verbindung nicht genannt); gegen andere Interventionen (ECT, Ketamin, Bupropion, Aripiprazol, Quetiapin)Veränderung pro-inflammatorischer Marker: unklar
60 Pérez et al. 2025randomisiert kontrolliert · 257 TeilnehmerLithium-Augmentation zusätzlich zu SSRI; 6 Wochen; gegen SSRI-Dosisoptimierung, Nortriptylin-Kombination, Venlafaxin-Wechsel, ProblemlösetherapieAnsprechrate (Response) Woche 6: unklar (28.2% v. 14.3%, odds ratio = 2.36 [95% CI 1.0-5.6], p = 0.05); Remissionsrate Woche 6: unklar (16.9% v. 12.2%, odds ratio = 1.46, [95% CI 0.57-3.71], p = 0.27); HDRS-17-Score-Reduktion: unklar (-2.6 [95% CI -4.9 to -0.4], p = 0.021)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 61 63 65 69 79 84 88 91 92 98 122 133 136 145 154 155 193 197 206 225 233 238 239 241 242 243 244 245 250 256 259 260

Lithium und Neuroprotektion: Studien am Menschen

Bei bipolarer Störung berichten systematische Übersichten über neurotrophe und neuroprotektive Wirkungen einer Lithium-Langzeitbehandlung 3144. Eine systematische Übersicht zu niedrig dosiertem Lithium berichtet von geringerem kognitivem Abbau 43, und eine randomisierte kontrollierte Studie fand bei jungen Menschen mit erster manischer Episode eine günstigere Veränderung des Volumens der weißen Substanz in der linken Capsula interna unter Lithium im Vergleich zu Quetiapin 86. Demgegenüber zeigte eine randomisierte kontrollierte Studie an Erwachsenen mit HIV-assoziierter neurokognitiver Störung keinen Unterschied im Neuroprotektions-Biomarker-Panel zwischen Lithium und Placebo 73, und eine weitere randomisierte kontrollierte Studie an jungen Menschen mit erster manischer Episode fand keine unterschiedliche Veränderung des Brain-PAD zwischen Lithium- und Quetiapin-Gruppe 82. Die Befunde stammen überwiegend aus Übersichtsarbeiten und kleinen randomisierten Studien an spezifischen Patientengruppen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
18 Hamad et al. 2023Metaanalyse · 469 TeilnehmerLithium, teils kombiniert mit Valproat; Dosen variierten zwischen den Studien; gegen PlaceboÜberlebensrate: kein Unterschied (hazard ratio = 0.95, 95% confidence interval: 0.65 to 1.37, P = 0.77); Änderung der ALS Functional Rating Scale (revised): kein Unterschied (P = 0.35); Änderung der forcierten Vitalkapazität (% vorhergesagt): kein Unterschied (P = 0.73)
20 Pereira et al. 2026systematische Übersicht · 394 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Placebo oder StandardtherapieCSF-Biomarker: kein Unterschied
22 Matsunaga et al. 2015Metaanalyse · 232 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen PlaceboCSF-Biomarker (p-Tau181, total Tau, Amyloid-β42): kein Unterschied
29 Boere et al. 2026systematische ÜbersichtLithium (Salzform nicht genannt); gegen Nicht-Lithium-Patienten, andere Behandlung, gesunde Kontrollen oder AusgangswerteVolumen von Hippocampus, Amygdala, ACC und PFC: verbessert; Integrität der weißen Substanz im frontolimbischen Schaltkreis: verbessert; Amygdala-PFC/ACC-Konnektivität, hippocampale Integrität und Volumina: verbessert
31 Parlapani et al. 2026systematische ÜbersichtLithium (Langzeittherapie); Langzeittherapie; gegen Kein Lithium / andere BehandlungNeurotrophe Effekte: unklar (accumulating evidence supports Lithium's neurotrophic effects)
37 Hassan et al. 2024systematische ÜbersichtLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Andere neuroprotektive Strategien bzw. KontrolleSchlaganfallvolumen: unklar; Funktionelle Erholung: kein Unterschied
41 Solleti et al. 2024systematische ÜbersichtLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen Querschnittsstudien zu Amygdalavolumen unter LithiumAmygdalavolumen: unklar
43 Strawbridge et al. 2023systematische ÜbersichtNiedrig dosiertes Lithium (LDL); Serumspiegel ≤0,6 mmol/L; gegen Placebo oder andere VergleichsgruppeKognitiver Abbau: verbessert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 44 48 55 56 67 73 82 86 90 191 194 199 200 202 205 208 210 218 224 228 229 233 235 236 248 251 253 257 261

