Wissen · Naturstoffe

Kurkuma und Curcumin einfach erklärt

Kurkuma ist ein Gewürz aus der Wurzel einer Pflanze. Curcumin ist der gelbe Farbstoff darin.

Stand:

1. Was ist Kurkuma und Curcumin?

Kurkuma ist der getrocknete und gemahlene Wurzelstock der Pflanze Curcuma longa. Diese Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse. Curcumin ist der gelbe Farbstoff in diesem Wurzelstock. Es zählt zur Gruppe der Curcuminoide. Kurkuma wird traditionell als Gewürz und zum Färben verwendet.

2. Wo steckt es drin, woraus wird es gewonnen?

Kurkuma steckt als Pulver aus dem gemahlenen Wurzelstock in Gewürzen. Curcumin wird aus diesem Pulver gewonnen. Es gibt Extrakte mit viel Curcuminoiden. Manche Produkte enthalten Curcumin mit Piperin aus schwarzem Pfeffer. Andere nutzen eine besondere Phytosom-Form. Auch einzelne Curcuminoide wie Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin gibt es. Hydriertes Curcumin heißt Tetrahydrocurcumin. Nicht dazu gehören andere Curcuma-Arten wie Zitwerwurzel und Javanische Gelbwurz. Auch Ingwer, Galgant und das ätherische Öl ohne Curcuminoide zählen nicht dazu.

3. Was bringt Kurkuma und Curcumin? Das zeigt die Forschung

GebietStand der ForschungStudien
Stoffwechsel und Blutwertegut untersucht, meist positiv130
Entzündungsbezogene Beschwerdengut untersucht, meist positiv133
Gelenke und Bewegungsapparatgut untersucht, meist positiv79
Aufnahme im Körpergut untersucht, meist positiv36
Verdauunggut untersucht, meist positiv19
Verträglichkeit und Sicherheitnoch unklar104
Weitere Untersuchungenmehrere Hinweise183

Stoffwechsel und Blutwerte

Bei Stoffwechsel und Blutwerten zeigten mehrere kontrollierte Studien (mit Vergleichsgruppe) Verbesserungen. Dazu gehören der Nüchternblutzucker 3716212238 und der Langzeitblutzuckerwert 71622384748. Auch die Insulinresistenz besserte sich in mehreren kontrollierten Studien 33132475687. Eine randomisierte (Teilnehmer per Los zugeteilt) kontrollierte Studie an gesunden älteren Menschen fand unter einer besonderen Curcumin-Zubereitung einen erhöhten Blutzucker 58. Viele Studien nennen Form, Curcuminoidgehalt und Dauer der Gabe nicht genau, und Angaben zur Herstellerfinanzierung fehlen überwiegend.

Entzündungsbezogene Beschwerden

Bei entzündungsbezogenen Beschwerden zeigte Curcumin in mehreren kontrollierten Studien und Metaanalysen (gemeinsame Auswertung vieler Studien) Verbesserungen beim C-reaktiven Protein 3412162128. Auch Tumornekrosefaktor-alpha, ein Botenstoff der Entzündung, sank in mehreren Studien stärker als unter Kontrolle 41221495057. Ebenso besserten sich die Blutsenkungsgeschwindigkeit 283352626380 und die Entzündungsbotenstoffe Interleukin-6 449505760 und Interleukin-1 beta 495060. Zwei weitere kontrollierte Studien sahen bei den Entzündungswerten insgesamt keinen Unterschied 7288. Wurde Curcumin zusätzlich zur Zahnfleischbehandlung gegeben, besserte sich der Zahnfleischwert stärker als mit der Behandlung allein 1973. Bei rheumatoider Arthritis sank der Rheumafaktor, ein typischer Blutwert dieser Krankheit, stärker als in der Vergleichsgruppe 3380. Untersucht wurden Curcumin, curcuminoidreiche Extrakte, Kurkuma-Pulver, Curcumin mit Piperin sowie Phytosom-Formen. Befunde aus einer Metaanalyse verschiedener Polyphenole bei rheumatoider Arthritis lassen sich nicht dem Curcumin allein zuschreiben 6. Die Befunde stammen überwiegend aus kleinen bis mittleren Studien unterschiedlicher Form, Dosis und Dauer, was die Aussagekraft einschränkt.

