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Zimt

Datenbank-gestützte Auswertung · in unserer Datenbank 900 Arbeiten, davon 55 kontrollierte Studien am Menschen · Stand · So werten wir aus

Zimt ist die getrocknete Innenrinde tropischer Bäume und wird als Gewürz und in Kapseln geprüft.

1. Was ist Zimt?

Zimt ist die getrocknete Innenrinde von Bäumen der Gattung Cinnamomum. Diese Bäume gehören zur Familie der Lorbeergewächse. Im Handel sind vor allem zwei Arten wichtig: Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt. Früher galt Zimt als wärmendes Mittel und wurde unter anderem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

2. Wo steckt es drin, woraus wird es gewonnen?

Zimt steckt in Speisen und Getränken als Gewürz. Er kommt auch in Kapseln, Extrakten und Ölen vor. Die Bäume wachsen in tropischen Gebieten, zum Beispiel in Sri Lanka, Südindien, China, Indonesien und Vietnam. Für die Gewinnung werden junge Triebe geschält, die Rinde getrocknet und gerollt oder gemahlen. Extrakte entstehen mit Wasser oder Alkohol, ätherisches Öl durch Wasserdampfdestillation.

3. Was bringt Zimt? Das zeigt die Forschung

GebietStand der ForschungStudien
Blutzucker und Zuckerstoffwechselmehrere Hinweise68
Blutfettemehrere Hinweise41
Körpergewicht und Körperzusammensetzungmehrere Hinweise24
Entzündungs- und Oxidationswertenoch unklar27
Blutdruckgut untersucht, meist positiv13
Regelschmerzenmehrere Hinweise4
Verdauungsbeschwerdenerste Hinweise4
Weitere Untersuchungenmehrere Hinweise41

Blutzucker und Zuckerstoffwechsel

Mehrere Übersichtsarbeiten werteten Studien aus, in denen Menschen mit Typ-2-Diabetes und Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (einer Hormonstörung der Eierstöcke) Zimt einnahmen. Dabei sank ihr Nüchternblutzucker 416192125. Auch der Langzeitblutzucker besserte sich in mehreren Studien 41921253739. Der Blutzucker nach dem Essen sank ebenfalls 419. Bei Prädiabetes (Vorstufe des Diabetes) blieben die Werte unter Zimt stabiler als unter Placebo (Scheinmittel) 5052. Eine Übersicht und mehrere einzelne Studien fanden beim Nüchternblutzucker keinen Unterschied 27474951. Viele Übersichten nennen die Zimtart und die Form nicht.

Blutfette

Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, PCOS oder ähnlichen Stoffwechselstörungen sank das LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin) in mehreren Übersichtsarbeiten 710192228. Auch Gesamtcholesterin und Triglyceride (Blutfette) sanken in mehreren Übersichtsarbeiten 7101928. Eine Übersicht zum gemahlenen Cassia-Zimt-Rindenpulver fand keine Unterschiede 32. Die Befunde stammen überwiegend aus Kapseln, deren Zimtart meist nicht berichtet wurde.

Körpergewicht und Körperzusammensetzung

In mehreren Übersichtsarbeiten sank der Body-Mass-Index (Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße) gegenüber den Kontrollgruppen 5929. Auch das Körpergewicht verbesserte sich in mehreren Studien 592229. Der Taillenumfang sank in mehreren Übersichtsarbeiten 91928. Eine Übersicht fand zudem eine Verringerung der Fettmasse 9. Andere Studien zeigten keine Unterschiede bei Gewicht, Body-Mass-Index oder Taillenumfang 173435364048. Die Befunde stammen überwiegend von Kapseln oder Pulver, deren Zimtart oft nicht genannt wird.

Entzündungs- und Oxidationswerte

Bei Erwachsenen mit Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, PCOS, rheumatoider Arthritis (Gelenkentzündung) und Migräne fanden mehrere Studien Verbesserungen einzelner Entzündungswerte. Das CRP (ein Entzündungszeichen im Blut) besserte sich in mehreren Studien 15193349. Auch Malondialdehyd (ein Oxidationswert) besserte sich 193342. Die antioxidative Kapazität (Schutzkraft des Körpers) verbesserte sich ebenfalls 2023263342. Andere Übersichten und eine Studie fanden bei einzelnen dieser Werte keine gesicherten Unterschiede 232647. Die Befunde stammen überwiegend von Zimtpulver in Kapseln, die Zimtart wird meist nicht berichtet.

