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Reiki einfach erklärt

Reiki ist eine Behandlung, bei der die Hände aufgelegt oder dicht über den Körper gehalten werden. Hier erfahren Sie, was Untersuchungen dazu zeigen und was noch offen ist.

Stand:

1. Worum es geht

Reiki wird in der Fachliteratur als Biofeld-Verfahren geführt. Das bedeutet: Man geht davon aus, dass ein Behandler ein Energiefeld beeinflusst, indem er die Hände auflegt oder dicht über den Körper hält. Eine Behandlung besteht aus mehreren Sitzungen. Entwickelt wurde Reiki Ende des 19. Jahrhunderts in Japan von Mikao Usui aus Kyoto. Reiki ist kein Stoff und keine Dosis, sondern ein Verfahren. Deshalb werden Abläufe, Handhaltungen, die Zahl der Sitzungen und die Frage untersucht, wer behandelt. Die Studien prüfen Reiki meist als Ergänzung zur normalen medizinischen Behandlung, zum Beispiel bei Krebs, bei Schmerzen oder bei Erschöpfung. Ein wichtiger Punkt ist die Kontrolle: Wer behandelt wird, merkt, ob Hände aufgelegt werden. Deshalb vergleichen Studien Reiki oft mit einer Scheinbehandlung, bei der dieselben Handhaltungen ohne therapeutische Absicht ausgeführt werden. Gemessen werden vor allem Schmerz, Angst und Erschöpfung, aber auch körperliche Werte wie Herzschlag und Cortisol. Ein veränderter körperlicher Wert ist noch kein Beweis für einen veränderten Krankheitsverlauf.

2. Was Untersuchungen zeigen

Die Forschung am Menschen umfasst 133 ausgewertete Arbeiten, darunter 73 kontrollierte Studien. Die stärksten Hinweise gibt es zum Thema Schmerz. Eine Metaanalyse von 2018 fasste vier randomisierte kontrollierte Studien mit 212 Teilnehmenden zusammen. Sie fand, dass sich der Schmerzwert auf einer Skala nach der letzten Reiki-Anwendung verringerte 1. Eine Übersichtsarbeit von 2010 wertete 66 klinische Studien zu Biofeldverfahren einschließlich Reiki aus und fand starke Hinweise auf eine Verringerung der Schmerzintensität bei Menschen mit Schmerzen 9. Eine randomisierte kontrollierte Studie von 2015 untersuchte 90 Frauen nach einem Kaiserschnitt. An den ersten beiden Tagen nach der Operation erhielten sie entweder Reiki oder eine Ruhepause. In der Reiki-Gruppe waren Schmerzintensität, Angstwert und Atemfrequenz über die Zeit niedriger. Auch der Zeitpunkt und die Anzahl der Schmerzmittelgaben unterschieden sich zwischen den Gruppen 5. Eine weitere Studie von 2016 an 45 Frauen nach Kaiserschnitt fand ebenfalls, dass die Reiki-Gruppe weniger Schmerzmittel brauchte und sie später anforderte als die Vergleichsgruppen 8. Bei Erschöpfung untersuchte eine randomisierte, einfach verblindete Studie von 2021 Frauen, die Angehörige mit Krebs pflegten. Die Reiki-Gruppe erhielt sechs Wochen lang einmal wöchentlich Reiki, die Vergleichsgruppe eine Scheinbehandlung. Am Ende waren die Werte für die Belastung durch die Pflege in der Reiki-Gruppe gesunken 7. Eine Übersichtsarbeit von 2017 schaute 13 Studien an, in denen Reiki mit einem Placebo verglichen wurde. Acht davon zeigten, dass Reiki besser abschnitt als das Placebo 10.

3. Was noch unklar ist

Die zentrale offene Frage ist, ob Reiki über eine Scheinbehandlung hinaus wirkt. Viele Studien sind klein. Die am häufigsten zitierte kontrollierte Arbeit von 2007 zur Erschöpfung bei Krebs ist eine Pilotstudie mit 16 Patienten; die Ergebnisse zu Erschöpfung, Schmerz und Angst stehen für diese Arbeit noch aus 4. Eine Pilotstudie von 2011 bei Männern mit Prostatakrebs fand zu keinem Zeitpunkt einen statistisch signifikanten Unterschied bei Angst, Depression und Lebensqualität zwischen Reiki, einer Entspannungsmethode und einer Warteliste 6. Eine Übersichtsarbeit von 2008 fand für keine einzelne Erkrankung mehrere voneinander unabhängige Wiederholungen; solche Wiederholungen stehen weiterhin aus 2. Eine Studie von 2011 in einem Chemotherapiezentrum zeigte, dass sich Komfort und Wohlbefinden sowohl mit Reiki als auch mit Schein-Reiki verbesserten, aber nicht in der Gruppe mit Standardversorgung. Die Autoren schlossen daraus, dass die Eins-zu-eins-Begleitung durch eine Pflegekraft die Werte hob, mit oder ohne Reiki 3. Das zeigt, wie schwer es ist, den Effekt von Reiki selbst zu isolieren.

4. Was das im Alltag bedeutet

Reiki wird überwiegend als Ergänzung zur normalen medizinischen Behandlung geprüft, nicht als Ersatz. Wer sich für Reiki interessiert, findet in den Studien Hinweise auf weniger Schmerz, Angst und Erschöpfung, aber die Ergebnisse sind nicht eindeutig. Die Frage, ob Reiki mehr bewirkt als eine Scheinbehandlung, ist offen. Die Studien messen oft nur unmittelbar nach einer Sitzung; ob sich dadurch der Alltag über Wochen verändert, ist damit nicht geklärt. Ein veränderter körperlicher Wert wie ein niedrigerer Cortisolspiegel oder eine veränderte Herzratenvariabilität ist noch kein Beweis für einen veränderten Krankheitsverlauf. Was als Nächstes zu klären ist: ob sich die Hinweise auf Schmerzlinderung in größeren, unabhängigen Studien bestätigen lassen und ob Reiki bei Erschöpfung und Lebensqualität bei Krebs über die Scheinbehandlung hinaus wirkt.

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Häufige Fragen

Was ist Reiki genau?

Reiki ist ein Verfahren, bei dem ein Behandler die Hände auflegt oder dicht über den Körper hält. Es wird in mehreren Sitzungen durchgeführt. Reiki ist kein Medikament und keine Dosis.

Kann Reiki Schmerzen lindern?

Einige Studien deuten darauf hin, dass Menschen nach Reiki weniger Schmerzen angeben. Eine Übersichtsarbeit von 2010 fand starke Hinweise auf eine Verringerung der Schmerzintensität bei Menschen mit Schmerzen. Die Studien sind aber oft klein, und die Frage, ob Reiki mehr bewirkt als eine Scheinbehandlung, ist noch nicht geklärt.

Ist Reiki gefährlich?

In den Untersuchungen wurden unerwünschte Wirkungen als Zielgröße erfasst. Die systematische Erfassung von Nebenwirkungen über mehrere Verfahren hinweg bleibt eine offene Aufgabe. Reiki wird als sanftes Verfahren beschrieben, das ohne körperliche Eingriffe auskommt.

Quellen

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International Health Research · https://ih-research.com/wissen/reiki/einfach/ · Stand: 2026-10-04