Gelenke und Bewegungsapparat

Bei Gelenk- und Bewegungsbeschwerden zeigte Curcumin in mehreren kontrollierten Studien Verbesserungen der Schmerzintensität, überwiegend bei Knie-Arthrose 91720283644. Auch Fragebögen zu Knieschmerz und Kniefunktion zeigten bessere Werte als unter einem Scheinmittel 53644536466. Mehrere kontrollierte Studien fanden zudem bessere Funktionswerte als in der Vergleichsgruppe 416886 und bei rheumatoider Arthritis eine geringere Krankheitsaktivität 28334080. Untersucht wurden überwiegend Extrakte mit viel Curcuminoiden, teils in Formen, die besser ins Blut gelangen, daneben ein Curcumin-Gel für die Haut und hydriertes Curcumin 6468808689. Zwei kontrollierte Studien fanden bei Schmerz und Funktion keinen Unterschied zu Ibuprofen 46 beziehungsweise Paracetamol 90. Bei rheumatoider Arthritis und Lupus blieb die Krankheitsaktivität ohne Unterschied zur Vergleichsgruppe 27. Auch Entzündungswerte und Gelenkentzündung bei Knie-Arthrose unterschieden sich nicht 88. Leistungstests mit Curcumin-Gel zeigten ebenfalls keinen Unterschied 64. Manche Untersuchungen nutzten Mischungen mit Boswellia serrata, Schmerzmitteln oder Knorpelmitteln. Solche Ergebnisse lassen sich nicht dem Curcumin allein zuschreiben 10131415. Viele Studien sind klein und kurz, die Formen und Zusätze sind uneinheitlich, und Angaben zur Herstellerfinanzierung fehlen überwiegend.

Aufnahme im Körper

Bestimmte Zubereitungen erhöhten in mehreren kontrollierten Studien die Aufnahme. Micellare, wasserlösliche und neu entwickelte Formen erreichten mehr Wirkstoff im Körper als herkömmliches Curcumin oder ein Standardextrakt 798283. Auch die höchsten Werte im Blut lagen bei diesen Zubereitungen höher 798283. In Fett- oder Wasserteilchen verpacktes Curcumin (liposomal, nanoemulgiert, micellar) war im Blut messbar 697172. Eine Übersicht vor allem von Tier- und Laborstudien deutet darauf hin, dass Curcumin in winzigen Trägerteilchen (Nanoträgern) besser aufgenommen wird. Diese Ergebnisse gelten nur für die jeweils geprüfte Zubereitung, nicht für Curcumin allgemein. Bei fünf verschiedenen Zubereitungen gab es keinen Unterschied bei den freien Curcuminoiden. Auch die Kombination mit Piperin unterschied sich nicht vom Standardextrakt 77. Bei drei verschiedenen Mengen Kurkuma-Pulver unterschied sich der Curcumin-Spiegel im Blut nicht 85. Die meisten Studien waren klein und untersuchten gesunde Freiwillige über kurze Zeit. Deshalb ist die Aussagekraft trotz der hohen Zahl kontrollierter Studien begrenzt.

Verdauung

Bei Frauen mit schwerer Fettleibigkeit linderte Curcumin Magen-Darm-Beschwerden wie Aufstoßen und Verstopfung stärker als ein Scheinmittel 75. Bei Kindern mit Autismus gingen unter Curcumin Magen-Darm-Beschwerden und ein Entzündungswert im Stuhl zurück 63. Bei Colitis ulcerosa (einer chronischen Darmentzündung) sahen eine gemeinsame Auswertung und zwei Übersichten kleiner Studien Hinweise auf einen Nutzen, vor allem zusätzlich zur Standardbehandlung 404243. Eine Übersicht sah eine mögliche Wirkung bei Reizdarm und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen 37. Beim Reizdarm fand eine gemeinsame Auswertung einen günstigen, aber nicht gesicherten Effekt 26. Eine kleine randomisierte Studie fand keinen Unterschied bei Magen-Darm-Symptomen 81. Bei Leberverfettung und Lebersteifigkeit verbesserten sich die Werte in einer randomisierten kontrollierten Studie 60. Bei Parodontitis (Zahnfleischentzündung) verbesserten Curcuminoid-Gel beziehungsweise Curcumin-Gel die Zahnfleischwerte 7684. Die Befunde stützen sich überwiegend auf kleine Studien mit kurzer Dauer. Angaben zur Herstellerfinanzierung fehlen meist. Die untersuchten Formen reichten von Curcuminoid-reichem Extrakt über Curcumin mit Piperin und Phytosom-Form bis zu Mischungen mit weiteren Stoffen. Mischungen lassen sich nicht dem Curcumin allein zuschreiben. Ein Kräuterpräparat mit Kurkuma senkte ein Darmbakterium und Verstopfung 54. Curcumin mit Piperin verringerte den Schweregrad einer Fettleber 59. Eine Curcumin-Boswellia-Phytosom-Mischung linderte Blähungen und Bauchschmerzen 61.