Blutdruck

Mehrere Übersichtsarbeiten fanden bei Erwachsenen, teils mit Stoffwechselerkrankungen oder Typ-2-Diabetes, eine Senkung des systolischen Blutdrucks (oberer Wert) durch Zimt 121319232835. Auch der diastolische Blutdruck (unterer Wert) sank in denselben Übersichtsarbeiten 121319232835. Eine weitere Übersicht fand beim systolischen Blutdruck keinen Unterschied, beim diastolischen eine Senkung 14. Bei beginnendem Bluthochdruck unterschied sich der Blutdruck am Studienende nicht zwischen Zimt und Placebo; nur der obere Wert am Tag sank unter Zimt stärker 51. Bei Typ-2-Diabetes fand eine Studie keinen Unterschied 38. Zimtart und Zubereitungsform werden meist nicht berichtet.

Regelschmerzen

Bei Regelschmerzen verringerte Zimt in Kapseln die Schmerzstärke in einer Studie stärker als Placebo 53. In einer anderen Studie bekamen Studentinnen getrocknete Feigen, Zimt oder ein Scheinmittel. Die Feigen linderten die Schmerzen stärker als Zimt und Placebo; ob Zimt besser als das Scheinmittel wirkte, wird nicht berichtet 41. Die Beweiskraft ist mittel; die Zahl der Studien ist klein und die Teilnehmerinnenzahl begrenzt. Zu Art, Form und Menge des Zimts fehlen bei mehreren Studien genaue Angaben.

Verdauungsbeschwerden

Bei Krebspatienten mit Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie atmeten die Teilnehmer Zimtöl ein. Das linderte die Beschwerden stärker als eine Kontrolle mit Kochsalzlösung 43. Bei Durchfall verlängerte ein wässriger Extrakt aus Cassia-Zimt die Darmpassagezeit und veränderte Stuhlwerte und Darmflora 44. Die Beweiskraft ist gering, die Studien sind klein und untersuchen unterschiedliche Formen.

Weitere Untersuchungen

Bei Fettleber senkte Zimt in einer Übersichtsarbeit die Leberenzyme 1; eine andere Übersicht fand keinen Unterschied 31. Eine Zimtrinden-Nasenspülung besserte bei allergischem Schnupfen die Lebensqualität 3. Bei Migräne verringerte Zimtpulver Häufigkeit, Stärke und Dauer der Anfälle 46. Bei rheumatoider Arthritis senkte Zimtpulver Krankheitsaktivität und Schmerz 49. Bei PCOS besserte Zimtextrakt die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus 16. Die Befunde stammen überwiegend aus kleinen Studien, mehrfach ohne Angabe von Zimtart, Form und Menge.

4. Wie wurde Zimt in den Studien eingenommen?

Die Studien prüften Zimt überwiegend als Kapsel oder Pulver. Daneben gab es wässrige oder alkoholische Rindenextrakte, Zimtöl sowie Zimtaufguss oder Zimttee. Einzelne Untersuchungen verwendeten Zimt als Zutat in angereicherten Lebensmitteln oder als Nasenspülung. Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt wurden nur in einem Teil der Studien ausdrücklich unterschieden. Viele Übersichten nennen die Zimtart und die Zubereitungsform nicht.

5. Ist Zimt sicher? Nebenwirkungen in den Studien

Die Studien berichten überwiegend eine gute Verträglichkeit von Zimtzubereitungen. Eine Übersichtsarbeit fand keine statistisch gesicherten Nebenwirkungen gegenüber Placebo, unabhängig von Menge und Dauer 30. Einzelne Studien berichten Hautausschlag unter Zimtöl 45, Verdauungsbeschwerden mit Abbruch bei zwei Teilnehmern 55 sowie Mundschleimhautveränderungen durch zimthaltigen Kaugummi und zimthaltige Bonbons 54. In einer Studie bei Prädiabetes traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf 52.

Alle Einzelheiten mit Tabellen und Quellen: ausführliche Fachseite zu Zimt

Häufige Fragen

Was bringt Zimt bei Blutzucker und Zuckerstoffwechsel? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 68 Studien am Menschen. Belege: 46816

Was bringt Zimt bei Blutfette? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 41 Studien am Menschen. Belege: 4678

Was bringt Zimt bei Körpergewicht und Körperzusammensetzung? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 24 Studien am Menschen. Belege: 45919

Was bringt Zimt bei Entzündungs- und Oxidationswerte? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: noch unklar. Dazu gibt es 27 Studien am Menschen. Belege: 2151819

Was bringt Zimt bei Blutdruck? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 13 Studien am Menschen. Belege: 12131419

Was bringt Zimt bei Regelschmerzen? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: mehrere Hinweise. Dazu gibt es 4 Studien am Menschen. Belege: 11244153

Quellen

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/zimt/einfach/ · Stand: 2026-10-23