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CBD (Cannabidiol)

Cannabidiol (CBD) ist ein nicht berauschendes Cannabinoid; am Menschen zeigt es bei Epilepsie klare Vorteile, bei Schmerz und Schlaf gemischte Befunde, bei Angst meist keinen Unterschied zu Placebo.

Stand:

CBD (Cannabidiol): ausgewertet wurden 327 Studien am Menschen, darunter 183 randomisierte kontrollierte Studien und 55 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 12.663 Teilnehmer. Stand: 10. Oktober 2026.

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1. Was ist CBD (Cannabidiol)? Vorkommen, Herkunft und Formen

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein Cannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa, Familie der Hanfgewächse). Anders als THC berauscht es nicht. Es ist der Wirkstoff zugelassener Arzneimittel gegen bestimmte Epilepsieformen und wird daneben in Ölen, Kapseln und Hautprodukten angeboten; untersucht wird es unter anderem bei Angst, Schlaf und Schmerzen.

Cannabidiol bildet sich in den Blüten und im Harz der Hanfpflanze, besonders reichlich in Zuchtformen mit niedrigem THC-Gehalt, dem Nutzhanf.

Gewonnen wird es durch Extraktion aus Hanfblüten, meist mit überkritischem Kohlendioxid oder mit Alkohol; das Extrakt wird in Speiseöl verdünnt oder weiter zu reinem Cannabidiol aufgereinigt. In Studien am Menschen werden vor allem die orale Lösung, Kapseln, Öle zum Einnehmen, Hautprodukte und inhalierte Formen geprüft.

Untersuchte Formen und Zubereitungen

  • Orale Lösung zum Einnehmen
  • Kapseln und Tabletten
  • Öl zum Einnehmen (Tropfen)
  • Hautprodukt zum Auftragen
  • Inhalierte Form (verdampft)
  • Reines Cannabidiol (Isolat)

Nicht gemeint sind auf dieser Seite:

  • THC und Cannabisblüten mit berauschender Wirkung
  • Synthetische Cannabinoid-Arzneistoffe mit anderem Wirkmechanismus
  • Hanfsamenöl, ein Speiseöl aus den Samen, das praktisch kein Cannabidiol enthält
  • Andere Cannabinoide wie CBG oder CBN

2. Wie wirkt CBD (Cannabidiol)? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Schmerzenüberwiegend kein Unterschiedhoch2 Metaanalysen · 37 kontrolliert · 30 weitere2.014
Angstüberwiegend kein Unterschiedhoch7 Metaanalysen · 19 kontrolliert · 22 weitere1.036
Epilepsiegemischthoch13 Metaanalysen · 4 kontrolliert · 32 weitere835
Suchterkrankungenüberwiegend kein Unterschiedhoch2 Metaanalysen · 9 kontrolliert · 10 weitere323
Psychoseüberwiegend kein Unterschiedmittel4 Metaanalysen · 3 kontrolliert · 7 weitere98
Hautüberwiegend verbessertmittel0 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 2 weitere47
Schlafüberwiegend kein Unterschiedgering1 Metaanalysen · 12 kontrolliert · 19 weitere2.410
Weitere Untersuchungenüberwiegend kein Unterschiedhoch11 Metaanalysen · 85 kontrolliert · 70 weitere3.706

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse neben kontrollierten Studien. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Gibt es in einem Gebiet keine kontrollierte Studie, ist die Beweiskraft höchstens „gering“ (Ergebnis „nur Übersichten“ oder „nur Beobachtungsdaten“). Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel. Übersichten über Mischpräparate zählen nicht als Metaanalyse; Ergebnisse, die nur Nebenwirkungen oder Anteile von Anwendern beschreiben, zählen nicht als Wirkung. Dieselbe Studie zählt nur einmal.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

CBD (Cannabidiol) und Schmerzen: Studien am Menschen

Bei Schmerzen ist das Bild gemischt: Bei akuten Zahnschmerzen linderte eine orale Einzeldosis die Schmerzen in einer randomisierten kontrollierten Studie stärker als Placebo 90. Nach Schulteroperation waren die Schmerzen nur am ersten Tag geringer, der Opioidverbrauch unterschied sich nicht 73. Bei Kniearthrose, nach Harnleiterspiegelung und bei Nervenschäden durch Chemotherapie fand sich kein Vorteil gegenüber Placebo 7576107. Kleine Studien mit Zubereitungen zum Auftragen berichteten weniger Schmerzen bei Kiefermuskelschmerzen und Nervenschmerzen der Beine 9394128. Muskelkater und Schmerzschwellen blieben in mehreren kontrollierten Studien ohne Unterschied 130139154181. Belastbare Aussagen zu Dosis, Dauer und langfristigem Nutzen fehlen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
23 Warren et al. 2026systematische ÜbersichtNiedrig dosiertes orales Cannabidiol (≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag); ≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag; PK-Studien ≤150 mg; Einzeldosen 10–160 mg; gegen Placebo bzw. Kontrolle in randomisierten kontrollierten StudienTimed Walk Test und Schmerzen bei MS: verbessert (80 mg/day)
26 Walczyńska-Dragon et al. 2025systematische ÜbersichtCannabidiol, topisch oder intraoral, teils mit Opioiden/NSAR; stark heterogen, nicht standardisiert; gegen verschiedene Kontrollen, uneinheitlichAnalgetische Wirkung bei chronischen myofaszialen TMD und Bruxismus: verbessert; Akuter nozizeptiver Schmerz (Pulpitis, Weisheitszahn-OP): unklar (inconsistent results); Verstärkung konventioneller Analgetika (Opioide, NSAR): unklar
27 de et al. 2025systematische ÜbersichtTopische und intraorale CBD-Formulierungen; gegen Kontrolle in 6 randomisierten und 1 nicht randomisierten StudieSchmerzreduktion: verbessert
28 Almuntashiri et al. 2025systematische ÜbersichtCannabis-basierte Arzneimittel, u. a. CBD, THC, THC+CBD, CT-3, Cannabidivarin; personalisiert und angepasst, genaue Dosis nicht berichtet; Studiendauer nicht berichtet; gegen PlaceboSchmerzreduktion: verbessert (15 studies); keine signifikante Schmerzlinderung: kein Unterschied (seven RCTs)
30 Reechaye et al. 2024systematische ÜbersichtCannabinoide, u. a. CBD und THC; gegen PlaceboSchmerzlinderung (visuelle Analogskala): verbessert (33% vs 15%); Reduktion stechender Schmerzen (neuropathische Schmerzskala): verbessert
34 El-Mourad et al. 2024systematische ÜbersichtTHC/CBD-Kombination, CBD-reiches Extrakt, Nabilon, Dronabinol; THC/CBD 17/15 mg/Tag; CBD-reiches Extrakt 31,4 mg/Tag; Nabilon 1,7 mg/Tag; Dronabinol 5-10 mg/Tag; Dronabinol vier Tage; sonst nicht berichtet; gegen kein einheitlicher Vergleich; Beobachtungs- und RCT-DatenOpioidverbrauch bei chronischen nicht-krebsbedingten Schmerzen: verbessert; Opioidverbrauch bei Krebspatienten (Nabilon): verbessert; Opioidverbrauch bei akuten Schmerzen (Dronabinol): verbessert
35 Lewis et al. 2024systematische ÜbersichtPhytocannabinoid-Praeparate, u.a. CBD, THC, THC/CBD, Cannabidivarin; kurze Studiendauer der CBD-Studien; gegen PlaceboSchmerzlinderung durch CBD: kein Unterschied (no analgesic effect over placebo)
48 Stephens et al. 2022systematische Übersichtorales oder topisches CBD; gegen Kontrollgruppen in den eingeschlossenen StudienSchmerzlinderung: verbessert (early positive results); Nebenwirkungen (limited minor side effects)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 61 67 69 71 72 73 75 76 77 80 85 90 91 93 94 96 97 99 101 106 107 110 112 118 128 130 133 135 138 139 142 146 154 162 164 171 181 184 187 189 199 201 203 206 208 210 211 217 220 221 223 226 232 233 238 240 241 244 246 247 253