Lithium und Suizidprävention: Studien am Menschen

In der Suizidprävention zeigt sich ein gemischtes Bild: Beobachtungsstudien, die eine systematische Übersicht zusammenfasst, fanden bei affektiven Störungen weniger Suizide unter Lithium, unter langfristiger Behandlung mehr als unter kurzfristiger 54. Höhere Lithiumwerte im Trinkwasser gingen in einer Metaanalyse von Bevölkerungsvergleichen und einer Übersicht mit niedrigerer Suizidsterblichkeit einher 157. Bei Jugendlichen mit bipolarer Störung berichtet eine Übersicht weniger Suizidgedanken und Selbstverletzungen, bei gemischter Studienlage 36. In randomisierten Studien ist ein Schutz nicht gesichert: Lithiumcarbonat zusätzlich zur üblichen Versorgung verringerte wiederholte suizidbezogene Ereignisse nicht gegenüber Placebo 59; eine Nachauswertung derselben Studie bei therapietreuen Teilnehmern konnte einen Schutz weder belegen noch ausschließen 89. Eine Metaanalyse randomisierter Studien fand gegenüber Placebo oder üblicher Behandlung keinen gesicherten Unterschied bei Suiziden und Suizidversuchen 11. Die Beweiskraft ist mittel; die Studien untersuchten unterschiedliche Lithiumverbindungen und Populationen, und die Trinkwasser-Befunde stammen aus Beobachtungsstudien ganzer Bevölkerungen, die Zusammenhänge, aber keine Ursachen zeigen. Offen bleibt, welche Salzform und welcher Serumspiegel für einen möglichen Nutzen entscheidend sind.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
11 Nabi et al. 2022Metaanalyse · 2.578 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen Placebo oder Behandlung wie üblichSuizidrate: kein Unterschied (OR = 0.41 (95% confidence interval 0.03-2.49), p = 0.45); Nicht-fatales suizidales Verhalten: kein Unterschied; Suizidversuche: kein Unterschied
14 Ghaemi et al. 2024Metaanalyse · 1.203 TeilnehmerLithiumsalze (nicht näher spezifiziert); gegen PlaceboSuizide unter Lithium vs. Placebo (vollständige Analyse): verbessert; Statistische Signifikanz der vollständigen Analyse: verbessert (95% CIs 0.05, 0.83)
35 Waszak et al. 2025systematische ÜbersichtLithium (Verbindung nicht genannt); Studien 2014–2024; gegen Valproat und andere StimmungsstabilisiererSuizidrisiko: verbessert
36 Sesso et al. 2024systematische ÜbersichtLithium (Form nicht spezifiziert); gegen andere Stimmungsstabilisierer, Placebo oder unbehandeltSuizidgedanken und selbstverletzendes Verhalten: verbessert
45 Wilkinson et al. 2023MetaanalyseLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Placebo/kein Lithium oder aktive KontrollenSuizid-Odds bei bipolarer Störung vs. aktive Kontrolle: verbessert (OR = .58, p = .005); Suizid-Odds bei bipolarer Störung vs. Placebo/kein Lithium: verbessert (OR = .46, p = .009); Suizid-Odds bei gemischten Diagnosen vs. Placebo/kein Lithium: verbessert (OR = .27, p < .001)
47 Riblet et al. 2022MetaanalyseLithium (Salzform nicht genannt); gegen KontrollbedingungPeto Odds Ratio für Suizid: kein Unterschied (OR = 0.30, 95% CI 0.09-1.02); Inzidenzratenverhältnis für Suizid: kein Unterschied (IRR = 0.22, 95% CI 0.05-1.05)
48 Fountoulakis et al. 2022systematische ÜbersichtLithium (Monotherapie oder Kombination); gegen andere neuere WirkstoffeSuizidgedanken: verbessert
51 Ogasawara et al. 2022MetaanalyseLithium vs. Quetiapin; gegen Quetiapin vs. LithiumSuizidbezogene Ereignisse: kein Unterschied (OR: 2.35, 95% CI: 0.40-13.65, P = 0.34)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 54 59 66 101 107 143 166 171 178 188 200 201 203 205 206 211 212 213 216 217 218 220 222 233 241 248 249 255

