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Akupunktur

Akupunktur setzt feine Nadeln an festgelegten Hautpunkten; Studien am Menschen zeigen Vorteile bei Schmerz, Schlaf, Übelkeit und weiteren Beschwerden.

Stand:

Akupunktur: ausgewertet wurden 343 Studien am Menschen, darunter 44 randomisierte kontrollierte Studien und 294 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 11.913 Teilnehmer. Stand: 30. September 2026.

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1. Was ist Akupunktur? Herkunft, Verbreitung und Varianten

Akupunktur ist ein Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin, bei dem feine Nadeln an festgelegten Punkten der Haut gesetzt werden. In Studien wird sie meist mit einer Schein-Akupunktur, der üblichen Behandlung oder einer Wartegruppe verglichen – dieser Vergleich bestimmt, was ein Ergebnis aussagt.

Die Akupunktur stammt aus China und wird dort seit mehr als zweitausend Jahren angewendet. Heute ist sie weltweit verbreitet; in Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen sie seit 2007 bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und des Kniegelenks.

Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es die Elektroakupunktur, bei der schwacher Strom durch die Nadeln fließt, die Ohrakupunktur, die Laserakupunktur ohne Nadel und die Verbindung mit Moxibustion, dem Erwärmen der Punkte.

Untersuchte Varianten

  • Körperakupunktur
  • Elektroakupunktur
  • Ohrakupunktur (Aurikulotherapie)
  • Laserakupunktur
  • Akupunktur mit Moxibustion
  • Akupunktur zusätzlich zu anderen Behandlungen – die übrigen Bestandteile werden genannt

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2. Wie wirkt Akupunktur? Ergebnisse nach Anwendungsgebiet

AnwendungsgebietErgebnis in kontrollierten StudienBeweiskraftStudienTeilnehmer
Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzenüberwiegend verbesserthoch84 Metaanalysen · 13 kontrolliert · 2 weitere4.876
Schlaf, Angst und Depressionüberwiegend verbesserthoch77 Metaanalysen · 10 kontrolliert · 1 weitere1.529
Schlaganfall und Nervensystemüberwiegend verbesserthoch43 Metaanalysen · 6 kontrolliert · 1 weitere2.062
Magen und Darmüberwiegend verbesserthoch27 Metaanalysen · 5 kontrolliert · 1 weitere1.453
Übelkeit und Erbrechenüberwiegend verbesserthoch16 Metaanalysen · 2 kontrolliert · 0 weitere592
Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Fruchtbarkeitüberwiegend kein Unterschiedmittel27 Metaanalysen · 3 kontrolliert · 0 weitere442
Kopfschmerz und Migräneüberwiegend verbessertmittel22 Metaanalysen · 1 kontrolliert · 0 weitere212
Rauchen und Suchtüberwiegend verbessertmittel2 Metaanalysen · 0 kontrolliert · 0 weitere0
Weitere Messgrößenüberwiegend verbesserthoch140 Metaanalysen · 19 kontrolliert · 3 weitere3.633

So lesen Sie die Tabelle: Gezählt werden Studien am Menschen, deren Ergebnisse das jeweilige Gebiet betreffen. „Hoch“ heißt: mindestens eine Metaanalyse und zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, oder mindestens drei kontrollierte Studien, von denen drei Viertel eine Verbesserung zeigen, mit zusammen mindestens 300 Teilnehmern. „Mittel“ heißt: mindestens zwei kontrollierte Studien mit Verbesserung, und zwar mehrheitlich, oder eine Metaanalyse. „Gering“ heißt: eine kontrollierte Studie mit Verbesserung. Alles andere ist „unklar“. Eine Studie zählt als Verbesserung, wenn mindestens die Hälfte ihrer Messgrößen in diesem Gebiet besser ausfiel.

3. Was die Studien im Einzelnen zeigen

Akupunktur, Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen: Studien am Menschen

Akupunktur senkte in mehreren Metaanalysen die Schmerzstärke stärker als Kontrollbehandlungen, etwa bei Nacken- und chronischem Beckenschmerz und nach Kaiserschnitt 5179137153. Auch die Funktionsfähigkeit besserte sich in mehreren kontrollierten Studien, etwa bei Nackenschmerzen, myofaszialem Schmerzsyndrom und chronischen Rückenschmerzen 51137190. Sonderformen wie die Fu-Subkutannadelung bei zervikaler Spondylose 42 und die Wangenakupunktur bei Schmerzen 64 erreichten höhere Ansprechraten als die Kontrollgruppen. Bei Kniearthrose besserte Elektroakupunktur die Steifigkeit stärker als Schmerzmittel, bei Schmerz und Gelenkfunktion wirkte sie ähnlich 140. Laserakupunktur verbesserte bei Kniearthrose Schmerz, Funktion und Steifigkeit gegenüber Placebo-Laser, allerdings nur kurzfristig 224. Bei Krebsschmerzen wirkte Ohrakupunktur besser als Schein-Ohrakupunktur und als Zusatz zu Medikamenten, allein aber nicht besser als Medikamente 241. Bei chronischen Rückenschmerzen war Elektroakupunktur der manuellen Akupunktur in einer systematischen Übersicht meist nicht überlegen 235. Gegenüber spinaler Manipulation schnitt Akupunktur beim Schmerz schlechter ab, bei der Funktion gleich 255. Die Ergebnisse gelten für die jeweils untersuchte Variante, darunter Körperakupunktur, Elektroakupunktur, Laserakupunktur und Ohrakupunktur. Bei lumbalem Bandscheibenvorfall senkte Moxibustion zusammen mit Akupunktur Schmerz und Funktionseinschränkung stärker als konventionelle Behandlung 31. Stimulation von Akupunkturpunkten zusätzlich zu Opioiden linderte starke Tumorschmerzen besser als Opioide allein; die Autoren halten die Belege noch nicht für abschließend 37. Beim Schulter-Hand-Syndrom nach Schlaganfall linderte Akupunktur oder Moxibustion zusätzlich zur Rehabilitation den Schmerz stärker als Rehabilitation allein 44.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
4 Foster et al. 2021Metaanalyse · 20.827 TeilnehmerAkupunktur (Körperakupunktur, Variante nicht näher spezifiziert); gegen Schein-Akupunktur und Nicht-Akupunktur-KontrollenDifferenz der Schiefe der Schmerzänderung gegenüber Nicht-Akupunktur-Kontrolle: kein Unterschied (0.124 (p = 0.047)); Differenz der Schiefe der Schmerzänderung gegenüber Schein-Akupunktur: kein Unterschied (0.141 (p = 0.029)); Differenz der Schiefe gegenüber Schein-Akupunktur in Sensitivitätsanalyse: kein Unterschied (p = 0.2)
5 Xie et al. 2025Metaanalyse · 9.549 TeilnehmerAkupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion, teils mit TCM/üblicher Medizin; gegen übliche MedizinNRS-Schmerzscore: verbessert (MD = -1.83, 95% CI: -2.86 to -0.80); Schmerzlinderung: verbessert (OR = 30.86, 95% CI: 3.75-254.20)
6 Rubinstein et al. 2010systematische Übersicht · 8.298 TeilnehmerAkupunktur (20 RCTs); kurzfristig; gegen Warteliste oder Zusatz zu anderer Interventionkurzfristige klinisch relevante Wirkung: verbessert
7 Wan et al. 2025Metaanalyse · 8.287 TeilnehmerManuelle Akupunktur bzw. verschiedene Schein-Akupunkturmethoden; gegen Wartegruppe, Akupunkturpunkt ohne Penetration, Nicht-Akupunkturpunkt ohne PenetrationSchmerzvariation: Wartegruppe vs. manuelle Akupunktur: verbessert (mean difference 1.86 (95% confidence interval 1.36 to 2.35)); Schmerzvariation: Akupunkturpunkt ohne Penetration vs. manuelle Akupunktur: verbessert (mean difference 1.14 (95% confidence interval 0.74 to 1.55)); Schmerzvariation: Nicht-Akupunkturpunkt ohne Penetration vs. manuelle Akupunktur: verbessert (mean difference 1.00 (95% confidence interval 0.35 to 1.65))
11 Chi et al. 2021systematische Übersicht · 7.113 TeilnehmerAugenakupunktur, Nadeln um die Augenhöhle (horizontaler äußerer Orbitarand); kleine Nadeln (φ0,25 × 13 mm), Verweildauer ≤30 min, meist ohne Manipulation; gegen 45 RCTs, 5 CCTs, 31 Fallserien; Kontrollen nicht näher berichtetSchmerzlinderung: verbessert
12 Yu et al. 2023systematische Übersicht · 6.876 TeilnehmerAkupunktur (Nadelung) bzw. Schein-Akupunktur; gegen Schein-Akupunktur (SANA, NPA, NPANA) und BlankokontrolleSchmerzindikatoren (Wirksamkeit): verbessert; Rangfolge der Schein-Akupunktur-Verfahren (SUCRA): kein Unterschied (SANA (SUCRA, 65.3%), NPA (SUCRA, 46.2%), and NPANA (SUCRA, 34.2%))
31 Du et al. 2026Metaanalyse · 4.399 TeilnehmerMoxibustion allein oder in Kombination mit Akupunktur, Tuina, Traktion, TCM, konventioneller Therapie; gegen konventionelle Intervention (CT)JOA-Score: verbessert (MD = 11.93, 95% CI: 8.88 to 14.98); JOA-Score: verbessert (MD = 7.81, 95% CI: 4.4 to 11.23); ODI-Score: verbessert (MD = -10.11, 95% CI: -11.92 to -8.3)
37 Zhang et al. 2023Metaanalyse · 4.026 TeilnehmerAkupunkturpunkt-Stimulation (Feuernadel, Körper-, Ohr-, Elektroakupunktur, Moxibustion, TEAS, Punktimplantation, Handgelenk-Knöchel-Akupunktur); gegen Opioide alleinGesamtschmerzlinderungsrate: verbessert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 42 44 50 51 52 58 62 64 67 69 73 75 79 85 89 90 94 96 101 102 110 111 113 123 129 135 137 138 140 146 153 161 165 182 184 188 189 190 192 197 200 201 204 213 221 224 230 232 235 241 242 245 247 248 252 255 257 259 261 262 263 264 265 267 271 274 279 281 283 284 286 287 288 290 291 292 295 296 298 300 304 307 309 311 320 324 331 333 334 339 343