CBD (Cannabidiol) und Angst: Studien am Menschen

Bei Angst ist das Bild gemischt: Eine systematische Übersicht hält eine Angstminderung gegenüber Placebo für möglich, die Einzelergebnisse widersprechen sich aber 33. Eine weitere beschreibt angstlösende Effekte vor allem nach einmaliger Gabe, etwa bei sozialer Angststörung 11. Eine Studie mit verschiedenen Dosen, aber ohne Placebogruppe, sah bei menstruationsbezogenen Beschwerden weniger Angst als vor Behandlungsbeginn 172. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien fanden dagegen bei Prüfungsangst, Krebs, Alkohol- oder Opioidabhängigkeit und bipolarer Depression keinen Unterschied zu Placebo 6695114117123. Bei stark gestressten Studierenden unterschied sich niedrig dosiertes Vollspektrum-CBD-Öl in keinem Ergebnis von Placebo-Öl, auch nicht bei der Angst 63. Bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs verfehlte eine Einzeldosis vor einer Untersuchung das Hauptziel, einige Stunden später war die Angst aber geringer als unter Placebo 100. Zwei Übersichten schlossen CBD-reiche Extrakte oder teils THC-haltige Präparate ein; dort lässt sich die Wirkung nicht dem Cannabidiol allein zuschreiben 1725. Untersucht wurden vor allem orale Lösungen, Kapseln und Öle zum Einnehmen; offen bleibt, welche Dosis, Reinheit und Behandlungsdauer für einen möglichen Nutzen entscheidend sind.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
11 Larsen et al. 2020systematische Übersicht · 927 TeilnehmerCannabidiol-Formulierungen, Form und Reinheit nicht berichtet; Dosis und Dosierungsschemata variierten stark zwischen den Studien; gegen 22 kontrollierte Studien (833 Patienten), 3 Beobachtungsstudien (94 Patienten)Angstlösende Wirkung bei akuter Gabe: verbessert; Wirkung bei sozialer Angststörung: verbessert
17 Pereira et al. 2025systematische Übersicht · 494 TeilnehmerCBD-reiche Formulierungen (Mischung mit weiteren Cannabinoiden); gegen Placebo in einigen StudienAngstsymptome: verbessert
20 Rutledge et al. 2026systematische Übersicht · 146 TeilnehmerCannabidiol (Form nicht berichtet); akute Effekte; gegen PlaceboHirnaktivität/Perfusion in kortikalen und subkortikalen Regionen: unklar; Sicherheit der Evidenz (GRADE) (low to very low)
25 Singh et al. 2025systematische ÜbersichtCannabidiol in verschiedenen Formulierungen; 75–1000 mg, variabel; akute Dosierung, Dauer nicht berichtet; gegen Placebo oder Kontrolle, nicht einheitlichsubjektive Angst bei psychiatrischen Patienten: verbessert (Decreases in subjective anxiety)
33 Coelho et al. 2024systematische ÜbersichtCannabidiol (CBD); unterschiedliche Dosierungen; kontinuierliche Gabe (Dauer nicht berichtet); gegen Placebo oder konventionelle MedikamenteAngstsymptome: verbessert
36 Yndart et al. 2024systematische ÜbersichtCannabidiol, oral oder verdampft, teils mit THC; oral 200-1.500 mg Einzeldosis oder 13,75 mg verdampft; gegen unterschiedliche Studiendesigns und KontrollenAngst und Kognition: verbessert (9 out of 16 analyzed trials)
43 Tang et al. 2022systematische ÜbersichtCannabidiol aus Cannabis sativa mit <3% THC, verschreibungspflichtig oder nicht; 400 µg bis 6000 mg; gegen randomisierte klinische Studien, Kontrollen nicht berichtetAngstlösende Wirkung: verbessert
45 Oikonomou et al. 2022systematische ÜbersichtCannabidiol (CBD) bzw. Cannabinoid-Präparate, u. a. Nabilon; gegen Placebo oder andere Cannabinoid-FormulierungenAngst und angstbedingter Tremor: verbessert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 49 50 52 63 64 66 86 89 95 97 99 100 105 114 117 123 126 149 157 171 172 173 184 187 188 197 200 201 205 207 212 213 218 223 225 227 241 244 250 255