Lithium und Spuren von Lithium im Trinkwasser: Studien am Menschen

Höhere Lithiumwerte im Trinkwasser gingen in einer Metaanalyse von Bevölkerungsvergleichen und einer Übersicht mit niedrigerer Suizidsterblichkeit einher 157. Zwei weitere Übersichtsarbeiten betrachten Bevölkerungen und Patienten mit affektiven Störungen. Eine Übersichtsarbeit prüft die Annahme, dass höhere Lithiumwerte im Trinkwasser mit niedrigeren Suizidraten einhergehen 211. Die zweite Übersichtsarbeit hält einen solchen Zusammenhang für möglich 212. Es handelt sich um Beobachtungsdaten ganzer Bevölkerungen, nicht um kontrollierte Einzelstudien; sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Die Beweiskraft ist gering; untersucht wurden Spuren von Lithium im Trinkwasser, nicht Lithium als Medikament.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 Barjasteh-Askari et al. 2020Metaanalyse · 3.740.113 TeilnehmerLithium im Trinkwasser; gegen Regionen mit höherer vs. niedrigerer LithiumkonzentrationSuizidmortalität: verbessert (OR= 0.42; 95% CI: 0.27-0.67; p-value <0.01); Suizidmortalität bei Männern: verbessert (OR= 0.54; 95% CI: 0.35-0.84; p-value <0.01); Suizidmortalität bei Frauen: kein Unterschied (OR= 0.70; 95% CI: 0.48-1.01; p-value =0.057)
57 Vita et al. 2015systematische ÜbersichtLithium im Trinkwasser; gegen höhere vs. niedrigere Lithiumwerte im TrinkwasserSuizidsterblichkeit: verbessert
58 Mauer et al. 2014systematische ÜbersichtLithium in Standard- und Spurendosis (verschiedene Verbindungen); Standarddosis und Spurendosis (niedrig dosiert); gegen Placebo in RCTs; ökologische/epidemiologische VergleicheZusammenhang zwischen Spurendosis-Lithium und niedrigen Suizid-/Tötungs-/Mortalitäts-/Kriminalitätsraten: verbessert (Nine out of 11 epidemiological studies)
211 Tondo et al. 2025ÜbersichtLithiumsalze (Carbonat, Citrat, Orotat, Chlorid) und Lithium im Trinkwasser; gegen Placebo, keine Behandlung oder AlternativbehandlungSuizidrate: verbessert
212 Tondo et al. 2024ÜbersichtLithiumsalze (Carbonat, Citrat, Orotat); Langzeitbehandlung; gegen Placebo oder alternative BehandlungenSuizidrate bei höheren Lithiumwerten im Trinkwasser: unklar