Akupunktur, Schlaf, Angst und Depression: Studien am Menschen

Bei Schlafstörungen besserte Akupunktur die subjektive Schlafqualität gegenüber Warteliste 34 und Schein-Akupunktur 66, objektive Schlafwerte dagegen nicht 66. Bei Krebskranken besserte sie die Schlafqualität gegenüber Kontrollgruppen 49112193, unterschied sich aber kaum von Schein-Akupunktur 280. Bei Depression linderte Akupunktur die Beschwerden stärker als Schein-Akupunktur und ähnlich wie Antidepressiva 41; eine weitere Metaanalyse fand einen kleinen Vorteil gegenüber Medikamenten 157. Bei Angststörungen linderte Akupunktur die Beschwerden stärker als Schein-Akupunktur und übliche Behandlung oder Warteliste 152176. Die Befunde gelten für die jeweils untersuchte Variante, überwiegend Körper- und Elektroakupunktur, seltener Ohrakupunktur 98 oder Laser-Ohrakupunktur 283. Offen bleiben die Aussagekraft gegenüber Schein-Akupunktur bei mehreren Endpunkten, die Übertragbarkeit auf einzelne Akupunkturvarianten und die Frage, wie stark kombinierte Anwendungen die Ergebnisse tragen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
3 Yeo et al. 2022systematische Übersicht · 31.748 TeilnehmerAkupunktur (häufigste Form) sowie Mind-Body-Praktiken und Naturprodukte; gegen Westliche Medizin, Schein-/Placebo-Akupunktur, keine BehandlungPittsburgh Sleep Quality Index (PSQI): verbessert (positive effect in 89.5% (17/19) of SRs/MAs); PSQI-Schlafqualität: verbessert (superior effect to western medicine, sham/placebo, and no treatment)
9 Tang et al. 2026systematische Übersicht · 8.062 TeilnehmerAkupunktur und verwandte Therapien, teils kombiniert; gegen westliche Medizin, konventionelle Rehabilitation, andere AkupunkturformenPittsburgh-Sleep-Quality-Index-Gesamtscore: verbessert; Schlafdauer und Einschlaflatenz: verbessert; subjektive Schlafqualität: verbessert
10 Fang et al. 2026Metaanalyse · 7.791 Teilnehmerverschiedene Akupunkturtherapien; kurz- und langfristig; gegen konventionelle Medikation, Scheinakupunktur, andere InterventionenPSQI-Kurzzeit-Score: verbessert (MD -3.73; 95% CrI [-6.88, -0.55]); PSQI-Kurzzeit-Score: verbessert (MD -1.96; 95% CrI [-2.64, -1.27]); PSQI-Kurzzeit-Score: verbessert (MD -3.08; 95% CrI [-5.18, -0.93])
15 Gui et al. 2026Metaanalyse · 5.864 TeilnehmerManuelle Akupunktur oder Elektroakupunktur, allein oder als Zusatz zu SSRIs; kurzfristig, u. a. vier Wochen; gegen Schein-Akupunktur, Warteliste, Psychotherapie oder SSRIsSchwere der depressiven Symptome gegenüber nicht-aktiver Kontrolle: verbessert; Zusätzliche Kurzzeitverbesserung nach vier Wochen als Zusatz zu SSRIs: verbessert (MD -3.02; 95% CI -3.49 to -2.56); Frühere symptomatische Besserung durch Elektroakupunktur: verbessert
19 Hu et al. 2025Metaanalyse · 5.362 TeilnehmerElektroakupunktur, meist als Zusatztherapie; gegen Kontrollgruppe (übliche Behandlung/Schein)Klinische Wirksamkeit: verbessert (RR = 1.16, 95% CI [1.11, 1.22]); HAMD-Score: verbessert (SMD = -0.56, 95% CI [-0.72, -0.40]); SDS-Score: verbessert (SMD = -0.56, 95% CI [-0.87, -0.24])
25 Yang et al. 2025Metaanalyse · 4.579 TeilnehmerVerschiedene Akupunkturmodalitäten, teils kombiniert mit westlicher oder chinesischer Medizin; gegen Vergleich der Akupunkturmodalitäten untereinander (Netzwerk-Metaanalyse)Depression: verbessert; Angst: verbessert; Schlaf: verbessert
26 Liu et al. 2025Metaanalyse · 4.443 TeilnehmerVerschiedene Akupunkturtherapien, teils mit Moxibustion oder Ohrakupunktur; gegen HypnotikaPSQI-Schlafqualität: verbessert; Klinische Wirksamkeitsrate: verbessert
29 Chen et al. 2025Metaanalyse · 4.406 TeilnehmerAkupunktur (Körper-, Elektroakupunktur) allein oder mit CHM/WM; gegen Westliche Medizin bzw. andere Akupunktur-KombinationenKlinische Ansprechrate: verbessert (RR = 1.52, 95 % CI: 1.12-2.08); Depressive Symptome (HAMD): verbessert (MD = -5.04, 95 % CI: -6.97 to -3.12); Angstsymptome (HAMA): verbessert (MD = -8.40, 95 % CI: -14.31 to -2.49)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 33 34 39 41 49 58 63 65 66 76 77 78 85 88 92 98 107 110 112 122 124 132 133 144 146 152 156 157 160 166 168 176 178 181 185 187 193 201 202 204 207 209 211 212 214 216 221 223 226 231 234 239 242 246 253 263 264 266 268 270 271 275 279 280 283 285 288 293 294 315 316 317 320 324 326 329 332 333 335 339