CBD (Cannabidiol) und Epilepsie: Studien am Menschen

Bei Epilepsie ist die Lage am klarsten: Unter Cannabidiol als orale Lösung halbierten sich die Anfälle bei mehr Patienten als unter Placebo 91638; Übersichten bestätigen das für weitere schwere kindliche Epilepsien 213. Auch die Anfallshäufigkeit sank gegenüber Placebo 7951. Liposomale Zubereitungen zeigten einen bescheidenen Nutzen 7; in einer kleinen kontrollierten Studie bei Stirnlappen-Epilepsie besserten sich unter liposomalem Cannabidiol mehr Patienten als unter Placebo, die Anfallsschwere blieb gleich 179. Etwas mehr Patienten wurden unter Cannabidiol anfallsfrei als unter Placebo 29, und beim Lennox-Gastaut-Syndrom nahm die Zahl anfallsfreier Tage stärker zu 56. Die Beweiskraft ist hoch, weil kontrollierte Studien und zahlreiche Metaanalysen übereinstimmen. Untersucht wurde vor allem eine hochreine orale Lösung als Zusatztherapie zur Standardbehandlung (Epidiolex, in Europa Epidyolex), die für Dravet-Syndrom, Lennox-Gastaut-Syndrom und Tuberöse Sklerose zugelassen ist. Eine transdermale Zubereitung zum Auftragen zeigte dagegen in einer kontrollierten Studie keinen Unterschied bei der Anfallshäufigkeit 62. Beim Dravet-Syndrom schnitt Cannabidiol in indirekten Vergleichen schwächer ab als Stiripentol und Fenfluramin 3146. Unerwünschte Ereignisse, auch schwerwiegende, waren häufiger als unter Placebo 163839; erhöhte Leberwerte und Schläfrigkeit traten vor allem zusammen mit Valproat oder Clobazam auf 7. Zu Mischpräparaten mit CBDV, THC oder Kombinationen liegt nur eine Übersicht mit begrenzter Aussage vor 22.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 Bilbao et al. 2022Metaanalyse · 12.123 TeilnehmerCannabidiol (CBD) im Vergleich zu Dronabinol, Nabilon, Nabiximols; gegen Placebo oder andere Cannabinoide bzw. VergleichsgruppenStandardisierte Mittelwertdifferenz (SMD): verbessert (SMD - 0.5[CI - 0.62, - 0.38] high grade)
2 de et al. 2026systematische Übersicht · 2.592 Teilnehmerpharmazeutisch hergestelltes Cannabidiol; gegen Add-on- oder Monotherapie, Subgruppen nach Syndrom, Alter, Dosis, ClobazamAnteil mit ≥ 50 % Anfallsreduktion: verbessert (49.9% (95% CI 44.9-55.0)); Anteil mit ≥ 75 % Anfallsreduktion: verbessert (26.7% (95% CI 22.0-32.0)); Anfallsfreiheit: verbessert (5.7% (95% CI 4.0-8.0))
4 Peacock et al. 2022Metaanalyse · 1.912 TeilnehmerCannabidiol als neues Antiepileptikum; gegen andere neue Antiepileptika bzw. PlaceboRisiko für Bewegungsstörungen
5 Zhu et al. 2025Metaanalyse · 1.445 TeilnehmerCannabidiol (reines Cannabidiol, orale Form); 10 mg/kg/Tag und 20 mg/kg/Tag; gegen Fenfluramin, Clobazam, Rufinamid, Felbamat, Lamotrigin, Topiramat, Tiefe Hirnstimulation, vordere BalkendurchtrennungRang bei mindestens 50% Reduktion von Sturzanfällen (SUCRA): unklar; Rang bei medianer prozentualer Reduktion der Sturzanfallsfrequenz (SUCRA): unklar; Wahrscheinlichkeit unerwünschter Ereignisse (SUCRA)
7 Pratama et al. 2026Metaanalyse · 1.154 TeilnehmerAdjunctives Cannabidiol, hochgereinigt oral; auch liposomale und transdermale Formen; optimal 20 mg/kg pro Tag; gegen Placebo zusätzlich zur StandardtherapieAnfallshäufigkeit: verbessert (pooled RR = 0.72, 95% CI 0.71-0.73; p < 0.0001); Anfallshäufigkeit (liposomales CBD): verbessert (modest benefit); Anfallshäufigkeit (transdermales CBD): kein Unterschied (no short-term efficacy)
9 Silvinato et al. 2022Metaanalyse · 1.034 TeilnehmerCannabidiol als Zusatztherapie; gegen PlaceboHäufigkeit konvulsiver Anfälle: verbessert; Patienten mit ≥50% Anfallsreduktion: verbessert; Patienten ohne Anfälle: verbessert
10 Wang et al. 2024Metaanalyse · 972 Teilnehmerorales Cannabidiol (CBD); 5, 10, 20, 25 oder 50 mg/kg/Tag; gegen Placebo oder andere CBD-DosisAnfallsreduktion (Antiseizure-Wirksamkeit): verbessert (RR: 1.77, 95%CI: 1.28 to 2.44); Anfallsreduktion (Antiseizure-Wirksamkeit): verbessert (RR: 1.91, 95%CI: 1.49 to 2.46); Anfallsreduktion (Antiseizure-Wirksamkeit): unklar (RR: 1.61, 95%CI: 0.96 to 2.70)
12 Souza et al. 2022systematische Übersicht · 745 TeilnehmerOrales Cannabidiol, teils Zusatztherapie zu Antikonvulsiva; mindestens eine Woche; gegen Randomisierte kontrollierte Studien mit wiederholter oraler CBD-GabeKrampfanfälle (1.3%)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 13 14 16 22 31 38 39 46 51 56 58 62 179 182 183 186 190 191 192 193 194 195 196 198 202 216 219 225 228 229 230 231 234 236 239 243 248 249 251 252 254