Lithium: weitere Messgrößen in Studien

Bei Kindern und Jugendlichen mit Störung des Sozialverhaltens fand eine systematische Übersicht eine Wirksamkeit gegen aggressives Verhalten 15. Lithiumcarbonat zusätzlich zu Radiojod erhöhte bei Hyperthyreose die Heilungsrate gegenüber Radiojod allein 12. Bei Huntington-Krankheit und spinocerebellärer Ataxie berichtet eine systematische Übersicht über Besserungen, während sie bei amyotropher Lateralsklerose keinen Unterschied sah 55. Gegen Unruhe und Aggression bei Alzheimer-Demenz war niedrig dosiertes Lithium in einer randomisierten Studie Placebo nicht überlegen 68. Nervenschäden durch Chemotherapie beugte Lithium in einer randomisierten Studie nicht besser vor als Placebo 83.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
2 Schoretsanitis et al. 2022systematische Übersicht · 25.907 TeilnehmerLithiumsalze (Art nicht genannt); langfristig; gegen Patienten ohne LithiumbehandlungPrävalenz eingeschränkter Nierenfunktion (25.5% (95% CI = 19.8-32.2)); Odds Ratio für eingeschränkte Nierenfunktion vs. Nicht-Lithium (2.09 (95% CI = 1.24-3.51))
3 Macaron et al. 2026Metaanalyse · 17.740 TeilnehmerLithiumsalze (nicht näher spezifiziert); Langzeitanwendung; gegen Patienten ohne LithiumbehandlungMittlere geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) (MD = -11.14 ml/min/1.73 m2, 95% CI: -16.61, -5.68); Jährlicher eGFR-Rückgang (MD = 0.13 ml/min/1.73 m2, 95% CI: 0.06, 0.20); Serumkreatinin-Konzentration (MD = 0.05, 95% CI: 0.03, 0.07)
9 Shahraki et al. 2026systematische Übersicht · 5.853 TeilnehmerLithiumsalze (Verbindung nicht spezifiziert); chronische Therapie; gegen sporadischer HyperparathyreoidismusHyperkalzämie-Prävalenz (7.2% (423/5,853)); Hyperparathyreoidismus-Prävalenz (4.8% (156/3,239)); Multiglanduläre Erkrankung bei Operation (25-83%)
12 Abd-ElGawad et al. 2025Metaanalyse · 2.047 TeilnehmerLithiumcarbonat (LiCO3) zusätzlich zu Radiojod; kurzzeitig intensivierte vs. verdünnte Dosen (Subgruppen); kurzzeitig (Subgruppenanalyse); gegen Radiojod alleinHeilungsrate: verbessert (RR 1.12, 95% CI [1.03,1.23], p = 0.01); Freies T4 (7 Tage): verbessert (MD -4.90, 95% CI [-7.91, -1.89], p = 0.001); Freies T4 (häufigster Zeitpunkt): verbessert (MD -3.83, 95% CI [-7.45, -0.20], p = 0.04)
15 Janiri et al. 2023systematische Übersicht · 857 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht spezifiziert); gegen Placebo, Antipsychotika oder andere PharmakaWirksamkeit bei Störung des Sozialverhaltens, besonders aggressives Verhalten: verbessert
16 Sabtiari et al. 2025systematische Übersicht · 727 TeilnehmerLithium (Form nicht genannt); gegen Kognition vor vs. nach Lithiumbeginn (innerhalb Personen)Globale Kognition: unklar (15 studies); Gedächtnis: unklar (19 studies); Verarbeitungs- und psychomotorische Geschwindigkeit: unklar (8 studies)
18 Hamad et al. 2023Metaanalyse · 469 TeilnehmerLithium, teils kombiniert mit Valproat; Dosen variierten zwischen den Studien; gegen PlaceboSchwere unerwünschte Ereignisse (odds ratio = 1.13, 95% confidence interval: 0.73 to 1.75, P = 0.58)
20 Pereira et al. 2026systematische Übersicht · 394 TeilnehmerLithium (Verbindung nicht genannt); gegen Placebo oder StandardtherapieSchwerwiegende unerwünschte Ereignisse

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 22 23 24 25 26 32 39 42 48 51 55 56 58 63 68 69 70 71 73 75 77 78 83 85 87 88 93 94 96 97 98 100 105 108 111 112 113 115 116 118 119 121 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 135 136 137 138 140 141 142 143 147 148 149 150 151 153 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 167 169 171 172 174 175 176 177 179 180 181 182 184 185 186 189 190 192 197 198 200 206 207 209 210 214 219 221 223 227 229 230 235 241 245 249 250 263 264

