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LösUS® (Lösen Unbewusster Schuld) einfach erklärt

Datenbank-gestützte Auswertung · in unserer Datenbank 13 Arbeiten, davon 0 kontrollierte Studien am Menschen · Stand · So werten wir aus

LösUS® ist ein Verfahren, das Unbewusste Schuld auflösen möchte. Diese Seite erklärt in einfachen Worten, was dazu beobachtet wurde und was noch offen ist — ohne Vorkenntnisse.

1. Worum es geht

LösUS® heißt „Lösen Unbewusster Schuld“. Der Heilpraktiker Ulrich Kohler hat das Verfahren seit 2006 in seiner Praxis entwickelt und 2023 in dem Buch Diese Schuld ist nicht meine (Mankau Verlag) mit Fallbeispielen und einer Anleitung veröffentlicht. Der Grundgedanke: Menschen übernehmen Schuld, ohne es zu merken. Sie übernehmen sie für Leid, das sie selbst erlebt, bei anderen gesehen oder in der Familie übernommen haben. Nach Kohler zahlen sie dafür mit anhaltendem Leiden, mit Selbstbestrafung, damit, dass sie sich eigene Bedürfnisse vorenthalten, oder mit Verhalten, das ihnen selbst schadet. Diese Unbewusste Schuld folgt nach seiner Beschreibung keiner moralischen Logik, sondern der des Herzens, das Leid als verbundenes Leid empfindet. Das Verfahren läuft in acht Schritten. Zuerst werden belastende Gefühle oder Beschwerden erkannt und zu ihrem Ursprung zurückverfolgt. Dann wird ein Satz formuliert, der die Schuld benennt und zurücknimmt, und mehrfach laut ausgesprochen. Die Gefühle, die dabei aufsteigen, sollen angenommen statt bewertet werden. Am Ende steht die Vergebung sich selbst gegenüber. LösUS® wird in Einzelsitzungen, in Workshops und als Selbstanwendung nach Buchanleitung angewendet.

2. Was Untersuchungen zeigen

Zu LösUS® selbst gibt es noch keine Studien. Was es gibt, sind Untersuchungen zu verwandten Verfahren, in denen Schuld, Scham und Vergebung eine Rolle spielen. Sie zeigen in eine ähnliche Richtung. In einer randomisierten Studie wurden 12 Menschen begleitet, die in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt hatten. Ein Verfahren mit dem Schwerpunkt Selbstvergebung verringerte in dieser Untersuchung die Schuldgefühle, die Angst und die Niedergeschlagenheit und steigerte Hoffnung und Selbstwertgefühl 1. Eine weitere kontrollierte Studie untersuchte mit 259 Erwachsenen eine sechswöchige Vergebungsübung. Danach dachten und fühlten die Teilnehmenden deutlich weniger negativ über den Menschen, der ihnen Leid angetan hatte, und sie waren in neuen Situationen eher bereit zu vergeben 3. Bei Frauen mit Fibromyalgie, die in der Kindheit misshandelt worden waren, verbesserte eine Vergebungsintervention die Schuldgefühle und die körperliche Gesundheit stärker als eine Standardbehandlung 4. TrIGR heißt ein Verfahren, das Schuld und Scham nach einem Trauma bearbeitet. In einer randomisierten Studie mit 145 Veteranen verringerte es Schuldgefühle, Belastungssymptome und Niedergeschlagenheit stärker als eine begleitende Gesprächstherapie 2. TrIGR geht ähnlich vor wie LösUS®: Betroffene sehen ihre eigene Rolle im Trauma neu an, ohne moralische Bewertung. Eine randomisierte Studie mit 41 Studierenden prüfte ein Selbsthilfe-Arbeitsheft zur Vergebung über sechs Stunden. Die Schuldgefühle sanken, und das Arbeitsheft war ähnlich wirksam wie eine Gruppentherapie 5. Dass schuldfokussierte Verfahren Schuldgefühle, Angst und Niedergeschlagenheit verringern können, zeigen diese Untersuchungen. Keine dieser Studien hat jedoch LösUS® geprüft; sie untersuchten andere Verfahren mit ähnlichen Bausteinen.

