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Massagetherapie einfach erklärt

Datenbank-gestützte Auswertung · in unserer Datenbank 685 Arbeiten, davon 412 kontrollierte Studien am Menschen · Stand · So werten wir aus

Diese Seite erklärt in einfachen Worten, was Massagetherapie ist und was Untersuchungen dazu zeigen. Sie richtet sich an Menschen ohne medizinische Ausbildung.

1. Worum es geht

Massagetherapie ist ein Sammelbegriff. Dabei bearbeiten Hände, Unterarme oder Hilfsmittel das Gewebe am Körper. Der Druck, der Rhythmus und das Tempo wechseln. Es gibt verschiedene Formen: klassische Massage, Sportmassage, Bindegewebsmassage, myofasziale Techniken (dabei werden Bindegewebe und Muskelhüllen bearbeitet) und Massage mit Bewegungsreizen. Eine behandelnde Person arbeitet am Körper, einzeln oder in Serien, meist zusätzlich zur bestehenden Versorgung. Deshalb sind die Umfelder sehr unterschiedlich: vor und nach Operationen, in der Krebstherapie, in der Rehabilitation, bei chronischen Schmerzen und bei Frühgeborenen. Weil die Technik nicht einheitlich festgelegt ist, beschreibt jede Untersuchung ihr eigenes Vorgehen. Ein gemeinsames Protokoll, auf das sich alle Arbeiten beziehen, gibt es nicht. Wichtig für die Bewertung: Massage ist keine Substanz mit einer festen Dosis. Sie besteht aus mehreren Anteilen, nämlich Berührung, Druck, Rhythmus, Dauer, Zuwendung und Ruhe. Jeder dieser Anteile kann zu dem beitragen, was gemessen wird.

2. Was Untersuchungen zeigen

Am besten belegt ist die Wirkung auf Schmerzen. Dazu gibt es eine Zusammenfassung von zwölf Untersuchungen mit 559 Teilnehmenden, die alle eine Krebserkrankung hatten 9. Neun dieser Untersuchungen waren methodisch besonders sorgfältig. In ihnen zeigte sich, dass die Schmerzen nach der Massage zurückgingen. Eine zweite Übersicht fasste 60 sorgfältig durchgeführte Untersuchungen zu Schmerzpatienten aus der Allgemeinbevölkerung zusammen 3. In einer Untersuchung mit 72 Menschen mit Knochenmetastasen wurde Massage mit einer freundlichen Zuwendung ohne Massage verglichen 4. Die Massagegruppe berichtete weniger Schmerz und eine bessere Stimmung. Die Entspannung hielt mindestens 16 bis 18 Stunden an. Eine Untersuchung an 113 Menschen nach einer Herzoperation verglich Massage mit einer gleich langen Ruhezeit 1. Erfasst wurden Schmerz, Angst und Anspannung. In der Massagegruppe gingen alle drei zurück. Die Zufriedenheit mit der Behandlung war hoch. Nach einer Verbrennung untersuchte eine Studie 76 Menschen, die alle eine Standardrehabilitation erhielten und zusätzlich eine Massage bekamen 2. Gemessen wurden unter anderem Narbendicke, Hautfarbe und Feuchtigkeitsverlust der Haut. In der Massagegruppe nahmen Narbendicke, Farbstoffeinlagerung, Rötung und Wasserverlust der Haut ab. Der Unterschied zur Vergleichsgruppe war deutlich. Bei 48 Menschen mit Multipler Sklerose wurde Massage mit Bewegungstherapie, mit beidem zusammen und mit der üblichen Versorgung verglichen 8. Nach fünf Wochen mit 15 Sitzungen berichtete die Massagegruppe über weniger Schmerzen und ein besseres Gleichgewicht. Bei 222 Erwachsenen mit Kniegelenksarthrose verbesserte eine Ganzkörpermassage über acht Wochen die Beschwerden im Vergleich zu einer leichten Berührung 5. Bei Frühgeborenen nahmen die Kinder in den Massagegruppen etwas mehr Gewicht zu als ohne Massage 6. Bei 30 Menschen mit Knochenmetastasen wurde in einer Vorstudie gemessen, wie lange die Wirkung einer Ganzkörpermassage anhielt 7. Die Schmerzen und die Angst waren unmittelbar danach am stärksten gelindert, und die Wirkung hielt bis zu 16 bis 18 Stunden an.