Akupunktur, Schlaganfall und Nervensystem: Studien am Menschen

Nach einem Schlaganfall besserte manuelle Akupunktur die kognitive Funktion stärker als Schein-Akupunktur und Warteliste 303; Metaanalysen fanden ebenfalls Vorteile gegenüber Kontrollgruppen 117128196. Die Schluckfunktion besserte sich stärker als unter Schein-Akupunktur 310. Kopfhautakupunktur schnitt besser ab als konventionelle Rehabilitation 170, Nackenakupunktur besserte die Schluckfunktion gegenüber Kontrollgruppen 114. Bei Depression nach Schlaganfall senkte Elektroakupunktur neben den Depressionswerten auch die neurologischen Ausfälle auf der NIHSS-Skala 234. Die Befunde gelten für die jeweils untersuchte Variante, oft als Zusatz zur konventionellen Behandlung; die Kontrollgruppen sind sehr unterschiedlich.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
2 Li et al. 2026systematische Übersicht · 63.493 TeilnehmerTraditionelle chinesische Akupunktur, u. a. Feuerneedling, CPBLC, Fu-Needling, Pflaumenblütennadel; gegen Randomisierte kontrollierte Studien in systematischen ReviewsEffektivitätsrate: verbessert; VAS-Schmerzscore: verbessert; Unerwünschte Reaktionen: verbessert
13 Yin et al. 2026Metaanalyse · 6.259 TeilnehmerAkupunktur (Körper-, Elektro-, Kopfhautakupunktur) plus Zusatztherapien; gegen übliche Behandlung (SOC), Einzelakupunktur, konventionelle RehabilitationMontreal Cognitive Assessment (MoCA): verbessert (SMD = 1.89, 95% CI: 1.59-2.19); Mini-Mental State Examination (MMSE): verbessert (SMD = 2.41, 95% CI: 1.64-3.19); Barthel-Index (BI): verbessert (SMD = 1.50, 95% CI: 0.77-2.22)
36 Su et al. 2026Metaanalyse · 4.080 TeilnehmerAkupunktur oder Elektroakupunktur plus nichtinvasive Hirnstimulation; gegen Einzeltherapien oder konventionelle RehabilitationMotorische Funktion (FMA gesamt): verbessert; Motorische Funktion obere Extremität (FMA-UE): verbessert; Motorische Funktion untere Extremität (FMA-LE): verbessert
44 Wang et al. 2026systematische Übersicht · 3.730 TeilnehmerAkupunktur oder Moxibustion plus Rehabilitation; gegen Rehabilitation alleinWirksamkeitsrate: verbessert (RR = 1.24, 95 % CI: 1.20 to 1.28); Motorische Funktion (FMA): verbessert (MD = 8.35, 95 % CI: 6.96 to 9.74); SHS-Schwere (SHSS): verbessert (MD = -1.60, 95 % CI:1.99 to -1.22)
45 Du et al. 2026Metaanalyse · 3.718 TeilnehmerMoxibustion allein oder in Kombination mit Akupunktur, Massage, Kräutermedizin; gegen konventionelle BehandlungNervenleitgeschwindigkeit N. peroneus communis (motorisch): verbessert (MD = 6.14 m/s, 95% CI 3.82 to 8.46); Nervenleitgeschwindigkeit N. medianus (motorisch): verbessert (MD = 6.35 m/s, 95% CI 2.35 to 10.36); Nervenleitgeschwindigkeit N. peroneus communis (sensibel): verbessert (MD = 8.44 m/s (95% CI 4.80 to 12.08))
47 Huang et al. 2024Metaanalyse · 3.604 TeilnehmerAkupunktur zusätzlich zur konventionellen Behandlung; gegen konventionelle Behandlung alleinNIHSS: verbessert (MD:1.70, 95 %CI [-2.27, -1.14], P < 0.00001); Effektivität (NIHSS): verbessert (RR: 1.21, 95 %CI [1.12, 1.31], P < 0.00001); Chinese Stroke Scale: verbessert (MD:4.33, 95 %CI [-5.67, -2.98], P < 0.00001)
57 Li et al. 2026Metaanalyse · 3.261 TeilnehmerAkupunktur kombiniert mit rTMS; gegen rTMS alleinFugl-Meyer-Gesamtwert: verbessert (MD 7.11, 95% CI 5.51-8.70); Fugl-Meyer-Wert obere Extremität: verbessert (MD 8.21, 7.68-8.75); Fugl-Meyer-Wert untere Extremität: verbessert (MD 5.06, 4.42-5.71)
58 Yu et al. 2025systematische Übersicht · 3.248 TeilnehmerAkupunktur verschiedener Modalitäten zusätzlich zur Standard-PD-Therapie; ≥10 Akupunkturpunkte, dreimal wöchentlich, moderate Sitzungsdauer; gegen westliche Medizin bzw. Standard-PD-TherapieUPDRS-Domänen (Motorik): verbessert; behandlungsbedingte motorische Komplikationen: verbessert (SMD: -2.16; 95% CI: -3.10 to -1.22)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 97 100 103 105 114 117 121 126 127 128 130 134 139 141 142 145 170 179 186 187 196 206 218 228 229 234 239 243 249 250 251 262 269 272 281 297 301 303 310 315 328 339

