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Grüner Tee und EGCG einfach erklärt

Grüner Tee ist ein Getränk aus Teeblättern; EGCG ist ein Pflanzenstoff darin, der in Studien untersucht wird.

Stand:

1. Was ist Grüner Tee und EGCG?

Grüner Tee ist ein Aufguss aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis. Nach der Ernte werden die Blätter kurz erhitzt oder gedämpft und getrocknet, sodass sie kaum oxidieren (also kaum mit Sauerstoff reagieren und sich verfärben). EGCG (Epigallocatechingallat) ist der mengenmäßig wichtigste Pflanzenstoff dieser Art im grünen Tee und zählt zu den Polyphenolen (einer Gruppe von Pflanzenstoffen). In Ostasien wird grüner Tee traditionell als Alltagsgetränk getrunken. In Studien werden sowohl das Getränk als auch daraus hergestellte Extrakte (konzentrierte Auszüge) untersucht.

2. Wo steckt es drin, woraus wird es gewonnen?

Grüner Tee steckt als Aufguss aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis in der Tasse. Aus denselben Blättern werden Extrakte gewonnen und in Kapseln, Tabletten oder Pulvern angeboten. Es gibt auch entkoffeinierten Grüntee, Extrakt mit besonders viel EGCG und gemahlenes Blattpulver zum Aufrühren. Die Pflanze wächst vor allem in Ostasien und weiteren subtropischen Gebieten. Schwarzer Tee und Oolong-Tee gehören nicht dazu, weil ihr Blatt stärker oxidiert wird.

3. Was bringt Grüner Tee und EGCG? Das zeigt die Forschung

GebietStand der ForschungStudien
Körpergewicht und Stoffwechselmehrere Hinweise56
Herz und Kreislaufgut untersucht, meist positiv47
Zähne und Mundraumgut untersucht, meist positiv21
Hautmehrere Hinweise10
Krebserkrankungennoch unklar20
Lebernoch unklar10
Weitere Untersuchungengut untersucht, meist positiv119

Körpergewicht und Stoffwechsel

Zu Körpergewicht und Stoffwechsel gibt es viele Studien. In Übersichtsarbeiten senkte Grüntee-Extrakt Gewicht, BMI und Körperfett leicht 423. Getränke mit zusätzlichen Tee-Catechinen verringerten das Bauchfett stärker als gleiche Getränke ohne diesen Zusatz (Placebo) 1236. Zusammen mit Training brachte grüner Tee aber nur wenig zusätzlichen Gewichtsverlust 24. Eine Übersichtsarbeit fand außerhalb Japans keinen Unterschied beim Gewicht; die kleinen Vorteile in Studien aus Japan halten die Autoren für kaum bedeutsam 31.

Herz und Kreislauf

Zu Herz und Kreislauf gibt es ebenfalls viele Studien. Übersichtsarbeiten fanden unter grünem Tee und seinen Catechinen etwas niedrigeres Gesamt- und LDL-Cholesterin als in den Kontrollgruppen 592630. Der Blutdruck sank leicht 81930.

Zähne und Mundraum

Zu Zähnen und Mundraum gibt es mehrere Studien. Mundspülungen, Zahnseide und Kaugummi mit Grüntee-Extrakt verringerten den Zahnbelag gegenüber Placebo oder üblicher Pflege 39424346. Auch Zahnfleischbluten ging in zwei kontrollierten Studien (mit Vergleichsgruppe) zurück 4246. Bei Zahnfleischentzündung sah eine Übersichtsarbeit für Grüntee-Mundspülungen jedoch keinen gesicherten Nutzen 13. Nach dem Ziehen von Zähnen senkten getränkte Tupfer Schmerzen und Schmerzmittelverbrauch 4750.

Haut

Bei Haut und Haaren ist das Bild gemischt. Eine Übersichtsarbeit fand, dass eingenommene Grüntee-Catechine die Hautrötung nach UV-Bestrahlung stärker milderten als Placebo 17. Grüntee-Catechine mit Vitamin C zeigten bei Sonnenbrand und Hautentzündung keinen Unterschied 45. Ein Mischpräparat aus Grüntee-Extrakt, Bambus-Extrakt und Selen verbesserte bei akutem Haarausfall die Haardichte; welcher Bestandteil wirkte, ist offen 41. Eine Gesichtscreme mit Grüntee-Extrakt in winzigen Kügelchen aus Chitosan (einem Stoff aus den Panzern von Krebstieren) verbesserte Hautelastizität und Fältchen stärker als eine Placebocreme 51.