CBD (Cannabidiol) und Suchterkrankungen: Studien am Menschen

Bei Suchterkrankungen brachte Cannabidiol in mehreren randomisierten kontrollierten Studien keinen Vorteil gegenüber Placebo bei Trinkmenge und Verlangen 95111123135. Auch die Kognition bei Kokainabhängigkeit besserte sich nicht 81. Nur das durch Drogenreize ausgelöste Verlangen sank in einer kleinen Studie mit einer Einzeldosis bei Opioidabhängigkeit 161. Ein Vollspektrum-Öl mit THC-Spuren senkte das Alkoholverlangen in einer Pilotstudie, ein THC-freies Öl nicht 103. Eine systematische Übersicht beschreibt Verbesserungen bei Substanzgebrauchsstörungen bei uneinheitlicher Studienlage 11. Eine weitere Übersicht nennt Cannabidiol allein neben dem THC-haltigen Mundspray Nabiximols unter den Mitteln, die den Cannabiskonsum gegenüber Placebo verringerten 15; eine dritte wertete Cannabidiol und Nabiximols gemeinsam aus 52. Untersucht wurden überwiegend orale Lösungen, einzelne Kapseln, Isolat und Öle; die Studien sind klein und kurz, und zu Dosis, Reinheit und begleitender Standardtherapie fehlen oft Angaben.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
11 Larsen et al. 2020systematische Übersicht · 927 TeilnehmerCannabidiol-Formulierungen, Form und Reinheit nicht berichtet; Dosis und Dosierungsschemata variierten stark zwischen den Studien; gegen 22 kontrollierte Studien (833 Patienten), 3 Beobachtungsstudien (94 Patienten)Wirkung bei Substanzkonsumstörungen: verbessert
15 Vuilleumier et al. 2022systematische Übersicht · 667 TeilnehmerCannabidiol, Nabiximols, Dronabinol, Nabilone, PF-04457845; gegen PlaceboCannabiskonsum und Abstinenz: verbessert; Entzugssymptome: unklar; Craving: unklar
23 Warren et al. 2026systematische ÜbersichtNiedrig dosiertes orales Cannabidiol (≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag); ≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag; PK-Studien ≤150 mg; Einzeldosen 10–160 mg; gegen Placebo bzw. Kontrolle in randomisierten kontrollierten StudienAlkoholverlangen und Kontrollverlust: verbessert (150 mg/day CBD + 0.41 mg/day THC)
25 Singh et al. 2025systematische ÜbersichtCannabidiol in verschiedenen Formulierungen; 75–1000 mg, variabel; akute Dosierung, Dauer nicht berichtet; gegen Placebo oder Kontrolle, nicht einheitlichKognition bei Substanzgebrauchsstörungen: kein Unterschied (minimal effects)
32 Dammann et al. 2024systematische ÜbersichtCannabidiol (CBD), verschiedene Darreichungsformen; gegen kein einheitlicher Vergleich, da Übersicht über verschiedene StudiendesignsVerbesserung von Substanzgebrauchsstörungen: verbessert
52 Khan et al. 2020systematische ÜbersichtCannabidiol und nabiximols (CBD:THC 1:1); gegen kein einheitlicher Vergleich; Bewertung nach EvidenzgradenCannabisentzug und Cannabis-Konsumstörung: verbessert (Grade B recommendation)
81 Rizkallah et al. 2022randomisiert kontrolliert · 78 TeilnehmerCannabidiol (CBD); 800 mg; 92 Tage; gegen Placebo, doppelblind, randomisiertVisuelles Gedächtnis (PRM, richtige Antworten): kein Unterschied (p = 0.080); Inhibition (SST, Reaktionszeit): kein Unterschied (p = 0.644); Risikoentscheidung (CGT, Entscheidungsqualität): kein Unterschied (p = 0.994)
95 Bogenschutz et al. 2026randomisiert kontrolliert · 57 TeilnehmerOrales Cannabidiol (CBD); 600 mg/Tag, in Studie 1 ab Woche 5 1200 mg/Tag; 4–8 Wochen (Studie 1), 6 Wochen (Studie 2); gegen PlaceboDurchschnittliche Getränke pro Tag: kein Unterschied; Prozentsatz schwerer Trinktage: kein Unterschied; Craving: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 103 111 119 123 127 135 150 161 223 224 237 244 255