4. Wie wird Lithium dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien

Die Studien verwendeten überwiegend Lithiumsalze ohne näher benannte Salzform, in einzelnen Studien Lithiumcarbonat, teils als Extended-Release-Präparat oder niedrig dosiert. Lithiumcitrat, Lithiumorotat und Lithiumchlorid in Wasser gelöst wurden in den eingeschlossenen Studien nicht als eigenständige Formen geprüft. In vielen Studien wurde Lithium als Zusatz zu anderen Wirkstoffen wie Antidepressiva, Antipsychotika oder Antikonvulsiva untersucht.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Extended-Release-Lithiumcarbonat zusätzlich zur üblichen VersorgungBeginn 600 mg/Tag; Spiegel 0,54 bzw. 0,46 mEq/L—59
Lithium-Augmentation zusätzlich zu SSRI—6 Wochen60
Lithium-Augmentation des bestehenden Antidepressivums—ca. 10 Wochen61
Lithium (Form nicht genannt) vs. Quetiapin—12 Monate63
Lithium (Salzform nicht genannt) versus QuetiapinLithium-Zielserumspiegel 1.0-1.2 mEq/L; Quetiapin 400-600 mg6 Wochen64
Lithium-Augmentation (Plasmaspiegel-angepasst) vs. Citalopram-AugmentationLithium: Plasmaspiegel-angepasst; Citalopram: 30 mg/Tag10 Wochen65
Lithium vs. Valproat—2,5 Jahre66
Lithiumcarbonat niedrig dosiert oder Placeboniedrig dosiert, genaue Dosis nicht genannt2 Jahre67
Lithiumcarbonat150–600 mg täglich12 Wochen68
Lithium-Erhaltungstherapie (Form nicht genannt) vs. rTMSLithiumdosis nicht genannt; Venlafaxin 150-225 mg/d24 Wochen69
Divalproex plus verblindetes Lithium—12 Wochen70
Sertralin plus Lithium (Salzform nicht genannt)—12 Wochen71
Lithium zusätzlich zu HaloperidolStandard-Lithium (Dosis nicht genannt)21 Tage72
Lithium (Salzform nicht genannt)—24 Wochen73
Lithiumcarbonatsubtherapeutische Spiegel 0,25–0,5 mEq/L2 Jahre doppelblind, dann 24 Monate einfachblind74

5. Ist Lithium sicher? Nebenwirkungen in Studien

Lithiumsalze gingen in Übersichtsarbeiten mit eingeschränkter Nierenfunktion und sinkender geschätzter glomerulärer Filtrationsrate einher 23; die Autoren einer Metaanalyse halten laufende Kontrollen der Nierenwerte für unerlässlich 3. Bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung blieb die Nierenfunktion unter niedrig dosiertem Lithium in einer randomisierten Studie unverändert, doch traten mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo, darunter Gewichtszunahme und TSH-Anstieg 75. Bei Kindern und Jugendlichen mit Manie brachen unter Lithium mehr Behandelte wegen Nebenwirkungen ab als unter Placebo 10. Bei Kindern und Jugendlichen wurden keine schweren lithiumbedingten Ereignisse berichtet 615, doch die Studien sind meist klein und kurz.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
2 Schoretsanitis et al. 2022Beeinträchtigte Nierenfunktion (CKD) bei 25,5% der Lithiumpatienten
3 Macaron et al. 2026Verschlechterte Nierenfunktion (eGFR, Kreatinin)
5 Kishi et al. 2021individuelle unerwünschte Ereignisse berichtet, Details nicht im Abstract
6 Janiri et al. 2023keine schweren unerwünschten Ereignisse bei Kindern; geringes Risiko kongenitaler Anomalien
8 Terao et al. 2024Lithium möglicherweise sicherer als die Antikörper
9 Shahraki et al. 2026Hyperkalzämie 7,2%, Hyperparathyreoidismus 4,8%, Rezidivrate ca. 16% nach 10 Jahren
10 Vita et al. 2025Lithium mit mehr unerwünschtheitsbedingten Abbrüchen als Placebo
15 Janiri et al. 2023Keine schweren lithiumbedingten Ereignisse; häufige Nebenwirkungen wie bei Erwachsenen
16 Sabtiari et al. 2025Bedenken zu kognitiven Nebenwirkungen; gemischte Ergebnisse
17 Matsunaga et al. 2019Tideglusib mit erhöhter AST-Erhöhung; keine weiteren signifikanten Unterschiede
18 Hamad et al. 2023Kein Unterschied bei schweren unerwünschten Ereignissen
20 Pereira et al. 2026Kein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse; medikamentenbezogene UEs häufiger, heterogen

