Psilocybin (Magic Mushrooms)
Psilocybin ist der Wirkstoff der Magic Mushrooms und verändert Wahrnehmung, Stimmung und Denken für einige Stunden.
1. Was ist Psilocybin (Magic Mushrooms)?
Psilocybin ist der Wirkstoff der sogenannten Magic Mushrooms. Diese Pilze gehören vor allem zur Gattung Psilocybe. Im Körper wird Psilocybin zu Psilocin umgewandelt. Psilocin bindet an Serotonin-Rezeptoren im Gehirn, vor allem am 5-HT2A-Rezeptor. Dadurch verändern sich Wahrnehmung, Stimmung und Denken für einige Stunden stark.
2. Wo steckt es drin, woraus wird es gewonnen?
Psilocybin steckt in mehr als hundert Pilzarten weltweit. Der Gehalt schwankt stark. Für Studien wird es meist künstlich hergestellt und in genau dosierten Kapseln gegeben. Daneben gibt es getrocknete Pilze und Pilzzubereitungen.
3. Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms)? Das zeigt die Forschung
| Gebiet | Stand der Forschung | Studien |
|---|---|---|
| Depression | gut untersucht, meist positiv | 154 |
| Angst und Belastung bei schwerer Krankheit | mehrere Hinweise | 68 |
| Sucht: Alkohol und Rauchen | gut untersucht, meist positiv | 48 |
| Zwang und Essstörungen | gut untersucht, meist positiv | 19 |
| Gedächtnis, Demenz und Alzheimer | noch unklar | 27 |
| Kopfschmerz und Migräne | erste Hinweise | 16 |
| Weitere Messgrößen | mehrere Hinweise | 193 |
Depression
Bei Depression zeigten mehrere kontrollierte Studien (mit Vergleichsgruppe) eine Besserung der Beschwerden 31343740. In zwei Nachbeobachtungen hielt die Besserung bis zu zwölf Monate an 3346. Andere Studien fanden keinen Vorteil: nach einem Jahr 43, beim Ansprechen 32 und gegenüber dem Medikament Escitalopram 38. Auch sehr kleine Dosen waren nicht besser als ein Scheinmedikament 42.
Angst und Belastung bei schwerer Krankheit
Bei Angst am Lebensende linderte eine begleitete Psilocybin-Therapie die Beschwerden stärker als ein Scheinmedikament 1630. In einer Studie bei lebensbedrohlicher Krebserkrankung hielt die Angstlinderung sechs Monate an 41. Andere Studien fanden bei Angst keinen Unterschied zum Scheinmedikament 5456. Eine Übersicht bei Krebspatienten zeigte gemischte Ergebnisse 18.
Sucht: Alkohol und Rauchen
Bei Alkoholabhängigkeit mit depressiven Beschwerden fand eine kleine Studie mehr Abstinenz und weniger Trinktage 44. Dieselbe Studie fand weniger Verlangen nach Alkohol 44. Bei der Raucherentwöhnung waren nach sechs Monaten mit Psilocybin mehr Teilnehmende rauchfrei als mit Nikotinpflaster 36. Die Studien sind klein und prüften Psilocybin meist zusammen mit Psychotherapie.
Zwang und Essstörungen
Bei Zwangsstörungen zeigten mehrere kontrollierte Studien eine Abnahme der Zwangssymptome 454952. Mehr Teilnehmende sprachen an als unter Niacin 45. Nach acht Wochen wiederholter Gaben erreichten mehrere Teilnehmende eine Remission 52. Die Studien sind klein und dauern meist nur Wochen.
Gedächtnis, Demenz und Alzheimer
Studien an Menschen mit Demenz oder Alzheimer fehlen. Bei gesunden Menschen veränderte Psilocybin die Verbindungen zwischen Hirnnetzwerken 474853. Ob das dem Gedächtnis oder Menschen mit Demenz hilft, ist nicht untersucht. Bei niedrigen Dosen blieben Aufmerksamkeit und Impulskontrolle in einer Studie unverändert 39. Eine Übersicht beschreibt dagegen vorübergehende Einbußen bei Aufmerksamkeit und Hemmung 28.
Kopfschmerz und Migräne
Zu Cluster-Kopfschmerz und Migräne gibt es nur wenige sehr kleine Studien. Bei Cluster-Kopfschmerz unterschied sich die Attackenzahl in einer Studie nicht von einem Scheinmedikament 51. Bei Migräne zeigte eine Studie weniger Migränetage als unter Placebo 55, eine andere keinen Unterschied 50. Kopfschmerz trat in mehreren Studien als Nebenwirkung auf 81121.