3. Was noch unklar ist

Studien zu LösUS® selbst stehen noch aus. Die acht Arbeiten am Menschen, die in der Materialsammlung erfasst sind, befassen sich mit dem Konzept der Unbewussten Schuld in der psychotherapeutischen Literatur. Sie sind Vorläufer, keine Prüfung der Technik. Offen ist damit die eigentliche Frage: Wie groß ist die Veränderung, bei wem zeigt sie sich, und wie lange hält sie an? Erfahrungen aus der Praxis und Berichte von Anwendern sprechen von Erleichterung schon in der Sitzung. Ob die Veränderung am Verfahren liegt und nicht an Zuwendung, Erwartung und Zeit, könnten erst Kontrollgruppen zeigen. Auch die Annahme, dass Unbewusste Schuld über Generationen weitergegeben wird, ist bislang eine Vermutung; die Studien, die diesen Punkt klären würden, stehen noch aus.

4. Was das im Alltag bedeutet

LösUS® gehört zu den Verfahren, die aus der Praxis kommen; die wissenschaftliche Aufarbeitung fängt gerade erst an. Die Fallbeispiele und die Anleitung sind im Buch Diese Schuld ist nicht meine (Mankau Verlag) beschrieben — das sind Erfahrungen, keine Studienergebnisse. Die Forschung zu Schuld, Scham und Vergebung zeigt, dass das Bearbeiten von Schuldgefühlen mit Angst und Niedergeschlagenheit zusammenhängt. Das macht die Wirklogik von LösUS® anschlussfähig an das, was untersucht ist. Es sagt aber nicht, dass dieses Verfahren dasselbe erreicht. Als Nächstes wäre zu klären, welche Veränderungen sich mit standardisierten Fragebögen messen lassen und ob eine Kontrollgruppe den Unterschied zeigt. Eine solche Studie würde die offene Frage beantworten.

Alle Einzelheiten mit Studienzahlen und Quellen: ausführliche Seite zu LösUS® (Lösen Unbewusster Schuld). Für Kinder: LösUS® (Lösen Unbewusster Schuld) für Kinder.

Häufige Fragen

Wie merkt man, dass man Unbewusste Schuld trägt?

Nach der Beschreibung von LösUS® zeigt sie sich nicht als deutliches Schuldgefühl, sondern als anhaltendes Leiden, als Selbstbestrafung, als Vorenthalten eigener Bedürfnisse oder als Verhalten, das einem selbst schadet. Ob diese Muster tatsächlich von Unbewusster Schuld kommen, ist bislang eine Annahme. Der Nachweis dafür steht noch aus.

Gibt es Studien zu LösUS® selbst?

Studien zu LösUS® selbst stehen noch aus. Das Verfahren ist jung und wurde in der Praxis entwickelt. Die vorhandenen Arbeiten befassen sich mit verwandten Verfahren oder mit dem Konzept der Unbewussten Schuld, nicht mit der LösUS®-Technik.

Kann LösUS® körperliche Beschwerden bessern?

In einer Studie mit Frauen mit Fibromyalgie und Kindheitstrauma besserte eine Vergebungsintervention die körperliche Gesundheit 4. Das betrifft aber ein anderes Verfahren. Für LösUS® selbst liegen dazu bisher nur Erfahrungen vor.

Quellen

  1. 1
  2. 2
  3. 3
    Harris AH, Luskin F, Norman SB, Standard S, Bruning J, Evans S et al. · 2006
  4. 4
  5. 5
    Harper Q, Worthington EL, Griffin BJ, Lavelock CR, Hook JN, Vrana SR et al. · 2014

Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/loesus/einfach/ · Stand: 2026-10-16