Akupunktur, Magen und Darm: Studien am Menschen

Bei funktionellen Magen-Darm-Störungen und Reizdarm zeigte Körperakupunktur in mehreren kontrollierten Studien und Metaanalysen höhere Ansprechraten und eine stärkere Besserung allgemeiner Magen-Darm-Symptome als Schein-Akupunktur, übliche Behandlung oder westliche Medikamente 21194312313. Nach Kaiserschnitt 79 und nach Krebsoperationen 119123 verkürzte Akupunktur die Zeit bis zum ersten Windabgang, auch gegenüber Schein-Akupunktur 119. Bei Magenkrebs beschleunigte Akupunktur mit Moxibustion die Darmerholung nach Operation und Chemotherapie 173. Bei Krebsschmerzen unter Opioiden trat Verstopfung seltener auf, wenn zusätzlich Akupunkturverfahren eingesetzt wurden, teils mit chinesischen Arzneimittelauflagen 537129. Bei funktioneller Dyspepsie besserte Akupunktur Beschwerden und Lebensqualität stärker als Schein-Akupunktur, ohne mehr unerwünschte Ereignisse 87. Bei sehr schwerer chronischer Verstopfung wirkte Elektroakupunktur in einer randomisierten Studie insgesamt ähnlich wie Prucaloprid, anfangs schwächer, bei weniger unerwünschten Ereignissen 308. Die Befunde gelten für die jeweils untersuchte Variante, oft als Zusatz zur üblichen Behandlung; die Vergleiche reichen von Schein-Akupunktur über übliche Behandlung bis zu Medikamenten.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
5 Xie et al. 2025Metaanalyse · 9.549 TeilnehmerAkupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion, teils mit TCM/üblicher Medizin; gegen übliche MedizinVerstopfungsinzidenz: verbessert (OR = 0.16, 95% CI: 0.04-0.66)
20 Zhang et al. 2026systematische Übersicht · 5.311 TeilnehmerAkupunktur (Variante nicht spezifiziert)Methodische Qualität: Randomisierung mit geringem Risiko: unklar (83.6%); Allokationsverbergung umgesetzt: unklar (3.6%); Verblindung umgesetzt: unklar (1.8%)
21 Wan et al. 2025Metaanalyse · 5.100 TeilnehmerAkupunktur (nicht näher spezifizierte Variante); gegen Schein-Akupunktur, übliche Behandlung oder westliche MedikamenteAnsprechrate gegenüber Schein-Akupunktur: verbessert (RR 1.65, 95 %CI 1.35-2.03); Ansprechrate gegenüber westlicher Medikation: verbessert (RR 1.15, 95 %CI 1.07-1.23); Allgemeine GI-Symptome gegenüber Schein-Akupunktur oder üblicher Behandlung: verbessert (SMD 0.48, 95 % CI 0.25-0.72)
37 Zhang et al. 2023Metaanalyse · 4.026 TeilnehmerAkupunkturpunkt-Stimulation (Feuernadel, Körper-, Ohr-, Elektroakupunktur, Moxibustion, TEAS, Punktimplantation, Handgelenk-Knöchel-Akupunktur); gegen Opioide alleinInzidenz von Obstipation: verbessert
55 Liu et al. 2026systematische Übersicht · 3.351 Teilnehmerakupunkturbezogene Therapien (AA, AP, APA u. a.), allein oder mit osmotischen Laxanzien; gegen osmotische Laxanzien oder andere KontrollenBFI-Score: verbessert (statistically significant reductions in BFI scores compared with OSM); CCS: kein Unterschied (No statistically significant differences were detected for CCS); wöchentliche spontane Stuhlgänge: kein Unterschied (No statistically significant differences were detected for ... weekly SBMs)
65 Xu et al. 2025Metaanalyse · 3.005 Teilnehmernicht-pharmakologische Verfahren, u. a. Akupunktur, Ohrakupunktur; Interventionszyklus teils >4 Wochen; gegen übliche Behandlung (Kontrollgruppe)Wirksamkeit (Response): verbessert (RR = 1.15, 95% CI = 1.09 to 1.21, p < 0.00001); Stuhlkonsistenz (Bristol-Skala): verbessert (SMD = 0.87, 95% CI = 0.14-1.60, p = 0.02); vollständige spontane Stuhlentleerung (CSBM): verbessert (SMD = 0.44, 95% CI = -0.52-0.12, p = 0.03)
79 Liu et al. 2025Metaanalyse · 2.641 TeilnehmerAkupunktur (konventionell und Elektroakupunktur); gegen Kontrollgruppe (nicht näher bezeichnet)Darmgeräusch-Erholungszeit: verbessert (SMD = -2.26, 95% CI [-2.97, -1.54]); Zeit bis zum ersten Flatus: verbessert (SMD = -2.41, 95% CI [-3.21, -1.61])
86 Ou et al. 2024systematische Übersicht · 2.459 TeilnehmerAkupunktur und Moxibustion als Zusatztherapie; gegen Routinebehandlung (RC) alleinZeit bis zum ersten Darmgeräusch: verbessert; Zeit bis zum ersten Stuhlgang: verbessert; Zeit bis zum ersten Windabgang: verbessert

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 87 106 109 111 119 123 129 136 173 194 210 217 222 231 233 256 265 274 288 306 308 312 313 321 340

Akupunktur, Übelkeit und Erbrechen: Studien am Menschen

Nach Darmkrebs-Operationen 123 und nach laparoskopischer Gallenblasenentfernung 286 traten Übelkeit und Erbrechen mit Akupunktur seltener auf als in den Kontrollgruppen; eine Übersicht nach Bauchoperationen berichtet weniger Übelkeitsfälle 274. Zusätzlich zur üblichen Behandlung besserte Akupunktur bei Chemotherapie die vollständige Kontrolle akuten und verzögerten Erbrechens, bei den übrigen Messgrößen fand sich kein Unterschied 84. Zusammen mit Antiemetika besserte Akupunktur die Häufigkeit und den Schweregrad von Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatienten unter Chemotherapie 35. In Kombination mit Moxibustion traten Übelkeit und Erbrechen bei Magenkrebs nach Operation und Chemotherapie tendenziell seltener auf 173. Elektrische Stimulation von Akupunkturpunkten, per Nadel oder über die Haut, verringerte bei chemotherapiebedingter Übelkeit nur mittelschwere bis schwere Verläufe, nicht aber die Gesamthäufigkeit gegenüber Schein-Stimulation 220.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
5 Xie et al. 2025Metaanalyse · 9.549 TeilnehmerAkupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion, teils mit TCM/üblicher Medizin; gegen übliche MedizinÜbelkeit- und Erbrecheninzidenz: verbessert (OR = 0.11, 95% CI: 0.03-0.45)
35 Chen et al. 2026Metaanalyse · 4.133 TeilnehmerAkupunktur (Körperakupunktur, Punkte ST36, PC6, CV12); gegen Schein-Akupunktur oder konventionelle BehandlungInzidenz von Erbrechen: verbessert (RR = 0.583, 95% CI: 0.523-0.650); Schweregrad des Erbrechens: verbessert (MD = -0.839, 95% CI: -1.256 to -0.422); Anzahl der Erbrechens-Episoden: verbessert (MD = -3.704, 95% CI: -6.256 to -1.152)
37 Zhang et al. 2023Metaanalyse · 4.026 TeilnehmerAkupunkturpunkt-Stimulation (Feuernadel, Körper-, Ohr-, Elektroakupunktur, Moxibustion, TEAS, Punktimplantation, Handgelenk-Knöchel-Akupunktur); gegen Opioide alleinInzidenz von Übelkeit und Erbrechen: verbessert
67 Liu et al. 2024Metaanalyse · 3.003 TeilnehmerKörperakupunktur, Elektroakupunktur, TEAS, Ohrakupunktur; gegen MA allein; Vergleich der Akupunkturformen untereinanderPostoperative Übelkeit und Erbrechen: verbessert
84 Yan et al. 2023Metaanalyse · 2.503 TeilnehmerAkupunktur zusätzlich zur üblichen Behandlung; gegen übliche Behandlung allein oder Schein-Akupunkturvollständige Kontrolle akuten Erbrechens: verbessert (RR, 1.13; 95% CI, 1.02 to 1.25); vollständige Kontrolle verzögerten Erbrechens: verbessert (RR, 1.47; 95% CI, 1.07 to 2.00); alle übrigen Endpunkte: kein Unterschied
111 Lv et al. 2025Metaanalyse · 2.031 TeilnehmerAkupunktur-assistierte Anästhesie (AAA); gegen Kontrollgruppe (ohne AAA)Postoperative Übelkeit und Erbrechen: verbessert (P < 0.05)
123 Qi et al. 2023Metaanalyse · 1.878 TeilnehmerAkupunktur (Nadelverfahren); gegen übliche Behandlung und Schein-AkupunkturÜbelkeit/Erbrechen: verbessert (RR 0.72, 95% CI 0.59-0.89)
129 Wang et al. 2025Metaanalyse · 1.738 TeilnehmerAkupunktur (MA, EA, MOX, AI, ACE, AP, TN, TEAS) plus Analgetika; gegen verschiedene Akupunkturtechniken untereinander, jeweils zusätzlich zu AnalgetikaOpioid-induzierte Übelkeit und Erbrechen: verbessert (SUCRA = 87.7%)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 131 164 173 184 213 220 274 286 305 319