Verträglichkeit und Sicherheit

Zu diesem Gebiet wurden 13 kontrollierte Studien und 2 gemeinsame Auswertungen mit insgesamt 1732 Teilnehmern ausgewertet. Mehrere kontrollierte Studien und Übersichten beschrieben Curcuminoide, Curcumin in Phytosom-Form und hydrierte Curcuminoide als gut verträglich 3739576780. Leber- und Nierenwerte blieben unter Curcumin unauffällig 48. Leberenzyme blieben unter micellaren Curcuminoiden unverändert 72. Laborwerte und Vitalzeichen unterschieden sich nicht von Placebo 65. Metaanalysen und Übersichten fanden keine Zunahme unerwünschter Ereignisse unter Curcumin 5252641; in einer großen randomisierten Studie über zwei Jahre waren Nebenwirkungen selten und mild 45. Eine Metaanalyse zu Curcumin und Curcuma-longa-Extrakt bei verschiedenen Arthritisformen fand keine Unterschiede bei Sicherheitsendpunkten 9. Eine Metaanalyse zu Curcuma longa, auch als Mischung mit Boswellia serrata, fand keine Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen 13. Eine systematische Übersicht (geordnete Zusammenfassung aller Studien) fand zwischen Curcuminoid-Formulierungen und Schmerzmitteln keine Unterschiede bei Zufriedenheit, Therapietreue und Bedarfsmedikation 15. Die Befunde gelten für die untersuchten Formen — Pulver, Extrakt, Phytosom-Form und Einzelstoffe. Wegen der meist kurzen Studiendauer und der sehr unterschiedlichen Präparate sind sie nur eingeschränkt auf die Langzeitanwendung übertragbar.

Weitere Untersuchungen

Für Kognition fanden mehrere Studien Verbesserungen 2324305558, während einzelne kontrollierte Studien keinen Unterschied zeigten 2474. Auch für Depression 1825295070 und Angst 1825 fanden mehrere Studien Verbesserungen. Die Formen reichten von Kurkuma-Pulver bis Phytosom; Mischpräparate mit Resveratrol oder Grüntee-Extrakt lassen sich nicht dem Curcumin allein zuschreiben 11. Insgesamt ist die Belastbarkeit hoch. Doch die Präparate, Formulierungen und Zielwerte sind sehr unterschiedlich. Deshalb lässt sich keine einheitliche Aussage treffen. Offen bleibt, welche Form und welcher Curcuminoidgehalt für welchen Zielwert wirksam sind.

4. Wie wurde Kurkuma und Curcumin in den Studien eingenommen?

In den Studien wurden verschiedene Formen geprüft. Dazu gehörten gemahlenes Kurkuma-Pulver, Extrakte mit viel Curcuminoiden und Curcumin mit Piperin aus schwarzem Pfeffer. Auch Curcumin in Phytosom-Form, einzelne Curcuminoide und hydriertes Curcumin wurden untersucht. Ein Teil der Untersuchungen prüfte Mischungen mit weiteren Pflanzenstoffen, Boswellia serrata oder Schmerzmitteln. Solche Ergebnisse lassen sich nicht dem Curcumin allein zuschreiben. Form, Curcuminoidgehalt und Dauer der Gabe wurden in vielen Studien nicht genau angegeben.

5. Ist Kurkuma und Curcumin sicher? Nebenwirkungen in den Studien

Curcumin wurde in den meisten Studien gut vertragen 25395767. Unter einem Curcuma-domestica-Extrakt traten seltener Bauchschmerzen auf als unter Ibuprofen 46, andere Studien berichteten mehr Magen-Darm-Beschwerden unter Curcumin 8247478. Als Infusion veränderte liposomales Curcumin ab höheren Dosen vorübergehend die Form roter Blutkörperchen 69.