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Die meisten Studien nennen die Salzform nicht; Lithiumorotat wurde in den ausgewerteten Studien nicht geprüft.
  • Viele kontrollierte Studien waren klein und kurz, prüften Lithium als Zusatz zu anderen Wirkstoffen oder verglichen es mit anderen Medikamenten statt mit Placebo.
  • Die Befunde zu Lithiumspuren im Trinkwasser stammen aus Beobachtungsstudien ganzer Bevölkerungen und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.

7. Fazit: Was über Lithium gesichert ist

Lithium ist ein Alkalimetall, das als Salz in der Medizin als Stimmungsstabilisierer eingesetzt wird. Am besten belegt ist der Rückfallschutz bei bipolarer Störung gegenüber Placebo 57; bei Depression und Alzheimer-Demenz ist ein Nutzen in randomisierten Studien nicht gesichert 420. In der Suizidprävention stehen Zusammenhänge aus Beobachtungs- und Trinkwasserstudien 54157 einer randomisierten Studie ohne gesicherten Unterschied gegenüber 59.

Die Beweiskraft ist in den meisten Gebieten mittel: Viele Studien waren klein, prüften Lithium als Zusatz zu anderen Wirkstoffen oder verglichen es mit anderen Medikamenten statt mit Placebo. Lithiumsalze gingen mit eingeschränkter Nierenfunktion einher 23, und niedrigdosiertes Lithium verursachte mehr unerwünschte Ereignisse als Placebo 75.

Häufige Fragen

Wie gut ist Lithium am Menschen untersucht?

Lithium: ausgewertet wurden 262 Studien am Menschen, darunter 29 randomisierte kontrollierte Studien und 56 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 2.645 Teilnehmer. Stand: 24. Oktober 2026.

Was bringt Lithium bei Demenz und Alzheimer-Krankheit? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 15 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 2 kontrollierte Studien und 26 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 141 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 8172022

Was bringt Lithium bei Bipolare Störung? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 11 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 5 kontrollierte Studien und 54 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 347 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 56710

Was bringt Lithium bei Depression? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 6 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 10 kontrollierte Studien und 24 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 1.027 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 462133

Was bringt Lithium bei Neuroprotektion? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 11 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 5 kontrollierte Studien und 21 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 206 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 18202229

Was bringt Lithium bei Suizidprävention? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 8 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 2 kontrollierte Studien und 26 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 613 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 11143536

Was bringt Lithium bei Spuren von Lithium im Trinkwasser? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 3 Metaanalysen oder systematische Übersichten und 2 weitere Studien. Kontrollierte Studien fehlen bisher, es gibt nur Übersichtsarbeiten; die Beweiskraft ist daher höchstens gering. Belege: 15758211

Was ist Lithium und wie wird es in der Medizin verwendet?

Lithium ist ein Alkalimetall und das leichteste Metall; in der Natur kommt es in Gestein, Mineralquellen und im Trinkwasser in sehr geringen Mengen vor. Als Salz wird es in der Medizin als Stimmungsstabilisierer eingesetzt. Daneben wird eine sehr niedrige Aufnahme über das Trinkwasser untersucht.

Zeigen Studien am Menschen eine Wirkung von Lithium bei bipolarer Störung?

Metaanalysen randomisierter Studien fanden unter Lithium allein seltener neue Stimmungsepisoden als unter Placebo 57; bei Jugendlichen mit akuter Manie wirkte Quetiapin in einem direkten Vergleich stärker 64.

Gibt es Hinweise auf eine Wirkung von Lithium bei Depression?

Das Bild ist uneinheitlich: Als Zusatz zu Antidepressiva war ein häufigeres Ansprechen in einer Metaanalyse nach Korrektur für Veröffentlichungsverzerrung nicht mehr gesichert 4, und in randomisierten Vergleichen schnitt Lithium ähnlich wie oder schwächer als andere Zusatzbehandlungen ab 616265.