Akupunktur, Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Fruchtbarkeit: Studien am Menschen

In der Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Fruchtbarkeit fanden mehrere Metaanalysen Vorteile von Akupunkturverfahren: Bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom war die Ovulationsrate unter Körperakupunktur allein höher als unter Schein-Akupunktur und als unter Pharmakotherapie, ebenso unter Körperakupunktur in Kombination mit Kräutermedizin gegenüber Pharmakotherapie 24. Bei Frauen mit PCOS in der künstlichen Befruchtung stiegen klinische Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate 180; beim luteinisierten nicht rupturierten Follikelsyndrom stiegen Eisprung- und Schwangerschaftsrate gegenüber Kontrollgruppen 203. Bei Endometriose senkte Akupunktur als alleinige Behandlung die Schmerzstärke in einer systematischen Übersicht 276. Gegenüber Schein-Akupunktur erhöhte Elektroakupunktur bei PCOS in der Kinderwunschbehandlung die Schwangerschaftsrate über mehrere Versuche, nicht aber die Lebendgeburtenrate 327. Vor Geburtseinleitung setzten Wehen nicht häufiger spontan ein als unter Schein-Akupunktur, wohl aber häufiger als ohne Akupunktur 56. Bei PCOS löste Akupunktur ohne gesicherten Unterschied ähnlich oft einen Eisprung aus wie Clomifen 336. Die Beweiskraft ist mittel; die Befunde gelten für die jeweils untersuchte Variante, meist Körperakupunktur, teils Elektroakupunktur, und viele Übersichten prüften Kombinationen mit Moxibustion, Kräutermedizin oder weiteren Verfahren, sodass der Beitrag der Nadeln allein oft offen bleibt.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
8 Zheng et al. 2025Metaanalyse · 8.147 TeilnehmerAkupunktur und verwandte Therapien (u. a. Moxibustion, Schröpfen, Akupunkt-Injektion); gegen konventionelle BehandlungGesamteffektivität: verbessert; IL-2: verbessert (61.6%); TNF-α: verbessert (95.8%)
14 Li et al. 2026Metaanalyse · 5.937 Teilnehmerverschiedene Akupunkturmethoden (u. a. Elektroakupunktur, Akupunkt-Catgut-Einbettung); gegen Placebo oder Standardbehandlung/MedikamentTestosteronspiegel: verbessert (MD: 0.69; 95% CrI [0.35, 1.03]); Ferriman-Gallwey-Score (Elektroakupunktur vs. Placebo): verbessert (MD: 1.52; 95% CrI [0.50, 2.53]); Schwangerschaftsrate: verbessert (SUCRA = 76.6%)
17 Chen et al. 2024Metaanalyse · 5.772 Teilnehmer25 Akupunktur- und verwandte Techniken, u. a. Akupunktur, Moxibustion, Akupunktpflaster; gegen orale Analgetika und andere AkupunkturverfahrenKlinische Effektivitätsrate: verbessert; Visuelle Analogskala (VAS): verbessert; Cox-Menstrual-Symptom-Skala (CMSS): verbessert
24 Wei et al. 2025Metaanalyse · 4.827 TeilnehmerAkupunktur, teils kombiniert mit Kräutermedizin; optimal: 30 min, 29 Punkte, 3x/Woche, 24 Wochen; bis 24 Wochen; gegen Schein-Akupunktur, Pharmakotherapie oder übliche BehandlungOvulationsrate (Akupunktur allein vs. Schein-Akupunktur): verbessert (RR = 1.15, 95% CI: 1.04-1.27); Ovulationsrate (Akupunktur allein vs. Pharmakotherapie): verbessert (RR = 1.11, 95% CI: 1.04-1.20); Ovulationsrate (Akupunktur plus Kräutermedizin vs. Pharmakotherapie): verbessert (RR = 1.27, 95% CI: 1.12-1.43)
25 Yang et al. 2025Metaanalyse · 4.579 TeilnehmerVerschiedene Akupunkturmodalitäten, teils kombiniert mit westlicher oder chinesischer Medizin; gegen Vergleich der Akupunkturmodalitäten untereinander (Netzwerk-Metaanalyse)Hormonregulation: verbessert; TCM-Symptome: verbessert; Menopausale Symptome: verbessert
28 Du et al. 2026Metaanalyse · 4.406 TeilnehmerAkupunktur-verwandte Therapien (12 Regimen, u.a. Akupunktur, Moxibustion, Elektroakupunktur); gegen konventionelle Medikation und/oder PlaceboHOMA-IR: verbessert (MD = 2.20, 95% CI 0.44-3.96); HOMA-IR: verbessert (MD = 1.06, 95% CI 0.28-1.84); Nüchterninsulin: verbessert (MD = 7.30, 95% CI 0.83-13.77)
29 Chen et al. 2025Metaanalyse · 4.406 TeilnehmerAkupunktur (Körper-, Elektroakupunktur) allein oder mit CHM/WM; gegen Westliche Medizin bzw. andere Akupunktur-KombinationenKupperman-Index: verbessert (MD = -5.37); Estradiol (E2): verbessert (MD = 26.25); FSH und LH: verbessert
40 Chen et al. 2024Metaanalyse · 3.903 TeilnehmerMeridian-basierte TCM-Verfahren, u. a. Akupunktur, Elektroakupunktur, Warm-Needling, Moxibustion, Akupressur; gegen NSAIDs, Warteliste, Placebo, westliche Medizin, konventionelle TherapienSchmerzreduktion (Akupunktur vs. NSAIDs): verbessert (SMD = -1.09, 95%CI (-1.62, -0.55)); Schmerzreduktion (Akupunktur vs. Warteliste): verbessert (SMD = -1.89, 95%CI (-3.67, -0.11)); Schmerzreduktion (Akupressur vs. NSAIDs): verbessert (SMD = -1.51, 95%CI (-2.91, -0.12))

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 43 46 56 68 91 156 171 172 175 178 180 181 203 205 219 261 270 276 293 305 327 336

