EFT (Klopfakupressur) einfach erklärt
EFT ist ein Verfahren, bei dem man auf bestimmte Punkte am Körper klopft, während man an ein belastendes Gefühl denkt. Diese Seite fasst in einfachen Worten zusammen, was Untersuchungen dazu zeigen und was noch offen ist.
1. Worum es geht
EFT steht für „Emotional Freedom Techniques“, auf Deutsch etwa „Techniken für emotionale Freiheit“. Es gehört zur Klopfakupressur: Man klopft mit den Fingerspitzen leicht auf bestimmte Punkte am Kopf, im Gesicht, am Oberkörper und an den Händen. Diese Punkte stammen aus der Akupunkturlehre, einer alten chinesischen Methode. Während des Klopfens denkt man an ein belastendes Gefühl, eine Erinnerung oder eine körperliche Beschwerde und sagt dazu einen Satz, zum Beispiel: „Auch wenn ich Angst habe, akzeptiere ich mich.“ Das Verfahren wurde in den 1990er Jahren von Gary Craig entwickelt, auf Grundlage der Thought Field Therapy von Roger Callahan. Die Idee dahinter: Psychische Belastung entsteht durch Störungen im Energiefluss des Körpers. EFT wird in Einzelsitzungen angeleitet oder als Selbsthilfe geübt. Es wird bei Angst, Stress, belastenden Erinnerungen und Schmerzen eingesetzt.
2. Was Untersuchungen zeigen
Am häufigsten untersucht sind Stress, Angst und Belastungen nach traumatischen Erlebnissen. In einer Studie mit Pflegekräften während der Corona-Pandemie erhielten 35 von ihnen eine einzige EFT-Sitzung, 37 bildeten die Kontrollgruppe ohne Behandlung 1. Nach dieser einen Sitzung berichteten die Pflegekräfte der EFT-Gruppe deutlich weniger Stress, Angst und Erschöpfung; in der Kontrollgruppe änderte sich nichts. Die Wirkung wurde also kurzfristig beobachtet, Nachmessungen später fehlten.
In der EMOTICON-Studie ging es um 121 Krebspatientinnen und -patienten, die über Konzentrations- und Gedächtnisprobleme klagten 6. Die eine Hälfte übte EFT über 16 Wochen, die andere bildete eine Wartegruppe und begann erst später. Nach acht Wochen berichteten in der EFT-Gruppe deutlich weniger Menschen über solche Probleme als in der Wartegruppe. Als die Wartegruppe später ebenfalls mit EFT begann, besserte sich auch dort die Lage.
Bei 88 Frauen nach den Wechseljahren mit leichter bis mittlerer Depression sanken die Depressionswerte in der EFT-Gruppe deutlich, während sich in der Vergleichsgruppe kaum etwas veränderte 5. Die Frauen übten nach zwei Anleitungssitzungen acht Wochen lang täglich. Nachmessungen nach dem Ende der Studie stehen noch aus.
Bei 46 Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, also anhaltender Belastung nach schlimmen Erlebnissen, wurden EFT und EMDR verglichen, eine weitere Methode für belastende Erinnerungen 2. Beide Verfahren besserten die Beschwerden ähnlich stark; EMDR führte etwas häufiger zu einer deutlichen Veränderung. Eine Übersichtsarbeit über zehn Studien kommt zu dem Schluss, dass EFT bei posttraumatischer Belastung im Vergleich zu Wartegruppen starke Verbesserungen zeigt und ähnlich abschneidet wie andere anerkannte Therapien 4. Bei 35 Menschen mit chronischen Spannungskopfschmerzen, die zwei Monate lang zweimal täglich übten, wurden Stress und Lebensqualität besser 3.
3. Was noch unklar ist
Viele Studien vergleichen EFT mit einer Wartegruppe, also mit Menschen, die zunächst keine Behandlung bekamen. Solche Vergleiche zeigen, dass sich etwas verändert, aber nicht, ob es am Klopfen liegt. Auch die Zahl der Teilnehmenden ist oft klein, und in vielen Studien wussten die Beteiligten, welche Behandlung sie bekamen. Direkte Vergleiche mit anerkannten Therapien wie der kognitiven Verhaltenstherapie sind selten. Ob die Wirkung von den genauen Klopfpunkten abhängt, ist offen: Es gibt Hinweise, dass auch einfache Berührung ähnlich wirkt. Ob das Klopfen die Verarbeitung beschleunigt, bleibt eine Vermutung. Und ob die Verbesserungen Monate später noch anhalten, ist bisher kaum untersucht. Diese Fragen stehen noch aus.
4. Was das im Alltag bedeutet
EFT wird vor allem bei Stress, Angst und Belastungen nach traumatischen Erlebnissen untersucht. Dort zeigen sich kurzfristig Verbesserungen, oft schon nach wenigen Sitzungen. Wer die Lage einordnen will, kann sich merken: Die Untersuchungen umfassen meist nur wenige Teilnehmende, vergleichen häufig mit Wartegruppen und messen kurz nach dem Ende der Behandlung. Einzelne Studien berichten von weniger Angst, weniger Stress und geringeren körperlichen Beschwerden, andere finden keinen Unterschied zur Kontrollgruppe. Ob das Klopfen selbst wirkt oder ob Zuwendung und Entspannung die Veränderung erklären, ist offen. Als Nächstes wäre zu klären, wie EFT im direkten Vergleich mit anerkannten Therapien abschneidet und ob die Verbesserungen über Monate anhalten.
Alle Einzelheiten mit Studienzahlen und Quellen: ausführliche Seite zu EFT (Klopfakupressur, Emotional Freedom Techniques). Für Kinder: EFT (Klopfakupressur, Emotional Freedom Techniques) für Kinder.
Häufige Fragen
Was passiert bei EFT genau?
Man denkt an ein belastendes Gefühl oder eine Erinnerung und sagt dazu einen Satz, der das Thema benennt und annimmt. Gleichzeitig klopft man mit den Fingerspitzen eine feste Abfolge von Punkten am Kopf, im Gesicht, am Oberkörper und an den Händen. Die Reihenfolge der Punkte bleibt gleich, nur der Satz wird an das eigene Thema angepasst.
Muss man beim Klopfen die richtigen Punkte treffen?
Das ist eine der offenen Fragen. Studien zur Akupressur zeigen, dass Berührung und Druck Angst und Schmerzen lindern können. Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch unspezifische Berührung ähnlich wirkt. Ob die genauen Klopfpunkte eine Rolle spielen, ist damit noch nicht geklärt.
Wie sicher sind die Ergebnisse?
Viele Studien vergleichen EFT mit einer Wartegruppe, in der zunächst nicht behandelt wird. Solche Vergleiche zeigen eine Veränderung, aber nicht, ob sie vom Klopfen kommt. Die Gruppen sind oft klein, und Nachmessungen über Monate stehen meist noch aus.
Quellen
- 1
- 2Karatzias T, Power K, Brown K, McGoldrick T, Begum M, Young J et al. · 2011
- 3Bougea AM, Spandideas N, Alexopoulos EC, Thomaides T, Chrousos GP, Darviri C · 2013
- 4Stapleton P, Kip K, Church D, Toussaint L, Footman J, Ballantyne P et al. · 2023
- 5Mehdipour A, Abedi P, Ansari S, Dastoorpoor M · 2022
- 6Tack L, Lefebvre T, Lycke M, Langenaeken C, Fontaine C, Borms M et al. · 2021
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