Alle Einzelheiten mit Tabellen und Quellen: ausführliche Fachseite zu Kurkuma und Curcumin

Häufige Fragen

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Stoffwechsel und Blutwerte? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 130 Studien am Menschen. Belege: 1237

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Entzündungsbezogene Beschwerden? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 133 Studien am Menschen. Belege: 3469

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Gelenke und Bewegungsapparat? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 79 Studien am Menschen. Belege: 56910

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Aufnahme im Körper? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 36 Studien am Menschen. Belege: 34355154

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Verdauung? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: gut untersucht, meist positiv. Dazu gibt es 19 Studien am Menschen. Belege: 26374042

Was bringt Kurkuma und Curcumin bei Verträglichkeit und Sicherheit? Das zeigen die Studien

Stand der Forschung: noch unklar. Dazu gibt es 104 Studien am Menschen. Belege: 5689

Quellen

  1. 1
  2. 2
  3. 3
    Jafari A, Abbastabar M, Alaghi A, Heshmati J, Crowe FL, Sepidarkish M · 2024
  4. 4
    Naghsh N, Musazadeh V, Nikpayam O, Kavyani Z, Moridpour AH, Golandam F et al. · 2023
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9
  10. 10
  11. 11
  12. 12
  13. 13
  14. 14
  15. 15
  16. 16
  17. 17
  18. 18
  19. 19
  20. 20
  21. 21
  22. 22
  23. 23
  24. 24
  25. 25
    Ng QX, Koh SSH, Chan HW, Ho CYX · 2017
  26. 26
    Ng QX, Soh AYS, Loke W, Venkatanarayanan N, Lim DY, Yeo WS · 2018
  27. 27
  28. 28
  29. 29
    Musazadeh V, Faghfouri AH, Falahatzadeh M, Mahmoudinezhad M, Alizadeh M, Shidfar F · 2026
  30. 30
  31. 31
  32. 32
    Rajabinasab F, Tabatabaei FSA, Kheirandish A, Hajimirzaei P, Abolfazli S, Aromolaran AS et al. · 2025
  33. 33
  34. 34
    Al-Makhmari S, Al-Aufi A, Al-Kindi S, Alriyami M, Sakr H, Boulassel MR et al. · 2025
  35. 35
    Sato BYS, Chong SI, Souza NMP, Lazo REL, Pontarolo R, Rego FGM et al. · 2025
  36. 36
    Bideshki MV, Jourabchi-Ghadim N, Radkhah N, Behzadi M, Asemani S, Jamilian P et al. · 2024
  37. 37
    Thavorn K, Wolfe D, Faust L, Shorr R, Akkawi M, Isaranuwatchai W et al. · 2024
  38. 38
  39. 39
  40. 40
  41. 41
  42. 42
  43. 43
  44. 44
  45. 45
  46. 46
    Kuptniratsaikul V, Dajpratham P, Taechaarpornkul W, Buntragulpoontawee M, Lukkanapichonchut P, Chootip C et al. · 2014
  47. 47
  48. 48
  49. 49
  50. 50
    Yaikwawong M, Jansarikit L, Jirawatnotai S, Chuengsamarn S · 2024
  51. 51
  52. 52
  53. 53
  54. 54
  55. 55
  56. 56
  57. 57
  58. 58
  59. 59
  60. 60
  61. 61
  62. 62
  63. 63
  64. 64
  65. 65
  66. 66
  67. 67
    Gonzalez-Pons M, Dominguez RL, Montalvan-Sanchez EE, Foster NR, Strand CA, Hernandez-Marrero J et al. · 2026
  68. 68
  69. 69
    Storka A, Vcelar B, Klickovic U, Gouya G, Weisshaar S, Aschauer S et al. · 2015
  70. 70
  71. 71
  72. 72
  73. 73
  74. 74
  75. 75
  76. 76
  77. 77
    Fança-Berthon P, Tenon M, Bouter-Banon SL, Manfré A, Maudet C, Dion A et al. · 2021
  78. 78
    Tuntiyatorn P, Lerspongpaibool C, Kanchanathepsak T, Watcharananan I, Tawonsawatruk T · 2025
  79. 79
  80. 80
  81. 81
    van den Belt M, JanssenDuijghuijsen L, Tomassen M, de Roos N, Witteman B, Fança-Berthon P et al. · 2026
  82. 82
  83. 83
  84. 84
  85. 85
  86. 86
  87. 87
  88. 88
  89. 89
  90. 90
    Singhal S, Hasan N, Nirmal K, Chawla R, Chawla S, Kalra BS et al. · 2021

Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/kurkuma-curcumin/einfach/ · Stand: 2026-10-15