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Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Therapie einfach erklärt

Bei der intermittierenden Hypoxie-Hyperoxie-Therapie atmet man abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft. Die Seite erklärt in einfachen Worten, was Untersuchungen dazu bisher gezeigt haben — für alle, die sich einen Überblick wünschen.

Stand:

1. Worum es geht

Bei dieser Behandlung atmet man durch eine Maske abwechselnd Luft mit wenig Sauerstoff und Luft mit viel Sauerstoff. „Hypoxie“ heißt Sauerstoffmangel, „Hyperoxie“ heißt viel Sauerstoff. Die Phasen wechseln mehrmals hintereinander ab. Die Behandlung ist nicht-invasiv: Es wird nichts in den Körper eingeführt und nicht operiert. Man sitzt oder liegt dabei und atmet ruhig weiter.

Die Idee kommt aus der Höhenmedizin und aus der Trainingsforschung. Schon in den 1990er-Jahren wurde sauerstoffarme Luft im Training genutzt, um die Leistung zu steigern. Die IHHT ergänzt dieses Vorgehen um Phasen mit viel Sauerstoff, die die Erholung unterstützen sollen.

Durchgeführt wird die Behandlung in kontrollierten Abläufen, meist unter medizinischer Aufsicht. In den Studien dauerte eine Sitzung meist etwa 30 bis 60 Minuten. Der sauerstoffarme Abschnitt soll im Körper Anpassungen auslösen, der sauerstoffreiche soll ihn wieder ausgleichen. Wie lange die einzelnen Abschnitte dauern und wie viel Sauerstoff die Luft enthält, ist von Studie zu Studie verschieden.

2. Was Untersuchungen zeigen

Am besten untersucht ist die Behandlung bei älteren Menschen. In einer Studie mit älteren Patienten, die mehrere Beschwerden hatten, verbesserten sich Gedächtnis und Aufmerksamkeit in einfachen Tests 1. In einer weiteren Studie mit älteren Teilnehmern wurde die Gehstrecke in sechs Minuten in der Gruppe mit der Behandlung stärker länger als in der Gruppe ohne; die übrigen Mobilitätstests unterschieden sich nicht klar 3.

Bei Long COVID wurde die Behandlung während einer stationären Rehabilitation geprüft. 70 Patientinnen und Patienten machten die Rehabilitation, die Hälfte bekam zusätzlich die Behandlung. Die Gehstrecke in sechs Minuten verbesserte sich in dieser Gruppe stärker als bei den anderen. Kurzatmigkeit und Erschöpfung besserten sich ebenfalls, aber nicht stark genug, um als klar zu gelten 5.

Bei 65 Menschen mit metabolischem Syndrom — also mit Übergewicht und ungünstigen Blutwerten — sanken nach drei Wochen Behandlung das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride. Auch zwei Entzündungswerte im Blut wurden niedriger. Die Vergleichsgruppe, die normale Raumluft atmete, veränderte sich nicht 2.

Bei 70 Menschen mit starkem Übergewicht wurde die Behandlung als Teil einer umfassenden Rehabilitation geprüft. Nach drei bis vier Wochen war die körperliche Belastbarkeit besser und die Lungenfunktion ebenfalls. Auch Nieren- und Leberwerte veränderten sich. Weil die Behandlung hier Teil eines größeren Programms war, lässt sich ihr Anteil daran nicht trennen 6.

127 Patientinnen und Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit bekamen die Behandlung vor einer Bypass-Operation. Nach der Operation waren bestimmte Blutwerte niedriger, die bei einer Belastung des Herzmuskels ansteigen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet 4.

Auffällig ist: Fast alle kontrollierten Studien prüften die Behandlung zusammen mit Bewegung, Training oder Rehabilitation.

3. Was noch unklar ist

Keine der kontrollierten Studien hat die Behandlung allein geprüft. Sie wird fast immer mit Bewegungstherapie, Training oder Rehabilitation kombiniert. Welcher Teil der Verbesserungen auf die Behandlung zurückgeht, lässt sich daraus nicht ablesen. Auch die Abläufe sind nicht einheitlich: Dauer, Anzahl der Wechsel und Sauerstoffgehalt der Luft unterscheiden sich zwischen den Studien. Die längste Nachbeobachtung reicht 12 Wochen; ob die beobachteten Veränderungen länger anhalten, steht noch aus. Bei Blutwerten wie Entzündungsmarkern oder Blutfetten ist offen, ob sich das für die Betroffenen auch bemerkbar macht. Die einzige Tierstudie lässt sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Und ob die Behandlung bei jüngeren Menschen mit leichten Gedächtnisproblemen ähnlich wirkt, ist eine offene Frage.

4. Was das im Alltag bedeutet

Wer über die Behandlung liest, stößt meist auf Berichte über bessere Ausdauer, bessere Blutwerte oder bessere Ergebnisse bei Gedächtnisaufgaben. Diese Beobachtungen stammen fast immer aus Programmen, in denen parallel trainiert oder rehabilitiert wurde. Die Behandlung selbst wird in den Studien als gut verträglich beschrieben, auch bei älteren und vorerkrankten Menschen. Langzeitdaten zur wiederholten Anwendung über Monate oder Jahre stehen noch aus. Die Ergebnisse sind damit Hinweise, keine Gewissheit. Ob die Behandlung als eigenständiges Verfahren oder als Ergänzung zu Bewegung und Rehabilitation einzuordnen ist, ist die Frage, die die nächsten Studien klären müssten. Ebenso offen ist, ob sich die veränderten Blutwerte und Testergebnisse im Alltag der Betroffenen niederschlagen.

Alle Einzelheiten mit Studienzahlen und Quellen: ausführliche Seite zu Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Therapie. Für Kinder: Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Therapie für Kinder.

Häufige Fragen

Was passiert bei der Behandlung?

Man atmet durch eine Maske abwechselnd Luft mit wenig Sauerstoff und Luft mit viel Sauerstoff. Die Phasen wechseln mehrmals, in den Studien dauerte eine Sitzung meist etwa 30 bis 60 Minuten. Es wird nichts in den Körper eingeführt und nicht operiert.

Ist die Behandlung sicher?

In den Studien wurde sie gut vertragen, auch bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen. In einer Untersuchung mit 127 Herzpatienten vor einer Bypass-Operation wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet 4. Wie es bei wiederholter Anwendung über Monate oder Jahre aussieht, steht noch aus.

Bei wem wurde die Behandlung bisher untersucht?

Untersucht wurde sie unter anderem bei älteren Menschen mit Gedächtnisproblemen 1, bei Menschen mit metabolischem Syndrom oder starkem Übergewicht 26, bei Herzpatienten vor einer Bypass-Operation 4 und bei Long-COVID-Patienten während einer Rehabilitation 5. Eine Studie bei der chronischen Erschöpfungserkrankung ME/CFS läuft noch, Ergebnisse stehen aus 7.

Quellen

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    Bayer U, Likar R, Pinter G, Stettner H, Demschar S, Trummer B et al. · 2017
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Jede Aussage auf dieser Seite trägt ihre Stufe — belegt, plausibel oder Vermutung — und führt zur Originalarbeit. Die Entscheidung im Einzelfall trifft die behandelnde Person; die Zusammenhänge liefern wir.

International Health Research · https://ih-research.com/wissen/intermittierende-hypoxie-hyperoxie-therapie/einfach/ · Stand: 2026-10-04