Akupunktur, Kopfschmerz und Migräne: Studien am Menschen

Bei Migräne senkte Akupunktur Anfallshäufigkeit und Schmerzstärke stärker als vorbeugende Medikamente 30148 und stärker als Schein-Akupunktur 260. Elektroakupunktur senkte die Schmerzstärke auch gegenüber Schein-Elektroakupunktur 144, Ohrakupunktur Schmerzstärke, Anfallshäufigkeit und Anfallsdauer gegenüber Kontrollgruppen 244. Gegenüber Schein-Akupunktur war der Vorteil nicht durchgängig: Eine Übersicht fand ihn bei Anfallshäufigkeit, Schmerzstärke und Ansprechrate, nicht bei den Migränetagen 74. Bei menstrueller Migräne war Akupunktur der Schein-Akupunktur nicht überlegen, Medikamenten aber bei der Schmerzstärke 236. Bei chronischer Migräne war Akupunktur dem Botulinumtoxin A bei Kopfschmerz- und Migränetagen nicht überlegen 82. Die Beweiskraft ist mittel; die Ergebnisse gelten für die jeweils untersuchte Variante. Akupunktur zusammen mit chinesischer Kräutermedizin senkte die Migränetage stärker als Flunarizin 322; bei Kopfschmerz aus der Halswirbelsäule gehörte Akupunktur mit Tuina zu den am besten bewerteten Kombinationen 81.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
22 Huang et al. 2024Metaanalyse · 4.880 TeilnehmerSchein-Akupunktur (Placebo) im Vergleich zu anderen Schein-Interventionen; gegen Schein-rTMS, Schein-tDCS, Schein-CBT, Schein-nVNSMigränetage: kein Unterschied; Anzahl der Migräneattacken: verbessert; Kopfschmerzhäufigkeit: verbessert
27 Tao et al. 2024Metaanalyse · 4.426 TeilnehmerAkupunktur; gegen Trizyklische Antidepressiva (Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Clomipramin)Kopfschmerzhäufigkeit: kein Unterschied (amitriptyline: mean difference [MD] -1.29, 95% CI -5.28 to 3.02); Kopfschmerzintensität: kein Unterschied (amitriptyline: MD 2.35, 95% CI -1.20 to 5.78)
30 Song et al. 2023Metaanalyse · 4.405 TeilnehmerAkupunktur (u. a. Körper-, Elektroakupunktur) vs. Medikamente/Psychotherapie; Nachbeobachtung 12 Wochen; gegen Prophylaktische Medikamente (Kalziumantagonisten, Beta-Blocker) und PsychotherapieVAS-Schmerzscore: verbessert; Migräneanfallshäufigkeit: verbessert; Kopfschmerztage: verbessert
32 Song et al. 2022Metaanalyse · 4.379 TeilnehmerAkupunkturbezogene Therapien (13 verschiedene Methoden); gegen Netzwerkvergleich der Akupunkturmethoden untereinanderVAS-Schmerzscore: verbessert (98.0%); Anzahl der Migränetage: verbessert (82.4%); Dauer der Migräne: verbessert (99.9%)
59 Chen et al. 2024systematische Übersicht · 3.221 TeilnehmerAkupunktur (Nadeln an Akupunkturpunkten); Nachbeobachtung bis 6 Monate nach Therapieende; gegen Schein-Akupunktur, körperliches Training, EntspannungstrainingAnsprechrate (mind. 50% Reduktion der Kopfschmerztage): verbessert (P<0.05); Kopfschmerztage: verbessert; Kopfschmerzintensität: verbessert
74 Li et al. 2022systematische Übersicht · 2.725 TeilnehmerAkupunktur (Nadeln); gegen Schein-AkupunkturMigränefrequenz nach Behandlung: verbessert (MD=-0.52, 95% CI: -0.71 to -0.34, P<0.00001); Migränefrequenz beim Follow-up: verbessert (MD=-0.51, 95% CI: -0.70 to -0.32, P<0.00001); Visuelle Analogskala nach Behandlung: verbessert (MD=-0.72, 95% CI: -1.17 to -0.27, P=0.002)
81 Yu et al. 2026Metaanalyse · 2.559 TeilnehmerAkupunktur kombiniert mit Tuina und weiteren Verfahren; gegen verschiedene kombinierte Behandlungsregime im NetzwerkvergleichWirksamkeit (SUCRA-Rang): verbessert; VAS-Schmerzscore (SUCRA-Rang): verbessert
82 Zheng et al. 2021Metaanalyse · 2.545 TeilnehmerAkupunktur (Nadeln); 12 Wochen; gegen Topiramat, BoNT-A oder PlaceboReduktion monatlicher Kopfschmerztage: kein Unterschied (SMD -1.61, 95% CI: -2.35 to -0.87); Reduktion monatlicher Migränetage: kein Unterschied (SMD -0.4, 95% CI: -0.75 to -0.04)

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 95 108 118 143 144 148 154 155 167 185 225 236 244 260 322

Akupunktur, Rauchen und Sucht: Studien am Menschen

Zur Raucherentwöhnung fand eine Metaanalyse, dass mit Akupunktur mehr Menschen rauchfrei blieben als in den Kontrollgruppen 237. Die Beweiskraft ist mittel. Offen ist, ob Akupunktur beim Rauchstopp so gut wirkt wie Medikamente.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
60 Xu et al. 2026Metaanalyse · 3.174 TeilnehmerAkupunktur (nicht näher spezifiziert); gegen konventionelle RehabilitationCraving-Reduktion: unklar
237 Tahiri et al. 2012Metaanalyse · 823 TeilnehmerAkupunktur (Variante nicht näher genannt); Endpunkte nach 6 oder 12 Monaten; gegen Kontrollgruppen der eingeschlossenen StudienRaucherentwöhnung (Punktprävalenz oder kontinuierliche Abstinenz): verbessert (odds ratio [OR], 3.53; 95% confidence interval [CI], 1.03-12.07)

Akupunktur: weitere Messgrößen in Studien

Weitere Metaanalysen fanden Vorteile gegenüber Kontrollgruppen bei chronischer Urtikaria 124, bei Mundgeschwüren 158, bei Tic-Störungen von Kindern unter Kopfhautakupunktur 151 und bei COPD unter Elektroakupunktur 199. Die meisten dieser Metaanalysen stufen die Sicherheit ihrer Befunde selbst als niedrig bis mäßig ein. Untersucht wurden überwiegend Körperakupunktur, daneben Elektroakupunktur, Ohrakupunktur, Laserakupunktur sowie Akupunktur mit Moxibustion, teils als Zusatz zu anderen Behandlungen. Offen bleibt, welche Akupunkturvariante und welcher Vergleich (Schein-Akupunktur, übliche Behandlung, Wartegruppe) die Ergebnisse jeweils tragen.