Was zeigen Studien zu Lithiumspuren im Trinkwasser?

Höhere Lithiumwerte im Trinkwasser gingen in einer Metaanalyse von Bevölkerungsvergleichen und einer Übersicht mit niedrigerer Suizidsterblichkeit einher 157. Zwei weitere Übersichtsarbeiten betrachten Bevölkerungen und Patienten mit affektiven Störungen. Eine Übersichtsarbeit prüft die Annahme, dass höhere Lithiumwerte im Trinkwasser mit niedrigeren Suizidraten einhergehen 211, die zweite hält einen solchen Zusammenhang für möglich 212. Es handelt sich um Beobachtungsdaten ganzer Bevölkerungen, nicht um kontrollierte Einzelstudien; sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.

Welche Nebenwirkungen und Sicherheitsaspekte berichten die Studien?

Lithiumsalze gingen in Übersichtsarbeiten mit eingeschränkter Nierenfunktion und sinkender geschätzter glomerulärer Filtrationsrate einher 23; die Autoren einer Metaanalyse halten laufende Kontrollen der Nierenwerte für unerlässlich 3. Bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung blieb die Nierenfunktion unter niedrig dosiertem Lithium in einer randomisierten Studie unverändert, doch traten mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo, darunter Gewichtszunahme und TSH-Anstieg 75. Bei Kindern und Jugendlichen mit Manie brachen unter Lithium mehr Behandelte wegen Nebenwirkungen ab als unter Placebo 10. Bei Kindern und Jugendlichen wurden keine schweren lithiumbedingten Ereignisse berichtet 615, doch die Studien sind meist klein und kurz.

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    Paribello P, Isayeva U, Pisanu C, Squassina A, Manchia M · 2024
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    Terao T, Hirakawa H, Muronaga M, Izumi T, Kohno K · 2024
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    Kotzalidis GD, Fiaschè F, Alcibiade A, Monti L, Di Segni F, Mazza M et al. · 2024
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    Corrales A, Cetkovich-Bakmas M, Abadi A, Camino S, García Bonetto G, Márquez Lopez Mato A et al. · 2024
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    Hamstra SI, Roy BD, Tiidus P, MacNeil AJ, Klentrou P, MacPherson REK et al. · 2023
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    Zhou Q, Xue S, Zhang L, Chen G · 2022
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    Sheibani M, Ghasemi M, Dehpour AR · 2022
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    Coradduzza D, Garroni G, Congiargiu A, Balzano F, Cruciani S, Sedda S et al. · 2022
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    Herrmann N, Wang HJ, Song BX, Bawa KK, Lanctôt KL · 2022
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    Gogoleva IV, Gromova OA, Torshin IY, Grishina TR, Pronin AV · 2022
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    Caldiroli A, Capuzzi E, Tagliabue I, Capellazzi M, Marcatili M, Mucci F et al. · 2021
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    Lithium in severe affective disorders: Balancing safety with efficacy
    Leite R, Almeida M, Borges J, Costa A · 2021
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    Catalano G, Robeel RA, Cheney GA, Spurling BC, Catalano MC, Schultz SK et al. · 2020
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    Voineskos D, Daskalakis ZJ, Blumberger DM · 2020
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    Pisano S, Pozzi M, Catone G, Scrinzi G, Clementi E, Coppola G et al. · 2019
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    Ishii N, Terao T · 2018
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    Bilotta F, Evered LA, Gruenbaum SE · 2017
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    [Results of investigations on the association between lithium levels in drinking water and suicidal behaviour in the population: a narrative review]
    Hidvégi A, Rihmer Z, Döme P · 2016
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    Haddad PM, Talbot PS, Anderson IM, McAllister-Williams RH · 2015
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    Vo TM, Perry P, Ellerby M, Bohnert K · 2015
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    Bauer M, Adli M, Ricken R, Severus E, Pilhatsch M · 2014
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    Forlenza OV, de Paula VJ, Machado-Vieira R, Diniz BS, Gattaz WF · 2012
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    Lithium
    · 2006

Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/lithium/ · Stand: 2026-10-24