Krebserkrankungen

Bei Krebserkrankungen ist das Bild noch unklar. Die kontrollierten Studien fanden überwiegend keinen Unterschied 3444. Unter Grüntee-Extrakt traten neue Darmadenome (gutartige Wucherungen) nicht seltener auf als unter Placebo 34. Bei Prostatakrebs-Vorstufen traten unter Grüntee-Catechinen ebenso viele Krebsfälle auf wie unter Placebo 44. Eine Übersichtsarbeit sah unter EGCG nach Entfernung von Darmpolypen seltener ein Wiederauftreten 10. In Beobachtungsstudien war Grünteetrinken mit seltenerem Eierstock- und Gebärmutterkrebs verbunden 32. Solche Daten zeigen aber nicht, ob der Tee die Ursache ist.

Leber

Zur Leber ist das Bild uneinheitlich. Unter hochdosiertem Extrakt stieg ein Leberwert (ALT) an, bei einer bestimmten Genvariante besonders stark 33. Ein entkoffeiniertes Extrakt-Konfekt veränderte die Leberwerte gegenüber Placebo nicht 48. In einer kleinen offenen Studie zeigte keine Teilnehmerin Zeichen einer Leberschädigung 49. Noch offen ist, welche Extraktmenge die Leber belastet.

Weitere Untersuchungen

In weiteren Untersuchungen zeigte sich ein gemischtes Bild. Grüntee-Extrakt senkte in zwei Studien einen Entzündungswert im Blut 4052. Andere Arbeiten fanden bei Entzündungswerten keinen Unterschied 2238. Übersichtsarbeiten fanden eine höhere antioxidative Kapazität im Blut und meist weniger Malondialdehyd, einen Marker für oxidativen Stress 41522. Bei schmerzhafter diabetischer Nervenschädigung linderte Grüntee-Extrakt die Schmerzen stärker als Placebo 35. Bei Schlafqualität und Stimmung zeigten zwei Matcha-Studien nur Tendenzen 3759.

4. Wie wurde Grüner Tee und EGCG in den Studien eingenommen?

Untersucht wurden der Aufguss aus den Blättern, Grüntee-Extrakt in Kapseln oder Tabletten, entkoffeinierter Extrakt, EGCG-angereicherter Extrakt und gemahlenes Blattpulver. Bei Zähnen und Mundraum kamen zusätzlich Mundspülungen, Gele, Kaugummi, Zahnseide und getränkte Auflagen zum Einsatz. Ein Teil der Studien prüfte Mischpräparate, etwa mit Vitamin C, Selen oder Hyaluronsäure, oder grünen Tee zusammen mit Training. Solche Mischpräparate sagen nichts über den Tee allein aus.

5. Ist Grüner Tee und EGCG sicher? Nebenwirkungen in den Studien

In einer großen placebokontrollierten Studie wurde Grüntee-Extrakt gut vertragen 34. Hochdosierter Grüntee-Extrakt kann aber die Leber belasten; in einer großen Studie stiegen darunter die Leberwerte, bei einer bestimmten Genvariante deutlich stärker 33. Eine Übersichtsarbeit rät bei konzentrierten Extrakten zu Vorsicht und gegebenenfalls zur Kontrolle der Leberwerte 11. In kleinen Studien führten grüner Tee und Grüntee-Extrakt außerdem zu deutlich niedrigeren Blutspiegeln mehrerer Medikamente, die dadurch schwächer wirken könnten: Nadolol, Lisinopril, Atorvastatin, Rosuvastatin, Fexofenadin und Nintedanib 535455565758.

Alle Einzelheiten mit Tabellen und Quellen: ausführliche Fachseite zu Grüner Tee und EGCG

Häufige Fragen

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Körpergewicht und Stoffwechsel? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 56 Studien am Menschen. Belege: 1467

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Herz und Kreislauf? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 47 Studien am Menschen. Belege: 2358

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Zähne und Mundraum? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 21 Studien am Menschen. Belege: 13182539

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Haut? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 10 Studien am Menschen. Belege: 17202141

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Krebserkrankungen? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: noch unklar. Dazu gibt es 20 Studien am Menschen. Belege: 10162829

Was bringt Grüner Tee und EGCG bei Leber? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: noch unklar. Dazu gibt es 10 Studien am Menschen. Belege: 6142733

Quellen

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/gruener-tee-egcg/einfach/ · Stand: 2026-10-15