StudieArt · TeilnehmerPräparat · Dosis · Dauer · VergleichErgebnis
1 Lu et al. 2022systematische Übersicht · 138.995 TeilnehmerAkupunkturtherapien (verschiedene Varianten); gegen Randomisierte kontrollierte Studien in Meta-AnalysenAnzahl systematischer Reviews zu Akupunktur: unklar (120 SRs); Anzahl eingeschlossener RCTs: unklar (1402 RCTs); Anzahl Teilnehmer: unklar (138 995 participants)
5 Xie et al. 2025Metaanalyse · 9.549 TeilnehmerAkupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion, teils mit TCM/üblicher Medizin; gegen übliche MedizinKPS-Score: verbessert (MD = 2.12, 95% CI: 0.43-3.80); Schwindelinzidenz: verbessert (OR = 0.29, 95% CI: 0.09-0.90)
10 Fang et al. 2026Metaanalyse · 7.791 Teilnehmerverschiedene Akupunkturtherapien; kurz- und langfristig; gegen konventionelle Medikation, Scheinakupunktur, andere Interventionenunerwünschte Ereignisse: kein Unterschied (99 adverse events were reported (5.59%))
11 Chi et al. 2021systematische Übersicht · 7.113 TeilnehmerAugenakupunktur, Nadeln um die Augenhöhle (horizontaler äußerer Orbitarand); kleine Nadeln (φ0,25 × 13 mm), Verweildauer ≤30 min, meist ohne Manipulation; gegen 45 RCTs, 5 CCTs, 31 Fallserien; Kontrollen nicht näher berichtetLebensqualität und psychische Gesundheit: verbessert
15 Gui et al. 2026Metaanalyse · 5.864 TeilnehmerManuelle Akupunktur oder Elektroakupunktur, allein oder als Zusatz zu SSRIs; kurzfristig, u. a. vier Wochen; gegen Schein-Akupunktur, Warteliste, Psychotherapie oder SSRIsBehandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse: verbessert; Lebensqualität: verbessert
16 Yang et al. 2026Metaanalyse · 5.797 TeilnehmerAkupunktur (Körper-, Elektro-, Warmnadel-Moxibustion), teils kombiniert mit Tuina/Akupotomie/Manipulation; gegen Tuina allein bzw. andere Akupunktur-/Manualtherapie-KombinationenGesamtansprechrate (OR): verbessert (OR = 1.53; 95% CI: 1.23-1.89); Evaluation Scale for Cervical Vertigo (MD): verbessert (mean difference = 12.52; 95% confidence interval: 8.51-16.54); Dizziness Handicap Inventory (SMD): verbessert (standardized mean difference = 2.04; 95% confidence interval: 1.49-2.58)
18 Luo et al. 2025systematische Übersicht · 5.492 TeilnehmerAkupunktur vs. eingeführte und nicht eingeführte Schein-Akupunktur vs. keine Behandlung; gegen Schein-Akupunktur (eingeführt/nicht eingeführt) und keine BehandlungAnteil des natürlichen Verlaufs/Regression zur Mitte am Gesamteffekt: unklar (0.335 (95% confidence interval [CI], 0.255-0.415)); Anteil des kontextuellen Effekts der Akupunktur: unklar (0.639 (95% CI, 0.567-0.710)); Anteil des Placeboeffekts am Gesamteffekt: unklar (0.191)
19 Hu et al. 2025Metaanalyse · 5.362 TeilnehmerElektroakupunktur, meist als Zusatztherapie; gegen Kontrollgruppe (übliche Behandlung/Schein)Nebenwirkungen: verbessert (RR = 0.54, 95% CI [0.35, 0.83])

Weitere Studien zu diesem Gebiet: 20 21 23 27 33 36 37 38 42 44 48 50 51 52 53 54 57 58 59 60 61 64 65 67 70 71 72 77 80 83 89 93 94 95 96 98 99 101 104 108 110 111 113 114 115 116 118 119 120 123 124 125 126 134 135 147 148 149 150 151 158 159 162 163 164 165 166 167 169 172 173 174 177 179 182 183 184 185 186 187 191 192 194 195 196 198 199 201 202 204 208 212 213 214 215 218 221 223 227 228 230 233 234 236 238 239 240 241 242 245 248 254 258 261 262 264 265 266 270 271 272 273 274 277 278 280 282 283 284 285 287 289 297 299 302 311 314 315 318 319 323 324 325 326 327 330 331 333 336 337 338 339 341 342

4. Wie wird Akupunktur angewendet? Ablauf, Häufigkeit und Dauer in Studien

Die Studien untersuchten überwiegend Körperakupunktur, daneben Elektroakupunktur, Ohrakupunktur, Laserakupunktur sowie Akupunktur mit Moxibustion. Häufig wurde Akupunktur zusätzlich zu anderen Behandlungen eingesetzt, etwa zu Medikamenten, Rehabilitation oder Kräutermedizin. Die Ergebnisse gelten jeweils für die untersuchte Variante und Zubereitung; die Dosen zeigt die Tabelle.

Präparat oder FormDosisDauerStudie
Standardakupunktur (SA) oder SA plus Erhaltungssitzungen (EA), zusätzlich zur üblichen VersorgungSA: 8-15 Sitzungen über 12 Wochen; EA: zusätzlich 4-6 Erhaltungssitzungen12 Wochen Behandlung, Nachbeobachtung bis 12 Monate296
Akupunktur plus atlantoaxiales Bone-Setting (Gruppe A), Akupunktur allein (Gruppe B), Tiaprid (Gruppe C)—2 Monate Behandlung297
Akupunktur durch lizenzierte Akupunkteure plus übliche Behandlungin der Notaufnahme und zweimal wöchentlich in der Klinik1 Monat298
Akupunktur zusätzlich zu Atemübungen—3 Monate299
Elektroakupunktur (EA) vs. Schein-Akupunktur (SA)3 Sitzungen pro Woche über 6 Wochen6 Wochen Behandlung, 30 Wochen Nachbeobachtung300
ElektroakupunkturSitzungen über 4 Wochen4 Wochen Behandlung, 4 Wochen Nachbeobachtung301
Akupunktur (Körperakupunktur) versus Schein-Akupunktur20 Sitzungen über 8 Wochen8 Wochen Behandlung, 24 Wochen Nachbeobachtung302
Manuelle Akupunktur (MA)36 Sitzungen über 12 Wochen12 Wochen Behandlung, 24 Wochen Nachbeobachtung303
Elektroakupunktur oder Ohrakupunktur—10 Wochen Behandlung, Endpunkt Woche 12304
Aktive oder Schein-Akupunktur, täglich 30 Minuten; Doxylamin-Pyridoxin oder PlaceboAkupunktur 30 Minuten täglich; Doxylamin-Pyridoxin-Dosis nicht genannt14 Tage305
Elektroakupunktur—8 Wochen Behandlung, Effekte bis 24 Wochen308
Elektroakupunktur (EA), drei Intensitäten: stark, schwach, Scheinstarke EA > 2 mA, schwache EA < 0,5 mA, Schein-EA an Nicht-Akupunkturpunkten5 Sitzungen pro Woche über 2 Wochen309
Verum-Akupunktur (Körperakupunktur)10 Sitzungen über 14 Tage14 Tage310
Akupunktur (Nadeln) vs. Massagewöchentlich 10 Wochen, dann monatliche Auffrischungen bis 26 Wochen26 Wochen Nachbeobachtung311
Akupunktur (15 Sitzungen) vs. Schein-Akupunktur mit stumpfen Nadeln an Nicht-Akupunkturpunkten15 Sitzungen über 6 Wochen6 Wochen Behandlung, 12 Wochen Nachbeobachtung (18 Wochen gesamt)312

5. Ist Akupunktur sicher? Nebenwirkungen in Studien

Die Studien berichten überwiegend über milde und vorübergehende Nebenwirkungen wie lokale Reaktionen an den Einstichstellen. In mehreren Arbeiten waren unerwünschte Ereignisse unter Akupunktur seltener als unter Vergleichsbehandlungen 192742. Unter Akupunktur zusätzlich zu Antipsychotika waren unerwünschte Ereignisse seltener als unter Antipsychotika allein 33. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Akupunktur wurden nicht berichtet 26. Einzelheiten zeigt die Tabelle.