CBD (Cannabidiol) und Psychose: Studien am Menschen

Bei Psychose und Schizophrenie ist das Bild gemischt: Zwei systematische Übersichten sehen Hinweise auf eine antipsychotische Wirkung 1129, eine dritte nennt vielversprechende vorläufige Befunde 49. Nach einer Einzeldosis lag der Blutfluss im Hippocampus bei Menschen mit hohem Psychoserisiko zwischen den Werten unter Placebo und denen Gesunder 116. Dem stehen Ergebnisse ohne Vorteil gegenüber: Eine Metaanalyse fand für Cannabidiol-Öl bei Schizophrenie keine Überlegenheit gegenüber Placebo oder Amisulprid 53, eine randomisierte kontrollierte Studie keinen Unterschied bei psychotischen Symptomen in der bipolaren Depression 114. Bei Schizophrenie mit Cannabisabhängigkeit verstärkte eine Vorbehandlung mit Cannabidiol sogar Gedächtnisprobleme und psychotische Symptome nach Cannabiskonsum 121. Die kontrollierten Studien sind klein und kurz. Drei Übersichten schlossen verschiedene Präparate ein, teils mit THC oder dem THC-haltigen Mundspray Nabiximols 253252; dort lässt sich die Wirkung nicht dem Cannabidiol allein zuschreiben. Untersucht wurden vor allem orale Lösungen und Cannabidiol-Öl; Form, Dosis und Reinheit werden in vielen Übersichten nicht berichtet, und ob eine begleitende Standardtherapie lief, ist oft unklar.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
11 Larsen et al. 2020systematische Übersicht · 927 TeilnehmerCannabidiol-Formulierungen, Form und Reinheit nicht berichtet; Dosis und Dosierungsschemata variierten stark zwischen den Studien; gegen 22 kontrollierte Studien (833 Patienten), 3 Beobachtungsstudien (94 Patienten)Symptomatische Besserung bei Schizophrenie: verbessert; Kognitive Funktion bei psychotischen Störungen: kein Unterschied
25 Singh et al. 2025systematische ÜbersichtCannabidiol in verschiedenen Formulierungen; 75–1000 mg, variabel; akute Dosierung, Dauer nicht berichtet; gegen Placebo oder Kontrolle, nicht einheitlichKognition bei Psychose und Paranoia: unklar (inconsistent results); Kognition bei Schizophrenie: kein Unterschied (minimal effects)
29 Rajput et al. 2025systematische ÜbersichtCannabidiol (Form, Dosis und Reinheit nicht berichtet); gegen THC-haltiges Cannabis bzw. KontrolleAntipsychotische und neuroprotektive Eigenschaften von CBD: verbessert
32 Dammann et al. 2024systematische ÜbersichtCannabidiol (CBD), verschiedene Darreichungsformen; gegen kein einheitlicher Vergleich, da Übersicht über verschiedene StudiendesignsVerbesserung der Schizophrenie: verbessert
49 Kirkland et al. 2022systematische ÜbersichtCannabidiol (Form, Dosis und Reinheit nicht berichtet); gegen Randomisierte kontrollierte Studien oder Within-Subject-StudienVielversprechende vorläufige Befunde bei psychotischen Symptomen: verbessert
52 Khan et al. 2020systematische ÜbersichtCannabidiol und nabiximols (CBD:THC 1:1); gegen kein einheitlicher Vergleich; Bewertung nach EvidenzgradenPsychotische Symptome und kognitive Beeinträchtigung: verbessert; Schizophrenie: verbessert (Grade B recommendation)
53 Kopelli et al. 2020MetaanalyseCannabidiol-Öl; gegen Placebo oder AmisulpridGesamtsymptome der Schizophrenie (Monotherapie vs Amisulprid): kein Unterschied (no statistically significant difference); Gesamtsymptome der Schizophrenie (Zusatztherapie vs Placebo): kein Unterschied (no significant difference); Kognition (Zusatztherapie vs Placebo): kein Unterschied (no significant difference)
114 Pinto et al. 2024randomisiert kontrolliert · 35 TeilnehmerCannabidiol als Zusatztherapie; 150 bis 300 mg/Tag; 8 Wochen, bis Woche 12 beobachtet; gegen Placebo doppelblind randomisiertPsychotische Symptome: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 116 121 223 227 244 255

CBD (Cannabidiol) und Haut: Studien am Menschen

Für die Haut ist die Beweislage gering: Eine randomisierte kontrollierte Studie mit Cannabidiol-Öl zum Einnehmen fand bei Schuppenflechte keine Besserung des Schweregrads, berichtete aber weniger Juckreiz 129. Eine kleine randomisierte Studie mit nano-verkapselter Cannabidiol-Creme zeigte nach UV-A-Bestrahlung weniger Verdickung der Oberhaut und weniger DNA-Schäden als eine wirkstofffreie Creme; weniger Rötung zeigte sich nur bei einem Teil der Teilnehmenden 143. Als seltene schwere Nebenwirkung von oralem Cannabidiol nennt eine systematische Übersicht Hautausschlag 12. Die Studien sind klein und kurz, für die meisten Hautbilder fehlen belastbare Daten.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
12 Souza et al. 2022systematische Übersicht · 745 TeilnehmerOrales Cannabidiol, teils Zusatztherapie zu Antikonvulsiva; mindestens eine Woche; gegen Randomisierte kontrollierte Studien mit wiederholter oraler CBD-GabeHautausschlag (1.1%)
129 Roongpisuthipong et al. 2026randomisiert kontrolliert · 28 TeilnehmerCannabidiol-Öl oral; 60 mg/Tag; 8 Wochen; gegen PlaceboPASI-Score: kein Unterschied; Juckreiz-Score: verbessert
143 McCormick et al. 2024randomisiert kontrolliert · 19 TeilnehmerNano-verkapselte Cannabidiol-Creme (nCBD) vs. Vehikel-Creme; 14 Tage zweimal täglich, dann UV-A-Bestrahlung, Biopsie nach 24 Stunden; gegen Vehikel-Creme (VC) am kontralateralen HautarealErythem nach UV-A: unklar (21% of participants had less observed erythema); UV-A-induzierte epidermale Hyperplasie: verbessert (P = .01); zytoplasmatisches/nukleäres 8-Oxoguanin-Glykosylase-1-Staining: verbessert (P < .01)
177 Maghfour et al. 2021randomisiert kontrolliertTopische CBD- und PEA-Formulierungen, CBD allein, Hanfsamenöl; Patch-Test bis 48 h; gegen NegativkontrolleIrritation und Sensibilisierung im Patch-Test; Phototoxizität nach 48 h

