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Tai Chi und Qigong einfach erklärt

Tai Chi und Qigong sind Bewegungsübungen aus China. Diese Seite fasst in einfachen Worten zusammen, was Untersuchungen mit Menschen dazu zeigen — und was noch offen ist.

Stand:

1. Worum es geht

Tai Chi und Qigong sind zwei Bewegungsformen aus China. Bei beiden bewegt man sich langsam und fließend, achtet auf den Atem und richtet die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper. Tai Chi entstand aus der Kampfkunst, Qigong aus meditativen und heilkundlichen Traditionen. Beide werden seit Jahrhunderten zur Gesundheitspflege genutzt und heute auf der ganzen Welt geübt, oft in Gruppen, manchmal allein.

Tai Chi besteht meist aus festgelegten Abläufen, den sogenannten Formen. Qigong nutzt häufiger ruhige Haltungen oder Wiederholungen. In beiden Verfahren spielt die Vorstellung eines Energieflusses eine Rolle, der Qi genannt wird. Mit den üblichen Forschungsmethoden lässt sich ein solcher Energiefluss nicht messen. Deshalb schauen Studien vor allem darauf, was sich am Körper und am Befinden der Übenden verändert.

Wichtig für die Forschung: Die Übungen sind sehr unterschiedlich. Mal sind sie kurz und täglich, mal dauern die Programme mehrere Monate. Auch die Stile unterscheiden sich. Deshalb lassen sich die Studien nur begrenzt miteinander vergleichen.

2. Was Untersuchungen zeigen

Am besten untersucht sind Schmerzen an Knochen und Gelenken. An einer Untersuchung nahmen 204 Menschen mit Knie-Arthrose teil, also mit abgenutztem Kniegelenk. Die eine Gruppe machte zwölf Wochen lang Tai Chi, die andere bekam Physiotherapie. Am Ende hatten sich die Beschwerden in beiden Gruppen deutlich gebessert, und die Werte lagen ähnlich nah beieinander. Ein klarer Vorteil einer Gruppe zeigte sich nicht 6.

Bei Fibromyalgie, einer Erkrankung mit weit verbreiteten Schmerzen und Erschöpfung, machten 66 Betroffene zwölf Wochen lang Tai Chi. Ihre Beschwerden besserten sich deutlich stärker als in der Vergleichsgruppe, die Gesundheitswissen und Dehnübungen bekam. Der Unterschied hielt bis zur Nachkontrolle nach 24 Wochen an 1. Eine zweite, größere Untersuchung mit 226 Betroffenen verglich Tai Chi mit Ausdauertraining. Angst, Niedergeschlagenheit und das Zutrauen in die eigene Wirksamkeit besserten sich in der Tai-Chi-Gruppe stärker 5.

Für die Psyche fasst eine Auswertung von 40 Studien mit 3817 Teilnehmenden zusammen: Stress, Angst und gedrückte Stimmung besserten sich. Die Übungsdauer reichte dabei von einer Stunde bis zu einem Jahr 2.

Bei Krebserkrankungen wertete eine Übersicht 22 Studien mit 1283 Teilnehmenden aus. Erschöpfung, Schlafprobleme, Niedergeschlagenheit und Lebensqualität besserten sich. Bei den Schmerzen zeigte sich kein deutlicher Zusammenhang 4. In einer kleineren Untersuchung mit 30 Menschen mit Herzschwäche besserte sich nach zwölf Wochen Tai Chi die Lebensqualität, und die Teilnehmenden kamen in sechs Minuten weiter zu Fuß 3.

3. Was noch unklar ist

Viele Studien sind klein und dauern nur wenige Wochen. Häufig wird mit einer Gruppe verglichen, die gar nichts tut oder auf einer Warteliste steht. Dann ist schwer zu sagen, wie viel allein von der Aufmerksamkeit und der Gruppe kommt. Verblinden lassen sich Bewegungsprogramme kaum: Wer übt, weiß, dass er übt. Ob die Wirkung Monate oder Jahre anhält, steht noch offen. Auch die Frage, ob ein Stil besser wirkt als ein anderer, ist noch nicht geklärt. Nebenwirkungen wurden nur in einem Teil der Arbeiten überhaupt erfasst; berichtet wurden vor allem leichte Beschwerden wie Muskelkater oder vorübergehende Gelenkbeschwerden. Wie sich die Verfahren bei älteren Menschen mit mehreren Erkrankungen zugleich verhalten, wäre in eigenen Studien zu prüfen.

4. Was das im Alltag bedeutet

Die Untersuchungen fanden fast immer in Gruppen statt, angeleitet von erfahrenen Lehrern, mit festen Terminen. Ob sich die Ergebnisse auf das Üben zu Hause oder auf andere Gruppen übertragen lassen, ist nicht geklärt. Auffällig ist: In mehreren Arbeiten hing die Verbesserung davon ab, wie viel tatsächlich geübt wurde. Je mehr Stunden jemand mitmachte, desto deutlicher besserten sich die Beschwerden. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Übung selbst eine Rolle spielt, aber kein Beweis. Die Verfahren gelten als gut verträglich; berichtet wurden vor allem leichte Beschwerden. Ob Tai Chi und Qigong langfristig ähnlich viel bewirken wie Physiotherapie oder Ausdauertraining, wäre mit direkten Vergleichen über längere Zeit zu klären.

Alle Einzelheiten mit Studienzahlen und Quellen: ausführliche Seite zu Tai Chi und Qigong. Für Kinder: Tai Chi und Qigong für Kinder.

Häufige Fragen

Kann Tai Chi bei Arthrose helfen?

In einer Untersuchung mit 204 Menschen mit Knie-Arthrose besserten sich die Beschwerden ähnlich stark wie unter Physiotherapie 6. Ein klarer Vorteil von Tai Chi gegenüber der Physiotherapie zeigte sich dabei nicht.

Was ist Qi?

Qi ist die Vorstellung eines Energieflusses aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und spielt in beiden Verfahren eine Rolle. Mit den üblichen Forschungsmethoden lässt er sich nicht messen. Studien schauen deshalb darauf, was sich am Körper und am Befinden der Übenden verändert.

Ist Tai Chi ein sicheres Verfahren?

In einem Teil der Studien wurden Nebenwirkungen erfasst. Berichtet wurden vor allem leichte Beschwerden wie Muskelkater oder vorübergehende Gelenkbeschwerden, meist nach ungewohnter Belastung. Weil nicht alle Studien Nebenwirkungen systematisch erfassen, steht eine genauere Prüfung noch aus.

Quellen

  1. 1
    Wang C, Schmid CH, Rones R, Kalish R, Yinh J, Goldenberg DL et al. · 2010
  2. 2
    Wang C, Bannuru R, Ramel J, Kupelnick B, Scott T, Schmid CH · 2010
  3. 3
  4. 4
    Wayne PM, Lee MS, Novakowski J, Osypiuk K, Ligibel J, Carlson LE et al. · 2018
  5. 5
  6. 6
    Wang C, Schmid CH, Iversen MD, Harvey WF, Fielding RA, Driban JB et al. · 2016

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/tai-chi-qigong/einfach/ · Stand: 2026-09-24