StudieBerichtete Nebenwirkungen
2 Li et al. 2026Akupunktur verringerte unerwünschte Reaktionen
3 Yeo et al. 2022Sicherheit wurde als Ziel genannt, aber keine konkreten Nebenwirkungen berichtet
5 Xie et al. 2025Verstopfung, Übelkeit/Erbrechen, Schwindel als Endpunkte berichtet
7 Wan et al. 2025Rate unerwünschter Ereignisse zwischen den Schein-Akupunkturgruppen vergleichbar
10 Fang et al. 202699 unerwünschte Ereignisse (5.59%), keine signifikanten Unterschiede
11 Chi et al. 202118 Studien (22,2%) berichteten unerwünschte Ereignisse
15 Gui et al. 2026weniger behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse unter Zusatz-Akupunktur
16 Yang et al. 2026Sicherheit bewertet, keine konkreten Angaben berichtet
19 Hu et al. 2025Nebenwirkungen seltener in der Elektroakupunktur-Gruppe (RR = 0.54)
21 Wan et al. 2025Keine Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen gegenüber Schein-Akupunktur oder Medikamenten
23 Lixia et al. 2026als sicher beschrieben
26 Liu et al. 2025Keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Akupunktur berichtet

6. Was noch offen ist: Grenzen der Studienlage

  • Viele Studien prüften nur kurze Zeiträume, Langzeiteffekte sind widersprüchlich.
  • Der Vergleich unterscheidet sich zwischen Studien: Schein-Akupunktur, übliche Behandlung, Wartegruppe oder Medikament.
  • Oft wurden Kombinationen mehrerer Verfahren untersucht, sodass der Beitrag der Nadeln allein offen bleibt.
  • Die Akupunkturvariante war nicht in allen Arbeiten durchgehend benannt.
  • Die Übertragbarkeit auf einzelne Akupunkturvarianten ist begrenzt.

7. Fazit: Was über Akupunktur gesichert ist

Akupunktur ist ein Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin, bei dem feine Nadeln an festgelegten Hautpunkten gesetzt werden. Studien am Menschen zeigen für mehrere Anwendungsgebiete Verbesserungen, am deutlichsten bei Schmerz, Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen sowie bei Schlaganfall und Nervensystem. Die Befunde stammen überwiegend aus Metaanalysen, von denen viele die Sicherheit ihrer eigenen Ergebnisse als niedrig einstufen. Die Ergebnisse gelten jeweils für die untersuchte Variante und den jeweiligen Vergleich; viele Studien prüften Kombinationen mehrerer Verfahren, und zu Langzeiteffekten liegen widersprüchliche Ergebnisse vor.

Häufige Fragen

Wie gut ist Akupunktur am Menschen untersucht?

Akupunktur: ausgewertet wurden 343 Studien am Menschen, darunter 44 randomisierte kontrollierte Studien und 294 Metaanalysen oder systematische Übersichten; die kontrollierten Studien umfassen zusammen 11.913 Teilnehmer. Stand: 30. September 2026.

Was bringt Akupunktur bei Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 84 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 13 kontrollierte Studien und 2 weitere Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 4.876 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 4567

Was bringt Akupunktur bei Schlaf, Angst und Depression? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 77 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 10 kontrollierte Studien und eine weitere Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 1.529 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 391015

Was bringt Akupunktur bei Schlaganfall und Nervensystem? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 43 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 6 kontrollierte Studien und eine weitere Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 2.062 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 2133644

Was bringt Akupunktur bei Magen und Darm? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 27 Metaanalysen oder systematische Übersichten, 5 kontrollierte Studien und eine weitere Studie, die kontrollierten Studien mit zusammen 1.453 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 5202137

Was bringt Akupunktur bei Übelkeit und Erbrechen? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 16 Metaanalysen oder systematische Übersichten und 2 kontrollierte Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 592 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend verbessert. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: hoch. Belege: 5353767

Was bringt Akupunktur bei Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Fruchtbarkeit? Das zeigen die Studien

Ausgewertet sind 27 Metaanalysen oder systematische Übersichten und 3 kontrollierte Studien, die kontrollierten Studien mit zusammen 442 Teilnehmern. Ergebnis der kontrollierten Studien: überwiegend kein Unterschied. Beweiskraft nach unseren offengelegten Regeln: mittel. Belege: 8141724

Was ist Akupunktur und wie wird sie in Studien geprüft?

Akupunktur ist ein Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin, bei dem feine Nadeln an festgelegten Punkten der Haut gesetzt werden. In Studien wird sie meist mit einer Schein-Akupunktur, der üblichen Behandlung oder einer Wartegruppe verglichen. Dieser Vergleich bestimmt, was ein Ergebnis aussagt.

Bei welchen Beschwerden zeigen Studien am Menschen Vorteile?

Verbesserungen zeigten sich unter anderem bei Nacken- und Beckenschmerzen 51137153, nach Kaiserschnitt 79, bei Schlafstörungen 344966112168193, bei Angststörungen 152176 sowie bei Übelkeit und Erbrechen 123286. Nach einem Schlaganfall besserte Akupunktur die kognitive Funktion 117128196303 und die Schluckfunktion 114170310. Die Ergebnisse gelten jeweils für die untersuchte Variante.

Gibt es auch Ergebnisse ohne Unterschied?

Ja, in mehreren Gebieten fanden Studien keine Unterschiede. Bei chronischen Rückenschmerzen war Elektroakupunktur der manuellen Akupunktur in einer systematischen Übersicht meist nicht überlegen 235. Bei Krebskranken unterschied sich Akupunktur bei Schlafqualität und Insomnie-Schwere kaum von Schein-Akupunktur 280, bei Fibromyalgie besserte sie die Schlafqualität nicht gesichert 201. Bei menstrueller Migräne war Akupunktur der Schein-Akupunktur bei Häufigkeit, Dauer und Stärke der Anfälle nicht überlegen 236.

Wie verträglich ist Akupunktur?

Die Studien berichten überwiegend über milde und vorübergehende Nebenwirkungen wie lokale Reaktionen an den Einstichstellen. In mehreren Arbeiten waren unerwünschte Ereignisse unter Akupunktur seltener als unter Vergleichsbehandlungen 192742. Unter Akupunktur zusätzlich zu Antipsychotika waren unerwünschte Ereignisse seltener als unter Antipsychotika allein 33. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Akupunktur wurden nicht berichtet 26.

Welche Grenzen haben die Studien?

Viele Studien prüften nur kurze Zeiträume, und zu Langzeiteffekten liegen widersprüchliche Ergebnisse vor. Der Vergleich unterscheidet sich zwischen Studien: Schein-Akupunktur, übliche Behandlung, Wartegruppe oder Medikament. Oft wurden Kombinationen mehrerer Verfahren untersucht, sodass der Beitrag der Nadeln allein offen bleibt. Die Akupunkturvariante war nicht in allen Arbeiten durchgehend benannt.

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/akupunktur/ · Stand: 2026-10-15