CBD (Cannabidiol) und Schlaf: Studien am Menschen

Zum Schlaf liegen viele, meist kleine und kurze Studien vor; die Ergebnisse sind gemischt. Die Schlafqualität besserte sich in zwei kleinen randomisierten kontrollierten Studien, mit einem Gel bei Kiefermuskelschmerzen und mit niedrig dosiertem CBD bei Gesunden 91131. Bei Insomnie fanden zwei randomisierte kontrollierte Studien keinen Unterschied zu Placebo bei Schweregrad, Einschlafzeit und subjektiver Schlafeffizienz 125170. Eine Metaanalyse fand für Cannabidiol allein keinen Effekt auf die Schlafqualität, wohl aber für andere Cannabinoide 8. Auch bei Menschen mit starker Sorgenneigung und bei gestressten Studierenden war CBD nicht besser als Placebo 6388. Die Tagesschläfrigkeit sank in einer kleinen Studie unter Cannabidiol, nicht aber unter Placebo 86; eine Einzeldosis bei gesunden Studierenden änderte die Schläfrigkeit nicht 173. Bei Insomnie war die gemessene Schlafeffizienz nach zwei Wochen besser als unter Placebo, die selbst eingeschätzte nicht 170. Zudem schwanken Form, Dosis und Reinheit der geprüften Präparate erheblich, und die Beobachtungsdauern sind meist kurz.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
6 Samanta et al. 2026systematische Übersicht · 1.343 Teilnehmerhochgereinigte Cannabidiol-Lösung zum Einnehmen (Epidiolex/Epidyolex); gegen kein Vergleich; Veränderung nach CBD-BeginnSchlaf: unklar (n = 2/2)
8 da et al. 2025Metaanalyse · 1.077 TeilnehmerCannabinoide, darunter CBD und Nicht-CBD-Cannabinoide; gegen PlaceboSchlafqualität unter CBD-Monotherapie: kein Unterschied (SMD 0.13; 95 % CI -0.38-0.65; p = 0.61)
17 Pereira et al. 2025systematische Übersicht · 494 TeilnehmerCBD-reiche Formulierungen (Mischung mit weiteren Cannabinoiden); gegen Placebo in einigen StudienSchlaf: verbessert (modest benefits)
23 Warren et al. 2026systematische ÜbersichtNiedrig dosiertes orales Cannabidiol (≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag); ≤2,5 mg/kg oder ≤175 mg/Tag; PK-Studien ≤150 mg; Einzeldosen 10–160 mg; gegen Placebo bzw. Kontrolle in randomisierten kontrollierten StudienSchlafdauer: verbessert (160 mg)
41 Ranum et al. 2023systematische ÜbersichtCBD-dominante Therapie oder CBD:THC nahezu 1:1; gegen kein einheitlicher Vergleich, Studien mit HypothesentestVerbesserung der Insomnie-Symptome: verbessert; signifikante Verbesserung der Insomnie-Outcomes (CBD-dominant): verbessert (4 of 7 studies); signifikante Verbesserung der Insomnie-Outcomes (CBD:THC nahezu 1:1): verbessert (12 of 16 studies)
47 Velzeboer et al. 2022systematische ÜbersichtCannabis-Präparate mit Cannabidiol und/oder Tetrahydrocannabinol; gegen Cannabidiol versus Tetrahydrocannabinol, keine signifikanten UnterschiedeVerbesserung des Schlafs in randomisierten Studien: verbessert (7 out of 19); Verbesserung des Schlafs in unkontrollierten Studien: verbessert (7 out of 12); Schlafarchitektur (diagnostische Tests): kein Unterschied (no improvements in sleep architecture)
52 Khan et al. 2020systematische ÜbersichtCannabidiol und nabiximols (CBD:THC 1:1); gegen kein einheitlicher Vergleich; Bewertung nach EvidenzgradenInsomnie: unklar (Grade C recommendation)
54 Saleska et al. 2024randomisiert kontrolliert · 1.793 TeilnehmerKapseln mit 15 mg CBD-Isolat oder Mischungen; 15 mg CBD pro Tag; 4 Wochen; gegen CBD-Isolat vs. CBD+CBN, CBD+CBN+CBC, Melatonin, Melatonin+...Schlafstörung (PROMIS Sleep Disturbance SF 8A): unklar (p < 0.001); Klinisch bedeutsame Verbesserung der Schlafqualität: unklar (56% to 75%); Vergleich CBD-Isolat vs. CBD+CBN/CBC: kein Unterschied

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 63 80 86 88 91 93 97 129 131 170 173 183 187 188 189 205 213 216 218 220 223 241 244 250

CBD (Cannabidiol): weitere Messgrößen in Studien

Weitere Studien betreffen sehr unterschiedliche Fragen, etwa Blutdruck, Entzündung, Körpergewicht und Leberwerte. Bei Bluthochdruck senkte orales Cannabidiol den Blutdruck in zwei randomisierten kontrollierten Studien stärker als Placebo, in einer davon schon nach eintägiger Gabe 84152. Bei Zahnfleischentzündung besserten sich die Entzündungswerte in einer randomisierten kontrollierten Studie stärker als unter Placebo 74; allgemeine Entzündungsmarker wie CRP änderten sich in mehreren anderen nicht 102134148151175. Beim Körpergewicht sind die Befunde uneinheitlich: Eine systematische Übersicht beschreibt eher weniger Appetit und Gewicht 44, bei Magersucht nahm der BMI in einer kleinen Pilotstudie stärker zu als unter Placebo 165. Andere Studien fanden keinen Unterschied 102131174. Demgegenüber stehen Nebenwirkungen: In Metaanalysen und einer randomisierten kontrollierten Studie traten unter oralem Cannabidiol mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo 93858, in anderen Studien nicht 7123166. Die Leberwerte stiegen in mehreren kontrollierten Studien häufiger als unter Placebo, auch bei Gesunden 96076; bei niedriger Dosis und kurzer Gabe fand sich kein Unterschied 73147. Untersucht wurden vor allem orale Lösungen, Öle, Kapseln und einzelne Hautprodukte. Eine Übersicht zu Autismus prüfte CBD-reiche Extrakte mit weiteren Cannabinoiden; deren Wirkung lässt sich nicht dem Cannabidiol allein zuschreiben 17. Offen bleiben die Übertragbarkeit auf andere Formen und Dosierungen sowie die Frage, wie sich die Befunde bei längerer Anwendung und ohne begleitende Standardtherapie verhalten.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 Bilbao et al. 2022Metaanalyse · 12.123 TeilnehmerCannabidiol (CBD) im Vergleich zu Dronabinol, Nabilon, Nabiximols; gegen Placebo oder andere Cannabinoide bzw. VergleichsgruppenStandardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) bei Parkinsonismus: verbessert (- 0.41[CI - 0.75, - 0.08] moderate grade)
6 Samanta et al. 2026systematische Übersicht · 1.343 Teilnehmerhochgereinigte Cannabidiol-Lösung zum Einnehmen (Epidiolex/Epidyolex); gegen kein Vergleich; Veränderung nach CBD-Beginnneuropsychiatrische Funktion: unklar (n = 9/9 studies); kognitive Funktion: unklar (n = 9/9); Begleitmedikation mit Antiepileptika: unklar (n = 7/8)
7 Pratama et al. 2026Metaanalyse · 1.154 TeilnehmerAdjunctives Cannabidiol, hochgereinigt oral; auch liposomale und transdermale Formen; optimal 20 mg/kg pro Tag; gegen Placebo zusätzlich zur StandardtherapieUnerwünschte Ereignisse (comparable to placebo)
9 Silvinato et al. 2022Metaanalyse · 1.034 TeilnehmerCannabidiol als Zusatztherapie; gegen PlaceboGesamt-Nebenwirkungen (increases total AEs by 12%); Schwerwiegende Nebenwirkungen (increases serious AE by 16%); Therapieabbruch
10 Wang et al. 2024Metaanalyse · 972 Teilnehmerorales Cannabidiol (CBD); 5, 10, 20, 25 oder 50 mg/kg/Tag; gegen Placebo oder andere CBD-DosisBehandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAEs)
12 Souza et al. 2022systematische Übersicht · 745 TeilnehmerOrales Cannabidiol, teils Zusatztherapie zu Antikonvulsiva; mindestens eine Woche; gegen Randomisierte kontrollierte Studien mit wiederholter oraler CBD-GabeMagen-Darm-Symptome (59.5%); Somnolenz (16.7%); Appetitlosigkeit (16.5%)
15 Vuilleumier et al. 2022systematische Übersicht · 667 TeilnehmerCannabidiol, Nabiximols, Dronabinol, Nabilone, PF-04457845; gegen PlaceboUnerwünschte Ereignisse
17 Pereira et al. 2025systematische Übersicht · 494 TeilnehmerCBD-reiche Formulierungen (Mischung mit weiteren Cannabinoiden); gegen Placebo in einigen Studiensoziale Interaktion: verbessert (modest benefits); Kernsymptome und Verhalten bei ASD: verbessert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 18 19 21 22 23 24 25 27 32 36 37 38 40 42 43 44 49 50 52 57 58 59 60 63 64 66 67 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 82 83 84 85 86 87 88 90 92 93 94 95 96 97 98 99 101 102 103 104 108 109 110 111 112 113 114 115 118 120 121 122 123 124 126 127 130 131 132 134 135 136 137 140 141 144 145 146 147 148 149 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 163 165 166 167 168 169 170 172 173 174 175 176 178 180 181 183 184 185 187 188 189 191 193 194 195 197 200 201 203 204 205 206 207 209 210 211 212 213 214 215 216 218 220 222 223 224 225 226 227 232 235 238 241 242 244 245 246 250 253 255