3. Was noch unklar ist

Die Untersuchungen messen fast immer, wie sich Menschen fühlen: Schmerz, Angst, Anspannung, Stimmung, Erschöpfung und Schlaf. Solche Angaben kommen von den Teilnehmenden selbst. Sie sagen, wie es jemandem gerade geht, aber nicht, ob sich eine Erkrankung verändert. Ob Massage den Verlauf einer Krankheit beeinflusst, ist damit noch nicht geklärt. Die Untersuchungen sind außerdem sehr unterschiedlich aufgebaut: Die einen massieren wenige Minuten, die anderen eine Stunde. Was eine Massage genau bewirkt, lässt sich deshalb schwer zusammenfassen. Auch die Vergleichsgruppen sind verschieden: Warteliste, leichte Berührung, Aufmerksamkeit oder die übliche Versorgung. Zu Schmerzen liegen Übersichten vor, die die Beweislage für mögliche Vorteile als gering einordnen 10. Offen bleibt, welche Massageform, welche Dauer und welche Häufigkeit bei welcher Erkrankung geprüft werden müssten.

4. Was das im Alltag bedeutet

Massagetherapie ist breit untersucht, aber die Belege betreffen vor allem das Befinden. Wer Massageforschung liest, sollte zwei Dinge trennen: die unmittelbare Veränderung des Befindens und die Frage, ob daraus eine dauerhafte Veränderung folgt. Die Angaben stammen meist von den Teilnehmenden selbst. Das ist eine wichtige Messgröße, denn Schmerz und Anspannung lassen sich nur so erfassen. Es ist aber etwas anderes als ein gemessener Krankheitsverlauf. Die Untersuchungen liefen in sehr verschiedenen Situationen: nach Operationen, in der Krebstherapie, in der Rehabilitation, bei chronischen Schmerzen und bei Frühgeborenen. Was in einer Situation beobachtet wurde, lässt sich nicht ohne Weiteres auf eine andere übertragen. Zu klären bleibt, ob eine Massageserie über die Behandlung hinaus wirkt und ob sich das mit objektiven Messungen zeigen lässt.

Alle Einzelheiten mit Studienzahlen und Quellen: ausführliche Seite zu Massagetherapie. Für Kinder: Massagetherapie für Kinder.

Häufige Fragen

Wie läuft eine Massagetherapie ab?

Eine behandelnde Person bearbeitet das Gewebe mit den Händen, den Unterarmen oder mit Hilfsmitteln. Druck, Rhythmus und Tempo wechseln dabei. Es gibt viele Formen, und jede Untersuchung beschreibt ihr eigenes Vorgehen.

Bei welchen Beschwerden wurde Massage untersucht?

Am häufigsten ging es um Schmerz, Angst, Anspannung, Stimmung, Erschöpfung und Schlaf. Untersucht wurden unter anderem Menschen nach Herzoperationen, Menschen mit Krebserkrankung und Knochenmetastasen, Menschen mit Kniegelenksarthrose, Menschen mit Multipler Sklerose und Frühgeborene.

Wie sicher sind die Ergebnisse?

Für Schmerzen gibt es Zusammenfassungen mehrerer Untersuchungen, das gilt als gut belegt. Vieles andere ist noch nicht gesichert. Die Untersuchungen messen meist das Befinden und sind sehr unterschiedlich aufgebaut.

Quellen

  1. 1
    Bauer BA, Cutshall SM, Wentworth LJ, Engen D, Messner PK, Wood CM et al. · 2010
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
    Perlman A, Fogerite SG, Glass O, Bechard E, Ali A, Njike VY et al. · 2019
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9
    Lee SH, Kim JY, Yeo S, Kim SH, Lim S · 2015
  10. 10
    Miake-Lye IM, Mak S, Lee J, Luger T, Taylor SL, Shanman R et al. · 2019

Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/massagetherapie/einfach/ · Stand: 2026-09-24