Weitere Messgrößen
Bei weiteren Messgrößen zeigt sich ein gemischtes Bild. Übersichten beschreiben Besserungen von Lebensqualität und Schmerzkontrolle bei Krebspatienten 1518 sowie des Wohlbefindens 2029. Suizidgedanken nahmen in einer Übersichtsarbeit stärker ab als unter einer Vergleichsbehandlung 7; eine weitere Übersicht fand das in einer von fünf Studien 10. Eine Studie berichtete über vermehrte Suizidgedanken an Dosistagen 32. Übelkeit, Schwindel und Blutdruckanstieg traten in mehreren Studien auf 81112.
4. Wie wurde Psilocybin (Magic Mushrooms) in den Studien eingenommen?
In Studien wurde Psilocybin meist als künstlich hergestellte Kapsel gegeben, oft mit psychologischer Begleitung. Bei Sucht kamen auch getrocknete Pilze und Trüffel zum Einsatz. Sehr kleine Dosen wurden in einzelnen Studien zu Angst, Gedächtnis und Schmerz untersucht. Dosis, Zahl der Sitzungen und Begleitung unterscheiden sich zwischen den Studien.
5. Ist Psilocybin (Magic Mushrooms) sicher? Nebenwirkungen in den Studien
Die Studien berichten überwiegend leichte und vorübergehende Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindel und vorübergehenden Blutdruckanstieg 811121721. Schwere Nebenwirkungen und Studienabbrüche waren in Übersichten nicht häufiger als unter einem Scheinmedikament 2630. Einzelne Studien berichteten über vorübergehende Angst, Suizidgedanken an Dosistagen oder Flashbacks 83235. Die Verträglichkeit hing von Dosis und Begleitung ab.
Alle Einzelheiten mit Tabellen und Quellen: ausführliche Fachseite zu Psilocybin (Magic Mushrooms)
Häufige Fragen
Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms) bei Depression? Das zeigen die Studien
Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms) bei Angst und Belastung bei schwerer Krankheit? Das zeigen die Studien
Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms) bei Sucht: Alkohol und Rauchen? Das zeigen die Studien
Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms) bei Zwang und Essstörungen? Das zeigen die Studien
Was bringt Psilocybin (Magic Mushrooms) bei Gedächtnis, Demenz und Alzheimer? Das zeigen die Studien
Quellen
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- 37Rucker JJ, Mantingh T, Kerr-Gaffney J, Bird C, Chu P, Modlin NL et al. · 2026
- 38Erritzoe D, Barba T, Greenway KT, Murphy R, Martell J, Giribaldi B et al. · 2024
- 39Levy-Cooperman N, Sellers E, Glue P, Szeto I, Brown D, Jarecki-Smith J et al. · 2026
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- 42Petranker R, Farb N, Syed O, Li E, Shore D, Anderson T et al. · 2026
- 43Yngwe H, Plavén-Sigray P, Ekman CJ, Henje E, Berglund A, Tiger M et al. · 2026
- 44Luquiens A, Belahda D, Graux C, Igounenc N, Serrand C, Rochefort P et al. · 2025
- 45Kelmendi B, Adams T, Ching THW, Grazioplene R, Kichuk S, Fram G et al. · 2026
- 46Gukasyan N, Davis AK, Barrett FS, Cosimano MP, Sepeda ND, Johnson MW et al. · 2022
- 47Stoliker D, Novelli L, Vollenweider FX, Egan GF, Preller KH, Razi A · 2024
- 48Preller KH, Duerler P, Burt JB, Ji JL, Adkinson B, Stämpfli P et al. · 2020
- 49Pellegrini L, Fineberg NA, O'Connor S, De Souza AMFLP, Godfrey K, Reed S et al. · 2025
- 50Schindler EAD, Gottschalk CH, Pittman BP, D'Souza DC · 2026
- 51Schindler EAD, Sewell RA, Gottschalk CH, Luddy C, Flynn LT, Zhu Y et al. · 2022
- 52Moreno FA, Allen KE, Wiegand CB, Dunne R, Prickett JI, Bayze B et al. · 2026
- 53Bhagavan C, Dandash O, Carter O, Bryson A, Kanaan RA · 2026
- 54Sloshower J, Skosnik PD, Safi-Aghdam H, Pathania S, Syed S, Pittman B et al. · 2023
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