4. Wie wird CBD (Cannabidiol) dosiert? Zubereitung, Dosis und Dauer in Studien

Die Studien verwendeten vor allem orale Lösungen zum Einnehmen, Öl-Tropfen, Kapseln und Tabletten sowie einzelne Hautprodukte zum Auftragen. Bei Epilepsie wurde überwiegend eine hochreine orale Lösung als Zusatztherapie zur Standardbehandlung geprüft. Einzelne Untersuchungen nutzten inhalierte oder transdermale Formen; die Dosen zeigt die Tabelle.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Kapseln mit 15 mg CBD-Isolat oder Mischungen15 mg CBD pro Tag4 Wochen54
Kapseln mit 15 mg CBD-Isolat, teils plus CBN/CBC/Melatonin15 mg CBD, 5 mg Melatonin, 15 mg CBN, 5 mg CBC4 Wochen55
Pflanzlich hochreines Cannabidiol (Epidiolex, 100 mg/mL orale Lösung)10 mg/kg/Tag (nur GWPCARE3) oder 20 mg/kg/Tag14 Wochen: 2 Wochen Titration, 12 Wochen Erhaltung56
Medizinisches Cannabis: CBD allein oder THC/CBD-KombinationEskalierend bis zu 600 mg CBD/Tag4 Wochen57
hochreines pflanzliches Cannabidiol (Epidiolex, 100 mg/ml orale Lösung)25 mg/kg/Tag oder 50 mg/kg/Tag, Titration von 5 mg/kg/Tag16 Wochen (4 Wochen Titration, 12 Wochen Erhaltung)58
ZYN002, transdermales Cannabidiol-Gel250 mg oder 500 mg täglich (gewichtsabhängig)12 Wochen59
Cannabidiol, 5 mg/kg/Tag (2,5 mg/kg zweimal täglich)5 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Dosen28 Tage60
Pflanzliches Cannabidiol als Tabletten50 mg täglich24 Wochen61
Transdermales Cannabidiol195 mg oder 390 mg zweimal täglich12 Wochen doppelblind, danach offene Verlängerung bis 2 Jahre62
10% Vollspektrum-CBD-Öl, sublingual, rezeptfreiniedrig dosiert (genaue Dosis nicht angegeben)30 Tage, Nachbeobachtung nach 4 Wochen63
Nanodispersible Cannabidiol-Orallösung 150 mg/mL—15 Wochen64
Orale Kapseln mit THC 2,5 mg plus CBD 2,5 mg3-mal täglich, Tage -1 bis 57 Tage pro Zyklus65
CBD-Öl 100 mg/mL, titriert0,5 mL einmal täglich bis 2 mL dreimal täglich; median gewählte Dosis 400 mg/Tag28 Tage66
Cannabidiol (CBD), teils als THC&CBD-KombinationCBD max. 45 mg/Tag; THC&CBD 22,5/45 mg/Tag6 Wochen Behandlung, danach 1 Woche Auslaufphase67
orale CBD-Terpen-Formulierung, THC-frei300 mg CBD plus je 1 mg acht Terpene4 Wochen, ≥4 Tage/Woche, Crossover68

5. Ist CBD (Cannabidiol) sicher? Nebenwirkungen in Studien

Unerwünschte Ereignisse waren unter Cannabidiol häufiger als unter Placebo, vor allem Durchfall, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit und erhöhte Leberwerte 123839. In anderen Studien unterschieden sich die Nebenwirkungen nicht von Placebo 7123166. Erhöhte Leberwerte und Schläfrigkeit traten vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Valproat oder Clobazam auf 712. Erhöhte Leberwerte fanden mehrere kontrollierte Studien auch bei Gesunden 96076, bei niedriger Dosis und kurzer Gabe andere nicht 73147.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
1 Bilbao et al. 2022Cannabinoide erzeugen unterschiedliche unerwünschte Ereignisse; Evidenz niedrig bis moderat
2 de et al. 2026Somnolenz, Appetitlosigkeit, Diarrhö, Fatigue, Verhaltensänderungen; Transaminasenanstieg bei Valproat
3 Chou et al. 2025Kein Unterschied bei Studienabbruch wegen Nebenwirkungen
4 Peacock et al. 2022Kein erhöhtes Risiko für Bewegungsstörungen mit Cannabidiol
5 Zhu et al. 2025Cannabidiol 20 mg/kg/Tag mit höchster Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Ereignisse; Cannabidiol 10 mg/kg/Tag an zweiter Stelle bei schwerwiegenden unerwünschten Reaktionen
6 Samanta et al. 2026gastrointestinal, am häufigsten Diarrhö (17-34%), Erbrechen (5-50%), verminderter Appetit (7-20%)
7 Pratama et al. 2026überwiegend mild; Leberenzymanstieg und Somnolenz häufiger bei Valproat oder Clobazam
9 Silvinato et al. 2022Gesamt-Nebenwirkungen +12%, schwerwiegende +16%, Therapieabbruch +12%, Transaminasenanstieg +15%
10 Wang et al. 2024TEAEs: kein signifikanter Unterschied zwischen den Dosen
11 Larsen et al. 2020Insgesamt gut vertragen, leichte Nebenwirkungen
12 Souza et al. 2022Magen-Darm 59,5%, Somnolenz 16,7%, Appetitlosigkeit 16,5%, Hypertransaminasämie 12,8%
13 Saranti et al. 2025Somnolenz, Appetitlosigkeit, Diarrhö, Fatigue, erhöhte Serum-Aminotransferasen; meist mild bis moderat und reversibel

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Viele kontrollierte Studien sind klein und kurz, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränkt.
  • Form, Dosis und Reinheit des Cannabidiols schwanken erheblich zwischen den Studien, was einen direkten Vergleich erschwert.
  • Bei Mischpräparaten mit THC oder weiteren Cannabinoiden lässt sich die Wirkung nicht dem Cannabidiol allein zuschreiben.
  • Langfristige Daten zu Nutzen und Sicherheit fehlen weitgehend.
  • Ob eine begleitende Standardtherapie lief, ist oft unklar und beeinflusst die Ergebnisse.

7. Fazit: Was über CBD (Cannabidiol) gesichert ist

Cannabidiol zeigt in kontrollierten Studien am Menschen bei Epilepsie als Zusatztherapie eine klare Verbesserung der Anfallskontrolle. Bei Schmerzen und Schlaf sind die Befunde gemischt, bei Angst und Suchterkrankungen zeigte sich in kontrollierten Studien meist kein Vorteil gegenüber Placebo. Die Aussagekraft wird durch kleine, kurze Studien und uneinheitliche Zubereitungen begrenzt. Bei Mischpräparaten mit THC oder weiteren Cannabinoiden ist eine Zuordnung der Wirkung zum Cannabidiol allein nicht möglich.

Häufige Fragen

Wie gut ist CBD (Cannabidiol) am Menschen untersucht?

CBD (Cannabidiol): ausgewertet wurden 327 Studien am Menschen, darunter 183 randomisierte kontrollierte Studien und 55 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 12.663 Teilnehmer. Stand: 10. Oktober 2026.

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Schmerzen? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 2 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 37 kontrollierte Studien und 30 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 2.014 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 23262728

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Angst? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 7 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 19 kontrollierte Studien und 22 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 1.036 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 11172025

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Epilepsie? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 13 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 4 kontrollierte Studien und 32 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 835 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: gemischt. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 1245

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Suchterkrankungen? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 2 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 9 kontrollierte Studien und 10 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 323 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 11152325

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Psychose? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 4 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 3 kontrollierte Studien und 7 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 98 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 11252932

Was bringt CBD (Cannabidiol) bei Haut? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 2 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 47 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 12129143177

Was ist Cannabidiol und wie wirkt es?

Cannabidiol (CBD) ist ein Cannabinoid aus der Hanfpflanze, das im Gegensatz zu THC nicht berauscht. Es ist der Wirkstoff zugelassener Arzneimittel gegen bestimmte Epilepsieformen. Die Wirkmechanismen sind nicht vollständig geklärt, und die Effekte variieren je nach Anwendungsgebiet.

Welche Formen von CBD wurden in den Studien untersucht?

Die Studien verwendeten überwiegend orale Lösungen zum Einnehmen, Öl-Tropfen, Kapseln und Tabletten. Bei Epilepsie kam vor allem eine hochreine orale Lösung als Zusatztherapie zum Einsatz. Einzelne Untersuchungen prüften auch Hautprodukte zum Auftragen oder inhalierte Formen.

Wie sicher ist CBD?

In den Studien traten häufig Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall und erhöhte Leberwerte auf. Einige kontrollierte Studien fanden keine Unterschiede zu Placebo bei Nebenwirkungen. Die Verträglichkeit hängt von Dosis und Begleitmedikation ab; erhöhte Leberwerte traten vor allem zusammen mit Valproat oder Clobazam auf.

Gibt es Studien zu CBD bei Angst?

Ja, mehrere kontrollierte Studien untersuchten CBD bei Angst. Die meisten fanden keinen Unterschied zu Placebo; Hinweise auf eine Wirkung stammen vor allem aus Übersichten und Versuchen mit einer Einzeldosis. Die Ergebnisse sind gemischt, und die Studien sind oft klein und kurz.

Kann CBD bei Schlafproblemen helfen?

Zwei kleine Studien fanden eine bessere Schlafqualität, eine davon mit einem Gel zum Auftragen. Andere Studien sahen bei Insomnie keinen Unterschied zu Placebo. Die Befunde sind gemischt und die Beobachtungsdauern meist kurz.

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/cbd/ · Stand: 2026-10-15